Über mich

Aktuelle Tätigkeiten

Anknüpfend an meine Erfahrungen aus dem Forschungsprojekt „Islamfeindlichkeit im Jugendalter“ (gefördert von der Stiftung Mercator) und dem Präventionsprojekt „extreme out – Empowerment statt Antisemitismus“ (gefördert vom BaMF), wollte ich mich wieder wissenschaftlich mit Antisemitismus im Jugendalter beschäftigen. Seit April 2020 leite ich zusammen mit Nicolle Pfaff an der Universität Duisburg-Essen das Projekt „Antisemitismus im Jugendalter“. Zunächst werden dafür 50 Jugendlicher bundesweit interviewt und die Interviews anschließend qualitativ ausgewertet. In einem zweiten Schritt wird dann in Kooperation mit der Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz Material für die pädagogische Arbeit entwickelt. In einem letzten, dritten Schritt werden Multiplikator*innen geschult und das Material zeitgleich evaluiert. Das Projekt wird von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert.

Zu Beginn des Schuljahres 2020/2021 arbeite ich nach vier Jahren aufgrund von Morddrohungen erzwungener Beurlaubung wieder als Lehrerin für Islamische Religion an einem Gymnasium in Duisburg.

Ausbildung und bisherige Tätigkeiten
Ich wurde 1978 im westfälischen Ahlen geboren und verbrachte dort Kindheit und Jugend. 1997 begann ich nach meinem Abitur, in Münster zu studieren.

Im Jahr 2003 schloss ich mein Magisterstudium der Arabistik und Islamwissenschaft, Allgemeinen Erziehungswissenschaft und Komparatistik mit dem Magister (M.A.) an der Universität Münster ab.

Insgesamt vier Jahre (2004-2008) bildete ich an der Universität Münster islamische Religionslehrer*innen aus und vertrat dort zwischen Juli 2007 und März 2008 die Aufgaben der Vertretungsprofessur „Islamische Religionspädagogik“. Darauf folgten Lehraufträge unter anderem an der Universität Bielefeld, der Theologischen Hochschule Wuppertal und an der Universität Duisburg-Essen.

Im Sommersemester (2019) bot ich für Lehramtsstudierende ein Seminar an der Universität Duisburg-Essen mit dem Seminar „Biographische Verankerung von Islamfeindlichkeit im Jugendalter“ an.

Seit dem Schuljahr 2003/2004 bin ich als Lehrerin im Rahmen des nordrhein-westfälischen Schulversuchs „Islamkunde in deutscher Sprache“ in Dinslaken tätig. Darüber hinaus leitete ich von 2008 bis 2009 die AG für die Lehrer für Islamkunde für die Bezirksregierung Düsseldorf.
Seit dem Schuljahr 2013/2014 unterrichte ich nach der notwendigen Erteilung der Islamischen Lehrerlaubnis (Idschâza) durch den Islamischen Beirat NRW Islamische Religion als ordentliches Unterrichtsfach an der Friedrich-Althoff-Sekundarschule in Dinslaken.

Neben meiner Arbeit als Islamische Religionslehrerin, konzipierte und  leitete ich von Dezember 2015 bis November 2018 das vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geförderte Projekt „extrem out – Empowerment statt Antisemitismus“ (Träger Liberal-Islamsicher Bund e.V. in Kooperation mit dem IBIS Institut). Das Projekt war auf drei Jahre angesetzt und wurde in Dinslaken in Kooperation mit der Friedrich-Althoff-Sekundarschule und Duisburg in Kooperation mit dem Elly-Heuss-Knapp Gymnasium durchgeführt. Eine umfangreiche Abschlussdokumentation zu unserem Präventions- und Empowermentprojekt ist erschienen und lässt sich hier abrufen.

Nach Veröffentlichung meines Buches „Die Zerreißprobe“ im September 2016 musste ich mich aufgrund massiver Bedrohungen und Hassbekundungen vom meiner Tätigkeit als Islamische Religionslehrerin in Dinslaken beurlauben lassen.  Auch das Präventionsprojekt „extreme out – Empowerment statt Antisemitismus“ konnte ich zeitweise nur noch unter Polizeischutz durchführen.

Es bot sich mir im Jahr 2017 die Gelegenheit, das Phänomen der Islamfeindlichkeit im Jugendalter wissenschaftlich zu untersuchen. Von Mai 2017 bis April 2020 leitete ich zusammen mit Nicolle Pfaff  ein Forschungsprojekt zur „Islamfeindlichkeit im Jugendalter“ an der Universität Duisburg-Essen. Diese Studie wurde von der Stiftung Mercator gefördert. Alle Ergebnisse der Studie sowie die Interaktive Graphik zu Islamfeindlichkeit im Jugendalter finden Sie hier.

 

Engagement und Interessenschwerpunkte
Ich engagiere mich für ein liberales Islamverständnis und gründete mit Gleichgesinnten im Jahr 2010 den Liberal-Islamischen Bund e.V.. Von Mai 2013 bis April 2016 saß ich zum wiederholten Male dem Liberal-Islamischen Bund e.V. vor (Gründungsvorsitz Mai 2010 – Oktober 2012). Von April 2016 bis April 2018 war ich Vorstandsmitglied im LIB e.V. und seitdem berate ich den Liberal-Islamischen Bund e.V. und vertrete ihn regelmäßig als Gründungsvorsitzende in unterschiedlichen Gremien. Im Mai 2020 erschien zu einem zeitgemäßen Islamverständnis mein neuer Sammelband „Muslimisch und liberal. Was einen zeitgemäßen Islam ausmacht. beim Verlag Piper in München.

Zu meinen wichtigsten Publikationen zählen neben „Muslimisch Weiblich Deutsch“ auch der „Koran für Kinder und Erwachsene“ sowie der „Islam für Kinder und Erwachsene“ (gemeinsam mit Rabeya Müller). Letzteres hat die „Stiftung Buchkunst“ als schönstes Buch 2013 in der Rubrik Kinder- und Jugendbücher ausgezeichnet.

Bedingt durch die Arbeit an der Schule entstand die Idee zum ersten deutschsprachigen Schulbuch für einen islamischen Religionsunterricht „Saphir“ (gemeinsam herausgegeben mit Rabeya Müller und Harry Harun Behr). Es hat im Rahmen der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2009 den Ehrenpreis „Best European Schoolbook Award“ erhalten.

Die Intensivierung des jüdisch-islamischen Dialogs liegt mir sehr am Herzen, so dass ich (zusammen mit Michael Rubinstein) „So fremd und doch so nah. Juden und Muslime in Deutschland“ im Jahre 2013 geschrieben habe. Auch im Privaten ist mir der jüdisch-islamische Dialog ein Anliegen, so dass meine Kinder jahrelang den Jüdischen Kindergarten in Duisburg, der von der Jüdischen Gemeinde Duisburg/Mühleim/Oberhausen geführt wird, besuchten.

Mein Buch („Zum Töten bereit“) zur Radikalisierung muslimischer Jugendlicher in den Salafismus erhielt sehr viel positive Resonanz. Durch meine Arbeit an der Schule ist es mir ein persönliches Anliegen, junge Menschen vor dem Abgleiten in den Islamismus durch unterschiedliche Zugänge abzuhalten. Fünf meiner ehemaligen Schülern schlossen sich nach ihren Schulabschlüssen islamistischen Milizen in Syrien an. Außerdem sind große Teile meiner Familie in Syrien unter anderem von Islamisten bedroht. Die Gefahr durch den religiös-begründeten Terror stellt für uns alle, aber vor allem für Muslime selbst, eine große Gefahr dar.

Auch wir als Gesamtgesellschaft tragen eine wichtige Verantwortung gegen Radikalisierungsbewegungen und müssen unsere demokratischen Werte und Freiheiten tagtäglich gegen diese Bedrohung verteidigen. Die zunehmende Islamfeindlichkeit, die von konstruktiver Religions- und Islamkritik zu trennen ist, bedroht neben weiteren Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (Rechtsextremismus, Homophobie, Antiziganismus etc.) unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt empfindlich. In meinem Buch „Die Zerreißprobe“ setze ich mich mit der Bedrohung durch den Rassismus intensiv auseinander, was mir sehr viel Hass von „besorgten Bürgern“ entgegenbringt.

Der Krieg und Terror in Syrien betrifft mich sowohl beruflich als auch familiär sehr stark. Aus diesem Grund entwickelte und verwirklichte ich gemeinsam mit dem Islamwissenschaftler und Fotographen Lutz Jäkel die Idee eines Text-Bildbandes, um darin ein Syrien ohne Krieg zu zeigen und Syrer*innen, Syrien-Liebhaber*innen und Syrisch-Verwurzelten zu Wort kommen zu lassen. Es entstand „Syrien – Ein Land ohne Krieg„.

Neben meinem Interesse an Syrien, bewegt mich natürlich auch unser gesellschaftlicher Zusammenhalt hier in meiner Heimat Deutschland. Als Heimatbotschafterin des Landes NRW engagiere ich mich seit 2017 für eine diverse, offene und demokratische Einwanderungsgesellschaft.

Zu meinen sonstigen Tätigkeiten gehört neben dem Verfassen von Gastbeiträgen in diversen Medien auch die Beratung von Politiker*innen, Institutionen, Behörden und Multiplikator*innen und zunehmend auch Juryarbeit.

 

Publizistische Tätigkeit
Seit September 2017 schreibe ich auf t-online.de meine eigene KolumneZwischentöne„, die wöchentlich erscheint.

Seit Oktober 2017 führe ich beim Kölner Stadtanzeiger die monatliche Kolumne „Der Deutschland – Cocktail„.

Seit November 2018 schreibe ich regelmäßig für das Freitagsforum des NDR.

Seit Juli 2020 schreibe ich regelmäßig eine Kolumne in der Gastautor*innenreihe für die VRM, zu denen die Allgemeine Zeitung in Mainz, Wiesbadener Kurier, Darmstädter Echo, Wetzlarer Neue Zeitung, Gießener Anzeiger gehören.

Ich gehöre zu den muslimischen SprecherInnen für das deutschlandweit erste muslimische Wort im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, dem sog. „Forum am Freitag“ des ZDF.

 

Arbeit in Gremien
Seit Oktober 2015 bin ich Mitglied des Fachbeirates der Georges-Anawati-Stiftung.

Seit Dezember 2016 bin ich Beiratsmitglied im Trägerverein der Gedenk- und Bildungsstätte „Haus der Wannsee – Konferenz“.

Seit Oktober 2018 vertrete ich den Liberal-Islamischen Bund e.V. am Runden Tisch der Religionen in Duisburg.

Seit November 2018 bin ich Mitglied und Teilnehmerin der vierten Deutschen Islamkonferenz (DIK). Die Auftaktkonferenz fand im November 2018 statt. Im April 2019 stellte ich im Rahmen eines DIK-Workshops „Islam- und Muslimfeindlichkeit“ die Ergebnisse unseres Forschungsprojekts zur Islamfeindlichkeit im Jugendalter vor.

Seit März 2019 bin ich Beiratsmitglied bei CLAIM – Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit.

Zwischen November 2015 und November 2019 war ich außerdem Mitglied der Mitgliederversammlung der Heinrich-Böll-Stiftung.

Seit 2017 sitze ich in der Jury von The Power of The Arts. Mit der insgesamt 200.000 Euro pro Jahr unterstützt The Power of the Arts berufliche und gesellschaftliche Teilhabe sowie Bildungsmöglichkeiten und stärkt wirtschaftliche Chancen in Deutschland. Angesprochen sind Projekte und Initiativen aus den Sparten Musik, Theater, Kunst, Tanz, Literatur, Film und angewandte Künste. Die Preisgelder werden jährlich ausgeschrieben.

Seit 2019 bin ich im Beirat der Bundesarbeitsgemeinschaft religiös begründeter Extremismus. „Die BAG RelEx vertritt die Interessen der zivilgesellschaftlichen Akteure in der Präventions- und Deradikalisierungsarbeit gegenüber Politik, Wissenschaft und Verwaltung und bringt deren Erfahrungen und Perspektiven in die fachwissenschaftliche und politische Debatte ein.“

Seit 2019 bin ich Schirmherrin des Betty-Reis-Buchpreises, der vor allem Kinderbücher auslobt. Die Betty-Reis-Gesellschaft in Solingen strebt an, 2020 ihren ersten Kinderbuchpreis zu verleihen. Ausgezeichnet wird ein Autor oder eine Autorin, die durch Erzählung in literarisch qualitätsvoller Weise für Frieden, Freiheit und Toleranz eintreten.

Ab Oktober 2020 bin ich Mitglied im interdisziplinären Fachbeirat zur Projektförderung „Modellkommune Deradikalisierung“ (MoDeRad) zur Unterstützung von Kommunen bei der Umsetzung von Deradikalisierungsarbeit. Das Projekt wird vom vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat verantwortet.

 

Auszeichnungen
Im Februar 2016 erhielt ich den Integrationspreis 2016 der Stiftung Apfelbaum. Der Integrationspreis wurde mir für meine „nachhaltige und erfolgreiche Integrationsleistung“ für eine „dogmafreie zeitgemäße Auslegung religiöser Schriften wie des Koran sowie für eine umfassende Geschlechtergerechtigkeit“, für meine „wissenschaftliche und publizistische Tätigkeit“ und meinen „Einsatz für den Abbau von Vorurteilen und den interreligiösen Dialog z.B. zwischen Juden und Muslimen“ verliehen.

Am 10. Mai 2016 erhielt ich den Buchpreis „Das politische Buch“ 2016 der Friedrich-Ebert-Stiftung für mein Buch „Zum Töten bereit – Warum deutsche Jugendliche in den Dschihad ziehen“. Eine ausführliche Dokumentation finden sie hier.

Im Oktober des Jahres 2016 erhielt ich den Integrationspreis“ der Stadt Duisburg.

Im November 2017 wurde ich vom Magazin Capital zu den „Top 40 unter 40“ in der Rubrik „Gesellschaft und Wissenschaft“ gewählt.

Am 9.3.2018 erhalte ich den ITB Bookaward für mein Buch (gemeinsam mit Lutz Jäkel) „Syrien – ein Land ohne Krieg“ in Berlin.

 

Portait
Hier finden Sie ein Porträt von mir auf ZEITonline.de – „Ich werde nicht die Klappe halten“ vom 29.12.2016.

Weitere seriöse Informationen zu meiner Person und Arbeit finden Sie im Munzinger Archiv.