Einstieg in die Politik

Ab heute beginnt für mich ein neuer Lebensabschnitt – beruflich. Ich bin jetzt eine Grüne. Ich bin in Duisburg der Partei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN beigetreten.

Seit einiger Zeit denke ich darüber nach, mich aktiv in das politische Geschehen einzubringen. Als Publizistin führe ich in den Medien mehrere Kolumnen. Irgendwann fiel mir auf, dass ich dabei oft Forderungen an „die“ Politik stelle: Sie müsse dies tun, das lassen, sich hierauf mehr, darauf weniger konzentrieren etc. Fordern ist das eine, sich um Umsetzung zu bemühen, das andere. Immer wieder bin ich unentschieden gewesen, wo und wie ich hier einen Beitrag leisten könnte, da ich gerne politisch unabhängig war.

Während meiner langen Beobachtung der Parteienlandschaft bemerkte ich, dass die Grünen die einzige große Partei sind, die nie nennenswert versucht hat, Menschen mit mehreren Herkunftsgeschichten, mit anderen religiösen oder weltanschaulichen Überzeugungen auszugrenzen, um daraus politisches Kapital zu schlagen. Die Grünen stehen immer uneingeschränkt auf Seiten unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung – eingebettet in eine gesunde Umwelt und Natur. Genau dort würde ich mich selbst verorten. Deshalb habe ich mich entschieden, meine Unabhängigkeit hinter mir zu lassen und bin ich vor einigen Tagen Grünes Mitglied geworden.

Bei den Grünen habe ich nun meine politische Heimat gefunden. Klimaschutz, Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und zunehmende Diversität sind Herausforderungen, an deren Gestaltung ich gern teilhaben würde. Eine gesunde Gesellschaft in einer zerstörten Natur kann ebenso wenig aufgehen, wie eine zerstörte Gesellschaft in einer gesunden Natur. Wir brauchen beides. Dazu benötigen wir Antworten, die unserer Demokratie und dem Ruf nach Allgemeinen Menschenrechten gerecht werden. Diese beiden Formen des Klimawandels möchte ich mitgestalten.

Die Trennlinie in unserer Gesellschaft verläuft zwischen all jenen, die sich gegen ökologischen Wandel, soziale Vielfalt und die Gleichheit aller Menschen unabhängig von Geschlecht, Herkunft, sexueller Orientierung, Religion, Geschlechtsidentität aussprechen, und all jenen, die diese Realitäten erkennen und gestalten wollen. Um ein prosperierendes und nachhaltiges Land inmitten der EU zu bleiben, müssen wir an dieser Stelle Brücken bauen, überzeugen, erklären, weiterbilden, integrieren und Ängste vor Veränderungen abbauen.

Das geht nur gemeinsam in einem starken Team. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit den zahlreichen Parteifreund*innen, die sich jeden Tag für unsere Gesellschaft einsetzen, aber auch an der Basis wertvolle Arbeit leisten und die richtigen Themen ansprechen. Um aktiv meinen Beitrag leisten zu können, habe ich mich dazu entschlossen, mich um eine Kandidatur für die Bundestagswahl 2021 zu bewerben (s. dazu der Beitrag in der WAZ). Dafür hoffe ich auf Unterstützung und bin für Anregungen über social media und andere Kanäle dankbar.

Duisburg, 8.10.2020

 

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