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Mo

08

Aug

2011

...und der Islam hat doch Europa beeinflusst?

Nein, die Religion des Islam hatte nie Einfluss auf Europa. Oder?

 

Hier ein kleiner Beitrag, der zum Nachdenken anregt. Bernhard von Clairvaux, der berühmte Zisterzienser-Abt und einer der wichtigsten Kreuzzugspropagandisten aus dem 12. Jahrhundert, schrieb einst in einem seiner Aufrufe zur Teilnahme am Kampf im Heiligen Land:

Könnte Gott nicht mehr als 12 Legionen von Engeln senden oder nur ein Wort sagen, und das Heilige Land würde frei werden? Ihm steht durchaus auch das Können zu Gebote, sooft er will. Aber, ich sage euch, der Herr euer Gott stellt euch auf die Probe… Der Herr hat nämlich Erbarmen mit seinem Volk, und den Gefallenen bietet er mit der Sündenvergebung eine heilsame Arznei.“

 

Im Koran heißt es, 47/4-6:

„Wenn Gott wollte, wahrlich, er hätte selber Rache an ihnen (den Gegnern) genommen; aber er wollte (nicht unmittelbar eingreifen, vielmehr) die einen von euch (die gläubig sind) durch die anderen (die nicht gläubig sind) prüfen. Und diejenigen, die für seine Sache kämpfen, niemals wird er ihre Wege in die Irre leiten. Er wird sie rechtleiten und ihrem Herzen Frieden geben. Und er wird sie ins Paradies eintreten lassen, von dem er ihnen Kenntnis gegeben hat.“

 

Bernhard von Clairvaux schrieb weiter:

„Bist du ein kluger Kaufmann... kündige ich dir einen vorteilhaften Handel an. Sorge dafür, dass er dir nicht entgeht. Nimm das Kreuzeszeichen und für alles, was du reuigen Herzens bekennst, wirst du auf gleiche Weise Ablass erlangen. Das Holz selbst kostet wenig, wenn man es kauft. Wenn es demütig auf die Schulter genommen wird, ist es ohne Zweifel das Reich Gottes wert.“

 

Im Koran 61/10-12, heißt es:

„O, ihr Gläubigen, soll ich euch auf einen Handel hinweisen, der euch vor schwerer Strafe bewahren wird? (Dann rate ich euch:) Glaubt an Gott und seinen Propheten und kämpft unter Einsatz eures Vermögens und in eigener Person für Gottes Sache. Das ist das Beste für euch, wenn ihr richtig zu urteilen wisst! Er vergibt euch dafür eure Sünden und führt euch in Gärten, in denen Bäche fließen, und in gute Wohnungen in den Gärten von Eden. Das ist das große Glück.“

 

Die Parallelen, auf die einst Albrecht Noth bereits hingewiesen hat, sind erstaunlich. Es ist historisch gut möglich, dass Bernhard den Korantext in lateinischer Übersetzung gekannt hat. Einen Beweis dafür gibt es allerdings nicht.

13 Kommentare

Mi

06

Jul

2011

Weiß Kurt Westergaard, dass es Islamfeindlichkeit gibt?

Was hat den jungen Mann, der an Weihnachten den Karikaturisten Kurt Westergaard in seinem Haus überfallen hat, angetrieben? Zur Erinnerung, Kurt Westergaard ist jener dänische Zeichner, der Muhammad karikierte, indem er ihn mit einem Turban malte, der aussieht wie eine Bombe. Sein Bild und die Werke anderer Karikaturisten wurden 2005 gemeinsam in der dänischen Zeitung „Jyllands Posten“ veröffentlicht und sorgten vor allem in der islamischen Welt für diverse  Proteste. Westergaard blieb bei dem Angriff übrigens (körperlich) unverletzt.

War es wirklich die versuchte Vergeltung für die Beleidung des Propheten? Ist dieser Mann von 28 Jahren wirklich so tief gläubig gewesen, dass der Schmerz über die Verunglimpfung des ihm hochverehrten Propheten noch fünf Jahre später das Herz zerreißt? Hat er wirklich so gehandelt, weil ihm das nach dem intensiven Studium des Koran klar geworden war?

Oder haben Ihn skrupellose „Brüder und Schwester“ aufgehetzt?  Haben Sie ihn aufgestachelt, diesem Ungläubigen mal eine ordentliche Abreibung zu verpassen? Wenn dem so wäre, warum haben seine „Brüder und Schwerstern“ das getan? Ginge es den Muslimen besser, wenn der Angriff „erfolgreich“ gewesen wäre? Hätte der Angriff „dem Islam“ genützt? Oder hätte er bloß einigen hasszerfressenen Individuen Befriedung gebracht? Hätte er sie dahin schmelzen lassen im wohligen Gefühl, die Macht zu besitzen, Angst und Schrecken verbreiten zu können?

Vielleicht war der 28-Jährige aber auch frustriert, trachtete nach Achtung und heischte nach Schulterklopfern in seiner Umgebung.  Vielleicht sucht er Anerkennung, die ihm seine Familie, seine Freunde, seine Bekannten bis dato verwehrt hatten. Vielleicht war er ein bloß ein Weichei, dass sich beweisen wollte?

Möglichweise trieb ihn auch der Hass auf „den Westen“ an? Der Hass auf eine Umgebung, die ihn als dunkelhäutigen Muslim nicht haben wollte. Vielleicht war es die Handlung eines Mannes, der auf dänischen Ämtern beleidigt, auf der Suche nach Arbeit gedemütigt wurde und wegen seiner Herkunft keine Diskotheken betreten durfte? Vielleicht fragte er sich bei jeder einzelnen ausländerfeindlichen und islamfeindlichen Parole verzweifelt, warum? Warum hetzen die gegen meine Hautfarbe, gegen meinen Glauben? Warum ist die rechtspopulistische Dänischen Volkspartei mit 25 Sitzen drittstärkste Fraktion im Folketing?

Vielleicht hat er auch zu viel al-Jazeera gesehen. Vielleicht konnte er die vielen Toten in Afghanistan, in Pakistan, im Irak, die dort en detail gezeigt werden, nicht mehr verkraften? Vielleicht ärgerte ihn der von der deutschen Bundeswehr angeforderte Beschuss zweier Tankwagen in Kunduz vor einigen Monaten, der bis zu 140 Todesopfer gefordert haben soll, darunter zahlreiche Zivilisten? Vielleicht machte es ihn rasend, dass dieser Vorfall im Westen vor allem zu technokratischen Diskussionen über einen Militäreinsatz geführt hat, statt sich dem Schicksal der betroffenen Familien zu widmen?  Vielleicht war es auch einer der anderen unzähligen Vorfälle, von denen wir im Westen in der Regel nichts mitbekommen, die im Land seiner Eltern, Somalia, und anderenorts aber an der Tagesordnung stehen. Vielleicht machte er „den Westen“ dafür genauso pauschal verantwortlich, wie manche hier „den Islam“ per se für alle Gräueltaten verantwortlich machen?

Hat sich Kurt Westergaard über solche Fragen Gedanken gemacht, als er seine Karikatur veröffentlichen ließ?

 

 

 

***ältere Kommentare***

    Peterama sagt:
    12. Januar 2010 um 14:02

    Guter Beitrag, regt echt zum Nachdenken an.
    Gülsüm sagt:
    12. Januar 2010 um 15:38

    Natürlich hat er darüber nachgedacht, aber ich vermute einfach, es ist ihm egal, welche Probleme normale Muslime haben, wobei ich nicht sagen will, dass der Somali ein “normaler Muslim” ist. Westergaard wollte einfach seine Meinung äußern, und die ist vermutlich von den üblichen Pauschalisierungen Islam=Gewalt, Terror und Ehrmord durchzogen… und vor diesem Hintergrund gießt er Öl ins Feuer, ohne Rücksicht auf Verluste. Aber um eines klar zu stellen, das ist zwar ein Scheißverhalten von ihm, trotzdem rechtfertigt es meiner Meinung nach in keiner Weise das Babarenverhalten einiger “Brüder” gegenüber dem Mann.
    Tarek sagt:
    12. Januar 2010 um 18:15

    Kurt ist Knut

    ..sehr schön geschrieben, regt zum Nachdenken an und bietet viele Perspektiven… wenn es nicht so traurig wäre, kann man dabei fast schmunzeln.

    Über die Verhältnismäßigkeit von Betroffenheit und die psychologische Dissonanz von Bewertungen habe ich mir mal den Kopf zerbrochen. Es liegt wohl daran, ob wir die Information mit unserem persönlichen Kontext verknüpfen wollen bzw. können oder nicht. Hier das unmittelbare Nahumfeld, dort die bedeutungslose Ferne (nicht geographisch). Die eine Information macht uns betroffen, die andere lässt uns kalt. … Mehr anzeigen

    Dänemark weist viel mehr Ähnlichkeiten mit Deutschland auf als Tschetchenien, Somalia oder Afghanistan. Die versuchte Körperverletzung eines Zeichners wird dadurch viel schlimmer als die Ermodung von 140 Familienvätern, -müttern oder Kindern. New York flimmert täglich in unseren Wohnzimmern, Grosny hingegen liegt in einer anderen Galaxie. Die bloße Zahl von Opfern spielt für die Wahrnehmung überhaupt keine Rolle. Eisbär Knut bringt die Massen auf die Straßen, weltweit 150 Millionen Kinderarbeiter kratzen uns nicht die Bohne. Ich z.B. verdränge erfolgreich die Hungersleiden in Afrika, Verfolgung in Tibet oder die verrückten Heerscharen von Attentätern im Irak..

    unsere Unfähigkeit im Umgang mit Verhältnismäßigkeiten hat etwas sehr Sarkastisches und das hast Du in Deinem Blog schön gezeigt.
    Gülsüm sagt:
    13. Januar 2010 um 14:21

    Kurt ist Knut - das ist ja köstlich!
    Hameed sagt:
    15. Januar 2010 um 14:52

    Kurt Westergaard hat von der Islamfeindlichkeit gwwußt. Ich glaube nicht daß er bewußt aufrechte Leute verletzt hat.

    Ich denke, Wir sind nie verantwörtlich wenn Leute sich durch unser Handeln verletzt fühlen. Nur wenn wir die Absicht haben anderen zu verletzen

    Archeologen haben in der Weite Umgebung von Medina keine Spuren von ehemalige Juden finden können.

    Jetzt fühlen vielleicht Moslimer sich verletzt weil der Koran sagt, sie waren da.
    merkwürdig sagt:
    31. Januar 2010 um 02:23

    der text ist natürlich unsinn. wenn in land x christen ermodet werden, darf ein dänischer zeichner keine karikatur mit dem papst malen, weil er sonst umgebracht werden könnte? nein. und das ist gut so und gilt für jede andere religion ganz genauso.

    was geht den mann der aberglauben von irgendwelchen religionen an? nix. wer sich darauf nicht einigen kann, weiß nicht, was ein freies land auszeichnet.
    g3ro sagt:
    31. Januar 2010 um 11:46

    Vielleicht wurden ja die Spuren der Juden von Medina durch Mohammed und seine Gemeinschaft genauso konsequent beseitigt wie die Juden selbst! :-)

    627 war´s doch, oder Frau Kaddor?

    Möglicherweise könnte ja auch dieser äußerst konsequente Umgang des Propheten mit seinen Gegnern dem somalischen jungen Mann ein Vorbild gewesen sein?

    Vielleicht hat dieser bedauernswerte ausgegrenzte Jugendliche in Koran und Sunna gelesen, dass der Prophet wenn nötig mit sehr robusten Methoden gearbeitet hat. Und vielleicht hat er dann irgendwo gehört, dass man als Muslim Mohammed als Vorbild betrachten sollte und schließlich einfach aus 1 und 1 die falsche Summe gezogen…
    rio sagt:
    31. Januar 2010 um 12:19

    Zitat: “Warum ist die rechtspopulistische Dänischen Volkspartei mit 25 Sitzen drittstärkste Fraktion im Folketing?” Zitatende

    ja, warum? Vielleicht hätte man den Somalier fragen sollen, jemanden, der sich mit sowas auskennt?
    Vielleicht weil Dänemark, anders als Somalia ein demokratisches Land ist und diese Partei auf demokratische Weise, durch demokratische Wahlen gewählt worden ist? Was wollen Sie damit ausdrücken Frau Kaddor? soll man jeden einzelnen Asylanten fragen, welche Parteien ihm genehm wären? Oder müssten nicht vielmehr diese Leute in erster Reihe dem Staat, der ihnen aus ihrer zerbombten, krigsverwüsteten Heimat Zuflucht gewährt und dafür auch Geld in die Hand nimmt, ein wenig dankbar sein und nicht Bürgerdieses Staates bedrohen und zu töten versuchen?
    Selten so eine dümmliche Argumentation wie die Ihre gelesen, sorry!
    Asylant sagt:
    3. Februar 2010 um 15:20

    “Hat sich Kurt Westergaard über solche Fragen Gedanken gemacht, als er seine Karikatur veröffentlichen ließ?”
    Wohl nicht. Warum auch. Religion steht unter keinem besonderen Satirevorbehalt unter aufgeklärten Menschen. Wohin steuern wir, wenn wir uns bei Veröffentlichungen, Diskussionen, Satiren, Karikaturen etc. Gedanken um die durchgeknallte Gedankenwelt von abergläubischen gleich welcher Couleur - ausdrücklich auch christlichen - machen müssten? Weiterhin erstaunt mich Ihr Einfühlungsvermögen in einen einen verhinderten Totschläger. Nach Ihrer ziemlich kruden Argumentationweise ist Herr Westergaard selbst schuld. Würden Sie das gleiche Verständnis für einen benachteiligten Plattenbaubewohner aufbringen, der angesichts der täglichen islamistisch motivierten Gräueltaten in aller Welt den nächstbesten Immam vom Minarett wirft?
    Ungläubiger sagt:
    9. März 2010 um 17:52

    “Hat sich Kurt Westergaard über solche Fragen Gedanken gemacht, als er seine Karikatur veröffentlichen ließ?”

    Warum sollte er? Hat sich die Zeitschrift “Titanic” Gedanken gemacht über das Leid der katholischen BewohnerInnen in den Elendsvierteln Südamerikas, als sie ihre Jesus-Karikaturen vom “Lattenjupp” druckte?

    “Ein Indiojunge in Peru - der will leben so wie du”, das wusste in den 1970er Jahren schon Katja Ebstein zu singen. Nun, so resoourcenverschleudernd leben, wie wir im Westen es jetzt tun - das wird ohne die absehbare ökologische Zerstörung unseres Planetens auf Dauer nicht für alle Menschen möglich sein. Wohl aber umsetzbar wäre ein _gutes Leben für alle Menschen_ auf dieser Erde - also sowohl für “uns” als auch für den “Indiojungen aus Peru”. Die Produktivpotenzen und auch die ökologischen Ressourcenb dafür sind ausreichend vorhanden. Dafür bedürfte es allerdings einer Abschaffung des sozialen Elends vor allem in der Südhälfte unseres Planeten (die sozialen Unterschiede sind ja z. B. gerade in den islamischen Ländern viel größer als hierzulande). Das klingt heute utopisch, würde aber sicherlich auch dem aktuellen “Revival der Religionen” die Luft aus den Segeln nehmen. Was man bisher über das im Vergleich beispielsweise zu Buddha oder Jesus so wenig friedfertige Leben Mohammeds weiß, bietet allen Anlass zu Karikaturen. Um den Kloß des Entsetzens im Hals zu lösen, denke man nur an die befreiende Kraft des Lachens etwa bei Hitler-Karikaturen …

    Als pragmatische Nahziel bietet sich an, zunächst einmal für die Zurückdrängung der Religion (nicht nur aber vor allem auch des Islams!) im öffentlichen Raum zu streiten.

    Klare Trennung von Kirche und Staat!

    Kein Bekenntnisreligionsunterricht an öffentlichen Schulen! Stattdessen Schaffung eines zur Kritikfähigkeit befähigenden Religions- und Weltanschungskundeunterrichts mit Begegnungsmöglichkeiten für Kinder aus christlichen, säkularen, islamischen, jüdischen usw. Elternhäusern!

    Keine religiösen Symbole in öffentlichen Einrichtungen! Geert Wilders geht in den NIederlanden mit dem von ihm geforderten Kopftuchverbot bei gleichzeitiger Gestattung von Kreuz und Kippa den falschen Weg. Das ist reine Diskriminierung gegen das islamische Kopftuch! Stattdessen haben sowohl Kreuze, Kippas, Hare-Krishna- und Nonnentrachten, Kopftücher und Burkas usw. in öffentlichen und damit _säkularen_ Einrichtungen nichts verloren!
    Günter sagt:
    12. März 2010 um 15:56

    Frau Kaddors Kommentar zu dem entsetzlichen Mordversuch an dem mutigen dänischen Karikaturisten ist an Verharmlosung des Täters wohl kaum zu überbieten!

    Mutige und tapfere Menschen sind gefragt, die sich dem Islam entgegenstellen! Nach den neuerlichen Festnahmen unter anderem sich einer “Jihad Jane” nennenden Islam-Konvertitin mit heller Hautfarbe und den bekannt gewordenen Mordplänen gegen den - diesmal - schwedischen Mohammed-Karikaturisten Lars Vilks ist es mutmachend zu lesen, dass der schwedische Chefjuror für den Literaturnobelpreis, Peter Englund, sich couragiert, klar und schnell hinter den von Islam-Terroristen mit Mord bedrohten Zeichner gestellt hat. Zitat: “Es gibt jetzt nur eins zu tun: Sich von dieser Art Fanatismus distanzieren, ohne Ausweichen, ohne Vorbehalte, ohne Relativierungen und ohne künstlich zusammengeschraubte Vorbehalte - und sich auf die Seite des Bedrohten stellen.” Dem ist nichts hinzuzufügen!
    AutonomHH sagt:
    9. April 2010 um 08:17

    Tja, Herr Westergaard, selbst schuld. Hätten Sie wissen müssen, dass der Islam die Religion des Friedens ist, wo man sich bei Kränkungen schon mal mit dem Messer im Bauch von vermeintlichen Gegnern abreagiert. Wahrscheinlich fährt er nicht U-Bahn, der Herr Westergaard, dann würde er nämlich wissen, dass die gekränkten Einwanderer in unsere Sozialsysteme einfach so reagieren müssen, wenn man den täglichen Beleidigungen durch die Sozialämter noch einen draufsetzt. Da braucht es nicht mal ne Karikatur, sondern bloß einen falschen Blick.
    Enttäuschter sagt:
    9. April 2010 um 17:35

    Sehr geehrte Frau Kaddor,

    ich habe mir gerade Ihren Koran für Kinder und Erwachsene und Ihre Autobiographie gekauft und studiere beides mit großem Interesse. Ihr Blog, auf den ich über eigentümlich frei gestoßen bin, hat mich aber sehr ernüchtert. Mit Bassam Tibi und Ihnen bin ich überzeugt davon, dass ein in Europa verankerter liberaler Islam das Gebot der Stunde ist. Wenn ich aber Ihre eigenen Schilderungen von Verhaltensweisen Ihrer Glaubensbrüder und -schwestern lese und nun Ihren Blog über den Angriff auf Kurt Westergaard, so kann ich nicht umhin, Necla Keleks kritische Äußerungen zum Islam für wesentlich plausibler als Ihre Anmerkungen zu “selbsternannten” Islamkritikern zu halten. Mit Verlaub, sehr geehrte Frau Kaddor, so wie Sie argumentieren, müssten Sie Treibjagden auf Muslime in Deutschland durch empörte Christen - und solche Treibjagden gibt es nicht und darf es nie geben - für legitim halten. Wenn ich mir als Katholik durchlese, was Ihr Prophet an Negativem und in meinen Augen überwiegend Ignoranten und Fiktiven über Christen sagt, wenn ich reflektiere, dass von den zehn am stärksten die Christen verfolgenden Staaten acht muslimische Staaten sind, dass ein Großteil der heute muslimischen Ländern ursprünglich christliches Kernland waren, dass unlängst im Fernen Osten zwei muslimische Journalisten mutwillig die für mich als Katholiken allerheiligste Hostie geschändet haben, wenn ich mich an einen Besuch im Stefansdom erinnere, wo ich Touristen aus dem Iran erlebte, die sich als Muslime zweimal die Hostie geben ließen - sprich sich vollständig ignorant verhielten (Frau Kaddor, Sie wollen ernsthaft behaupten, dass Muslime mehr über Christen wüssten als Christen und Säkulare über Muslime - was beschweren Sie sich in dieser Hinsicht?), wenn ich daran denke, was ich regelmäßig über die Bedrängung der Kopten in Ägypten durch radikale Muslime bis zum feigen Mord (dem auch Muslime zum Opfer fallen, das weiss ich durchaus) mitbekomme, wenn ich daran denke, dass ich noch nie einen Muslim und auch sonst keinen Menschen bedroht habe, aber von mehreren schon bedroht und von einem angegriffen worden bin, müsste ich nach Ihrer Logik das Recht haben, auf Sie einen Mordanschlag zu unternehmen, z.B. weil Sie in meinen Augen nicht imstande sind, die unglaublichen Möglichkeiten, die Muslime im Westen im Unterschied zu Christen und Ungläubigen in weiten Teilen der islamischen Länder haben, zu achten und zu schätzen und weil ich das als unglaublich beleidigend empfinden muss. Eine solche Kränkung, wie ich sie immer wieder von muslimischer Seite erlebe, kann doch in einem kultivierten Land kein Freibrief für Gewalttätigkeiten sein. Ganz im Gegenteil! Sie müssen die größten Dummheiten und Unverschämtheiten schreiben können, das legitimiert niemanden, Ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit nicht zu achten. Bitte überlegen Sie doch, was Sie schreiben. Damit scheinen Sie alle Einschätzungen zu bestätigen, dass Muslime ein hochproblematisches Verhältnis zur Gewalt haben, wenn selbst Sie mit Ihrem liberalen Anspruch so argumentieren. Mit den besten Grüßen!
    Eine Spende für den armen Herrn Broder sagt:
    9. April 2010 um 20:17

    Könnt Ihr eigentlich lesen? Wo hat Kaddor die Tat relativiert? Als ob Sie den Täter in Schutz genommen hätte? Sie hat einfach die zwei Seiten der Medaille aufgezeicht.

    Und hier nochmal für alle die, die Lesen können oder es bald lernen werden - insbesondere für HENRYK M. BRODER, der sich schon zum zweiten Mal mit diesem Thema auf “achgut” befasst hat - fällt ihm wohl nichts mehr ein, hm:

    “Oder haben Ihn skrupellose „Brüder und Schwester“ aufgehetzt? Haben Sie ihn aufgestachelt, diesem “Ungläubigen” mal eine ordentliche Abreibung zu verpassen? Wenn dem so wäre, warum haben seine „Brüder und Schwerstern“ das getan? Ginge es den Muslimen besser, wenn der Angriff „erfolgreich“ gewesen wäre? Hätte der Angriff „dem Islam“ genützt? Oder hätte er bloß einigen hasszerfressenen Individuen Befriedung gebracht? Hätte er sie dahin schmelzen lassen im wohligen Gefühl, die Macht zu besitzen, Angst und Schrecken verbreiten zu können?

    Vielleicht war der 28-Jährige aber auch frustriert, trachtete nach Achtung und heischte nach Schulterklopfern in seiner Umgebung. Vielleicht sucht er Anerkennung, die ihm seine Familie, seine Freunde, seine Bekannten bis dato verwehrt hatten. Vielleicht war er ein bloß ein Weichei, dass sich beweisen wollte?”
    A.Bundy sagt:
    10. April 2010 um 01:38

    “Und hier nochmal für alle die, die Lesen können oder es bald lernen werden”
    Ach Papperlapapp, spiel dich hier nicht als Blogwart auf, Dusselnick!
    Omitier sagt:
    10. April 2010 um 23:34

    Kommentar von Henryk M. Broder zu diesem Artikel:

    In einem Beitrag der FR wird die Islampädagogin Lamya Kaddor mit dem Satz zitiert, sie habe es satt, dass “hierzulande ‘selbst ernannte Islamexperten’ - wie etwa Necla Kelek und Seyran Ates - ‘den’ Islam ohne entsprechende theologische Kenntnisse kritisieren”. Nun muss man Frau Kaddor zweierlei zugute halten: Sie sieht gut aus und sie hat einen “Koran für Kinder und Erwachsene” geschrieben, den man lesen kann, ohne hinterher zum Fundi zu werden. Was aber meint sie mit “selbst ernannten Experten”? Gibt es irgendwo eine Stelle in der Bundesrepublik, von der Islameperten “ernannt” werden? Und wer hat Frau Kaddor zu einer “Islamexpertin” ernannt? Das Sandmännchen, die Tele-Tubbies oder die örtliche Arbeitsagentur? Hinter der Formel “selbst ernannt” stecken immer Neid und Missgunst gegenüber Konkurrenten, die es möglicherweise weiter gebracht haben und die dann als Experten von eigenen Gnaden disqualifiziert werden.

    Man könnte es Frau Kaddor mit gleicher Münze heimzahlen und sie eine “selbst ernannte Terrorexpertin” nennen, nachdem sie in einem Beitrag über den Mordversuch an Kurt Westergaard die Frage gestellt hat, ob Westergaard wisse, “dass es Islamfeindlichkeit gibt?” und den Täter als ein Opfer beschrieben hat, dem einfach der Kragen geplatz ist, nachdem er überall schlecht behandelt wurde:

    “Möglichweise trieb ihn auch der Hass auf ‘den Westen’ an? Der Hass auf eine Umgebung, die ihn als dunkelhäutigen Muslim nicht haben wollte. Vielleicht war es die Handlung eines Mannes, der auf dänischen Ämtern beleidigt, auf der Suche nach Arbeit gedemütigt wurde und wegen seiner Herkunft keine Diskotheken betreten durfte? Vielleicht fragte er sich bei jeder einzelnen ausländerfeindlichen und islamfeindlichen Parole verzweifelt, warum? Warum hetzen die gegen meine Hautfarbe, gegen meinen Glauben? Warum ist die rechtspopulistische Dänischen Volkspartei mit 25 Sitzen drittstärkste Fraktion im Folketing?” http://lamya-kaddor.de/blog/?p=5

    Bis er nicht mehr anders konnte, als zur Axt zu greifen und in Westergaards Haus einzubrechen, um es dem Karikaturisten für seine Mohammed-Karikatur und alle anderen Kränkungen heimzuzahlen, nach dem Motto: Wie du mir, so ich dir.

    Das meint eine “selbst ernannte Expertin”, die einen missglückten Terroranschlag mit dem schlechten Benehmen des Opfers erklärt und ganz, ganz viele Gründe findet, um den Täter von der Verantwortung für sein Handeln freizusprechen. Hätte man ihm den Eintritt in die Disko nicht verweigert, hätte er sich nicht mit Gewalt den Zugang zu Westergaards Haus verschaffen müssen. So hängt das eine mit dem anderen zusammen. Man muss es nur erkennen können. Frau Kaddor, die Kindern den Koran erklärt, erklärt den Erwachsenen, wie Terroristen ticken.

    Wie aber tickt Frau Kaddor, wenn man davon absieht, dass sie gut aussieht?
    Eine Spende für den armen Herrn Broder sagt:
    11. April 2010 um 23:07

    @A.Bundy
    Glückwunch, mein schlagfertiges Kerlchen, immerhin beweist Du, dass Du lesen kannst. Dumm nur, dass Dir das nicht in den Kram zu passen scheint, was Kaddor da schreibt, hm? Ja so ist das. Lesen können, ist Fluch und Segen zugleich….
    Tokana sagt:
    4. Mai 2010 um 10:51

    Die bloße Tatsache, dass Kurt Westergaard jetzt um sein Leben fürchten muss, die bloße Tatsache, dass es schon - zum Glück vereitelte - Anschläge auf sein Leben gab, zeigt, dass er Recht hat, zeigt, dass es noch längst nicht genug kritische Auseinandersetzung mit dem Islam an sich gibt.
    Ich kenne selbst etliche Muslime, und die, die ich kenne, sind nicht gewalttätig und keine Terroristen.
    Ich selber toleriere andere Religionen, ich finde, man sollte akzeptieren können, dass unterschiedliche Menschen unterschiedliche religiöse Ansichten haben können. Aber ich fordere diese Toleranz auch von anderen ein. So lange ich selbst als hedonistischer Heide mich keinerlei religiösen Einschränkungen hingeben muss, so lange ich keine anderen Götter neben mir dulden muss, so lange stört es mich auch nicht, wenn andere fasten, beten, in die Kirche oder die Moschee gehen. Es stört mich nicht, wenn andere irgendwo propagieren, dies sei die Wahrheit oder jenes das Wort Gottes, so lange ich es nicht glauben muss, so lange ich nicht danach leben muss. Und wenn jemand übertrieben ernsthaft etwas als Wahrheit proklamiert, dann muss diese vermeintliche “Wahrheit” auch kritisch durchleuchtet und satirisch entlarvt werden können. So einfach ist das.
    Carleen Millora sagt:
    18. Mai 2010 um 14:55

    Are you sure of that ?
    A.Bundy sagt:
    27. Juli 2010 um 13:17

    “Lesen können, ist Fluch und Segen zugleich….”
    Genau, sieht man ja bei dir Vollpfosten.
    Wie heisst es so schön; quod erat demonstrandum.
    Wilders-Sarrazin-Unterstützer sagt:
    29. September 2010 um 21:10

    Weiß die Gute eigentlich, dass es fremdenfeindliche Moslems gibt? Würde sie sich auch darüber Gedanken machen, wenn ein nicht-Muslim mit eine Axt auf eine Moslem losgeht, nur weil dieser Moslem mal wieder seine Fremdenfeindlichkeit gegenüber Deutschen, Christen und Juden äußert? Aber das wäre dann natürlich kein fremdenfeindlicher Moslem, sondern ein armes muslimisches Opfer, dass sich natürlich nicht anders zu helfen wusste.

    Die meisten Nazis in Berlin wohnen in Kreuzberg, Neukölln, Tiergarten und Wedding und sind Moslems. Würde man deren Rechtsradikalismus als rechte Gewalt in den Statistiken einfließen lassen, dann würde rechtsradikale Gewalt sprunghaft ansteigen. Aber hier bekommen sie auch wieder ihre bevorzugte Sonderbehandlung. Diese muslimischen Nazis jagen, schlagen, treten, bespucken nicht muslimische Schüler in Kreuzberger und Neuköllner Schulen.

    Natürliche gibt es nicht nur muslimische Nazis, es gibt auch deutsche Gutmenschen, beide reden aber absolut identisch. Ein Beispiel dafür ist Berlins Integrationsbeauftragte Günter Piening. Zu muslimischer Gewalt an deutschen und christlichen Kids in Neukölln sagt er: “ISt halt so wo Mehrheiten auf Minderheiten treffen”. Er demonstriert bei Sitzblockaden am 1. Mai gegen deutsche Nazis, fährt dann nach Amsterdam und hält dort einen Moslem für vorbildhaft, Güllen, der die Sharia verbreiten möchte. Was für eine penliche Karikatur, dieser Piening.

    Diese Gutmenschen und radikalen Moslems sind Gegner der Demokratie, es sind geistige Diktatoren.
    Johste sagt:
    4. November 2010 um 12:56

    …
    Wenn Deutschland mit 80 Mio. Einwohnern in einigen Jahren nur noch 60 Mio. hat und die Entwicklung sich drastisch verschlechtert, kommen die einwandernden Ausländer den deutschen Politikern und Wirtschaftslobbyisten doch zur rechten Zeit, um billige Arbeitskräfte in Leiharbeit-Jobs zu bringen, da sie billiger und nicht so viele Rechte haben als normale Arbeiter. Zusätzlich kann der Staat so seine Haushaltslöcher und Renten besser finanzieren. Deutschland wird neoliberalistisch geführt, wie eine große professionelle Firma und gelenkt von der Macht der Wirtschaftslobbyisten, die nur eines wollen. Mehr Gewinn und Macht, um der Globalisierung stand zu halten, da die Konkurrenz rasant zunimmt. Die Banken haben nun, nach dem das Kind in den Brunnen gefallen war, endlich eine vorgeschriebene höhere Eigenkapital-Quote zur Rücksicherung, für den Fall der Fälle einer Krise, zu Tragen. Warum jetzt erst? Warum werden Einwanderungsbeschränkungen nicht vorher getroffen, bevor es eskaliert. Doch nur aus dem Grund, weil es sich für die Mächtigsten der EU-Staaten lohnt. Denn Geld regiert die Welt und wenn Staaten durch Zuwanderung von Ausländern sich nicht dagegen wehren, besteht “nur” ein wirtschaftliches Interesse, denn ein Kulturesses Interesse kann ich mir nicht so vorstellen. Doch ein Machtverhältnis der EU incl. Türkei ist eine Illusion von gewissen EU-Architekten, die eine Tür aufstoßen wollen, welche sehr gefährlich ist. Multikulti ist nicht von heute auf morgen möglich, alleine deshalb schon, weil unsere verschiedenen Kulturen sich seit über Tausend von Jahren weltweit missioniert und gegenseitig bekriegt haben. Amerika von den Christen, Asien von dem Islam und Afrika ist geteilt. Nun was geschieht, wenn sehr viele Moslems in Europa leben wollen? Sie haben Ihre eigene Kultur
    und wollen sie behalten. Sie organisieren sich, bauen Minaretten und Moscheen, treten selbstbewust auf und wollen natürlich nicht nur Böses. Aber mit der Intensität und geballtem Interesse in Europa Fuß zu fassen ist nicht nur friedlich zu sehen. Denn die Geldgeber der Moscheen und Minaretten kommen u.a. aus Saudi-Arabien. Die wollen nicht nur Gutes. Wenn in jetziger Zeit der Kriege (z.B. im IRAK, Afghanistan, Pakistan, Kaukasus, Sudan, Nigeria, Jemen, Gaza, Algerien, Somalia, …) die islamischen Einwanderer in Europa Unruhe stiften und vor Armut bzw. Verfolgung aus ihrer Heimat hier nach Europa kommen, entweder Illegal oder legal, baut sich hier zu Lande zu Recht Unmut auf. Und das nehmen unsere Politiker in Kauf, weil es sich rechnet.

    Griechenland:
    In Griechenland ist die Krise ganz groß. Hier unterstützen linsextremisten illegale Einwanderer. Es wird geschätzt (offizielle Zahlen werden nicht veröffentlicht), daß im einstigen Auswanderungsland Griechenland derzeit um die 1,5 Millionen Einwanderer leben – bei elf Millionen Einwohnern. Die Hälfte der Zuwanderer hat keine Aufenthaltserlaubnis, fast alle haben irgendwann die Grenzen ohne Genehmigung übertreten. Neben Albanern sind es vor allem Muslime aus Asien und Afrika. Athen entwickelt sich zu einem multikulturellen Pulverfaß / Beliebtes Ziel für illegale Einwanderer / Regierung bleibt untätig. Viele hatten gewarnt, daß die Gewaltausbrüche auf den Straßen der Hauptstadt nur ein Vorgeschmack des Aufruhrs seien. Der käme dann nicht von den vom sozialen Abstieg bedrohten Schülern und Studenten der Mittelklasse, sondern von den Tausenden von illegalen Einwanderern, die sich ohne Aufenthaltsgenehmigung und Arbeit im Stadtzentrum Athens aufhalten. Es war also kein Zufall, daß schon damals die Hälfte festgenommenen Radaubrüder Ausländer waren. Die linksautonome Internetseite Indymedia.org wird kostenlos auf dem Server des Polytechnion betrieben. Was im Ausland als „sozialer Protest“ dargestellt wird, ist meistens in Wahrheit von dort gesteuerter gewalttätiger Linksextremismus. Die illegalen Einwanderer paßten den Linksextremisten ins Konzept, doch sie sind gefährlicher als der manipulierte Schüler-Mob.
    Zum politischen Sprachrohr der Unruhestifter und Zuwanderer scheint sich die aus linken und grünen Splittergruppen gebildete Koalition der Radikalen Linken (Syriza) aufschwingen zu wollen, die bei den Wahlen 2007 fünf Prozent und 14 Sitze im Parlament erringen konnte.

    Frankreich:
    In der Stadt Grenoble kam es zu Ausschreitungen. Die Polizei hatte zuvor einen flüchtenden Kasinoräuber erschossen, der aus einer nordafrikanischen Einwandererfamilie stammte. Die von integrationsunwilligen Einwanderern der zweiten und dritten Generation initiierten Krawalle, in deren Verlauf auf die Sicherheitskräfte geschossen wurde, gerieten anfangs außer Kontrolle. Erst als Innenminister Brice Hartefeux 240 Polizisten zur Verstärkung schickte, war es der Exekutive möglich, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Als Reaktion darauf sollen in Zukunft straffällige Ausländer “aus Gründen der öffentlichen Ordnung und Sicherheit” leichter aus Frankreich ausgewiesen und in ihre Heimatländer abgeschoben werden können. Innerhalb der nächsten drei Monate will Präsident Nicolas Sarkozy zudem die Hälfte der 600 illegalen Roma-Siedlungen räumen lassen. Auch dieser Entscheidung gingen Krawalle voraus - in der Bretagne, wo ebenfalls ein mutmaßlich Krimineller auf der Flucht von der Polizei erschossen wurde.
    Derartige Probleme, die sich nicht nur auf Frankreich beschränken, zeigen dass Millionen hauptsächlich muslimische Einwanderer nicht in die europäische Gesellschaften integriert werden können. Bereits im Jahr 2005 kam es in den Vororten von Paris zu tagelangen Ausschreitungen, in deren Verlauf Straßenzüge verwüstet wurden. Alleine an einem Tag wurden von meist aus Algerien stammenden Jugendlichen 900 Autos angezündet. Auslöser für die Gewalttaten war der Tod zweier Jugendlicher, die sich in einem Transformatorengebäude vor der Polizei versteckten und durch Stromschläge ums Leben kamen.

    Russland:
    aktuell.RU: Bauen die Radikalen ihre eigenen Strukturen in Tatarstan auf oder versuchen sie eher, den traditionellen Islam zu unterwandern?
    Im Moment arbeiten sie intensiv daran, ihre Leute in die traditionelle Geistlichkeit einzuschleusen. Sie versuchen, unsere Imame für sich zu gewinnen, geben ihnen Geld und laden sie zur Weiterbildung nach Saudi-Arabien ein. Und hinterher versuchen sie, über solche Geistlichen ihre extremistischen Ideen zu verbreiten. Die finden leider auch in unserer Republik Anhänger. Vor einigen Jahren wurde eine Gaspipeline in Tatarstan gesprengt und in Nabereschnyje Tschelny wurde die Zeitung „Muwachit“ herausgegeben, die zu Intoleranz aufrief. Diese Probleme sind importiert, denn bei uns könnten solche totalitären Sekten von selbst nicht entstehen.

    Deutschland:
    Das Ausländerproblem ist in Wahrheit ein Moslemproblem
    Wenn Sarrazin das Versagen des Politik-, Presse- und Wohlfahrtsbetriebs insbesondere am Ausländerproblem festmacht, das – wie überall – in Wahrheit ein Moslemproblem ist, dann deckt sich das mit den Alltagserfahrungen der überwältigenden Mehrheit der Bürger. Seine inkriminierten Formulierungen sind eingebettet in eine differenzierte und komplexe Argumentation. Sarrazin würdigt die Bildungserfolge der Vietnamesen, Chinesen, Inder, der Osteuropäer und Rußlanddeutschen, die einen höheren Abiturienten- und Studentenanteil aufwiesen als die Einheimischen.
    Die Türken, Araber und bestimmte Ex-Jugoslawen aber legten in der Regel eine „aggressive und atavistische“ Mentalität an den Tag, deren Regenerierung vom deutschen Sozialsystem noch gefördert würde.
    Die brisanteste Interview-Passage, die die Kampagne überhaupt erst ausgelöst haben dürfte, wird in vielen Pressemeldungen ausgespart. Darin berichtet Sarrazin über einen Türkei-Besuch 1978, bei dem ihm ein türkischer Staatssekretär stolz erläuterte, daß die Türkei die Bevölkerungszahl der Deutschen bald einholen werde.
    Diese Äußerung setzt Sarrazin in Beziehung zu der berüchtigten Rede des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan, der im Februar 2008 eine Assimilierung der Türken in Deutschland als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ bezeichnete: „Das ist dieselbe Mentalität, die Erdogan dazu verleitet hat, diese Rede in der Kölnarena zu halten. Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate.

    USA:
    „Kulturzentrum“ nahe Ground Zero
    NY. Denn dort will Imam Feisal Abdul Rauf ein großes muslimisches „Kulturzentrum“ inklusive Moschee errichten, nur 230 Schritte entfernt von Ground Zero,
    Genau dieser Ort wird angeblich zum Beten gebraucht.
    Geert Wilder [NL]: („Amerika, New York und Scharia sind inkompatibel“) und warnt vor zuviel Religionsfreiheit („eine tolerante Gesellschaft ist keine selbstmörderische Gesellschaft“)
    ___

    Eine friedliche Lösung ist angesichts der Unvereinbarkeit christlicher mit islamischer Ideologien und unserer Rechtsstaatlichkeit mit der Scharia nicht denkbar.
    Angesichts der Grösse dieses uns existenziell bedrohenden Problems, ist der Einsatz aller Mittel gerechtfertigt.
    Und wenn unsere gutmenschen (eher ‘dumm-menschen’) noch so entrüstet sind.
    Trojanische Pferde müssen enttarnt werden, denn nur so funktioniert ein sicheres System.
    Wer (friedliche) Gewalt säht, wird (friedliche) Gewalt ernten.
    Die Unterwanderung bzw. Destabilisierung eines Staates durch den Islam, mit Absicht der hohen Geburtenraten (Bsp.: Israel-Gaza), zur Verbreitung von Islamischen Werten, stellt eindeutig eine Bedrohung und Kriegserklärung dar, wenn sie in Hinterhöfen der Moslemischen Welt von Extremistischen Organisationen gelenkt, geplant und finanziert wird. Iran, Pakistan, Saudi-Arabien, Sudan, Syrien, Lybien, Jemen, Türkei, Irak, Somalia, Afghanistan,… all diese Länder sind mit am planen der Globalisierung und das sollte die EU mit vorsicht geniesen. Wenn Turbokapitalisten Länder steuern und an die Wand fahren, nur des Geldes wegen, sollten diejenigen ausfindig gemacht werden, die diesen Crashkurs mit verantworten müssen. Nicht die Ausländer sind überwiegend Schuld an den Problemen, sondern die jenigen die daran Verdienen wollen, diejenigen die Macht ausüben und Interessen vertreten. Diese sollten abgewählt oder im extremsten Fall vernichtet werden, nur dann wird sich was ändern.

    Fazit: Islam ohne Gewalt ist wie ein Omlett ohne Eier.

    ___

    w,w,w,.,n,a,n,o,-,t,e,c,h,n,o,.,d,e
    Johste sagt:
    19. November 2010 um 18:14

    Das Schweizer Fernsehen (SF) berichtet:

    Rundschau vom 17.11.2010 um 20:56 Uhr

    Die Flüchtlingsrouten nach Italien und Spanien sind geschlossen, jetzt kollabiert das Asylsystem in Griechenland: Eine erschütternde Reportage von überfüllten Flüchtlingslagern und von Einheimischen, die gewalttätig gegen die Gestrandeten vorgehen.

    Flüchtlingshölle Griechenland
    Google: [videoportal.sf.tv/video?i...a-ace3970c6e9e]

    Organisierte illegale Einwanderung!

    Sind Türkei und Iran dafür mit verantwortlich zu machen?
    Oder ist die EU alleine selber schuld daran?

    Fazit: Islam ohne Gewalt ist wie ein Omlett ohne Eier.
    __
    w,w,w,.,n,a,n,o,-,t,e,c,h,n,o,.,d,e

7 Kommentare

Mi

06

Jul

2011

Um Himmelswillen, helft den so genannten Islamkritikern!

In der neuesten Ausgabe des „Spiegels“ bekommt wieder mal eine Intellektuelle ein Forum, um sich für die so genannten Islamkritiker stark zu machen: Monika Maron. Was sie mit dem Islam zu tun hat? Soweit ich weiß, nichts. Sie ist Schriftstellerin, 68 Jahre alt und kam kurz vor der Wende aus der DDR  nach Westdeutschland. Wie dem auch sei, jetzt fühlt sie sich berufen, die Feuilletonisten, Claudius Seidl von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und Thomas Steinfeld von der Süddeutschen Zeitung , sowie die Gastautorin der taz, Prof. Dr. Birgit Rommelspacher, in die Schranken zu weisen, weil die es gewagt hatten, Kritik an der Islamkritik zu üben.

Ähnlich wie bei der Lektüre anderer so genannter Islamkritiker bin ich auch nach dem Lesen ihrer Zeilen immer wieder erstaunt, wie augenfällig naiv die Argumentationen oft sind. Immer wieder frage ich mich, ob es wirklich Leute geben kann, die diese krude Dialektik nicht erkennen.

Schauen wir uns die entscheidenden Stellen für die Zweifel im Maronschen Erguss mal genauer an.

Die erste Merkwürdigkeit, die einem förmlich ins Gesicht springen muss, lautet: Warum verteidigt jemand im „Spiegel“ einen Mitarbeiter des „Spiegels“ (Henryk M.  Broder)? Bin ich die Einzige, der hier die Frage in den Sinn kommt: Will sich Frau Maron damit lieb Lind machen?  Hat sie sich damit für den Platz bedankt, den ihr der „Spiegel“ freundlicherweise eingeräumt hat?

Etwas weiter unten stellt Monika Maron eine Reihe von Fragen zum Wert des Säkularismus und der westlichen Werte und des Christentums, um dann erbost anzuheben: „Was bewegt unsere aufgeklärten, toleranten Zeitgenossen in den Redaktionen … als Erste die Meinungsfreiheit, nämlich die der Islamkritiker, zu attackieren …?“

Nun, ich denke mal, jene „Zeitgenossen in den Redaktionen“ bewegt zunächst einmal das Recht auf Meinungsfreiheit.

Oder gilt die Meinungsfreiheit für sie etwa nicht?

Sodann stellt sich mir die Frage: Was ist an ihren Attacken so verwerflich ist? Islamkritiker sind doch nicht sakrosankt. Nach dem Motto: Kritik tabu. Islamkritiker haben per se immer recht, tragen einen Heiligenschein.

Für sich selbst und für Islamkritiker fordert Frau Maron Meinungsfreiheit ein, im Umkehrschluss billigt sie diese den Kritikern der so genannten Islamkritiker anscheinend nicht zu. Messen mit zweierlei Maß - das kommt dabei heraus, wenn es einem nur darum geht, die  eigenen ideologischen Überzeugungen an den Mann/die Frau zu bringen. (Das an sich wäre im Übrigen gar nicht schlimm, wenn sie es offen sagen würde. Stattdessen tut sie so, als verteidige sie als Schriftstellerin lediglich das freie Wort.)

Gehen wir ein Stück weiter im Text: „Wie kommen sie [„die Zeitgenossen in den Redaktionen“] überhaupt dazu, Menschen in deren eigenen Konflikten zu entmündigen und statt ihrer das Wort zu ergreifen?“, fragt – richtig -  exakt jene Monika Maron, die am Anfang des Textes explizit die Islamkritik von Henryk M. Broder verteidigt. Ist der nun doch zum Islam konvertiert? Oder warum darf Henryk M. Broder „Menschen in deren eigenen Konflikten“ entmündigen, die nicht-muslimischen „Zeitgenossen in den Redaktionen“ dürfen es aber nicht? (- mal abgesehen von der Frage, ob hier überhaupt irgendjemand irgendjemanden entmündigt!)

Dass Frau Maron tatsächlich von der Forderungen nach Artenschutz für Islamkritiker getrieben zu sein scheint, wird weiter unten im Text noch deutlicher: „Sie [die Islamkritiker] verteidigen, was ihnen in einer, in unserer, freiheitlichen Gesellschaft kostbar ist. Wer sie attackiert, hält ihren Anspruch anscheinend für unangemessen.“

Nur damit ich es richtig verstehe, Frau Maron, wer sich in „unserer, freiheitlichen Gesellschaft“ das Recht herausnimmt, Islamkritiker zu „attackieren“, der hält das, was in „unserer, freiheitlichen Gesellschaft“ kostbar ist für unangemessen? Hä? Das krieg ich nicht auf die Reihe.

Monika Maron vermittelt den Eindruck, die Kritik an den so genannten Islamkritikern, hätte immer und überall zum Anlass, ihre Argumentation als Ganzes zu verwerfen. Doch darum geht es „den Zeitgenossen in den Redaktion“ gewiss nicht. Das einzige, was sie anprangern, sind die Fehler bzw. die Simplifizierungen in der Argumentation der so genannten Islamkritiker. Jedenfalls schreiben die „Zeitgenossen in den Redaktion“ nirgends, dass man die so genannten Islamkritiker mundtot machen soll.

Warum will Frau Maron nun aber nicht zulassen, dass die Aussagen und die Logik von Islamkritikern überprüft werden, und im Zweifelsfall – auch mit deutlichen Worten - beanstandet werden? Nun, ich denke, die Antwort darauf kann sich jeder selbst geben. In dieser Frage liegt des Pudels Kern. Die Antwort darauf sprengt geradezu die sieben Sigel, die die wahren Absichten der so genannten Islamkritiker verbergen.

Thomas Steinfeld stellt in seinem Beitrag fest, dass für denjenigen, der auf Toleranz beharre, die Toleranz nicht aufhören könne, wenn ein anderer nicht tolerant sein wolle. Welch wahre und  kluge  Feststellung, möchte man als echter Demokrat im 21. Jahrhundert ausrufen. Wer mag d a r a n zweifeln. Monika Maron mag es.  Sie hält diese Haltung für brandgefährlich: So etwas kann man doch nicht im Ernst fordern.

Kann man doch! Wenn ein anderer nicht tolerieren will, dass ich keinen Alkohol trinke, kann ich das sehr wohl tolerieren, denn das ist mir völlig egal. Blöder Vergleich!? Nicht blöder als der von Monika Maron. Sie argumentiert nämlich: „Nach dieser Logik dürften wir nicht einmal protestieren, wenn in der Bundesrepublik die Scharia als gültiges Gesetz eingeführt würde.“

Ja, ja, immer diese Krux mit den Vergleichen. Gewiss hat Thomas Steinfeld mit seiner Aussage nicht gemeint, dass ich jemanden tolerieren soll, der mich unter Androhung von Prügel irgendwann mal unter ein Kopftuch zwingen will. Einem solchen Zeitgenossen will Thomas Steinfeld gewiss nicht die Hand reichen – Monika Maron versucht dies ohne Anhaltspunkte dennoch zu suggerieren, um ihn zu diskreditieren.  Der moderne Toleranzbegriff hat allerdings nichts mit Selbstverleugnung, Selbstaufgabe oder Deppentum zu tun.  Er folgt vielmehr der goldenen Regel bzw. dem Grundsatz: Meine Freiheit endet dort, wo die des anderes anfängt.

Monika Maron spricht hier dennoch von „geistigem Selbstmord“ – irgendwie passend - nur nicht so wie sie es meint.

Bei allem Augenzwinkern angesichts der so durchschaubarer „Logik“ einer Monika Maron – ein ernstes Problem ist die letzte Aussage ihres Textes, die mit der althergebrachten Panikmache der so genannten Islamkritiker bereits eingeläutet wurde, wonach eben bald die Einführung der Scharia in Deutschland droht. Sie schreibt: „Wären die kämpferischen Kritiker der Islamkritik in einer islamischen Kultur aufgewachsen, wie Necla Kelek, oder hätten sie, wie ich, den größten Teil ihres Lebens in der DDR verbracht, wären ihnen die westlichen Werte, bei all ihrer Unvollkommenheit, vielleicht wertvoller!“

1.       Die gesamte Religion des Islam mit einem Unrechtsregime wie in der DDR zu vergleichen, ist - bei aller Liebe - eine Frechheit.

2.       Islam ist nicht gleich Islamische Republik Iran oder Königreich Saudi-Arabien.  Der Vergleich trifft vielleicht auf Islamismus zu. Hätte Sie also geschrieben: „Wären die kämpferischen Kritiker des Islamkritik in einer islamistischen Kultur aufgewachsen“, hätte man über den Satz reden können. So darf man sich fragen, warum sie „islamisch“ schreibt.

3.       Necla Kelek ist nur bis zu einem Alter von zehn Jahren in einer „islamischen“ Kultur groß geworden – wobei man sich fragen muss, wie islamisch diese Kultur war - bekanntlich entstammt einer nicht religiösen Familie aus der laizistischen Türkei der 50er/60er Jahre. Danach wuchs sie in „West“-Deutschland auf – gewiss. vermutlich abgedrängt in einen Stadtteil, wo nur Ausländer türkischer Herkunft lebten, weil viele gutbürgerliche Vermieter diesen ‚immer lauten‘ und nach ‚Knoblauch riechenden Menschen‘ um Himmelswillen keine Wohnung in einem ehrenwerten deutschen Mietshaus geben wollten.

4.       Ich bin in einer ähnlichen Umgebung groß geworden wie Necla Kelek. Ich bin allerdings gläubige Muslima, kritisiere engagiert die Pauschalisierungen und Vereinfachungen der so genannten Islamkritiker und mir sind die „westlichen Werte“ mindestens genauso, wenn nicht sogar noch wertvoller als Monika Maron – jedenfalls dann, wenn man ihren Spiegel-Text als Bewertungsgrundlage nimmt.

***ältere Kommentare***

    Christian G. sagt:
    30. Januar 2010 um 23:04

    Sehr geehrte Frau Kaddor,

    zunächst: ich habe ebenso wenig mit dem Islam zu tun, wie mit der Apartheid und Witwenverbrennungen. Ich nehme mir trotzdem die Freiheit, alle diese Erscheinungen blöd und inhuman zu finden. Okidoki?

    Bitte vergessen Sie mal die Kritiker.
    Gehen Sie auf die Kritik ein, wenn es nicht zuviel Mühe macht:

    1. Der Islam verstößt gegen die UN-Menschenrechte. Eben darum und aus keinem anderen Grund haben die islamischen Staaten der OIC die allgemeinen Menschenrechte nicht anerkannt, sondern ihre eigenen entwickelt (Kairoer Erklärung der Menschenrechte), die alle wirklichen Menschenrechte (sogar die freie Meinungsäusserung!) der Scharia unterstellen. http://de.wikipedia.org/wiki/Kairoer_Erkl%C3%A4rung_der_Menschenrechte_im_Islam
    2. Der Islam verstößt gegen das Grundgesetz. Gleiche Rechte für alle gibt es im Islam nicht (Männer, Frauen, Homo-, Heterosexuelle, Gläubige, Atheisten), Religionsfreiheit gilt nicht, Gaubensabfall: Todesstrafe.
    3. Wichigster Punkt ist, daß das oberste Gesetz menschlichen Zusammenlebens in der Gesellschaft von Allah bestimmt wird und sich alle anderen Gesetze (auch die Verfassung) dem unterzuordnen haben. Das ist grob verfassungswidrig, denn in einer Demokratie bestimmen die Menschen das oberste Gesetz und nicht ein Gott aus dem 7. Jahrhundert, den noch niemand gesehen hat.
    4. Der Islam hat keinen Anspruch auf die grundgesetzlich gewährte Religionsfreiheit, da er auf die Abschaffung der freiheitlichen Verfassung ausgerichtet ist (”Freedom go to Hell!”) und daher als Verfassungsfeind nicht den Schutz des Grundgesetzes für sich in Anspruch nehmen kann.

    36% der britischen Muslime sind der Meinung, dass wer den Islam verlässt, getötet werden sollte. Das sind mehrheitlich britische Bürger! 68% denken, wer den Islam beleidigt, gehört bestraft. 54% der franz. Muslime wollen die Scharia weltweit eingeführt sehen. Und sie hätten Recht, wenn ihre Vorstellungen über Himmel und Hölle stimmen würden. Der ganze Glaube ist nur leider ein bösartiges Märchen. Wie ein erwachsener Mensch an die Göttlichkeit dieser Bücher glauben kann, bleibt mir rätselhaft.

    Auf ihre Antwort bin ich gespannt.
    Freundliche Grüße
    Ein_Spende_für_den_armen_Herrn_Broder sagt:
    31. Januar 2010 um 02:01

    Herzlichen Glückwunsch, liebe Frau Kaddor, bin gerade über achgut.com hierher gekommen. Der arme Herr Broder ist sauer auf Sie, weil Sie die Frau kritisieren, die Ihn doch so schön verteidigen wollte. Ich glaube, Sie haben mit Ihrem Artikel voll ins Schwarze getroffen.

    Jedenfalls beweist der arme Herr Broder in seiner Replik auf Ihren Text mal wieder sein einfaches Wesen, das manche Leute partout nicht erkennen wollen - der Mann ist ja immerhin Börne-Preis-Träger - von Helmut Markworts Gnaden - einem, wie wir wissen, liberalen, dem Fremden gegenüber äußert aufgeschlossenen Journalisten!!!!

    Aber keine Sorge, der arme Herr Broder geht natürlich auf keinen einzigen ihrer Kritikpunkte an Monika Maron ein. Sondern stellt wie immer nur unsinnige Gegenfragen, faselt von irgendwelchen asymetrischen Debatten oder anderen Formulierungen, die er vermutlich selbst nicht versteht, und haut verbal so richtig derbe auf die Kacke…

    Der arme Herr Broder stört sich zum Beispiel daran, dass Sie Frau Maron, das Recht absprechen, sich über Islam äußern zu dürfen. Mal abgesehen davon, dass Sie das natürlich gar nicht tun, sondern sich lediglich fragen, warum sich Frau Maron jetzt zu Wort meldet. Aber, ok., Der arme Herr Broder findet, da könnte man auch Sie fragen, warum Sie sich zum Feuilleton äußern… Tun Sie gar nicht - ich weiß - aber der arme Herr Broder hat das nicht verstanden, dass Sie sich über die “so genannten Islamkritiker” äußern nicht über Feuilletonisten… Sie sehen, für ihn ist schon die Überschrift Ihres Beitrags zu schwer zu verstehen…

    Und weil er vor dem Rest des Textes wahrscheinlich völlig “kapituliert” hat, - irgendwie will er gelesen haben, dass sich mit den Begriffen Islam und Islamismus beschäftigen, fragen Sie mich nicht wo - , hat der arme Herr Broder lieber eine Passage aus Ihrem alten Text aus dem Zusammenhang gerissen…

    …das sieht dann natürlich so aus, als ob Sie die Islamistin verteidigen würden… dass Sie den Bärtigen am Anfang eben dieses Textes “verbal auf die Fresse geben” - sorry, wollte nur mal brodern - hat er rausgelassen…

    Sie sollten sich die anspruchsvolle Replik des armen Herrn Broder dennoch anschauen. Klicken Sie hier, aber “bleiben sie cool”:
    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/was_hat_monika_maron/
    Asiye sagt:
    31. Januar 2010 um 02:48

    Wer die islamische Kultur mit einem Unrechtsregime vergleicht, muss damit rechnen, hart kritisiert zu werden… AUßerderm berechtigt das zu Frage, was ein Frau Maron über den Islam weiß!
    A.Bundy sagt:
    31. Januar 2010 um 08:25

    “Monika Maron. Was sie mit dem Islam zu tun hat? Soweit ich weiß, nichts”
    Lamya Kaddor. Was sie mit dem deutschen Feuilleton zu tun hat? …

    PS. Ach Dummschwätzerl über mir, hast du eigentlich “der arme Herr Broder” jedesmal von neuem in deine Tastatur gekloppt oder warst du wenigstens so schlau einen Textbaustein zu benutzen?
    Peterama sagt:
    31. Januar 2010 um 12:02

    Eigentlich müsste man Broder dankbar sein. Er zeigt doch sein wahres Gesicht. Wenn er sogar Lamya Kaddor angreift, die doch schon seit Jahren als Pionierin in Deutschland darum bemüht ist, ein modernes Verständnis von Islam zu lehren und zu verbreiten, dann beweist das, dass er - bei aller Polemik - überhaupt kein Interesse daran hat, diese Religion in Deutschland ankommen zu lassen…
    rio sagt:
    31. Januar 2010 um 12:10

    Liebe Faru Muslima Kaddor

    “Islam” hat sicherlich mit “islamismus” nichts, aber auch rein gar nichts zu tun, ne?
    Und “Terror” hat ja mit “Terrorismus” auch nichts gemeinsam. Oder was meinen Sie?

    Broder rulez!
    Hüseyin Aydin sagt:
    31. Januar 2010 um 12:33

    Die Frage, was Frau Maron mit dem Islam zu tun hat, ist schon berechtigt? Wie es heißt, ist mittlerweile mit Herrn Broder gut bekannt…

    Und schon wieder Necla Kelek oder Leon de Winter ein Plädoyer für Herrn Broder schreiben zu lässen, wäre dann vielleicht doch nicht so geschickt gewesen. Vermutlích verwette ja meinen Allerwertesten, dass Broder die Dame selbst “ermuntert” hat etwas dazu zu schreiben… ich meine, wer lehnt schon eine Seite im Spiegel ab…
    Ein_Spende_für_den_armen_Herrn_Broder sagt:
    31. Januar 2010 um 13:26

    @A.Bundy

    PS: Da spricht wohl jemand aus Erfahrung, hm? Wann ist die Dir die paste&copy-Funktion aufgefallen? Hat Mammi ’s dir gestern Abend verraten?

    Was bessers, als so ein blöder Kommentar ist Dir wohl nicht eingefallen, was? Du solltest lieber wieder mit Puppen spielen.

    Sehr ihr, so ist das mit der Argumentationslogik der meisten Islamfeinde. Leute, kapiert es endlich, ihre werdet Eure Kritik nie mit Vernunft unterfüttern können. Das funktioniert nur, wenn ihr das mit der Toleranz hinkriegt… ich weiß, wollt ihr nicht. Ist schon klar. Mit Toleranz lassen sich schließlich so schlecht Muslime dissen…
    Schmud sagt:
    31. Januar 2010 um 13:41

    @peterama: wie sehr frau kaddor darum bemüht ist, “ein modernes Verständnis von Islam zu lehren und zu verbreiten”, kann man hier bewundern. na großartig!

    http://www.youtube.com/watch?v=If7xsUA3HeA&

    das ist doch im prinzip alles, was man von frau kaddor gesehen haben muss! dann erübrigt sich auch das lesen dieser “replik”!
    Peterama sagt:
    31. Januar 2010 um 14:46

    @Schmud

    Lieber Schmud,
    gehen Sie bitte mal zum Kottbusser Tor und sammeln sie 20 frustrierte Halbstarke mit Migrationshintergrund. Dann gehen Sie mit denen in einen Klassenraum und versuchen Sie, ihnen etwas beizubringen. Sie würden wahrscheinlich nach fünf Minuten heulend raus rennen. Diese Frau aber stellt sich jeden Tag mehrere Stunden dorthin… Was soll Sie machen, den Hauptschülern einen rethorischen geschliffenen Vortrag halten? Oder sich sie dort abholen, wo sie stehen, um sie dann dahin mitzunehmen, wo sie der Lehrplan haben will…

    Ich muss mich einem meiner Vorredner oben anschließen. Die Argumentationslogik von gewissen Menschen hier - in der Regel die, die sich massiv gegen den Islam äußern, vermutlich gehören Sie dazu - ist wirklich erschreckend. Lieber Schmud, die Aussage

    “das ist doch im prinzip alles, was man von frau kaddor gesehen haben muss! dann erübrigt sich auch das lesen dieser “replik”!”

    kann doch nicht Ihr ernst sein?

    Ein dreiminütiger Fernsehbeitrag, der nur Ausschnitt zeigt und der aus Szenen besteht, die Fernsehmacher zusammengeschnitten und betextet haben, reicht ihnen aus. Ist Ihnen eigentlich bewusst, wie deutlich Sie damit ihren unkritischen Geist offenlegen – jedenfalls wenn es um Leute geht, die keine Abneigung gegen Muslime haben?

    Gruß
    Peterama
    Ahmet aus dem Inernet sagt:
    31. Januar 2010 um 18:05

    @Christian,

    die UN-Menschenrechte wurden von allen Staaten unterzeichnet, also auch von den sog. Islamischen Staaten. Die Kairoer Erklärung hingegen hat keinen verbindlichen Charakter und ist daher reichlich irrelevant.
    3satler sagt:
    31. Januar 2010 um 18:25

    @Peterama

    Sie können sich den 3Sat-Beitrag gerne in voller länge ansehen.
    Ich habe das getan und finde, dass dadurch nicht an der Kritik hier relativiert wird:

    http://www.youtube.com/watch?v=If7xsUA3HeA

    @Ahmet:

    Die Allgemeine Menschenrechtserklärung wurde zwar von allen Staaten unterzeichnet, gegen Staaten die gegen sie verstoßen kann man aber nichts machen. Dagegen wird sich, um Menschenrechte zu relativieren und Verletzungen zu rechtfertigen, gerne auf die Kairoer Erklärung berufen. Wofür wurde die eigentlich geschrieben und von allen OIC-Staaten unterschrieben?
    Tugba sagt:
    31. Januar 2010 um 18:31

    Wieso wundert es mich nicht, dass Herr Broder Lamya Kaddor bisher nicht, aber Necla Kelek, Hamed Abdel-Samad und Seyran Ates kannte? Vielleicht liegt es daran, dass er als Islamkritiker nur seine Pappenheimer kennt und alles, was seinen Horizont übersteigt, völlig ausblendet. Aber es ist ja auch so furchtbar bequem, sich nicht mit wirklich intellektuellen Muslimen auseinanderzusetzen. Da gehts doch mit Kelek, Samad und Ates weitaus einfacher und bequemer. Und die lassen sich im Übrigen auch gerne von ihm instrumentalisieren…schließlich werden die genannten auch noch von ihm aufgewertet…wie peinlich!
    Peterama sagt:
    31. Januar 2010 um 18:53

    @3satler

    Tock,tock,tock. Jemand zuhause im Oberstübchen? Auch wenn ich mir den Beitrag 45728302123123 und 11 Mal anschaue, ändert es nichts an dem Argument, dass es vielleicht, möglicherweise, unter Umständen sein könnte, dass ein Beitrag allein, ein Beitrag allein (also nur dieser eine Beitrag!!!) zu wenig ist, um sich ein Bild zumachen.

    Mein Gott, das kann doch nicht so schwer zu kapieren sein, 3satler? Oder sollte ich besser RTL2Ler oder 9Liver sagen?
    Voltaren-Addict sagt:
    31. Januar 2010 um 18:59

    Leute, was regt Ihr euch über Broder auf. Aussagen aus dem Zusammenhang reißen, stumpfsinnige Vergleich ziehen, Gegner für dumm erklären, das ist das einzige was Broder und seine Verteidiger können. Und genau das wird ihm und seinen Mitstreitern gerade in einer sehr lesenswerten Studie auch bewiesen. („Die Schattenseite der Islamkritik. Darstellung und Analyse der Argumentationsstrategien von Henryk M. Broder, Ralph Giordano, Necla Kelek, Alice Schwarzer und anderen“ aus dem aktuellen Buch „Islamfeindlichkeit, wenn die Grenzen der Kritik verschwimmen“, VS-Verlag) http://www.amazon.de/Islamfeindlichkeit-Wenn-Grenzen-Kritik-verschwimmen/dp/3531162578

    Broder und Konsorten wird niemand mit einem Funken Verstand zustimmen können. Von daher kommt die Beifall auch immer nur von solchen Leuten, die jemanden als Beweis für ihren eigenen Antipathie suchen. Mir ist kein annähernd intelligenter Mensch bekannt, der Broder ohne Einschränkungen zustimmen kann. Aus diesem Grund gibt es eben immer nur dieselben Pappenheimer, die in diesem Zusammenhang zu Wort kommen: Ralph Giordano, Necla Kelek, Leon de Winter oder neuerdings eben Monika Maron.
    3ler sagt:
    1. Februar 2010 um 11:13

    @Peterame:

    Kein Grund ausfällig zu zu werden.

    Ich halte Frau Kador für im besten Falle naiv, wie auch das Projekt eines “Kinder-Korans” zeigt. Das ist vergleichbar mit der “Bibel in gerechter Sprache”. Das wird keine Massen überzeugen!

    Braucht das entsprechende Pendant im Christentum aber auch nicht, weil man auch ohne soetwas durch die Aufklärung kam.
    Wedding sagt:
    1. Februar 2010 um 16:55

    Sehr geehrte Frau Kaddor,
    auch Sie sind ja hier aufgewachsen. Bevor Sie Frau Maron - und dann Herrn Broder - derart polemisch attakierten, hätten Sie ja auch mal etwas von Frau Maron lesen oder sich in Bezug auf sie wenigstes etwas schlauer machen können. Aber nein, Sie sprechen ihr - in sehr arrogantem, tendenziellen Sequenzen, das Recht ab, sich überhaupt zu diesem Thema zu äussern. “Was hat Frau Maron mit dem Islam zu tun?” Was ist denn das bitte für ne Frage? Wir alle haben mit ihm “zu tun” - auf der Welt, in Deuschland und sowieso in Berlin, denn wir leben mit den Muslimen, mit vielen sehr gern, und, falls sie nicht schon irgenwo einen erweiterten Suizid begingen, auch mit den Islamisten, allerdings nicht so gern. Und ja, darin haben Sie wohl recht, Islamkritiker dürfen kritisiert werden, ebenso wie die Vereidiger der Islamkritiker verteidigt werden dürfen, selbst wenn sie Broder heißen oder Maron oder Kelek oder Schulze,… Und: Sie sollten sich Ihre Texte vielleicht nochmals durchlesen, bevor Sie sie zornig ins Netz schleudern; Ihr Deutsch ist grammatisch und Orthographisch doch etwas fehlerhaft. Egal, das Übelste ist Ihr eifernder, ideologischer, gänzlich humorloser Ton.
    Hatice Gürpinar sagt:
    1. Februar 2010 um 22:26

    Sehr geehrte/r Wedding,

    nur einige kleine Anmerkungen:

    Warum soll Frau Kaddor ein Buch von Frau Maron durchlesen, wenn es darum geht, die Argumentationsfehler und die Ungereimtheiten eines konkreten Beitrags von ihr aufzudecken? Abgesehen davon: Wie viele Bücher hat wohl Frau Maron vorher zum Islam gelesen, um feststellen zu können, dass man die westlichen Werte besser zu schätzen wüsste, wenn man in einer islamischen Kultur oder in der DDR aufgewachsen wäre?

    Machen wir nun ein kleines Suchspiel. Wo ist der Fehler?: „attakierten“ , „in sehr arrogantem, tendenziellen Sequenzen“, „äussern“; „nicht schon irgenwo einen erweiterten“, „schleudern; Ihr Deutsch“, „grammatisch und Orthographisch“?

    Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen! Das Internet ist ein schnelles Medium, da kann es schon einmal passieren sein, dass sich grammatikalische und orthografische Fehler einschleichen oder? Und außerdem: Sie wissen doch, Frau Kaddor hat Migrationshintergrund. Aber was ist Ihre Entschuldigung? Na wie gefällt ihnen dieser Humor?

    Apropos, Humor. Sie fordern ernsthaft Humor in dieser Debatte? Das können auch nur Sie als Nicht-Muslim/a von sich geben… Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass es sich bei Ihrem Kommentar von Ihnen um einen Gefälligkeitsdienst handelt. Kann es sein, dass Sie mit Frau Maron und Herrn Broder und Herrn Kelek gut bekannt sind?

    Wie heißt es doch so schön, Wedding, hättest Du geschwiegen, wärest Du Philosoph geblieben!

    Mit freundlichen Grüßen

    Hatice Gürpinar
    Peterama sagt:
    1. Februar 2010 um 23:18

    @3satler

    Ich bin nicht ausfallend geworden, aber Dummheit tut eben weh… Betrachten Sie meinen Kommentar oben als so etwas wie einen Aua-Schrei.

    Und dann dürften Sie gerne weiter träumen: Das Christentum ist nämlich wirklich die friedlichste Religion auf dem gesamten Planeten… Es hat die Aufklärung ja quasi erfunden. Da bedurfte es natürlich überhaupt keiner Hilfe, nein, weiß Gott nicht…

    Jemand, der offensichtlich so wenig Ahnung hat und so argumentiert wie Sie, sollte sich nicht über das Wort “naiv” auslassen…
    Wedding sagt:
    2. Februar 2010 um 12:44

    Sehr geehrte Hatice Gürpinar,
    ein schweigender Philosoph wäre als Philosoph wohl kaum zu erkennen. Oder halten sie jeden, der schweigt, für einen Philosophen? Und geht es denn darum? Was soll diese wechselseitige Besserwisserei? Und dann diese Unterstellungen. Womöglich bin ich ja auch mit Schulze “gut bekannt”? Was nützt, was hilft solche nur selektiv auf Argumente eingehende Polemik? Nun, immerhin: Wir kommunizieren. Und ja: Ich kenne außerordentlich humorbegabte Muslime. Denen würde ich gern mal einen Gefallen tun. Das Problem ist doch, dass Sie einfach nur im Recht sein wollen. Welche Wahrheit hätten Sie gepachtet oder ich? Ja, es gilt zu unterscheiden zwischen Islam und Islamismus, aber eben auch zwischen polemischer Ideologie und Kritik. Und was ist mit Respekt, den Muslime völlig rechtmäßig für sich einfordern? Hat eine so gute Autorin wie Monika Maron etwa keinen Respekt verdient?
    Mit besten Grüßen
    Wedding
    Hatice Gürpinar sagt:
    2. Februar 2010 um 23:01

    Sehr geehrte/r Wedding,

    ich erkläre Ihnen die Sentenz kurz: Das Wort „bleiben“ bedeutet, dass man bereits etwas ist – nämlich ein Philosoph. Wenn man sich dann aber inadäquat äußert, kann sich dieser Status wieder ändern – nämlich man kann diesen Ruf verlieren. Hätte man stattdessen geschwiegen, hätte sich nichts verändert – man hätte weiter in dem Ruf stehen können, ein Philosoph zu sein.

    Ja, womöglich sind Sie auch mit Schulze wohl bekannt. Was das bedeutet? Dass Ihre Urteilsfähigkeit unter Umständen eingeschränkt sein könnte, sprich: Sie könnten befangen sein.

    Es freut mich, dass Sie humorbegabte Muslime kennen. Nur, warum teilen Sie mir das mit? Und wenn Sie wollen, tun Sie ihnen ruhig ganz viele Gefallen. Nur, was wollen Sie mir mit dieser Information sagen? Und was hat das Ganze dann damit zu tun, dass ich einfach nur Recht haben will? Und vor allem, worin will ich eigentlich Recht haben, Ihrer Meinung nach? Worüber wollen Sie überhaupt diskutieren? Es tut mir leid, wenn ich Ihnen das sagen muss, aber Sie haben ein Problem mit der Logik! Ganz schlechte Voraussetzung für eine vernünftige Diskussion! Und vor allem keine Basis, hier so oberlehrerhaft aufzutreten.

    Und was den Respekt für Monika Maron betrifft - ich wiederhole mich: Hätte auch sie geschwiegen, wäre auch sie Philosophin geblieben. Aus welchem Grund sollte sie für ihren Spiegel-Beitrag Respekt verdient haben? Frau Kaddor hat ihr ihre schlecht durchdachte Argumentation, um die Ohren gehauen. Zu Recht. Niemand hat Frau Maron gezwungen, einen derart peinlichen Text zu verfassen. Frau Maron hat damit offenbart, dass Sie diejenige ist, die hier von Ideologien getragen ist, bzw. von Broder&Co beeinflusst, ihr Urteilsvermögen an der Garderobe abgegeben hat. Wenn ich es recht sehe, bezieht sich Frau Kaddor lediglich auf den besagten Spiegel-Artikel. Was Frau Maron vorher geleistet hat, steht bei ihr gar nicht zur Debatte – und damit auch nicht ihre Lebensleistung und den verdienten Respekt dafür. Allerdings kann man verdienten Respekt auch wieder verspielen. Mit einem solchen Beitrag ist Frau Maron auf dem besten Weg, Letzteres zu tun.

    Mit freundlichen Grüßen

    Hatice Gürpinar
    Ein_Spende_für_den_armen_Herrn_Broder sagt:
    3. Februar 2010 um 23:08

    Volltreffer, Frau Kaddor. Natürlich hat Broder die Maron in den Spiegel gehoben. Aber da das offenabr nicht genug ist, hat der schlaue Herr Broder den gleichen Unsinn noch mal bei sich veröffentlicht. Guckst Du hier:
    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/einladung_zum_geistigen_selbstmord/

    Ich wette, der will Sie ärgern… von wegen “Who the fuck is Lamya Kaddor”…. Dem ist mal wieder nichts besseres eingefallen, als zu fluchen…
    Ein_Spende_für_den_armen_Herrn_Broder sagt:
    6. Februar 2010 um 14:32

    “Vielleicht empfiehlt es sich, die Internetseite »Achse des Guten«, die besonders großzügig mit solchen Unterstellungen arbeitet, aus der Debatte herauszuhalten. Sie hat sich eher als Achse des Bösen gezeigt. Sie ist nicht an Aufklärung interessiert, sondern will den Westen in eine dem Islamismus analoge Hassposition emporpeitschen.”

    Jens Jessen, “Die Zeit”
    Wedding sagt:
    7. Februar 2010 um 16:03

    Sehr geehrte Frau Gürpinar,
    ja, die Logik, mit der haben Sie es aber wirklich. Logischer war keine, nie. Und philosophischer auch nicht und keinesfalls genauer. Wie fein Sie den Unterschied zwischen grammatikalisch und grammatisch herausarbeiteten oder den zwischen bleiben und sein! Und wie Sie mich erbleichen lassen in meiner Blödheit. Was nützt das, wem hilft es? Ich wollte Sie nicht “informieren”, ich wollte diskutieren - auch mit Ihnen. Und: “Oberlehrer”?! Selber Oberlehrer. Wollen wir uns nicht wenigstens auf Oberlehrerin einigen in unserem multireligiösen Kindergarten? Ich bin eine Weddig, Frau Gürpinar.
    Mit beschämten Grüßen
    Hatice Gürpinar sagt:
    7. Februar 2010 um 21:26

    Sehr geehrte Wedding,

    ich will Sie nur noch einmal daran erinnern, dass Sie sich hier unter anderem mit entsprechend herablassenden Äußerungen über grammatikalische und orthografische Fehler im Text von Frau Kaddor eingeführt hatten. Und ich will Sie daran erinnern, dass Sie die Belehrungen fortgeführt haben. Sie haben Recht, in der Sache bringt dies rein gar nichts. Nur bislang ist mir nicht mal im Ansatz klar, um was es Ihnen in der Sache überhaupt geht?

    Mit nach wie vor freundlichen Grüßen

    Hatice Gürpinar

    PS: Welche Kultur hab ich Ihrer Meinung nach, sodass man von “multikulturellen” Kindergarten sprechen sollte? Das Adjektiv hätten Sie sich schenken können. Es lässt nämlich Spekulationen über Ihr Einstellung aufkommen, die Sie - vermutlich - nicht wollen…
    Hameed sagt:
    10. Februar 2010 um 11:45

    http://forums.marokko.nl/showthread.php?t=3080577
    Ein_Spende_für_den_armen_Herrn_Broder sagt:
    14. Februar 2010 um 18:37

    http://www.merkur.de/2010_06_Mehr_Tabus_bitte.40123.0.html?&no_cache=1

    Schnell, schnell, Herr Broder, haben Sie schon gesehen. Prof. Hafez hat sich nicht nett über Sie geäußert. Schnell, schnell, schreiben Sie eine Replik. “Who the fuck ist Kai Hafez….” Schnell, schnell, Herr Broder, Sie als Held der Intellektuellen dürfen sich da nicht lumpen lassen. Den stecken Sie doch locker in die Tasche. Im hiesigen Fall Kaddor waren Sie ja auch schneller. Ach ja, stimmt ja, die hatte ja gar nichts über Sie gesagt. Ach, egal Schwamm drüber. Schnell, schnell was posten… ein paar Schimpfworte, ein paar verquaste Phrasen dreschen und fertig, halt so wie Sie immer an Ihre Diskurse gehen…
    Download Office sagt:
    26. Februar 2010 um 18:59

    Great article, thanks for the share. Blog bookmarked :)
    Escort Hamburg sagt:
    3. Mai 2010 um 19:17

    Man lernt immer wieder was dazu!

2 Kommentare

Mi

06

Jul

2011

Einblicke in das Leben eines islamischen Fundamentalisten…

Im Folgenden möchte ich einen interessanten Email-Kontakt dokumentieren. Er beginnt mit der Nachricht an ein Mitglied aus meinem Bekanntenkreis:

    Von: Facebook [xxx] Gesendet: Dienstag, 26. Januar 2010 xxx An: Lamya Kaddor Betreff: xxx

    Salam liebe Lamya

    Anbei die Mitteilung von xxx und meine Antwort:

        As-salamu alaikum, wie ich sehe, gehörst du zu den Fans der Religionslehrerin Lamya Kaddour. Es wundert mich, wie man Fan dieser unverschämten Person sein kann, die Allahs Gebote in eklatanter Weise übertritt und sich erdreistet hat, den Propheten – Allah segne ihn und gebe ihm Heil – mit seinen Gesichtszügen abzubilden, obwohl es keine authentische Abbildung von ihm gibt, so daß dies der Verbreitung einer Lüge über ihn gleichkommt! Vielleicht magst du meinen, es gehöre zur Freiheit des Glaubens, das Kopftuch zu tragen oder nicht zu tragen. Gewiß sind im Islam für den Verstoß gegen zahlreiche geringfügigere Anordnungen keine „weltlichen“ Strafen vorgesehen, doch stellt für die muslimische Frau das Nichtbedecken des Haupthaars in der Öffentlichkeit oder für den muslimischen Mann das Abrasieren des Bartes ein Verhalten dar, das Allahs Mißfallen erregt. Zumindest diskreditieren sich Muslime, die offensichtlich gegen allgemein bekannte religiöse Vorschriften verstoßen oder die Sunna des Propheten – Allah segne ihn und gebe ihm Heil – mißachten, als Autoritäten. So sind für mich Religionsgelehrte ohne Bart oder Religionslehrerinnen ohne Kopfbedeckung und mit nackten Oberarmen unglaubwürdig, und ich nehme von ihnen keine Belehrung an, solange mir nicht andere Informationen über sie vorliegen, die sie in ihrer Glaubwürdigkeit rehabilitieren.

        Wa-s-salam xxx

    xxx 26. Januar um 22:19

    Wir sollten nicht so hart über unsere Geschwister urteilen Bruder. Ausserdem ist es Giyba was Sie machen. Es wäre muslimischer und ehrlicher, wenn Sie ihre Meinung Lamya Kaddor selber mitteilen und mit ihr darüber diskutieren würden. Sicher sind wir alle nicht perfekt. Vielleicht würden wir mehr erreichen, wenn jeder an sich arbeiten würde. Ich habe das Gefühl dass sie unter salafitischem Einfluss stehen. Ich beobachte, dass es den Salafiten sehr leicht fällt, andere Glaubenschwestern schnell als Kafir zu bezeichnen sobald sie etwas “unislamisches machen” oder unterlassen. Vergessen wir nicht, dass nur Allah unsere Herzen kennt. Niemand weiß außer Allah ob wir als Gläubige oder als Kafir sterben werden, unabhängig davon wie und was wir jetzt sind.

Der werte Bruder folgte der Aufforderung sogar, und so erreichte mich über meine Homepage diese Email:

    Von: xxx Gesendet: Mittwoch, 27. Januar 2010 xxx An: info@lamya-kaddor.de Betreff: Formular ‘Kontaktformular’ wurde gesendet.

    Sehr geehrte Schwester im Islam, as-salamu ´alaikum wa-rahmatu Llahi wa-barakatuh. Wie ich einem Beitrag der Medien über Sie und Ihre Arbeit entnehme, haben Sie ein Buch “Koran für Kinder” verfaßt, das bildliche Darstellungen des Propheten Muhammad - Allah segne ihn und gebe ihm Heil - enthält, die auch seine Gesichtszüge erkennen lassen. Als Islamwissenschaftlerin und Religionslehrerin sollten Sie über das Bilderverbot im Islam Bescheid wissen, das sich auf ungefähr zwanzig als authentisch eingestufte Hadithe stützt und auch zweidimensionale Abbildungen einschließt. Die meisten heutigen Muslime setzen sich großzügig über dieses Bilderverbot hinweg, vielleicht in der Meinung, dies sei nicht so “schwerwiegend”, wie es von Allahs Gesandtem - Allah segne ihn und gebe ihm Heil - dargestellt worden ist, und Allah sei so großzügig, ihnen dies zu vergeben. Eine Beschreibung in Form einer Abbildung kann man einer solchen in Worten gleichsetzen, und da wir vom Propheten Muhammad - Allah segne ihn und gebe ihm Heil - keine authentische Abbildung besitzen, muß jede andere, die ihn darstellen soll, ein Fantasieprodukt und eine Erfindung sein. Er selbst sagte in einem absolut authentischen Hadîth: “Wer über mich eine Lüge ersinnt - oder: verbreitet -, der soll sich auf seinen Platz im Höllenfeuer gefaßt machen.” Wenn Allah, der Erhabene, in Seinem Buch sagt: “Gehorcht Allah und dem Gesandten” und davor warnt, dies nicht zu tun [Qur'an, 3,132; 5,92; 8,1,46; 58,13; 64,12], dann sollten wir uns das zu Herzen nehmen und danach handeln, wenn wir “wirklich gläubig” sind, bzw. den Islam verinnerlicht haben.

    Wa-salam

Solche „Ratschläge“ trudeln immer wieder mal bei mir ein. Überheblichkeit gehört zum Wesenszug von Fundamentalisten. Sie haben die absolute Wahrheit über den Islam gepachtet - sie stellen sich quasi auf einer Stufe mit Gott. Was will man als normalsterblicher Mensch dagegen sagen?

Interessant finde ich die Vorstellung, wenn - sagen wir mal - ein Talib kommen und den Bruder hier zu Recht weisen würde, weil er selbst ihn für eine kâfir (Ungläubgien) hält… (weswegen auch immer, es ließe sich bestimmt ein Grund finden). Wie würde er wohl dann reagieren? Es gibt schließlich immer einen, der noch radikaler ist…

Zur aufgeworfenen Frage zum Thema Bilderverbot sei grundsätzlich auf die Erklärungen im Koran für Kinder und Erwachsene (Verlag C.H.Beck) verwiesen. Hier sei nur angemerkt: Was ist in diesem konkreten Fall besser, jungen Menschen einen ersten Zugang und damit einen ersten Weg zu einem aufgeklärten Verständnis vom Islam zu ebnen oder einer Lehre zu folgen, die sich vor hunderten von Jahren in einer anderen Zeit, in einer anderen Gesellschaft(-sordnung) und auf einem anderen Kontinent entwickelt hat? Aus pädagogischer Sicht weiß heute(!) im Grunde jedes Kind, welche zentrale Funktion Bilder bei der Vermittlung von Inhalten spielen – gerade für junge Menschen.

Meine Antwort auf den Bruder war die Folgende:

    From: Lamya Kaddor

    To: xxx

    Sent: Sunday, January 31, 2010 xxx

    Subject: Ihre Email

    As-salamu alaykum xxx,

    aus meiner Sicht macht es keinen Sinn, mit Ihnen zu diskutieren, da Sie die göttliche Wahrheit kennen und wissen, was richtig und was falsch ist. Zudem unterstellen Sie mir indirekt keine wirkliche Gläubigkeit.

    Der Unterschied zwischen Ihnen und mir liegt in unserer jeweiligen islamischen Überzeugung: Ich toleriere Ihre salafitische Haltung (auch wenn ich Ihnen nicht zustimme!) und kann damit Ihre Überzeugung stehen lassen. Sie hingegen können mir weder zustimmen noch meine Haltung tolerieren.

    Ich empfinde Ihr Verhalten zwar alles andere als islamisch, muss Ihnen aber trotzdem nicht mit der Hölle drohen!

    In diesem Sinne,

    wa-s-salam, L. Kaddor

***ältere Kommentare***

    Taylan Ö. sagt:
    5. Februar 2010 um 13:24

    das mal wieder typisch, hinterum andere schlecht machen… der bruder hat doch Islam gar nicht verstanden, will andere zu recht weisen, und lästert bei andere über leute ab….
    Serdar sagt:
    5. Februar 2010 um 15:29

    Streng genommen gibt es ein Bilderverbot nicht, man höchstens von einem Polytheismusverbot sprechen in Verbindung der Verbildlichung von Götzen.
    Das sogenannte Bilderverbot betrifft auch eher den Propheten und ist eher historisch zu erklären, was in Folge auch auf andere Bereich ausgeweitet wurde.

    In heutiger Zeit könnte man sich durchaus Gedanken, wie man das in Bezug auf Bilder und Fotos ändert. Wir leben in einer Kultur, die neben der Schrift auch sehr stark durch Visualität geprägt ist. Das kann bei der Erziehung und Bildung im Bezug auf den Islam nicht außenvor gelassen werden.
    Aus didaktischen und pädagogischen Gründen ist es unumgänglich Bilder einzusetzen. Das Gleiche betrifft auch die Kunst und andere Bereiche.

    Ich würde hier eine (inner-)islamische Reflexion im Bereich einer neuentstehenden islamischen Theologie in Deutschland sehr begrüßen. Es müsste hier einiges an Balast abgelegt werden.
    Denn würden sich auch solche Brief wie der von oben erübrigen.
    Alabama-Rocker sagt:
    5. Februar 2010 um 15:54

    @Serdar

    Danke für diesen klugen Beitrag. Als Sozialpädagoge, der viel mit Muslimen zu tun hat, kann ich Ihnen nur voll und ganz zustimmen…

    @Lamya Kaddor
    Guter Blog, hier scheinen sich tatsächlich mal Menschen mit Niveau zum Thema Islam zu äußern (mit einigen Ausnahmen freilich)! Hoffentlich bleibt das so.
    Nebi sagt:
    5. Februar 2010 um 19:17

    Ich finde es schade, dass Muslime sich wegen solche Kleinigkeiten, wie Bilder, Musik, Kleidung… spalten. Viele deutsche (europäische) Muslime werden leider von Fundamentalisten beeinflusst. Eigentlich hat das Wort “Fundament” ja keine schlechte Bedeutung und heißt zu den Wurzeln zurückkehren, aber ich denke, dass manche es übertreiben und noch weiter sinken als die Wurzeln. Denn zu den Wurzeln zurück kehren bedeutet, den Propheten und die ersten Muslime als Vorbild nehmen. Wenn aber heute in fundementalistischen Ländern die Frauen schlecht behandelt werden, ihnen die Rechte weggenommen werden, die unser Prophet ihnen (uns) gegeben hat, dann hat es nichts mehr mit einem Fundament zutun.

    Salam
    Baruch sagt:
    6. Februar 2010 um 10:08

    bezeichnend, dass der bruder das buch nicht kennt. in seinen augen ist das bilderverbot wohl derart umfassend, dass man sich von rein gar nichts ein eigenes bild macht.
    meine tochter hat einmal ein bilderbuch bekommen, in denen gesichtslose sahabis und ein gesichtsloser prophet (sas) agieren. meine tochter hatte angst vor dem buch. wenn wundert´s.
    mir würde es auch nicht gefallen, wenn sich ein festes bild von mohammed (sas) etablieren würde, so wie es bei jesus (as) praktisch der fall ist. aber das entbindet uns nicht von der aufgabe kreativ mit der problematik umzugehen und islamische inhalte adäquat an die nächste generation weiterzugeben. der koran für kinder und erwachsene mit den historischen miniaturen ist in diesem sinn meiner ansicht nach sehr gut gelungen.

    @serdar: schirk würde ich nicht unbedingt mit polytheismus übersetzen. wir alle sind sehr anfällig für schirk, wenn wir unsere projekte, unsere geschäfte, unsere autos, unsere besitztümer, unseren stamm (nation) oder was auch immer über uns stellen und uns diesen von uns geschaffenen dingen unterwerfen. schirk ist allgegenwärtig, und ob bilder von den propheten (as) halal oder haram sind, ist in diesem zusammenhang das allergeringste problem.

    @nebi: danke. genau so ist es.
    maria serpentum sagt:
    23. März 2010 um 09:28

    Im ZDF-nachjournal/Wiederholg.i.Poenix am 21.3.1o hat frau Lemya Kaddor eine gute figur gemacht, sage ich als Christ; völlig danebenauch in seiner Form der Meinung war der F.A.S.-Chef-Feuilleton Mann Claudius Seidl; da war auch Henryk M.Broder u.a. dabei; grundsätzlich darf man Intoleranz von Gläubigen, egal ob Muslime o.a. nicht mit Toleranz begegnen! Ein Grundsatz!

8 Kommentare

Mi

06

Jul

2011

Mein neues Buch: “Muslimisch - weiblich - deutsch”

Muslimisch weiblich deutsch – drei Eigenschaften, die für ganz viele Menschen partout nicht zusammengehen wollen.  Die einen stört das „muslimisch“ in der Aufzählung. Für sie passe ich mit meinem Glauben einfach nicht in ihr idyllisches Bild von St. Bartholomä am Königssee oder vom Leuchtturm in Schleimünde. Die anderen stört das „deutsch“ in dieser Aufzählung. Für einige von ihnen bin ich eine Gefahr, weil ich zum eigenständigen Denken auffordere und damit in ihr Allerheiligstes eingreife, nämlich in ihre vermeintliche Deutungshoheit über die heiligen Texte und damit in ihre Macht über Menschen. Für andere von ihnen bin ich eine Gefahr, weil ich mit meiner Auffassung ihre überschaubare Welt aus Geboten und Verboten und einfachen Antworten auf schwierige Fragen durcheinander bringe. Eine dritte Gruppe von Menschen stört schließlich das „weiblich“ in dieser Aufzählung. In Deutschland wird vergleichsweise viel über Emanzipation gesprochen. Manche mögen dieses Land bereits als quasi-paradiesisch ansehen – wir haben ja immerhin eine BundeskanzlerIN.  Gewiss  hat Deutschland viel, sehr viel erreicht. Deshalb leuchtet der Himmel über uns aber trotzdem nicht rosarot. Wir brauchen nur Frauen zu fragen, die es wagen,  sich in Männerdomänen egal welcher Art einzumischen. Man sieht also, mit der Kombination muslimisch, weiblich deutsch bewegt man sich hier in einem ausgeprägten Spannungsfeld, aus dem es viel zu erzählen gibt. Und das mache ich in meinem neuen Buch.

Manche glauben, dass ich der schweigenden Mehrheit der Muslime in Deutschland eine Stimme gebe. In der Tat habe ich sogar eine Reihe von Rückmeldungen erhalten, die mir dies bestätigten. Gerade jüngere Leserinnen und Leser, die sich in den bisherigen gesellschaftlichen Debatten um das Thema Islam nicht wiederfinden, fühlen sich an ihre eigene Geschichte erinnert, an selbst erlebte Schicksale und selbst erlebte Absurditäten eines muslimisch, (weiblich), deutschen Lebens. Ob wirklich die meisten so oder so ähnlich denken wie ich, kann ich natürlich nicht sagen. Dieser Blog soll jedenfalls - auch auf mehrfachen Wunsch hin - die Gelegenheit bieten, zu dem Buch und seinen Aussagen Stellung zu nehmen.

Aus persönlicher Erfahrung kann ich nur eines sagen: Die drei Eigenschaften passen sehr gut zusammen, ohne dass man sich, die Religion oder das Grundgesetz verbiegen müsste.  Gefühlt, dürften dieser Aussage zumindest sehr viel mehr Muslime zustimmen, als es das gemeinhin verbreitete Bild über sie weismachen will. Daher ist die Zeit gekommen, den Gegnern dieser Haltung – auf beiden Seiten – die rote oder zumindest die gelbe Karte zu zeigen.

Ich habe mich in einem freien und pluralistischen Land auf den Weg zu einem zeitgemäßen Islam begeben. Dieser Weg ist lang und auf ihm gibt es für uns alle noch einiges zu tun – für Muslime im Speziellen und für die Gesamtgesellschaft im Allgemeinen. Wer sich ernsthaft mit dem Islam in Deutschland beschäftigen will, der darf nicht nur den so genannten Islamkritikern auf der einen und den islamischen Fundamentalisten auf der anderen Seite zuhören. Man sollte auch die Mitte wahrnehmen. Und aus dieser Mitte entspringt: „Muslimisch - weiblich – deutsch. Mein Weg zu einem zeitgemäßen Islam. Verlag: C.H.Beck, München 2010. 208 Seiten, 17,90 Euro.“

 

Hier der Link für eine Leseprobe:

http://www.lamya-kaddor.de/pdf/muslimischweiblich_leseprobe.pdf

***ältere Kommentare***

    Schlumpf sagt:
    12. Februar 2010 um 21:26

    Ich gratuliere Ihnen zunächst einemal zu diesem sehr guten Buch.
    Ich arbeite seit Jahren mit einer sehr emanzipierten, deutschen blonden Kollegin und in den vielen Jahren sind wir beide auf viele Themen gekommen: Wenn ich dann aus unserer Kultur erzählt habe (arabisch, muslimisch) merkten wir immer mehr, dass wir beide obwohl aus total verschiedenen Kulturkreisen, dass wir die gleichen Probleme haben, ob nun rein deutsch oder so wie ich in Deutschland zwar geboren.

    Ich glaube, dass muslimische Frauen gerne natürlich einen Grund findnen, warum sie nicht vollkommen akzeptiert werden, aber meine ganz persönliche Erfahrung zeigt, dass es nicht an einem Kopftuch oder an den schwrzen Haaren liegt (auch ich habe beide Seiten erfahren- es ist völlig egal), es liegt häufig an der erfolgreichen, emanzipierten Frau, egal ob blond oder Kopftuch….und dies ist bis heute in Deutschland ein Problem, mit dem viele Männer nicht zurecht kommen, egal aus welcher Kultur kommend.
    Natürlich kann man auch hier eine Statistik führen, ob dies mehr im muslimischen Kulturkreis vorkommt.. NEIN..
    Es ist eine Illusion. Schaut man hinter den Kulissen jeder Kultur wird man feststellen, dass die Probleme alle gleich sind.
    Wie gesagt, das Stück Stoff (Kopftuch) sollte man nur dann in einem Land wie Deutschland tragen, wenn man sich wirklich DEUTSCH, WEIBLICH und natürlich MUSLIMISCH fühlt.
    Khadija sagt:
    13. Februar 2010 um 07:07

    Ich hoffe sehr, dass dieses wunderbare Buch auch bei Nichtmuslimen großen Anklang finden wird. Eine Fangemeinde auf muslimischer Seite zeichnet sich ja bereits ab, aber das reicht leider nicht. Allerdings fürchte ich, dass noch mehr von uns ein Buch schreiben müssten, damit Lamyas Buch bzw. ihre Sichtweise nicht als Einzelfall abgetan werden.
    Fontaine sagt:
    15. Februar 2010 um 21:00

    Glückwunsch, gut geschrieben, gut pointiert. Hat Spaß gemacht zu lesen.
    Farida sagt:
    18. Februar 2010 um 15:18

    Salam…ich wollte nur kurz sagen, dass ich nun auch eeeendlich angefangen habe, das Buch zu lesen und mir schon das Vorwort sehr gut gefallen hat - als ob es mir aus der Seele geschrieben wäre ;-) … man erträgt wirklich kaum, dass das öffentliche Bild des Islams in Deutschland entweder von selbsternannten Experten (…aber letztlich ehr -Hassern) oder eben von Extremen dominiert wird… naja, ich lese gespannt weiter.. wenn mein Sohn mich lässt, inschallah (kann also etwas dauern)…aber ich freu mich :-)! Liebe Grüße!
    …ich melde mich wieder, inschallah…spätestens, wenn ich es fertig gelesen habe!
    Nebi sagt:
    22. Februar 2010 um 21:20

    Ich habe bisher mehr als die Hälfte des Buches gelesen und bin sehr begeistert. Allerdings muss ich sagen, dass die muslimischen Familien sich schon unterscheiden. Mein Vater z.B. wartete immer drauf, dass ich ihm in Sachen Islam eine Frage stelle, damit er endlich wieder mit seinen stundenlang dauernden Predigen anfangen konnte :-D

    Durch das Buch von Lamya Kaddor fühle ich mich als Liberalin bestätigt und nicht mehr allein. Danke Lamya :-)

    Ich hoffe ebenfalls, dass das Buch auch bei Nichtmuslimen einen großen Anklang findet. Sie hat sehr neutral geschrieben und kritisiert alle Seiten.

    Wünsche allen viel Spaß beim Lesen. Salam. Shalom. Gruß…
    Farida sagt:
    27. Februar 2010 um 15:21

    Nachdem ich mich langsam dem Ende des Buches nähere möchte ich wieder ein paar meiner Gedanken hier aufschreiben:
    Mit dem Buch sprichst du mir aus der Seele!!! Es ist so schade und zugleich auch irgendwie schlimm, dass die vernünftigen, “liberalen” Muslime keine oder eine viel zu leise Stimme haben… . Gerade deswegen war es eine Wohltat, deine Gedanken kennenzulernen!! Ich denke es kann und darf nicht sein, dass die meisten und lautesten Botschaften von fundamentalistisch oder stark konservativ denkenden Muslimen kommen und alles es unreflektiert und unkritisch schlucken… . Das macht so viel kaputt :-(. Appelliert nicht Gott selbst immer wieder an unseren Verstand?!
    Gerade das Kapitel über Konvertiten fand ich sehr interessant, zumal ich selbst eine solche bin.. auch da kann ich dir, leider nur zustimmen, denn auch ich beobachte das Gleiche… . Irgendwie scheint die Theorie zu herrschen: Alles was nicht ausdrücklich ‘halal’ ist ist ‘haram’…dabei dachte ich immer, es sei umgekehrt ;-). Aber was ich nicht alles schon gehört und gelesen habe…haarsträubend!!!
    Eigentlich könnte doch alles so einfach sein… der Islam ist, meiner Meinung nach, eine Religion des Friedens und vorallem auch der Freiheit. Klar,es gibt Glaubensgrundlagen, wie das Glaubensbekenntnis, das Festhalten am Koran und am Propheten, verschiedene Ge-und Verbote (Gebet, kein Schweinefleisch ect), aber ansonsten ist man doch frei…frei nachzudenken, zu interpretieren udn auch frei, mehrere Deutungen oder Lebensweisen nebeneinander stehen zu lassen!!! Denn nur Gott allein weiss es doch am besten! Ich finde es so traurig, dass das so wenig gelebt wird bzw die vielen, doie vielleicht doch so sind, zu leise sind und so das Bild, zumindest das öffentliche, von Anderen schwarz-weiss (oder besser gesagt haram-halal) denkenden Menschen geprägt wird, die sich auch gerne mit erhobenem Zeigefinger in den Vordergrund spielen, geprägt wird… nun ja, soviel erstmal zu meinen Gedanken…
    Khadija sagt:
    1. März 2010 um 10:17

    In der IZ gibt es folgende Buchkritik, die ich schon ziemlich heftig finde: http://www.islamische-zeitung.de/?id=13045

    Man kann ja anderer Meinung sein, aber dennoch sollte man anerkennen, welche wertvollen Beitrag diese Buch leistet….
    Farida sagt:
    1. März 2010 um 11:10

    …ich hab nun das Buch von Lamya endlich fertig gelesen und kann nur sagen: jeder, dem seine Religion in Deutschland wichtig ist und der es satt hat, dass die öffentliche Debatte nur von Extremen geführt wird, sollte dieses Buch lesen…aber das ist erst der Anfang…
    @Lamya: Danke f… Mehr anzeigenür dieses Buch!! Ich wünschte, es gäbe mehr Leute wie dich…wobei, ich bin überzeugt, es gibt sie!! Sie sind nur zu leise…oder zu versteckt, leider.
    Besonders deine letzten Kapitel (Muslimische Aufstellungen und was wir tun können) haben mir aus der Seele gesprochen und ich kann allen deinen genannten Punkten vorbehaltlos zustimmen…also, wenn du mich fragst, ich bin dabei!!! :-) Ich hoffe und werde selbst auch versuchen das beste dafür zu leisten, dass dein Buch mehr war, als eine gute Idee…es sollte der Anfang sein, für etwas Neues!!
    Oder?!
    Farida sagt:
    1. März 2010 um 13:00

    @Khadija:
    Ich hatte den Artikel, obwohl ich die IZ schon lange abonniert habe, noch garnicht gelesen, das jetzt aber nachgeholt und muss dir zustimmen. Das hatte ich von der Zeitung, die ich schon lange kenne, so auch nicht erwartet.
    Besonders diese Sätze finde ich sehr bedenklich: “Im Grunde hat die Autorin - außer ­zutreffenden Analysen und richtigen ­Anmerkungen in Sachen Islamkritik und der leidigen Kopftuchfrage - nicht viel mehr zu bieten als den schal ­gewordenen ­Modernismus aus der arabischen Welt des 20. Jahrhunderts. Bei diesem wird die Überlieferung negiert, der Prophet ­mar­gi­nalisiert und damit sein Vorbild - jener Logik folgend - letztlich ignoriert. “
    Nuriyya sagt:
    2. März 2010 um 20:59

    Ich möchte Lamya ganz herzlich zu diesem tollen Buch gratulieren. Es gibt viel Lob und auch viel Kritik. Ich denke auch gerade deshalb ist es ein sehr gelungener Beitrag für den interkulturellen Dialog.
    Das Buch zeigt klar, wo es zu Missverständnissen des Islams kommt. Nicht nur unter Nichtmuslimen. Viele Fragen, die man sich als Muslim(a) in unserer Gesellschaft stellt oder stellen sollte werden angesprochen, diskutiert und beantwortet.
    Ich freue mich schon auf das nächste Buch von Lamya.

    Nuriyya
    Mürvet sagt:
    17. März 2010 um 15:28

    Gratulation, zu so einem tollen Buch. Sehr gut geschrieben. Ich habe es mit großem Interesse gelesen und kann es jedem weiter empfehlen. Hoffe Lamya schreibt wieder :)
    Zainab sagt:
    6. April 2010 um 22:59

    Selam Schwester Lamya,

    ich habe Ihr Buch bereits gelesen und es tat so gut, zu wissen,dass es Muslime gibt,die genauso denken. Dass man etwas verändern möchte, an dem jetzigen Zustand und dass man nicht alleine damit ist. Und besonders,dass es nicht nur ”okay”,sondern NOTWENDIG ist,etwas verändern zu wollen. Und diesen Standpunkt auch bestärkt zu vetreten.
    Seitdem ich aus dem Atheismus in den Islam konvertiert bin, habe ich mich mit vielen Muslimen auseinandergesetzt und bemerkt,dass es noch viele Konflikte gibt innerhalb der muslimischen Gesellschaft, sowie auch mit der nicht-muslimischen Gesellschaft. Als Muslim wird man von einigen Nicht-Muslimen gemieden und von unseren ”Glaubensgeschwistern” wegen der liberalen und so verachtender ”modernen” Haltung verachtet und nicht ernst genommen oder noch schlimmer: als ”Ungläubige/r” angesehen. Es gab Situationen,dass ich auf der Straße mit einer Coladose beworfen wurde,weil ich für den bevorstehenden Unterricht der Moschee ein Kopftuch getragen hatte und so als Muslima ”erkannt” wurde. Schlimm,dass ich sagen muss ”erkannt”, da man sich manchmal lieber als Muslim verstecken wollte. Gleichzeitig habe ich allerdings diesen Menschen verstehen wollen,weil es bei diesem verzerrten Bild des Islams kein Wunder ist,dass Menschen den Islam falsch verstehen und ihn auch nicht verstehen wollen. Denn in der Moschee gab es mitunter Hasspredigten,die ich ebenso nicht richtig und aufhetzend empfand und mein Verstand,sowie mein Herz dies nicht annehmen wollten. Ich verstand,in welchem Zwiespalt wir nun sind.
    Nach all den mitunter negativen Erfahrungen,die einen manchmal sogar sehr unsicher gemacht haben,ob man denn wirklich ”richtig” denkt und dem Islam gerecht wird und besonders,wie man ihn ausleben kann und damit glücklich ist, war es sehr befreiend und zugleich bestärkend, die gleichen Ziele,sowie die identische Vorstellung eines für die heutige Zeit lebbaren Islams vor Augen zu haben. Ihre Worte haben mir nicht nur zu neuen Denkanstößen verholfen,sondern mir auch noch zugesprochen. Sie waren sehr bestärkend.
    Ich hoffe,dass Ihr Buch noch weiterhin viel Zuspruch findet und dass Sie sich einfältige und beleidigende Kommentare dazu nicht zu Herzen nehmen. Ich bin als Ihre Schwester im Islam sehr seeehhhhr stolz auf Sie!
    Bitte machen Sie weiter so!

    Selam *Zainab*
    s?st?µa ?????ta? sagt:
    28. April 2010 um 14:27

    Tja, das Leben kann so einfach sein, mann muss nur glück haben.
    Erik Wassenich sagt:
    29. Juli 2010 um 12:17

    In der Zeitschrift KULTURAUSTAUSCH las eine Beschreibung Ihres Buches. Dort spricht man von Integration vom Islam in Deutschland, was ich falsch finde.
    Wenn man von Integration spricht, dann von Integration von Menschen, die der islamischen Religion angehören. Integration dieser Menschen in die deutsche Gesellschaft, die hauptsaächlich säkulär ist.
    Es ist sehr schade, dass in den öffentlichen Schulen Deutschland immer noch Religionsunterricht gelehrt wird, dass der deutsche Staat immer noch Kirchensteuern einsammelt. Das muss beendet werden. Wahrscheinlich gibt es noch Abkommen mit den Kirchen, dies zu tun, jedoch Abkommen können gekündigt werden, je eher umso besser.
    Deutschland ist kein christlicher Staat, sondern ein multireligiöser Staat, wo Staat und Religion getrennt sein müssen. Religion ist Privatsache, keine Angelegenheit des Staates, ebenso dürfen Religionen sich nicht in Staatsangelegenheiten einmischen.
    Religionen haben viel Schaden auf der Erde angerichtet, viele Millionen Menschen wurden im Namen von Religionen getötet, obwohl man “laut Religion” nicht töten darf!
    Mauricio Vondrasek sagt:
    1. September 2010 um 11:22

    Die Demokratie sei in Gefahr?. Mal ehrlich, wundert das noch? Die Regierungen (egal welche Koalition) machen doch eh das was sie wollen. Wie kann Otto-Normalverbraucher noch Interesse an Politik haben, wenn die Regierungen immer alles anders machen als versprochen. Die sollten sich mal wieder ins Gedächtnis rufen, wer sie eigentlich bezahlt.
    Viola D. sagt:
    4. September 2010 um 06:45

    Bundesbank-Vorstand Sarrazin soll freigestellt werden… Ist diese Reaktion gerechtfertigt? Wer hat schon das Buch von Sarrazin gelesen? Uns würde doch sehr interessieren, was Ihr davon hält.
    Ute sagt:
    7. Februar 2011 um 16:23

    Habe gerade in der Stadtbibliothek Hattingen angerufen, um mir eine Karte für die Lesung zu sichern. Der Ausschnitt aus dem Buch hat mir sehr gut gefallen, werde mir das Buch sofort kaufen und lesen. Ich freue mich schon, Sie persönlich kennen zu lernen!

10 Kommentare

Mi

06

Jul

2011

Im Zeitalter der so genannten Islamkritik

Die Katholische Kirche mit samt ihrem Oberhaupt Papst Benedikt XVI. wird durch den Missbrauchsskandal in Deutschland in die Ecke gedrängt. Bischöfe müssen sich verteidigen. Das ganze System der Kirche wird kritisch hinterfragt. Da wir im Zeitalter der so genannten Islamkritik leben, blicken nicht nur viele Katholiken ängstlich auf die Entwicklung der Debatte. Vor dem Hintergrund dieser Vorfälle schwebt bei manch anderem schon seit längerem ein bedrohlicher Gedanke wie ein Damokles-Schwert über den Köpfen. In einem Kommentar der Berliner Zeitung vom Samstag, 6. März  wurde dieser Gedanke in Worte gefasst  „Hätte es systematische sexuelle Missbräuche in Moscheen gegeben, und wären sie von Scharia-Richtern vertuscht worden - was wäre die erwartbare Folge? Längst würde das Verbot des Islams, mindestens die Schließung der Moscheen diskutiert.“

O ja, mag der eine oder andere sorgenvoll gedacht haben, Gott sei Dank, trifft dieser Skandal nicht auch noch die islamische Gemeinschaft, die hat bekanntlich genug mit Terroristen, Fundamentalisten, Islamisten, Ehrenmorden, Bildungsdefiziten etc. zu tun. Bislang gibt es keine Hinweise auf, oder gar Beweise für, eine ungewöhnliche Häufung solcher Fälle unter Muslimen (ebenso wie unter Protestanten, Hindus, Juden, Buddhisten etc.).

Wer aber geglaubt hatte, damit sei die Sache erledigt, der sieht sich bereits getäuscht. Wie gesagt, wir leben im Zeitalter der so genannten Islamkritik. Wenn es keine Beweise gibt, werden halt einfach Spekulationen in den Raum gestellt – dankbare Abnehmer selbst für krude Theorien finden sich immer (u.a. hier) http://www.theeuropean.de/241-necla-kelek/2611-im-gespraech-mit-necla-kelek; http://www.welt.de/politik/deutschland/article6744559/Kelek-vermutet-Missbrauch-in-Moscheen.html). Dass dies ein Spiel mit dem Feuer ist, dürfte jedem vernünftigen Menschen klar sein. Aber es zeigt einmal mehr, welche Methoden die so genannten Islamkritiker und ihre Förderer benutzen, um zu Lasten der legitimen Religionskritik ihre persönlichen Ziele zu erreichen oder persönliche Traumata zu verarbeiten.

 
***ältere Kommentare***

    David B. sagt:
    16. März 2010 um 23:44

    So sehr ich die Bedenken und Sorgen teile, möchte ich auf einen anderen Aspekt hinweisen, der inzwischen auch in den Medien deutlich wird: Es geht hier um ein Phänomen, das beileibe nicht nur (aber auch!) Kirchen und (vielleicht) andere Religionsgemeinschaften betrifft. Betroffen sind aber letztlich alle Einrichtungen bzw. Personen, denen Eltern ihre Kinder anvertrauen (und in denen Missbrauch - gottlob - eine Ausnahme und nicht die Regel darstellt!) . Der Fall “Odenwaldschule” zeigt das ja deutlich - dort trifft es den gesamten Bereich der Reformpädagogik, die nun unter Generalverdacht gerät. Leider viel zu wenige Medienvertreter weisen auf diese notwendige Differenzierung hin.
    Mir geht es nicht darum, etwas schön zu reden, sondern im Gegenteil um eine konstruktive Debatte, die allen Beteiligten und Betroffenen hilft, Schuld und erfahrenes Leid zu benennen und aufzuarbeiten. Ein Generalverdacht gegen Kirchen, Religionen und Reformpädagogen nützt niemandem (außer einzelnen Gruppen, welche die Debatte für eigene Zwecke ausschlachten), sondern verdrängt, welche wertvolle Arbeit in diesen Bereichen für unsere Gesellschaft getan wurde und getan wird. Wir können schließlich auch nicht alle Väter, Großväter usw. unter Generalverdacht stellen, obwohl nachweislich über 25% der Fälle sexuellen Missbrauchs innerhalb der eigenen Familie geschehen (vgl. die offizielle Statistik unter:
    http://www.polizei-beratung.de/presse/downloads/infografiken/index/content_socket/infografiken/display/199 - demnach lag bei 25% der angezeigten Fälle ein Verwandtschaftsverhältnis vor, wobei die Dunkelziffer deutlich höher eingeschätzt wird).
    Andererseits denke ich, dass islamische Gruppierungen derartigen Äußerungen nach außen sachlich und nüchtern begegnen sollten und nach innen die Angelegenheit ebenso ernst nehmen müssen, wie alle anderen Einrichtungen auch, in denen Kinder in die Obhut von Erwachsenen gegeben werden. Gerade Religionsgemeinschaften werden nun deshalb so scharf angegriffen, weil an man an sie hohe moralische Maßstäbe anlegt. Diesen zu entsprechen, sollte ihnen ein gemeinsames Anliegen sein, da es - wie wir sehen - am Ende doch wieder auf alle zurückfällt.
    Fontaine sagt:
    17. März 2010 um 01:13

    @David B.

    Stimme Dir voll und ganz zu. Guter Kommentar. Ich finde es allerdings pervers, wenn jemand allein auf Grund von Spekualtionen so etwas in den Raum stellt. Und das ist hier echt offensichtlich. Das ist unveranwortlich, ekelhaft. Ich bin echt geschockt. Die ganze Sache ist doch kein Spiel… Denkt denn niemand an die Opfer? Wie kann man deren Schicksal so schamlos missbrauchen, um seine eigene blöde Ideologie zu verbreiten - ob die nun darin besteht, auf Moslems draufzuhauen, oder auf was auch immer.
    nils sagt:
    10. April 2010 um 23:25

    sehr schön super artikel, genau so isses und kelek arbeitet wie immer mit vermuten behauptungen unsinn das ist ihr beruf

1 Kommentare

Mi

06

Jul

2011

Gott, Allah, Aygül Özkan und die CDU…

Es war einmal ein demokratisches Land, das sich „Einigkeit und Recht und Freiheit“ auf die Fahnen schrieb. Hehre Ziele wie die Unantastbarkeit der Menschenwürde, Geschlechtergerechtigkeit, Kinderrechte und anderes. Vieles wurde sogar im Grundgesetz verankert. Jeder Mensch sollte vor dem Gesetz gleich sein. Man schloss einen Vertrag zwischen Staat und Kirche, um auch der Religion im Lande ihre Rechte, aber auch ihre Grenzen aufzuzeigen.

Lange Zeit lebte man in diesem Status in Ruhe und Frieden, wenn nicht…ja, wenn nicht Arbeitermangel geherrscht und man „Fremde“ benötigt hätte, um bestimmte Arbeiten auszuführen. Also lud man diese „Gastarbeiter“ ein und versuchte es ihnen, möglichst gemütlich zu machen. Man schaffte ihnen Wohnbezirke, damit sie unter sich blieben und sich nicht einsam fühlten. Man erlaubte ihnen, ihre Familien nachzuholen, weil sie sonst zu lange von ihnen getrennt leben würden. Man unterrichtete ihre Kinder in der Schule in der jeweiligen Muttersprache. Die Gastarbeiter waren sehr dankbar dafür und fingen an, sich im Land wohl zu fühlen. Nur, je wohler sie sich fühlten, desto unwohler fühlten sich einige „Einheimische“. Denn sie erwarteten, dass die Gastarbeiter nach getaner Arbeit wieder zurückgingen. Aber das taten sie nicht. Stattdessen bekamen sie Kinder und diese Kinder fühlten sich plötzlich in diesem Land heimisch. Die Gastarbeiter erkannten zudem, dass es ihnen trotz der Fremde wirtschaftlich besser ging als in der Heimat. Viele fanden sich also damit ab und bemühten sich, sich für die neue Heimat zu interessieren…

Die Kinder wurden groß. Sie gingen in den deutschen Kindergarten, in die deutsche Schule und unter Umständen auf die deutsche Universität. Man war stolz, dass man es geschafft hatte, seinen Kindern ein besseres Leben als das eigene zu bieten. Man brachte den Kindern bei, ihre Herkunft nicht zu vergessen und diese zu bewahren. Doch auf der Seite der Einheimischen machte sich Unzufriedenheit breit, denn wenn die Gastarbeiter blieben, bedeutete es, dass auch ihre fremde Kultur und ihre mitunter auch noch fremde Religion hier bleiben würden. Die Gesellschaft veränderte sich dadurch. Das schöne vermeintlich homogene Deutschland wurde bunter. Es lebten nicht mehr nur Einheimische hier, sondern auch heimisch gewordene Fremde oder auch „Menschen mit Migrationshintergrund“.

Der überwiegende Teil auf beiden Seiten verstand, dass man nur in Frieden miteinander leben kann und alle ein Stück weit aufeinander zugehen müssen. Man führte Dialogveranstaltungen durch und sprach Unterschiede und Missstände beim jeweils Anderen offen an. Im Grunde klappte das Zusammenleben schon ganz gut – dachten jedenfalls viele. Doch dann…

Ja dann, etwa fünfzig Jahre nach der Einwanderung der ersten Generation von ausländischen Gastarbeitern, wurde zum ersten Mal in der Geschichte dieses Landes eine Ministerin berufen, die türkische Wurzeln hatte und zudem an den einen und einzigen Gott - in Form des Islams - glaubte. Sie engagierte sich in einer Partei, die sich für den Erhalt christlicher Werte in der demokratischen Gesellschaft einsetzte – und das als Muslima! Sie war eines dieser Musterbeispiele von gelungener Integration. Schließlich hatte sie Abitur gemacht, Jura studiert und an dieser Gesellschaft, als dessen Teil sie sich schließlich begriff, partizipiert, in dem sie Politik mitgestalten wollte. An einem Tag im April des Jahres 2010 sagte sie dann etwas, was rechtlich absolut richtig war, und von dem sie dachte, dass ihre Partei, die auf einmal so offen und tolerant erschien, schließlich wollte sie sie zur Ministerin machen, es genauso sehen würde.

Die Ministerin stellte fest, dass das Kreuz im Christentum genauso ein religiöses Symbol wie das Kopftuch im Islam sei, und man deshalb entweder beides verbieten oder erlauben müsse. Ansonsten werde mit zweierlei Maß gemessen. Ad hoc fuhren ihr Parteikollegen über den Mund und eine Reihe kirchlicher Vertreter taten es ihnen gleich. Wir leben doch im Abendland, also in einer Demokratie mit jüdisch-christlichen Erbe, meinten sie. Und als die angehende Ministerin auch noch ihren Amtseid auf Gott schwor, hieß es weiter, wir glauben doch nicht an den gleichen Gott, Allah und Gott sind nicht ein und der-/die-/dasselbe. Parteifreunde und Geistlichen scheinen am Ende ihrer Toleranz angekommen zu sein, wenn sie reflexartig aufschreien, sobald die rechtliche Gleichbehandlung des Islam angesprochen wird. Was passierte mit der Ministerin? Sie musste sich für Ihre Aussagen entschuldigen. Entschuldigen dafür, dass sie der Vorstellung auf den Leim gegangen ist, dass Chancengleichheit bereits existiere, dass Partizipation und Dialog realisiert seien.

Wir verlassen für eine kurze Zeit die Erzählung und kommen zur Wahrheit:

Theologische Unterschiede sind dazu da, sie zu orten und zu benennen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Aber wenn es auf keiner Dialogveranstaltung mehr möglich ist, sich über Gemeinsamkeiten zu freuen ohne direkt auf die Unterschiede, die ja offensichtlich überlebensnotwendig sein müssen, hingewiesen zu werden, dann macht Dialog aus meiner Sicht keinen Sinn mehr. Dialog ist dazu da, um den anderen kennenzulernen und zu akzeptieren oder wenigstens zu tolerieren. Nach jahrelangem Bemühen, stellt nun mal wieder eine Seite öffentlich fest, dass Gott und Allah nicht ein und dasselbe Wesen seien. Dabei ist sich im Grunde die Mehrheit – jedenfalls der einfachen Bevölkerung -  überall auf dieser Welt einig, dass Juden, Christen und Muslime an den gleichen Gott glauben – zwar beschreiben sie ihn anders und schreiten auf unterschiedlichen Wegen, aber dennoch gehen sie letztlich alle in dieselbe Richtung. Selbst im 2. Vatikanischen Konzil ist das festgehalten.  Dass nun ausgerechnet auch einige Kirchenvertreter dies wieder in Frage stellen, ist absurd und tragisch zugleich.

Ist Religion nicht dazu da, Menschen friedensfähiger zu machen? Aus meiner Sicht ist das eins der wichtigsten Argumente, sich für Gott und Religion zu entscheiden. Mit den Aussagen und Überzeugungen einiger Zeitgenossen sät man allerdings nicht Frieden, sondern noch mehr Unfrieden. Gerade in Zeiten, in denen rechtsausgerichtete Parteien immer mehr an Stimmen gewinnen, benötigt unsere Gesellschaft solche Aussagen nicht. Sie gießen Öl ins Feuer und stiften eben keinen Frieden. Ganz im Gegenteil: als Muslimin und Religionspädagogin frage ich mich, wie viel wert der Fortschritt hat, wenn man es bis heute nicht geschafft hat, seinen Absolutheitsanspruch aufzugeben. Keine Religion ist besser als die andere. Jede ist gleich viel wert.

 

Aber wie soll diese Erzählung nun enden? Es liegt in unserer aller Hände. Wenn wir als Deutsche (mit oder ohne Migrationshintergrund) nicht realisieren, dass wir offensichtlich immer noch keinen aufrichtigen Dialog auf Augenhöhe haben, bleibt nur eines: Unfrieden bis ans Ende aller Zeiten!

***ältere Kommentare***

    Ahmet aus dem Internet sagt:
    30. April 2010 um 07:27

    Man muss gerechterweise sagen, dass die Aussage der Kirchenvertreter, Allah sei nicht Gott, wohl eher auf einer Falschmeldung der Bildzeitung beruht. Gut, bei der EKD gibt es wohl wirklich Kräfte, die so denken, aber bei der Katholischen Kirche ist es nach dem 2. Vatikanischen Konzil undenkbar. Gut, aber auch da sendet man durch die Rehabilitation der Piusbrüder natürlich falsche Signale.

    Ich denke aber, die Kritik muss sich in diesem Fall an die Medien richten, die die Bild-Meldung ungeprüft übernommen haben.
    permanent required sagt:
    30. April 2010 um 09:49

    @Ahmet aus dem Internet

    Ne, ne, mein Lieber. Das war keine Falschmeldung der Bild-Zeitung. Ich glaub der Bild. Gegenüber der WAZ hat ein Sprecher des Bistums Osnabrück genau dasselbe gesagt…
    Und was das 2. Vatikanische Konzil betrifft. Du glaubst doch nicht im Ernst, dass ein gewöhnlicher katholischer Geistlicher weiß, was darin steht?
    Richtig ist natürlich, dass nicht alle Kirchenvertreter diese Negativhaltung einnehmen. Allerdings hat das auch niemand behauptet - weder die Bild, noch die WAZ, noch Lamya Kaddor, noch sons jemand…
    Ahmet aus dem Internet sagt:
    30. April 2010 um 13:14

    @permanent required,

    du meinst diesen WAZ-Artikel? http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Welchen-Gott-meint-Ayguel-Oezkan-id2917497.html

    Er zeichnet ein differenziertes Bild. Auch der Sprecher von Osnabrück wird letztlich so interpretiert, dass er die Eidesformel richtig findet.

    Eine recht brauchbare Stellungnahme gibts vom Bistum Essen: http://www.bistum-essen.de/start/news-detailansicht/?tx_ttnewstt_news=6296&tx_ttnewsbackPid=29&cHash=b8b7c2ff13

    Die ist insofern bemerkenswert, als dass es dort heißt:

    >>Neben vielen Gemeinsamkeiten, die die Grundlage des interreligiösen Dialogs bilden, gibt es in den Offenbarungsschriften der drei monotheistischen Religionen jedoch unüberbrückbare Unterschiede. Sie betreffen das Gottesbild, das die Religionen aus den Aussagen ihrer Offenbarungsschriften ableiten. Dabei werden zentrale Aussagen des christlichen Gottesbildes wie die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus, der Erlösungstod Jesu am Kreuz und die Dreifaltigkeit Gottes von Muslimen wie auch von Juden nicht geteilt.<<

    Dadurch, dass die Juden erwähnt werden, klingt die Stellungnahme aufrichtig, ehrlich und substanziell.
    permanent required sagt:
    30. April 2010 um 14:07

    @Ahmet aus dem Internet

    Exakt. Ich meine die eindeutige Aussage Hermann Haarmanns von der Bischöflichen Pressestelle in Osnabrück: „Christen und Muslime beten nicht den selben Gott an.“

    Das anschließende Relativieren solcher Bemerkungen, ist mir ziemlich Schnuppe.
    Baycan sagt:
    30. April 2010 um 15:02

    Mein Vater (damaliger Gastarbeiterkind) sagte, das diese menschen bzw deutsche Nachbarn hier, Unterschriften gesammelt haben, das kein Türke in deren Umgebung mehr einziehen sollen! Türkenfreie Zone besser gesagt. So entstanden Ghettos und Parallelgesellschaften.
    Der zweite punkt war, die frischen Türken brauchen kein Deutsch lernen, der Mustafa braucht nur die Namen der Werkzeuge kennen! und jetzt wird wie mit einer Peitsche schlagend gefordert, wie schnell diese Menschen, denen es verwehrt wurde fließend Deutsch zu sprechen, Deutsch zu sprechen und es wird jedesmal erwähnt, dass diese seit 40 jahren hier leben und immernoch kein fließend Deutsch sprechen! Man sieht auch noch die mühe meiner Deutschen Mitbürger, wie wenig die sich für diese Migranten interessieren bzw. interessiert haben, wenn heute noch nach 40 jahren existierenden Türken immernoch die frage gestellt wird, warum die überhaupt kein Schweinefleisch verzehren dürfen! >>Alles beruht sich auf gegenseitigkeit<<
    Serdar sagt:
    30. April 2010 um 15:39

    Wie sie beten nicht den selben Gott an? Es gibt zwei Götter?
    Silke sagt:
    30. April 2010 um 19:21

    Liebe Frau Lamya-Kaddor,
    persönlich könnte ich der Entfernung von Kruzifixen aus den Klassenräumen eine Menge abgewinnen, aber wenn Sie Kruzifix und Kopftuch als religiöse Symbole gleichsetzen, dann stellen sich mir denn doch die Haare. Bei “normalen” Menschen würde ich das nicht so wichtig nehmen, aber bei einer Wissenschaftlerin einer der abrahimitischen Religion befremdet mich das schon sehr und rückt sie mit Verlaub sehr in die Nähe von Leuten, die gern zündeln.
    queenie sagt:
    1. Mai 2010 um 14:44

    @silke: was haben sie denn für ein problem mit dem kopftuch? was genau stört sie, wenn fr. kaddor es als religiöses symbol bezeichnet? ich nenne es ein RELIGIÖSES symbol. es symbolisiert die zugehörigkeit, mehr auch nicht. ob man es braucht, um GLÄUBIG zu sein, mag ich zu bezweifeln, aber da stößt man ja schon in den eigenen muslimischen reihen auf probleme.
    ob jemand ein kopftuch trägt oder sein kreuz anbetet, sagt nichts über seine gläubigkeit aus. es gibt viele, die es auf beiden seiten als eine form der tradition machen, den wahren hintergrund aber gar nicht kennen. und wenn sie mal auf die strasse gehen und die christen nach relgiösen inhalten fragen, werden sie sehr oft keine antwort bekommen, weil die religion in den meisten köpfen nicht mehr präsent ist!
    von daher verstehe ich diesen ganzen rummel um dieses thema auf BEIDEN seiten absolut nicht mehr.
    Khadija sagt:
    1. Mai 2010 um 15:42

    Ich denke mal, dass Frieden gar nicht erwünscht ist, dafür haben viel zu viele Leute einen Nutzen davon, dass wir nicht in Frieden, Freude, Eierkuchen leben. Leider.
    Schlumpf sagt:
    2. Mai 2010 um 23:14

    Unterschiedliche Götter, ich dachte eigentlich, die Diskussion gibt es gar nicht, ich habe jahrelang an solchen Diskussionen teilgenommen, dabei wurde zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt, es handle sich um unterschiedliche Götter (Christentum und Islam)

    Damit wird sich jede Dialogdiskussion in Frage gestellt.
    So ist das eben, wenn eine Randgruppe, in diesem Fall eine FRAU und auch noch eine MUSLIMA ins Rappenlicht kommt…..
    Das wird erst nach einigen Jahren aufhören, ggf.
    Das man in Schulen das Kopftuch verbieten möchte, ist eine Sache, aber das jede Instituion nun meint, Kopftücher zu verbieten, bekommt den Anschein der Lächerlichkeit.
    Jeder meint mitreden zu können.
    Alle kennen die Suren aus dem Koran und kennen sich auch mit der Bibel aus.
    Wenn sich doch alle ein wenig nur menschlich verhalten würden, hätten viel weniger Probleme…
    Das ist das Ergebnis unserer Presse…sie schreit regelrecht nach Sensationlust…
    Silke sagt:
    3. Mai 2010 um 11:31

    Liebe Queenie,
    mir ist das Kopftuch vollkommen wurscht, mir geht es darum, daß Frau Lamy-Kaddor, die ein abgeschlossenes Studium in einer der abrahamitischen Religionen aufweisen kann, das Kopftuch in seiner Bedeutung auf eine Stufe mit dem Kreuz stellt. Wenn ich das als Laiin tue, habe ich damit absolut kein Problem, aber ich habe ein Problem damit, wenn Wissenschaftler ihre Wissenschaft verwischiwaschin.
    permanent required sagt:
    3. Mai 2010 um 13:13

    @Silke
    Liebe Silke,
    Sie scheinen ja ganz schön schlau zu sein. Ich bin leider nicht so intelligent. Vielleicht erklären Sie mir mal, warum denn das Kreuz und das Kopftuch nicht im gleichen Atemzug als religiöses Symbol zu bezeichnen sei?
    muslim student sagt:
    7. Mai 2010 um 04:04

    Das Kopftuch ist ein Symbol?
    Ich habe mein Kopftuch bisher nicht als religiöses Symbol gesehen und ich habe auch nicht vor damit etwas zu demonstrieren, wie viele meinen.

    Ich trage es ausschließlich um Gottes Wohgefallen zu erlangen.
    Hätte Gott oder Allah von mir erwartet, dass ich mich nicht verschleiere, dann hätte ich das auch nicht getan. Dann hätte man das “Nicht-Verschleiern” nach eurem Verständnis auch als religiöses Symbol bewerten müssen. Aber etwas zu unterlassen -wie kein Alkohol trinken- oder zu tun, kann man meiner Meinung nach nicht als Symbol bewerten.

    Meine Religion bezieht sich nicht auf Symbole oder Gegenstände, sondern auf die Taten des Menschen.
    Es geht nicht um das Stück Stoff von einem halben Quadratmeter, sondern für wen ich das mache und ich tue es ausschließlich für Gott!
    Ich kann es leider nicht verhindern, dass ihr an meinem Kopftuch erkennen könnt, dass ich eine Muslima bin und mich so kategorisiert. Weil ihr eben eine Kategorie erstellt habt, versucht ihr sie gleich mit Merkmalen zu besetzen und aus diesen Merkmalen werden dann irgendwann plötzlich Symbole!

    Wann hat der Prophet Muhammed das Kopftuch als Symbol bezeichnet?
    Wo steht im Koran, dass das Kopftuch ein Symbol ist?
    Welche Gelehrten aus den Rechtsschulen im Islam sagen das aus?

    Wer legt Symbole fest?
    Kopftuch ist für mich kein Symbol! Für viele nicht. Welche Muslima, die ein Kopftuch trägt, würde dies als ein Symbol bezeichnen? Ich würde gerne welche kennenlernen.
    Silke sagt:
    10. Mai 2010 um 18:40

    LiebeR permanent required
    ich bin nicht ganz schön schlau, ich bin nur in eine christliche Umgebung geboren worden und dort aufgewachsen. Da kann man so dumm sein wie man will, man kriegt was mit, z.B. im obligatorischen Religionsunterricht der Schule vom ersten Schuljahr an.

    Was der Unterschied in der Bedeutung von Kreuz und Kopftuch als religiöse Symbole ist, kann Frau Lamya-Kaddor, die so etwas ja studiert hat incl. Prüfung mit Sciherheit entschieden besser erklären als ich, doch auf der Basis meines lang lang vergangenen Religionsunterricht war da mal was, daß das Kreuz im ZENTRUM des christlichen Glaubens steht. Ich kann mir nicht gut vorstellen, daß gleiches für das Kopftuch gilt. Falls ich unrecht habe, lasse ich mich gern belehren.

    Mit anderen Worten, auch Christen haben Anspruch auf “Respekt”
    Schlumpf sagt:
    16. Mai 2010 um 14:06

    Liebe Silke
    Ich gebe Ihnen Recht, Christen haben meinen vollen Respekt.
    Für mich (das ist allein meine Meinung und sicherlich ist es auch die Meinung vieler Musilma) auch für mich ist das Kopftuch etwas sehr Zentrales. Wenn dem nicht so wäre, glauben Sie mir dann würden sehr vielen Frauen dagegen etwas tun. Daher sehe ich diese Diskussion als völlig überflüssig und hat mich keinen Sinn. Denn hier werden Rechte und Respekt gegenüber der Religion auf beiden Seiten (Christentum und Islam) völlig missachtet. Wie kann es sein, dass in einem christlichen Land, nur um das Kopftuch zu verbieten, das Kreuz zu verbieten, meiner Ansicht nach völlig respektlos dem Christentum…
    Ich bin überzeugte deutsche Muslima und kann es kaum glauben dass so etwas in Deutschland passiert, Kreuze so wie Koptuchvorbote haben ein kleinen Beigeschmack…
    muslim student sagt:
    20. Mai 2010 um 15:08

    @ Schlump: “Wenn dem nicht so wäre, glauben Sie mir dann würden sehr vielen Frauen dagegen etwas tun.”
    Könnten Sie das etwas näher erläutern? Das ist mir nicht ganz klar geworden.

    Ich will mein Kopftuch tragen; überall, wo ich will.
    Genauso, wie alle Menschen das Recht haben überall in Kleidung und nicht nackt zu erscheinen.
    Und ich mache sie nicht zentral.
    Zentral wird sie gemacht, indem man zu sehr darauf eingeht und ein großes Thema daraus macht!

    Ich finde Diskussionen über Kopftuchverbot und Kreuzverbot total überflüssig. Wir haben wichtigere Themen zu besprechen.
    Z.B. dass die kommende Generation also unsere Kinder in extrem miserablen verhältnissen aufwachsen! Was wird aus unserer Zukunft hier in Deutschland? Wir müssen alle zusammenhalten und produktiv etwas dagegen unternehmen; Damit sich unsere Kinder später nicht gegenseitig die Köpfe einschlagen. Schaut euch bitte mal den demografischen Wandel an und die soziokulturellen und sozioökonomischen Bedingungen (Mikrozensus etc.).
    Schlumpf sagt:
    31. Mai 2010 um 20:53

    Muslim Student: Viele Muslimkenner behaupten, dass Kopftuch sei nicht etwas Zentrales, ist es aber. Sonst würde die Anzahl der Kopftuchräger, z.B. in Kario nicht so einen Aufschwung bekommen haben. Es ist eines der wichtigsten Themen der Muslima geworden, was sich meiner Meinung ändern muss, da wir uns nicht nur um das Kopftuch kümmern sollten, sondern auch um zntrale soziale Dinge, dafür müssen wir aber als Kopftuchträger auch in dieser Gesellschaft mitleben, sonst haben wir keine Chance etwas für die neue Generation zu ändern. Um Respekt zu erlangen muss man ganz viel Respekt geben und ich glaube wir Muslima müssen auch diese Eigenschaft an uns verbessern.
    klaus-peter falk sagt:
    16. März 2011 um 21:26

    Woher können Muslime sagen wenn jesus wieder kommt was er dann tut?
    Er Heiratet nicht sondern holt die seinen in den Himmel vor dem Gericht
    zu bewahren.Denn er wird richten die nicht nach dem Wort Gottes gehandelt
    haben.Und nicht die Gebote seines Vaters beachtet haben.Und nicht das Gebet gebetet haben was der Vater uns gegeben hat das Vater unser.Und
    nicht seine Sünden bekannt hat und nicht Jesus als ihren Retter anerkannt
    haben der doch für alle Menschen am Kreuz gestorben ist um ihre Sünde und Schuld wegzunehmen damit sie wieder zurück zum Vater finden da er doch aller Menschen Vater ist.Denn er ist der Schöpfer er ist Allmächtig
    und der Heilige im Geist so ist Jesus im Heiligen Geist im Vater und nicht
    in drei persohnen nur ein heiliger Geist daß ist Gott.
    klaus-peter falk sagt:
    16. März 2011 um 21:42

    Und was ist mit der Vergebung der Schuld und Sünde? Muhammed ist
    nicht der Heilige Geist denn er spricht von Gewalt und Mord und nicht
    das er Tröstet denn das ist ein unterschied denn der Heilige Geist ist
    von Gott gesandt um ihnen Trost zu spenden und nicht ihnen einen
    Kampf anzusagen und einen Krieg zu führen.Denn Gott ist die Warheit
    und Jesus hat die Warheit von seinem Vater bezeugt.Doch wer die Warheit
    liebt und sie tut ist in Jesus Christus wer sie aber nicht liebt der ist nicht
    in Jesus sondern gehorcht dem Satan und dient ihm.Denn er hat lußt am
    Morden und an der Uneinigkeit und Streit sowie Lügen Stehlen Lästern
    und an der Unzucht so ist der Teufel mit seiner Lußt das er die Menschen,
    verführe zum Bösen.Somit er den Antiechristen sein tun ermögkicht.
    Denn alle die nicht an Gott und an sein Wort Glauben werden verdammt
    werden im Jüngsten Gericht.

1 Kommentare

Mi

06

Jul

2011

Integration ist kinderleicht…

Ich lese im Moment in dem Buch “Feindbilder. Ideologien und visuelle Strategien der Kulturen”, hrsg. von Lydia Haustein, Bernd M. Scherer und Martin Hager:

Der amerikanische Autor Paul Theroux begegnete auf Sardinien dort lebenden Afrikanern, die kein Wort Italienisch sprachen und war schockiert:

“Eine Sprache zu lernen, ist leicht. Kinder können es. Sie lernen, indem man zu ihnen spricht. Wenn diese Leute die Sprache nicht sprachen, nach all den Jahren, dann bedeutet es auch, das niemand mit ihnen gesprochen hatte.”

***ältere Kommentare***

    kornpicker sagt:
    30. Mai 2010 um 17:13

    Ja, ist das nicht traurig? Vermutlich liegt das aber an beiden Seiten: Die einheimischen wollen nicht mit den Fremden reden und die Fremden bleiben lieber unter sich. Wenn keiner die Initiative ergreift, kann da auch nichts passieren. Mir stellt sich nun die rhetorische Frage, wer hier in der Pflicht ist, sich für den anderen zu interessieren. Sicher beide, denn Integration ist keine Einbahnstraße.

    Die Deutschen sind hier sicher nicht wesentlich anders als die Italiener. Warum haben Menschen Schwierigkeiten, auf andere Menschen zuzugehen? Merkwürdigerweise habe ich persönlich ganz andere Erfahrungen gemacht. In der Zeit als ich in Indonesien unterwegs war, bin ich sehr oft von neugierigen Einheimischen angesprochen und in Gespräche verwickelt worden, trotz der damals rudimentären Verständigungsmöglichkeit. Diese habe ich aber schnellstmöglich durch das Erlernen der Sprache verbessern können. Wenn man - und damit meine ich beide Seiten - ein wenig Motivation mitbringt, sich für den anderen zu interessieren, dann wäre Integration wirklich kein Problem.

    Warum tut man sich in Europa nur so schwer damit?
    Qalbi sagt:
    1. Juni 2010 um 13:12

    Schönes Zitat.

    @kornpicker
    Richtig. Das gilt für beide Seiten. Problematisch ist es aber nur, wenn eine Seite eher wenig Bildung mitbringt. Wenn ich es recht sehe, sind viele Einwanderer damals nach Deutschland gekommen, um hier einfache Tätigkeiten zu verrichten - vermutlich ähnlich wie bei den oben beschriebenen Afrikanern auf Sardinien. Diesen Leuten dürfte es - ohne zu verallgemeinern - ziemlich schwer fallen, eine fremde Sprache zu lernen. Dann ist es mit der Frage nach dem ersten Schritt wiederum eindeutige. Ich finde, der Stärker muss dem Schwächeren die Hand reichen.

    Du selbst gehörst vermutlich zur Bildungsschicht. Sprichst wahrscheinlich gleich mehrere Sprachen. Für dich ist es einfacher, eine andere Fremdsprche zu lernen.

    Außerdem dürftest Du - ich nehme mal an Du bist Deutscher - an dem Ort in Indonesien, wo Du unterwegse warst, etwas besonderes gewesen sein. Jedenfalls leben dort vermutlich nur eine handvoll Deutsche. Wenn dort viele Deutsche leben würden, sagen wir mal vergleichsweise viele Deutsche wie hier Türken, dann hätte sich das Interesse der Einheimischen an Dir vermutlich in Grenzen gehalten
    Nu sagt:
    9. Juni 2010 um 15:52

    Salam Alikum . ich beziehe mich auf Ihr Artikel in der Zeitung . Was meinenSie bitte schön damit dass jeder den KORAN interpretieren darf !!! so bastelt sich jeder seinen eihenen Islam seinen eigenen Koran !!!!!! ISLAM KORAN nimmt ganz oder lässt man ganz . es gib keine halben Sachen schwester .. Schukran und viel Erfolg
    mayarosa sagt:
    14. Juni 2010 um 20:34

    Hallo,
    ich habe vor längerer Zeit, als mal wieder das Integrationsthema durch die Medien ging, einen interessanten Artikel in der Zeit gelesen. Soweit ich mich erinnere, war es ein ausführliches Dossier. Darin wurde festgestellt, dass sowohl Migranten italienischer wie türkischer Herkunft auffallend häufig schlecht “integriert” sind (betrachten wir Integration jetzt mal als Teilhabe am Arbeits- und gesellschaftlichen Leben, also: Sprache, Bildung, Job etc.) während Migranten spanischer Herkunft signifikant weniger Probleme haben.
    Im Fall der Italiener kann man wohl kaum den religiösen Hintergrund verantwortlich machen. Die sind katholisch. Interessant war der Aspekt, dass die Spanier schon in er ersten Einwanderergeneration sich intensiv bemüht haben, deutsch zu lernen. Während die Italiener häufig die Hälfte des Jahres in Deutschland, die andere Hälfte in Italien verbrachten (oder verbringen?). In dem Artikel wurde das alles auch genauer begründet und analysiert. Daran erinnere ich mich leider nicht mehr.
    Ich bin für Kindergartenpflicht ab drei Jahre und für Ganztagsschulen, für einen vernünftigen Betreuungsschlüssel bzw. eine entsprechende monetäre Ausstattung, damit auch gute Qualität geboten werden kann. Kindergeld kann man dann getrost streichen. Denn in einer Ganztagsschule können alle Kinder gefördert werden.
    Es gibt viele Migranten, die wunderbar integriert sind, Sie, Frau Kaddar oder Cem Özdemir sind nur zwei prominente Beispiele. Sie sprechen akzentfreies Deutsch (na gut, Herr Özedemir spricht schwäbisch), haben eine gute Schul- und Berufsbildung … und der Rest klappt dann auch. Eines der größten Hindernisse vieler Migranten, die am Rand stehen, ist die mangelnde Bildung, häufig verursacht durch mangelnde Deutschkenntnisse. (Das betrifft auch etliche Deutsche, der Analphabetismus in Deutschland nimmt zu!).
    Wenn ich in Spanien, der Türkei oder anderswo ein Leben aufbauen möchte, werde ich von der Mehrheitsgesellschaft mit meiner ganzen Intelligenz und Persönlichkeit eben nur wahr- und ernstgenommen, wenn ich mich auf angemessenem Niveau verständigen kann und die kulturellen Gegebenheiten ein Stück weit mitmache. Da ticken die Menschen kulturübergreifend sehr ähnlich.
    Mir wäre es lieb, das Thema “Integration” mal vom Thema “Religion” abzukoppeln. Und ich wäre sehr dafür, entweder alle im größeren Maß vertretenen Glaubensrichtungen zu unterrichen oder einen religionsübergreifenden Unterricht anzubieten.
    mayarosa
    Yalisa sagt:
    24. Juni 2010 um 09:49

    @ Nu. Wir dürfen nicht, wir müssen den Koran selbst interpretieren. Natürlich sollten wir dazu Rat bei den Gelehrten einholen, aber letztendlich wird sich jeder von uns allein vor Allah verantworten müssen. Willst Du dann sagen: ” Ich habe falsch gehandelt, weil Imam XYZ es mir gesagt hat?” Mir ist das zu wenig. Ich vertraue auf Allahs Rechtleitung. Dafür bete ich.

    @Qalbi Das Erlernen von Sprache hat nichts mit Bildung zu tun. Viele Afrikaner sprechen auch in ihrer Heimat mehrere Sprachen, weil oft mehrere Ethnien auf engem Raum zusammenleben.

    Meine Frage ist, ob sich schon einmal irgendjemand ernsthaft mit den Ursachen auseinander gesetzt hat. Dazu darf man aber nicht nur hoch wissenschaftlich über, sondern muß Auge in Auge mit den betroffenen Menschen sprechen und dann auch entsprechende Maßnahmen ergreifen.

    Tatsache ist, dass es jahrzehntelang Allen egal war und jetzt ist es plötzlich DAS Problem.
    Qalbi sagt:
    25. Juni 2010 um 01:00

    @Yalisa
    Das Erlernen von Sprachen hat sehr wohl etwas mit Bildung zu tun - jedenfalls dann, wenn es in einem höheren Alter geschehen soll. Nur bei Kleinkindern hat es nichts mit Bildung zu tun. Bei den Menschen, von denen wir hier sprechen, ob Afrikaner auf Sardinien oder Einwanderer in Deutschland, handelt es nicht um Kleinkinder. Wenn also ein junger Erwachsener mit Hochschulabschluss in ein fremdes Land kommt, dann wird er die dortige Sprache besser lernen, als eine Hausfrau, die nicht lesen und schreiben kann…

    …wir gehen mal davon aus, dass es niemand geben wird, der sich rund um die Uhr damit beschäftigt, mit ihm zu sprechen und ihm die Sprache beizubringen. Wenn wir diese Situation gegeben hätten, dann könnte man vielleicht übereinkommen, dass es in diesem Fall auch bei älteren Personen nicht oder zumindest nur wenig mit dem Grad an Bildung zu tun hat.

2 Kommentare

Mi

06

Jul

2011

Die Integrations-Chance der SPD

In NRW herrscht im Moment der große Umbruch. Es bahnt sich eine Minderheitenregierung von SPD und Grünen an. Jüngst spekulierte der Boulevard, welche Ministerien wohl von wem besetzt werden. Ein Ressortbereich tauchte bei den Personalspielen nicht auf – der der Integration. Ich habe mich gefragt, warum? Vielleicht ist das Thema aus Sicht des Boulevards zu uninteressant für Mutmaßungen. Vielleicht ist das Thema für die zukünftigen Koalitionäre aber auch einfach zu unwichtig und deshalb sprechen sie nicht darüber – weder offen noch hinter vorgehaltener Hand.

Letzteres wäre natürlich schade. Hatte man nicht gerade in der SPD versucht, mit diesem Thema unter der Wählerschaft mit Migrationshintergrund und speziell unter muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu punkten? Sind nicht der Parteichef Gabriel und die Spitzenkandidatin Kraft höchst selbst medienwirksam vor dem Wahltermin durch Moscheen im Ruhrgebiet getourt?

Gewiss, es geht hier um Spekulationen. Aber ich halte das Thema dennoch für wichtig - gerade in NRW mit seinen vielen Einwanderern und ihren Nachkommen. Der neuen Landesregierung stände es gut an, sich wirklich auf diesem Gebiet hervorzutun. Angesichts der großen Fußstapfen, die der bisherige NRW-Integrationsminister Armin Laschet von der CDU in seinem Amt hinterlassen hat, dürfte das allerdings nicht einfach werden.

Vielleicht wären SPD und Grüne gut beraten, vor diesem Hintergrund eine kompetente/einen kompetenten Politiker/Politikerin zu benennen. Vielleicht diesmal eine Person, die aus persönlicher Erfahrung weiß, worum es geht. Vielleicht eine Person mit dem berühmten Anhängsel „mit Migrationshintergrund“. Davon sollte es in ihren Reihen doch die eine oder andere Person geben.

Es heißt doch immer: Mehr Migranten in die Wirtschaft! Mehr Migranten in die Behörden! Mehr Migranten in die Medien! Mehr Migranten in die Politik! „Wir brauchen Migranten nicht nur als Gesichter, sondern wirklich in der Partei“, betonte SPD-Chef Gabriel Anfang des Jahres. Im letzten Bundestagswahlkampf warb SPD-Innenexperte Oppermann für „Mehr Türken in die Polizei“. Man mag an vielen Stellen darüber streiten können, ob das vielleicht positive Diskriminierung ist. Letztlich sollte natürlich vor allem die Qualifikation ausschlaggebend sein. Aber wenn nicht ein Integrationsminister oder eine Integrationsministerin, wer dann? Wenn nicht jetzt, wann dann? Wann wäre die Zeit reif, Nägel mit Köpfen zu machen und zumindest eine der Forderungen und Versprechen einzulösen: Mehr Menschen mit Migrationsgeschichte in die Politik!

***ältere Kommentare***

    Elisabeth Mariam Müller sagt:
    25. Juni 2010 um 07:07

    Das war doch abzusehen, dass nach der Wahl, andere Themen im Vordergrund sind und man die Migranten nur als Stimmvieh benutzt.
    Man benutzt sie, wenn man in der Öffentlichkeit Kritik üben kann, oder sie für die eigenen Auftrtte benötigt.
    Harald Klinksiek sagt:
    25. Juni 2010 um 19:05

    Wichtig sollte nur die eingnung sein.
    Davon mal abgesehen gibt es doch in fast allen
    Parteien den Einen oder Anderen Migranten.
    PayMan sagt:
    4. Juli 2010 um 22:10

    Das können Sie vergessen, die SPD wird es leider nicht schnallen. Die kapieren es nicht, dass sie mit einer Persönlichkeit, die Migrationshintergrund hat, ein Zeichen setzen könnte. Wetten, die lassen das Thema Integration einfach in einem Sozialministerium verschwinden…
    Johannes Hampel sagt:
    21. Juli 2010 um 23:15

    Die Gedanken sind frei: Die guten, grundlegenden Einsichten, etwa eines Armin Laschet oder einer Lamya Kaddor, stehen Politikern aller Parteien offen. Sogar in der SPD, sogar bei den Grünen. Man braucht sie nur nachzulesen. Um gute Integrataionspolitik zu machen, braucht man nicht selbst Migrationshintergrund zu haben. Es genügt, sich auf einige allgemeine, jederzeit anwendbare Werte zu berufen, niemanden auszuschließen, jeden Menschen als Person mit unverletzlicher Würde anzuerkennen.

0 Kommentare

Mi

06

Jul

2011

Freiheitspreis für Necla Kelek setzt falsches Signal

Hier die Pressemitteilung des Liberal-Islamischen Bundes e.V. zur Verleihung des Freiheitspreises 2010 der Friedrich Naumann Stiftung an Necla Kelek:

“Mit Erstaunen haben wir die Entscheidung der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung zur Kenntnis genommen, ihren diesjährigen Friedenspreis der Soziologin Necla Kelek zuzusprechen. Impulse für die liberale Bürgergesellschaft vermögen wir in diesem Schritt nicht zu erkennen.

 

Selbstverständlich hat Frau Kelek mit ihren Arbeiten zu Recht auf Probleme (auch) muslimischer Frauen in Deutschland hingewiesen und damit Aufklärungsarbeit geleistet. Dies gilt es hier nicht in Abrede zu stellen. Doch mit dem Hinweis auf ihre Errungenschaften ist es nicht getan. Zumal Frau Kelek durch ihre - in mehreren wissenschaftlichen Analysen hervorgehobenen – einseitigen und pauschalisierenden Äußerungen vielen unschuldigen Frauen und Männern muslimischen Glaubens in diesem Land geschadet hat. Mit ihren fragwürdigen Argumentationen hat sie mit dazu beigetragen, die gesamte muslimische Bevölkerung in diesem Land in ein schlechtes Licht zu rücken.

 

Als eins von vielen Beispielen für ihre oft entwürdigende Art, über muslimische Frauen und Männer zu sprechen, sei nur eine Äußerung aus einem Interview mit dem ZDF genannt: „Der muslimische Mann muss ständig der Sexualität nachgehen. Er muss sich entleeren, heißt es, und wenn er keine Frau findet, dann eben ein Tier… Das hat sich im Volk durchgesetzt, das ist Konsens.“ – Solche Bemerkungen entspringen sicher keiner Haltung des Pluralismus, der Toleranz oder auch nur des verantwortungsvollen Publizismus‘. Mit einer Würdigung der Sprecherin trägt auch die Friedrich-Naumann-Stiftung nicht zur

Verständigung bei, sondern treibt den Keil, der leider bereits zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen besteht, weiter in die deutsche Gesellschaft hinein. Wir halten daher die Entscheidung, Kelek auszuzeichnen, für einen Fehler und für ein falsches Signal.

 

Unverständlich ist uns des weiteren, warum ausgerechnet die Friedrich-Naumann-Stiftung eine Person auszeichnen möchte, die in ihrer Beratungstätigkeit für den früheren Innenminister und auch in ihren publizistischen Arbeiten eben nicht die selbstverantwortliche Freiheit aller Bürger und Bürgerinnen, sondern eine eher repressive Politik befürwortet. Verbote und zusätzliche Reglementierungen für muslimische Männer und insbesondere Frauen, wie in der Kopftuchgesetzgebung, sind eben kein geeigneter innenpolitischer Weg, Gleichberechtigung und ein Leben in Freiheit für alle zu fördern.

 

Es scheint, als sei Frau Kelek nicht im Sinne freiheitlicher Ideale, sondern lediglich deshalb gewählt worden, um die Stimme der so genannten Islamkritiker in diesem Land zu stärken. Diesen so genannten Islamkritikern geht es insbesondere um die Ausgrenzung der muslimischen Bevölkerung in diesem Land.

 

Ausgleich und Dialog ist nicht ihr Ziel. Für unglücklich halten wir daher auch den in der Begründung der Jury unternommenen Versuch, Frau Kelek zu einer Art Prototyp eines Muslims in Deutschland zu machen. Wenn Necla Kelek Vorbild für eine Integration in die europäische Wertegemeinschaft sein soll, dann heißt das nichts weiter, als dass die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung Muslime nur unter den Bedingungen äußerster Assimilation als Gleichberechtigte Bürger zu würdigen bereit ist. Mit einer Fortentwicklung freiheitlicher Ziele und Werte hat dies nichts zu tun.“

 

 


***ältere Kommentare***

 

    Sven Speer sagt:
    22. Juli 2010 um 22:49

    Als ich gestern die Nachricht las, Necla Kelek werde den Freiheitspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung erhalten, traute ich erst meinen Augen nicht. Dann runzelte ich die Stirn und schließlich war ich erbost.
    Es gibt Hunderttausende Beispiele gelungener Integration von Muslimen in Deutschland und der Stiftung fällt nichts Besseres ein, als eine Frau zu ehren, die in den letzten Jahren keine Brücken gebaut, sondern nur Gräben verbreitert hat.
    Mich betrübt das vor allem als Liberaler. Seit fast zehn Jahren bin ich Mitglied der FDP und nun im dritten Jahr im Bundesfachausschuss der FDP für Kirchen, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften. Darüber hinaus bin ich im vierten Jahr Stipendiat der Naumann-Stiftung.
    Nicht alle Liberalen denken so, wie die Preisverleihung vermuten ließe. Es gibt auch viele unter ihnen, die Integration nicht als einseitigen Prozess verstehen und die die Bekenntnisfreiheit ernst nehmen.
    PayMan sagt:
    23. Juli 2010 um 14:29

    Es ist frustrierend. Es ist einfach frustrierend. Ich habe langsam keinen Bock mehr auf dieses Gesellschaft, erhlich. Wie soll man sich gegen so was wehren. Jetzt gibt es doch wieder hunderte Leute mehr, die diese Frau für richtig halten. Ich überlege mittlerweile ernsthaft, das Land zu verlassen. Der Kampf gegen solche Entwicklungen ist nicht zu gewinnen. Es ist mir scheißegal, dass ich vielen Leuten einen Gefallen tue, wenn ich in meine “Heimat” zurückgehe… Aber wie soll man sich “integrieren”, wenn man durch solche Entscheidungen permanent einen vor den Kopf geknallt bekommt. Und dann auch noch von einer regierenden Partei. Sorry für meine destruktive Haltung. Aber ich fühle mich beschissen…
    Claus sagt:
    24. Juli 2010 um 17:26

    Lieber PayMan,

    ja, diese Gesellschaft kann bisweilen frustrieren, ist frustrierend. Auch für einen nicht-muslimischen Deutschen. Ich lebe seit über 20 Jahren in Berlin. Fast die gesamte Zeit in den angesagten Bezirken Wedding, Moabit, Neukölln - da, wo das Leben etwas erdiger schmeckt. Auf meinem Schreibtisch liegt Broders Kritik der reinen Toleranz. Ich habe es noch nicht gelesen, ausgenommen die letzten Seiten. Denn Broder liest man am besten von hinten: Wenn man weiß, was rauskommt, kann man seinen Verargumentationen leichter folgen.

    Ein Beispiel für Verargumentation (denn das Wort vermisse ich in meinem fast 1500 Seiten starkem Wörterbuch): In Deutschland sollten keine Moscheen gebaut werden dürfen, weil man in der Türkei keine Baugenehmigung für christliche Kirchen erhält.
    Ein Beispiel für Argumentation: In Deutschland gibt es Religionsfreiheit und somit besteht ein selbstverständliches Anrecht der Muslime, eine Moschee zu bauen. Da kein deutscher Publizist (auch kein anderer deutscher Bürger, kein Verein, keine Partei) das türkische Volk regiert, kann man das Gespräch suchen, um die türkische Regierung an Zeiten zu erinnern, als die Verhältnisse noch umgekehrt waren.

    Zurück zur Toleranz Broders. Wenn ich mal zitieren darf: “Toleranz widerspricht der menschlichen Natur so, wie es ihr widerspricht, die Beute zu teilen.”

    Anders als zu “Verargumentation” findet sich etwas zu “Toleranz”. Z.B., dass sich das Wort aus dem Lateinischen ableitet: tolerantia, das Ertragen, Erdulden. Auch Geduld.

    Nach Broder bin ich folglich kein Mensch, weil meine Geduld mit ihm noch zur Neige geht, während ich diese Zeilen schreibe. Ebenso wenig Mensch können die Muslime sein, die mich schon mehrmals zum Essen einluden. Gerne bezeuge ich, dass die Beute außerordentlich schmackhaft war, die sie freundlicherweise mit mir teilten.

    Mehr zum Thema Toleranz im Zusammenhang mit Islam und Muslimen gibt es meines Erachtens nicht zu sagen. Ich habe eine Reihe von Muslimen kennengelernt, die mir sympathisch sind; ihre Nähe empfinde ich als angenehm. Einige wenige mag ich nicht leiden; wir meiden uns. Wieder andere habe ich in mein Herz geschlossen. Für mich gibt es da nichts zu “ertragen”, zu “erdulden”. Und der Islam? Er ist eine große Religion wie das Christentum und das Judentum. Lamya Kaddor zitiert in “Muslimisch Weiblich Deutsch!” eine Mystikerin: “Ich will Wasser in die Hölle gießen und Feuer ans Paradies legen, damit diese beiden Schleier verschwinden und niemand mehr Gott aus Furcht vor der Hölle oder in der Hoffnung auf das Paradies anbete, sondern nur noch um Seiner ewigen Schönheit willen.” Tja, das finstere Mittelalter - es gebar Licht. Ein Agnostiker (mit religiöser Ader) ist begeistert. Und weil er nichts zu ertragen hat, kann er sich Akzeptanz aus der Portokasse leisten. Ich bin zuversichtlich, dass sich Herr Broder in Kürze auch mit diesem Thema beschäftigen wird.

    Aber es ging ja nicht um Toleranz, sondern um den Preis der Freiheit. Und der ist bekanntlich der Frieden. Zumindest verstehe ich Herrn Broder so: “Frieden ist relativ einfach herzustellen. Auch im Dritten Reich und in der Sowjetunion konnte man friedlich leben. Freiheit dagegen muss erkämpft werden, notfalls auch mit Gewalt.”

    Auch wenn ich mir schwer vorstellen kann, dass die Rassegesetze der Nazis von jüdischen Deutschen als Geste des Friedens interpretiert werden konnten, so möchte ich Broder hier nicht in Bausch und Bogen widersprechen. Schon gar nicht möchte ich Necla Kelek einen Hang zur Gewalt unterstellen. Sie schreibt Elchbücher - und das darf sie (”Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche”). Wie auch Henryk Broder seine modesten Erkenntnisse kundtun darf. Ich für meinen Teil frage mich, was gebildete Menschen antreibt, mit der Wahl eines Preisträgers eine vergiftete Atmosphäre weiter anzuheizen. In Amerika heiße es, so schreibt Lamya Kaddor: “Der Feind des Menschen ist die Ignoranz. Und der Feind der Ignoranz ist die Bildung.” In dieser Situation halten wir, wie ich glaube, ein Problem wie eine Lösung zugleich in Händen.

    Die Preisverleiher dürfen zweifellos als gebildete Menschen betrachtet werden. Vielleicht haben sie keine klügere Wahl getroffen, weil sie keinen Kontakt zu den wenig gebildeten Schichten haben, keine Kenntnis von den Grobheiten des Alltags. Nichts wissen von den Schwärmereien deutscher Kollegen vom Urlaub in der Türkei, so nett seien dort die Leute, “ganz anders als die Türken hier”. Dann erinnert man sich Mehmets, der - aus welchen Gründen auch immer - ein wenig abseits sitzt. “Du bist natürlich nicht gemeint. Du bist ja ganz in Ordnung.” Ob Mehmet gern abseits sitzt? Jedenfalls wird man ihn später schleichender Parallelisierung verdächtigen.

    Und doch ist Bildung auch die Lösung. _Wir_ brauchen mehr Zaimoglus, Kermanis, Kaddors. Mehr muslimische Inseln der Vernunft in all den maulschäumenden Wogen. Damit sie den nicht-muslimischen Gebildeten - die die Gosse meiden, wie der Teufel das Weihwasser - von den Blumen berichten können, die auch an diesem Ort blühen. Lamya Kaddor zitiert Rousseau (in einem anderen Zusammenhang): “Man muss schon viel gelernt haben, um über das, was man nicht weiß, Fragen stellen zu können.” Ein Teil der gebildeten Nicht-Muslime ahnt nicht einmal, dass sie der Fragen bedürfen. Zu viele Antworten liegen auf ihren Schreibtischen, schwirren in den Ohren. Viele dieser Antworten sind von hässlicher Natur, dämonisieren eine Religion, dämonisieren Millionen von Menschen allein in diesem Land. Diesen Nicht-Muslimen muss die Frage zu ihrer Antwort gebracht werden, denn von allein scheinen sie sie nicht zu finden, selbst wenn sie darüber stolpern sollten. Manch einer raunt vom Clash of Civilizations. Ich für meinen Teil glaube allerdings, dass das klatschende Geräusch vom Brett vor dem Kopfe herrührt, gegen das sie mit Schwung anrennen.

    Wenn du magst, lieber PayMan, überdenke, ob du Lamya Kaddor nicht unterstützen möchtest. Und allein ist sie nicht. Und auch Nicht-Muslime sind hier mit im Boot; ihre Stimmen kann man in der Süddeutschen Zeitung, der Zeit, im Tagesspiegel vernehmen (nur um ein paar Beispiele zu nennen). Ich jedenfalls würde es bedauern, wenn du gingest.

    Liebe Grüße
    Claus
    PayMan sagt:
    25. Juli 2010 um 20:59

    @claus
    Danke.
    Hatem sagt:
    28. Juli 2010 um 13:52

    @meine Vorredner

    Merkwürdig, dass Sie Necla Kelek so heftig angreifen.

    Wäre es nicht besser, Sie würden Ihre Kraft und Aufmerksamkeit den vielen Muslimen widmen, die hier leben, aber die geltende Werte und Normen zu einem großen Teil ablehnen?

    Mit freundlichen Grüßen
    Hatem
    Claus sagt:
    29. Juli 2010 um 00:11

    @PayMan
    Nichts zu danken. *Zusammen*leben ist eine prima Alternative. Und Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Gewalt.

    Auf das Leben und seine vielen Farben
    Claus
    auguste sagt:
    7. August 2010 um 17:54

    PayMan, auch mein erster Gedanke war: Ich habe keine Lust mehr. Als Lehrerin habe den Auftrag, meine Schüler über die Aufklärung zu unterrichten. Meine muslimischen Schüler, wohlgemerkt. Wenn sie mir dann Necla Kelek unter die Nase halten und mich fragen, wie aufgeklärt das eigentlich ist, was die über sie, ihre Eltern und ihre Geschwister schreibt, komme ich in Verlegenheit. Ich sage dann, dass es in der Tat nicht aufgeklärt ist und lasse sie die Fehlinformationen, die Verzerrungen, die demagogischen Sprachmittel erarbeiten. Wir sprechen darüber, dass in einem aufgeklärten Land sich solche Entgleisungen durch den Dialog zurechtbiegen lassen sollten. Zumindest dann, wenn die überwiegende Zahl der Dialogpartner sich der Aufklärung als Ethos verpflichtet fühlt, also z.B. dazu, die Individualität der Anderen zu achten und nichts zu sagen, was man nicht belegen kann. Jetzt dieser Preis… Gott sei Dank sind Ferien, sonst müsste ich erklären, wie das in einem aufgeklärten Land möglich ist. Und ich kann es nicht.
    auguste sagt:
    8. August 2010 um 16:28

    In Ergänzung zu meinem letzten Kommentar noch:
    Ich sage meinen Schülern, wenn sie sich als Opfer fühlen, auch, dass sie Deutsche sind oder es werden sollten, sobald sie 18 sind. Nicht nur die, die reden wie Necla Kelek oder die sie auszeichnen wollen, sind Deutsche, sondern auch sie. Und dass es - nicht die Hoffnung, sondern die Möglichkeit zu dem Versuch für sie gibt, als aktiv und passiv wahlberechtigte Mitbürger auf derartige Dinge Einfluss zu nehmen. Es gibt Regionen (z.B. hier), da würden deutsche Muslime 25 und mehr Prozent der Wählerstimmen bedeuten, das ist eine politische Macht.
    Salome sagt:
    11. August 2010 um 15:25

    Diese Auszeichnung ist ekelhaft. Ich finde es gut, dass auch liberale Muslime dagegen sind.

    @hatem
    Solltest du nicht lieber gegen die ganzen Islamfeinde und Ausländerhasser Stellung beziehen, statt eine Frau zu verteidigen, die von FAZ und Welt gekauft ist und dort jederzeit ihre Meinungen sagen darf.

    Glaub mal nicht, dass Dich die ganze Islamophobe und Rassisten eher leiden können, nur weil Du eine Islamkritikerin verteidigst. Erst geht es gegen die Kopftuchträgerinnen und dann gegen alle anderen mit schwarzen Haaren - scheiß egal, was die denken… Schau dich doch mal bei PI z.B. um, und frag dich, ob die mit Dir befreundet sein wollen.
    Hatem sagt:
    13. August 2010 um 23:13

    Sehr geehrte @auguste,

    Was sagen Sie Ihren Schülern eigentlich, wenn sich deutschstämmige Schüler als Opfer fühlen, als Opfer ihrer muslimischen Mitschüler?

    In einer NDR-Reportage von Güner Balci wurden sehr unschöne Bilder und Geschehnisse aus einer Schule in Berlin-Neukölln geschildert und gezeigt.

    Sie können die Reportage hier sehen:

    http://www.youtube.com/watch?v=R9T7UBgsLZw

    Mich würde interessieren, wie Sie solche Dinge einschätzen und ob Sie eine Idee haben, wie man damit umgehen kann.

    Mit freundlichen Grüßen
    Hatem
    Wellgunde sagt:
    14. August 2010 um 13:01

    Werte Frau Kaddor,
    lesen sie doch bitte mal meinen Aufsatz auf
    http://www.welcker-online.de/Links/link_952.html . Wenn Sie fragen sollten, was ich eigentlich mit dem Islam zu tun haben könnte, so antworte ich, daß jeder Mensch eine Heimat hat und meine ist Deutschland. Einer Ihrer Kommentatoren hat versprochen, wieder in die seinige zurückzugehen. Den Mann oder die Frau muß ich loben, er dient als gutes Beispiel, besonders für die hier von Sozialhilfe lebenden Mohammedaner.
    Wellgunde.
    Claus sagt:
    18. August 2010 um 18:29

    @Hatem
    Ist vielleicht ja nur nicht aufgeffallen: Aber in diesem Blog geht es nicht um Jugendgewalt.

    @Wellgunde
    Aha, “jeder Mensch [hat] eine Heimat” und “hat versprochen, wieder in die seinige zurückzugehen” plus “gutes Beispiel”. Hier müffelts ein wenig nach “Ethnopluralismus”.
    Klingt beim ersten Hinhören nett, bedeutet aber nichts anderes als “Ausländer raus!”

    Gefühlter Trollalarm: 9 von 10.

    Viele Grüße
    Claus

    ps: @ Salome
    Könnte mir vorstellen, dass sich Hatem auf PI ganz gut auskennt. Sein Pseudonym (=Gerechtigkeit) ist ja vielleicht nicht identisch mit seinem Namen.
    Hatem sagt:
    20. August 2010 um 17:21

    @claus
    Vielen Dank für die Belehrung.

    Aber es geht in dem von mir verlinkten Beitrag nicht um Jugendgewalt, sondern um Mobbing und Ausgrenzung von Schülern - aus dem Grunde, weil sie “Ungläubige” sind, Schweinefleisch essen undsoweiter.

    Dazu muss man nicht PI und ähnliches lesen. In Berlin ist das leider verbreitete Alltagsrealität.

    Und “Hatem” ist kein Pseudonym, sondern ein recht weit verbreiteter arabischer Vorname. Mein Vorname.

    MfG
    Hatem
    Hatem sagt:
    20. August 2010 um 17:26

    @salome

    Ich kann nicht von Rassisten gemocht werden, denn ich bin gegen Rassismus.

    Allerdings hat Islamkritik nichts mit Rassismus zu tun - seit wann ist eine Religion eine Rasse?!

    Ich denke, dass man Religionen prinzipiell kritisch gegenüberstehen sollte.

    Und ich weiß nicht, warum ich eine Religion verteidigen sollte, die Ungläubige verachtet, Konvertiten mit dem Tode bedroht und Homosexuelle für minderwertige Menschen hält.

    MfG
    Hatem
    Claus sagt:
    23. August 2010 um 21:42

    @Hatem

    Nun ist es wohl an mir, mich für die Belehrung zu bedanken. Hatte in der Tat übersehen, dass es in dem Blog um “Mobbing und Ausgrenzung von Schülern” ging.

    Der Begriff “Rassismus” wird übrigens schon seit geraumer Zeit nicht ausschließlich an Ethnien gekoppelt (sondern u.a. auch an Kultur und Religion).

    So kann man die auf PI und anderswo gepflegte “Islamkritik” durchaus als Rassismus bezeichnen. Z.B., weil Schiiten, Sunniten, Aleviten etc. in einen Topf geworfen werden, um daraus “den Muslim” (gern als “Musel” verhöhnt) zu backen. Im 19. Jahrhundert wurde mit vergleichbaren Methoden “der Jude” als Feindbild kreiert.

    Wer sich einen Überblick über das Thema verschaffen möchte, dem empfehle ich einen Blick in “Islamfeindschaft und ihr Kontext”. Schlanke 150 Seiten, herausgegeben von Wolfgang Benz und dem Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin.

    Nur am Rande sei erwähnt, dass in diesem Monat bereits mehrere Brandanschläge auf die Sehitlik-Moschee verübt wurden. Auch das ist anscheinend Neuköllner Alltag. Und wie wahr, mit Kritik am Islam hat das nichts zu tun.

    Viele Grüße

    Claus

    ps: Gefühlter Trollalarm unwesentlich auf 9,5 von 10 gestiegen.
    auguste sagt:
    24. August 2010 um 06:39

    @ hatem
    Jeder mobbt den Anderen mit dem, worin er sich überlegen fühlt, bei Deutschen ist das ihr Deutschsein und bei muslimischen Ausländern ist das ihre Religion. Und es mobbt nur der, der es nötig hat, der sich irgendwo ins Hintertreffen gedrängt und selber als Opfer fühlt oder wenigstens als bedroht. Wir kennen solche Fälle, wie Sie sie schildern. Aber weil die Schule mitten in einem solchen “Problem”-Bezirk steht, kennen die Schüler auch die Familien, aus denen solche Täter kommen, sie kennen deren Probleme. Und es wohnen nicht nur Ausländer dort, sondern viele sozial Benachteiligte, auch Arbeitslose, Alkoholiker, Junkies (großes Problem!) und andere Menschen, sie sehen also täglich, dass die Probleme die Täter machen und nicht die Herkunft oder die Religion. Vielleicht ist das der Grund, weshalb mir nie eine ausländer- oder islamfeindliche Interpretation solcher Übergriffe vorgekommen ist.

    Das ist übrigens das, was mir an Necla Kelek so zweifelhaft erscheint, dass sie – als Soziologin auch noch! - die Probleme, die sie anprangert, mit der Religion erklärt. Dass sie nicht die Kriterien ihres Faches bemüht, keine Differenzierung leistet, keine Erklärung bietet, sondern mystifiziert .
    Hatem sagt:
    25. August 2010 um 22:14

    Verehrte Auguste,

    Danke für Ihre Antwort.

    Aber ich denke, dass Sie genauso gut wie ich wissen, dass viele Muslime Ungläubige, Christen und Juden als verachtenswert ansehen.

    Ich bin Araber, ich weiß, wie verbreitet diese Sicht ist.

    Und ich kenne diese Verachtung nicht nur aus Berliner Problemkiezen, sondern auch aus Kairo oder Damaskus oder von Saudis. Und da hat es nun garantiert keinen sozialen Hintergrund.

    Mit freundlichen Grüßen
    Hatem
    Hatem sagt:
    25. August 2010 um 22:17

    Verehrte Claus,

    Wie Sie PI beurteilen ist Ihre Angelegenheit.

    Aber alle Islamkritik als Rassismus zu diffamieren ist methodisch wie inhaltlich falsch.

    Ich bin Araber und ich bin islamkritisch. Wenn ich Ihrer Erklärung folge, müsste ich ja mir selber gegenüber rassistisch sein?!

    Ich würde mir sehr wünschen, dass alle Muslime dieselben Auffassungen vertreten würden wie die Alewiten. Leider ist die Realität ganz anders.

    Und Sie wissen vielleicht, dass die Alewiten bei den meisten Sunniten und Schiiten nicht als Muslime gelten.

    MfG
    Hatem
    Claus sagt:
    26. August 2010 um 21:40

    @auguste

    Am 01.02.2006 erschien in der Zeit eine Petition von Yasemin Karakasoglu und Mark Terkessidis, die von 60 Migrationsforschern unterschrieben wurde und “Gerechtigkeit für die Muslime” einforderte. In ihr wird u.a. angeführt, dass die Aussagen der Soziologin Necla Kelec und der Autorin Kelec einander widersprächen. Interviews mit Jugendlichen habe sie im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Untersuchung “Islam im Alltag” folgendermaßen interpretiert: »Das Bekenntnis zum Muslim-Sein darf im Regelfall nicht als traditionelle Selbstverortung missverstanden werden.« Kelec habe festgestellt, “dass der Islam für die jungen Leute türkischer Herkunft vor allem ein Mittel der sozialen Identifikation sei – und weniger eine unhinterfragte religiöse Tradition”.

    In ihrem bald darauf erschienenen Buch “Die fremde Braut” hätten dieselben Interviews eine Neudeutung erfahren: »Es [das Menschen- und Weltbild des Islam] kann auch gar nicht infrage gestellt werden, weil der Islam als Gesetzesreligion gottgegeben ist. Dieses Kulturmuster prägt das Handeln der muslimischen Migranten in Deutschland bis in den letzten Winkel ihres Alltags – ihr Leben, ihr Verhalten, die Erziehung der Kinder. Und diese Werte haben mit den Werten und Normen der deutschen Mehrheitsgesellschaft nicht viel gemein.«

    [An dieser Stelle mein herzlicher Dank an den Zeit-Verlag, der sein Archiv für jedermann geöffnet hat. Großartig.]

    Die anscheinend nicht unerhebliche Neigung zu flexibler Auslegung der zugrundeliegenden Fakten lässt zusammen mit der bereits von Auguste erwähnten Meidung einer differenzierenden Sicht und den “pauschalisierenden Äußerungen” (Lamya Kaddor) bei mir ernsthafte Zweifel an Frau Kelecs Seriosität erwachsen.

    Kelecs Auswurf über angeblich omnipotente muslimische Männer, der aus dem Handbuch des geifernden Rassisten zitiert worden sein könnte, möchte ich da noch nicht mal in die Wertung einbeziehen. Aufgrund ihrer eindimensionalen Schreibe, die billigsten Stereotypen Vorschub leistet, wird sie vermutlich auch hasserfülltes Gebrüll in ihrem Briefkasten vorgefunden haben. Dergleichen kann, denke ich, gewiss zu Verhärtungen führen.

    Was ich (weitgehend) vermisst habe, ist ein Aufschrei der Empörung ob der menschenverachtenden Obszönität. Denn wenn ich einem Altmeister des Hinguckens, Adam Smith, Glauben schenken darf, wäre eine solche Reaktion zu erwarten gewesen:

    “Der Hang zu denjenigen Gefühlen, die die Menschen voneinander wegtreiben, und die Tendenz haben, gleichsam die Bande der menschlichen Gesellschaft zu zerbrechen, der Hang zu Zorn, Hass, Neid, Bosheit und Rachsucht pflegt [...] weit leichter durch sein Übermaß als durch sein Fehlen Anstoß zu erregen.” (Theorie der ethischen Gefühle (… moral sentiments))

    Was ist los in dieser Gesellschaft, frage ich mich? Denn Smith fährt fort:

    “Das Übermaß dieses Hanges macht einen Menschen in seiner eigenen Meinung erbärmlich und elend [...]”

    Viele Grüße

    Claus
    Anti-Islamismus/Rassismus - Seite 10 - politik.de - Portal f sagt:
    26. August 2010 um 23:41

    [...] Oder entspringt diese Einsicht einmal mehr Ihrer Intuition? 3 Schritte zum Lerneffekt: 1. Lese: Freiheitspreis f
    Claus sagt:
    28. August 2010 um 13:54

    In meinem letzten Kommentar habe ich den Namen von Frau Kelek durchgängig falsch geschrieben. Ich bitte dies zu entschuldigen.
    auguste sagt:
    1. September 2010 um 14:12

    @ Claus: Danke!

    @Hatem: Auch politische Feindbilder haben ihre Ursachen und ihre Geschichte. Sogar die im Koran - dies schon mal zur Vorbeugung, falls das jetzt als nächstes kommt. Es ging hier um Necla Kelek. Zu dieser Dame gibt es über den Beitrag von Claus hinaus von meiner Seite aus nichts mehr zu sagen.
    peter sagt:
    1. September 2010 um 16:19

    ich hab keine ahnung über das islambild von frau kelek oder frau Kaddor-ich ahb auch keinen ahnung vom islam.

    das einzigste was ich als moabit-bewohner (kiez in berlin mit hohem anteil, nja sie wissen schon ;) mitbekomme , jede menge kopftücher - zunehmend mehr in den letzten jahren - und wenn ich dann mir die bilder anschaue die mir aus islamischen ländern entgegenkommen - frauen steinigen , schwule werden im iran gehängt usw - das frage ich micht schon was der islam denn so ist.

    mir ist es prinzipiel egal woran jemand glaubt, sollte privatsache sein , kritisch wird es dann , wenn jemand seinen glauben zum maßstab für alle erheben will.

    ps: das gleiche gilt auch für ultra-orthodoxe juden , die wegen genauso ein goßes unbehagen in mir - aber die tummeln sich ahtl hauptächlich in israel und nicht bei mir um die ecke. und nein ein rassist bin ich nicht - ich habe freunde aus allen möglichen staaten und kontinenten . überall gibt es coole und nette menschen. aber ich mach mir sorgen , wenn ich in meinen land plötzlich von leuten umgeben bin , die mit dem grundgesetz nichts anfangen können.
    Claus sagt:
    7. September 2010 um 12:03

    @peter

    Lass mich bitte ein paar Verständnisfragen stellen:

    Du verknüpfst die Kopftücher, die hier vermehrt von weiblichen Muslimen getragen werden mit Steinigungen und Erhängungen im Iran (und anderen Ländern). a) Auf welcher Grundlage geschieht dies? b) Warum fallen im selben Kontext nicht die Widerstände gegen derlei Hinrichtungen im Iran auf? (Und dort den Mund aufzumachen erfordert ein bisschen mehr Mumm als hierzulande. Dieser Mumm ist nicht selten bei kopftuchtragenden Frauen zu beobachten.) c) Allgemein: Warum ist das Kopftuch bei Musliminnen ein Problem? d) Speziell: Warum ist eine Muslimin mit Kopftuch ein größeres Problem als eine Muslimin ohne?

    Was veranlasst dich anzunehmen, dass Muslime ihren Glauben für dich und mich zum Maßstab machen wollen? Bei mir zumindest hat noch niemand eine Missionierung versucht.

    Was veranlasst dich anzunehmen, dass Muslime nichts mit dem Grundgesetz anfangen können?

    Viele Grüße

    Claus
    Hatem sagt:
    11. September 2010 um 14:52

    Für einen gläubigen Muslim wird es immer einen Konflikt geben zwischen weltlichen Gesetzen und dem was der Heilige Qur’an sagt.
    Und im Zweifelsfall muss er die Scharia immer über das Grundgesetz stellen.
    Claus sagt:
    13. September 2010 um 18:57

    @Hatem
    Na, da haben wir im Zweifelsfall ja Glück, dass Menschen nicht immer tun, was sie müssen.

    Claus
    Claus sagt:
    13. September 2010 um 18:59

    Sorry, Gruß vergessen, darum ein paar mehr: Viele Grüße
    Otto Z. sagt:
    2. Oktober 2010 um 20:26

    Ich finde es total schlimm, wie die Muslime, die Schwächsten in der Gesellschaft, Tag für Tag in den deutschen Medien vorgeführt werden.

    Grade die greift man an, die sich am wenigsten selbst behaupten können!

    Was ein junger Muslim vor allem an den deutschen Hauptschulen so alles an Anfeindungen zu ertragen hat, ist einfach schrecklich!

    Die sollten darüber mal was im Fernsehen bringen, aber das wird ja alles in den Medien verschwiegen.
    Serdar sagt:
    6. November 2010 um 18:21

    Necla Kelek ist eine extrem aggressive und hysterische Dämagogin die Rechtspopulisten nach dem Mund redet. Sie löst anliegende Probleme nicht sachbezogen und professionell sondern liefert einfach gestrickte vorgefertigte Ansichten, brandmarkt Muslime als die Wurzel allen Übels, kritisiert mit missionarischem Eifer Muslime und steht ignorant und herablassend auf wenn sie mal kritisiert wird.

    Sie ist eine engstirnige Extremistin und Fundamentalistin mit einer hohen kriminellen Energie.
    Serdar sagt:
    6. November 2010 um 18:25

    Heute gibt es in Deutschland mehr Rassisten als zu Zeiten der NS-Diktatur.
    Mindestens 60% der Deutschen sind rassistisch, das geben einige deutsche Freunde von mir selbst zu.

    Ich wurde sooft gedemütigt in diesem scheinheiligen Land dass Ich das Kotzen kriege.
    Ich werde dieses Land bald verlassen und mein ganzes Leben lang gegen Deutschland wettern.
    Ich möchte den Spieß umdrehen und Deutsche den Rest meines Lebvens kritisieren, und da gibt wirklich sehr viel zum Kritisieren!
    Serdar sagt:
    6. November 2010 um 18:26

    Blonde Bestie
    Blonde Bestie, mit diesem originellen Schlagwort charakterisierte Nietzsche 7, 322 (1887) das elementare Raubtierbedürfnis der vornehmen Rassen, sich für den durch die soziale Gemeinschaft bedingten Zwang durch Grausamkeit gegen fremde Völker schadlos zu halten (vergl. Büchmann S. 327). Siehe Nietzsches Schrift ›Zur Genealogie der Moral‹, wo es heißt: “Aus dem Grunde aller dieser vornehmen Rassen ist das Raubtier, die prachtvolle nach Beute und Sieg lüstern schweifende blonde Bestie nicht zu verkennen; es bedarf für diesen verborgenen Grund von Zeit zu Zeit der Entladung, das Tier muß wieder heraus, muß wieder in die Wildniß zurück; römischer, arabischer, germanischer, japanischer Adel, homerische Helden, skandinavische Wikinger — in diesem Bedürfniß sind sie sich alle gleich. Die vornehmen Rassen sind es, welche den Begriff ›Barbar‹ auf all den Spuren hinterlassen haben, wo sie gegangen sind.”
    Ebenba S. 323 gedenkt er des Jahrhunderte langen Entsetzens, mit dem Europa ›dem Wüten der blonden germanischen Bestie‹ zugesehen habe. Diesen zoologischen Terminus erläutert er des weiteren 8, 103 (1888) wo er über die Zähmung der ›Bestie Mensch‹ spricht: “Im frühen Mittelalter, wo in der Tat die Kirche vor Allem eine Menagerie war, machte man allerwärts auf die schönsten Exemplare der “blonden Bestie” Jagd — man “verbesserte” zum Beispiel die vornehmen Germanen. Aber wie sah hinterdrein ein solcher “verbesserter”, ins Kloster verführter Germane aus? Wie eine Karikatur des Menschen, wie eine Mißgeburt: er war zum “Sünder” geworden, er stak im Käfig.”
    Herangezogen sei auch eine Bemerkung Jahns 2, 310: “Und Haller, … so das Volk eine “kollektive Bestie” nennt, möchte gern von oben bis unten überall rückwärtsen, Gottes Licht auslöschen, damit die geweihte Kerze pfäffischer Blendleuchte heller irrwische.” Eine Bezeichnung, die selbst wieder aus das politische Geschöpf oder gesellige Tier des Aristoteles zurückweist (Büchmann S. 428).
    Serdar sagt:
    6. November 2010 um 18:26

    US-Studie: Blondinen sind aggressiver

    Blondinen sind angeblich aggressiver und selbstbewusster als brünette, schwarz- oder rothaarige Frauen. Das will die University of California in Berkeley im Rahmen einer Studie unter 156 Personen herausgefunden haben. So sollen blonde Frauen geradezu “kriegerische” Verhaltensmuster zeigen, um ihren Willen durchzusetzen oder ihre Ziele zu erreichen. Hintergrund sei die besondere Behandlung, die Blondinen aufgrund ihrer meist mehr beachteten Haarfarbe erfahren. Der Studienleiter Aaron Sell spricht von dem sogenannten “Prinzessinnen-Effekt”: “Viele Blondinen leben in einer Art Blase, in der sie so lange besser behandelt wurden als andere, dass sie möglicherweise nicht einmal bemerken, dass sie wie eine Prinzessin behandelt werden.”
    Serdar sagt:
    6. November 2010 um 18:31

    Die zumeist blonden germanischen Wikinger haben alles bis dahin an Gewalt, Kriminalität und Brutalität dagewesene in den Schatten gestellt. Die zumeist blonden Wikinger sind plündernd, mordend, brandschatzend und vergewaltigend durch die halbe welt gezogen und haben alles kurz und klein geschlagen.

    Vandalismus, also Zerstörungslust und Zerstörungswut hat seinen Namen von den Vandalen, ein germanisches zumeist blondes Volk.

    Die Arische Bruderschaft die in den us-amerikanischen Gefängnissen nur 0,1% der Gefangenen ausmacht ist für mindestens 20% der Morde in den dortigen Haftanstalten verantwortlich.

    Auch das Apartheims-Regime der zumeist blonden Germanen in Südafrika untermauert das unheiliche Gewaltpotenzial der blonden Germanen.
    Claus sagt:
    18. November 2010 um 16:49

    @Serdar, Sie haben den Menschenfeinden in diesem Thread auf das Schönste bewiesen, wie wenig es bedarf, den Spieß herumzudrehen. Doch bedenken Sie bitte wohl, ob Sie sich von denen Hass in Ihr Herz pflanzen lassen wollen. Nietzsche, wo Sie ihn erwähnten, Himmelsstürmer und Höllenwanderer, sprach einst eine Warnung aus, die man nicht ernst genug nehmen kann:

    “Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, daß er nicht dabei zum Ungeheuer wird.
    Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.”

    Zorn kann das Höllenfeuer Hass entfachen. Und Hass frisst unsere Seelen.

    Liebe Grüße
    Claus

2 Kommentare

Mi

06

Jul

2011

Ramadan - für Muslime die aufregendste Zeit des Jahres

Kleinen Kindern wird bis heute überall erzählt, im Ramadan man solle fasten, um nachzuempfinden, wie es anderen, ärmeren Menschen auf dieser Welt geht. Doch eigentlich geht es um Mäßigung, um Disziplin, um Geduld, aber vor allem um die Selbstläuterung.

Die religiöse Vorschrift zu fasten, gehört zu den fünf Säulen des Islam und wird von der Mehrheit der Gläubigen weltweit eingehalten. Die meisten beginnen schon in der Kindheit. In den klassischen islamischen Ländern, ist das Fasten gut auszuhalten. Der Fastentage sind dort etwa zwölf Stunden lang und weitgehend mit dem Alltag verbunden.

Die Uhren gehen dann etwas langsamer und es werden mehr Pausen eingelegt. Mitten in der Nacht wird man von einem Trommler geweckt. Er erinnert die Fastenden an das nächtliche Frühstück. So können sie rechtzeitig vor der Morgendämmerung, dem offiziellen Beginn des Fastentages, noch etwas Energie tanken.

Die Straßen, Basare, Geschäftsviertel im Orient werden tagsüber spürbar leerer, obwohl die Hektik sich nie ganz legt - schon allein deshalb, weil ja haufenweise Lebensmittel für die Familien eingekauft werden müssen und die Behörden ihre Arbeit ja nicht einfach einstellen. In den Wohnvierteln kehrt kurz vor dem Sonnenuntergang Ruhe ein. Die Familien sitzen gemeinsam am Tisch und warten andächtig. Die Kinder haben schon traditionell die Dattel in der einen und ein Glas Wasser in der anderen Hand als Starter.

Alles ist gespannt und horcht, bis endlich das erste “allâhu akbar” erklingt und sich mit dem der anderen Gebetsrufer verbindet. Das war’s. Der Fastentag ist vorüber. Die Muezzine rufen beinahe um die Wette und im selben Moment brechen die Fastenden ihr Fasten. Alsdann verrichten einige das Gebet und am späteren Abend wird gefeiert mit eingeladenen Freunden und Bekannten Zuhause oder auf den Straßen und in den Cafés.

Das islamische Fasten wird von manchen oft belächelt: Erst Fasten, dann der Völlerei frönen. So ein Unsinn. Doch der Ramadan ist weder zur Gewichtsabnahme da noch zum Entschlacken des Körpers. Es geht um Selbstläuterung, es geht um spirituelle Erfahrung und es geht um das Einhalten von Gottes Geboten. Der Ramadan soll die Menschen geistig und emotional näher an ihren Schöpfer heranführen - nicht näher an die sich biegende Speisentafel des Abends.

Vielmehr hebt die islamische Tradition die Genügsamkeit geradezu als unumgänglich hervor. Der Prophet Muhammad sprach konkrete Empfehlungen aus, wie man mit der Nahrungsaufnahme umgehen soll. Er sagte: “Der Sohn Adams füllt kein schlechteres Gefäß als seinen Bauch. Dabei genügen ihm einige Bissen, um seinen Rücken aufrecht zu halten. Ein Drittel des Magens sollten für sein Essen, ein Drittel für sein Trinken und ein Drittel für sein freies Atmen vorbehalten sein.”

Für die meisten Muslime ist der Ramadan auch eine gesellige Zeit mit viel Freude und Unterhaltung. Nicht nur im Orient, dort vielleicht ganz besonders, aber auch hier in Deutschland. Hier sieht der Ramadan im Grunde ganz ähnlich aus. Der größte Unterschied freilich ist der, dass man in der Minderheit ist. Das heißt, der Fastende muss sich mit den Gegebenheiten arrangieren.

Die Betriebsamkeit des deutschen Alltags läuft mit unverminderter Geschwindigkeit weiter. Um den Fastenden herum wird weiter gegessen, getrunken, geraucht. Hier zu fasten ist schwerer als im Orient. Und es wird in den nächsten Jahren noch viel schwerer werden. Da sich der islamische Kalender am Mondjahr orientiert, das rund elf Tage kürzer ist als das heute geltende Sonnenjahr, wandert der Ramadan quasi durch die Zeit. Jedes Jahr beginnt er elf Tage früher. Das führt in Deutschland dazu, dass der Tag immer länger wird - so zwischen vier und 22 Uhr. Eine ziemlich lange Zeit. In manchen Teilen der Welt - vor allem in Nordeuropa - gibt es gar keinen Sonnenuntergang.

Die Muslime haben vier mögliche Lösungen gefunden: Sie orientieren sich an Mekka, gegebenenfalls an ihren Heimatländern, an einer von der Sonne unabhängigen Zeitvorgabe oder sie fasten radikal durch, jedenfalls dort, wo die Sonne noch irgendwie untergeht. Eine einheitliche Regelung wäre wünschenswert, ohne sie ginge das Gemeinschaftsgefühl des allabendlichen Fastenbrechens verloren. Aber dennoch der Ramadan ist und bleibt für Muslime die aufregendste Zeit des Jahres.

Quelle: DRadio Kultur - Radio Feuilleton am 10.08.2010; s. hier

 

 

 

***ältere Kommentare***

 

 

    Frank Heinze sagt:
    29. August 2010 um 10:06

    betr. “Warum es mich nicht geben darf”

    Sehr geehrte Frau Kaddor,

    Sarrazin disqualifiziert sich allein schon dadurch, dass er unentwegt von “genetischen” Ursachen schwafelt. Auch fehlt ein Lösungsansatz, den er (aus den determinierten Gründen) gar nicht bieten kann.
    Aber wir leben in einer Gesellschaft, in deren höchsten Gütern die Meinungsfreiheit verankert ist. Das schließt auch das Recht ein, Polemiken, Dummheiten und Idiotien abzusondern.

    Das gleiche Recht wird selbstverständlich auch Ihnen zugestanden, wenn Sie unentwegt Islamkritiker in gedanklichen Tüttelchen als “sogenannte” bezeichnen. Damit unterstellen Sie pauschal unredliche Absichten, häufig wird Islamkritik mittlerweile in rechtsextreme und/oder rassistische Ecken gesteckt. Der Gipfel der Unverfrorenheit ist die Propagierung “struktureller Parallelen zwischen Antisemitismus und Islamophobie”. Ihre christlichen Brüder und Schwestern lamentieren auch dauernd über die Verletzung ihrer religiösen Gefühle, wenn mal eine Satire oder ein wütender Kommentar zum Kindesmissbrauch oder die dauernde Einmischung der Berufsreligiösen als ethische Instanzen bei kontroversen gesellschaftlichen Themen erscheint.

    Welche Beleidigung unserer (des nichtreligösen Bevölkerungsteils) Gefühle allein die Vergabe zighundert Millionen € an Steuergeldern für religiöse Zwecke und die Gehälter von Bischöfen, Priestern etc. darstellt!
    Erstmals hat 2009 ein europäischer Staat (Irland) wieder „Blasphemie/Gotteslästerung“ als Straftatbestand neugeschaffen. Damit soll die „Verletzung religiöser Gefühle“ kriminalisiert werden. Zustimmung kam von der Organisation der Islamischen Staaten. Diese versuchen nun, in Anlehnung an das irische Gesetz Gotteslästerung international von den Vereinten Nationen unter Strafe stellen zu lassen. Die Versuche religiöser Führer, die Meinungsfreiheit und Freiheit der Kunst einzuschränken, kulminierten in letzter Zeit im Zuge des sog. „Karikaturenstreit“ um die Mohammedzeichnuungen und das Titanic-Cover zum Missbrauch von Kindern durch christliche Priester.Ebenso wird versucht, eine religiöse Nebengerichtsbarkeit in europäischen Ländern offiziell einzuführen, die Sharia. Dies geschieht (wie bereits in England) mit Förderung und Wohlwollen christlicher Kirchenführer.

    Leider besteht wenig Hoffnung auf einen aufgeklärten Islam, wenn ich mir das vielsagende Schweigen der muslimischen Organisationen in Europa zu den Themen Gleichberechtigung in muslimischen Ländern, Atomprogramm des Iran, Hinrichtung von Apostaten, freie Gewerkschaften, Steinigungen etc. etc. anhöre. Höchstens, dass der Kolonialismusvorwurf kommt. Nun ja. Ich bin mir sicher, auch Sie als Muslimin hätten in (fast) allen muslimischen Ländern ein großes Problem, wenn Sie so wie in Deutschland auftreten und publizieren wollten.

    Deshalb stellen Sich vielen Denkenden Menschen die Haare auf, wenn man Selbstbezeichnungen wie “fromm” liest. Jahrtausendelang haben die Religionen in Europa und der Welt gewütet und Milliarden Menschen getötet. Geistig und körperlich. Es reicht. Zumindest in Europa ist nun Schluss damit.

    Gottlos glücklich,
    Frank Heinze,
    Erlangen

    “Es sind die Theologen, die nach Blut verlangen, durchaus nach Blut. “Nur erst ab den Kopf, mit der Besserung wird es sich schon finden, so Gott will.” Welch ein Glück, das die Zeiten vorbei sind, in welchen solche Gesinnungen Religion und Frömmigkeit hießen; das sie wenigstens unter dem Himmel vorbei sind, unter welchem wir leben! Aber welch demütigender Gedanke, wenn es möglich wäre, das sie auch unter diesem Himmel einmal wiederkommen könnten!” aus: Theologiekritische Schriften I und II, von Gotthold Ephraim Lessing
    Ungläubiger sagt:
    22. September 2010 um 16:31

    Frau Kaddor berichtet:

    “In den klassischen islamischen Ländern, ist das Fasten gut auszuhalten. Die Fastentage sind dort etwa zwölf Stunden lang und weitgehend mit dem Alltag verbunden.

    (…) Mitten in der Nacht wird man von einem Trommler geweckt. Er erinnert die Fastenden an das nächtliche Frühstück.”

    Das mit dem Alltag verbundene Gewecktwerden mitten in der Nacht gibt es dagegen “hier” (leider?) nicht. Kaddor:

    “Hier sieht der Ramadan im Grunde ganz ähnlich aus. Der größte Unterschied freilich ist der, dass man in der Minderheit ist. Das heißt, der Fastende muss sich mit den Gegebenheiten arrangieren.”

    Einen interessanten Einblick ins islamische Algerien zu Ramadanzeiten bietet ein neuerlicher Artikel auf Telepolis-News (”Gefängnis für Brotzeit während des Ramadan?”):

    http://www.heise.de/tp/blogs/6/148425

    Für alle, die nicht mitten in der Nacht und auch nicht von einem Trommler geweckt werden wollen, zeigt sich einmal mehr die Wichtigkeit der negativen Religionsfreiheit und die strikte Trennung von Religion und Staat!

    Die Glocke stört, es nervt der Muezzin - schöner lebt’s sich ohne ihn!

3 Kommentare

Mi

06

Jul

2011

Warum es mich nicht geben darf

Hier mein Beitrag aus der Süddeutschen Zeitung vom 28.08.2010:

Man muss diesen Text mit einem Paradoxon beginnen: Ich existiere gar nicht. Ich schreibe zwar diese Zeilen, aber ich bin nicht da. Ich habe nämlich studiert und gehe einem sozialversicherungspflichtigen Job nach; ich verteidige die Demokratie und bin doch gläubige Muslimin. In den Augen vieler Zeitgenossen kann es das aber nicht geben. Nein, dies ist kein Märchen; es ist ein schlechter Witz, der mitten in der Realität Deutschlands seine Runden macht.

Seit einer Woche drängt ein neuer Erzähler auf den Plan: Thilo Sarrazin, SPD-Mitglied und Vorstand der Bundesbank, der seine kruden Weisheiten unter dem Deckmantel der Integrations-Debatte unters Volk bringt. Einige mögen sich über ihn und sein neues Buch ärgern. Andere mögen entsetzt sein, mit welcher Chuzpe er Gehässigkeiten von sich gibt. Doch der eigentliche Skandal ist nicht Sarrazin. In Deutschland gilt das Recht auf freie Meinungsäußerung; unsere Demokratie muss auch die Parolen der NPD ertragen

Besorgniserregender und gefährlicher für das gesellschaftliche Gefüge sind all jene, die Sarrazins chauvinistische Darlegungen hoffähig machen. Das eigentlich Erschütternde ist der breite Raum, der ihm geboten wird. Wann kommt es vor, dass eine große Zeitung für ein Buch, das im Grunde nichts Neues erzählt, gleich an mehreren Tagen ganze Seiten frei räumt, um darauf Auszüge abzudrucken, weitgehend frei von jeder kritischen Begleitung? Der Autor wird im Gegenteil als “Klartext-Politiker” positiv apostrophiert. Seine Ausführungen heißen “Analysen”, dabei könnten Studierende im Grundstudium seine Argumente mühelos widerlegen.

Warum also so viel Ehre für einen Mann, der behauptet, das Versagen von Teilen der türkischen Bevölkerung könne auch genetisch bedingt sein? Der mit der Einschränkung von Grundrechten spielt und Menschen kalt nach ihrem ökonomischen Wert in nützlich und nutzlos einteilt? Dieses Auftreten ist nicht nur selbstherrlich, es macht Angst. Sarrazin denkt nicht anders als ein Islamist; beide löschen sie den Geist des Grundgesetzes aus.

Kommenden Montag darf Sarrazin zur Bundespressekonferenz kommen, um sein Pamphlet offiziell zu präsentieren. Begleitet wird er von seiner Kronzeugin, der Islamkritikerin Necla Kelek. Sie soll verhindern, dass auf Sarrazin der Schatten des Rassismus fällt. Kelek ist schließlich selbst Muslimin, sie kommt aus der Mitte der türkischen Gesellschaft, sie vertritt selber Thesen, die in Inhalt und Stil Sarrazins Werk ähneln. Sarrazin befindet sich also in guter Gesellschaft, wenn er auf großer Bühne das Feindbild Islam unters Volk bringen darf; einen gemeinsamen Auftritt mit einem kritischen Gesprächspartner im Haus der Kulturen in Berlin lehnte der Ex-Senator nach Angaben der Veranstalter übrigens ab.

Irritiert konnte man vor einigen Tagen zur Kenntnis nehmen, dass es seine Publikation bereits auf Verkaufsrang eins des Online-Buchhändlers Amazon geschafft hat. Die Käufer werden nicht allesamt Claqueure sein; viele aber dürften seine Aussagen blind unterschreiben. Möglicherweise stimme der Tonfall nicht, heißt es oft, aber inhaltlich sei eben auch nicht alles falsch, was er sage. Im Buch finden sich zahlreiche Fehler - doch ob Thilo Sarrazin Recht hat oder nicht, spielt im Grunde keine Rolle. Wer derart diffamierend auftritt, hat den Anspruch verwirkt, ernst genommen zu werden. Beim Lesen solcher Texte geht es nicht darum, das Haar in der Suppe zu finden, sondern allenfalls den Tropfen Suppe zwischen lauter Haaren.

Gewiss hat und bereitet ein Teil der muslimischen Bevölkerung in Deutschland Probleme. Keiner würde dies ernsthaft bestreiten, es braucht keinen Sarrazin, um das zu sehen. Selbstverständlich haben Türken und nicht etwa Vietnamesen die größten Integrations-Defizite. Das liegt aber zum Teil einfach daran, dass Türken die größte Migrantengruppe stellen. So können sie sich bequem in Parallelgesellschaften zusammenfinden. Wie sollte das den paar Vietnamesen im Land gelingen? Die Sinnlosigkeit solcher Vergleiche zeigt übrigens ein Blick gen Osten. In Polen sind es die Vietnamesen, die nach Ansicht vieler große Probleme haben und machen.

Die Welt lechzt nun aber nach einfachen Erklärungen, einfachen Bildern. Es ist leicht, diese hinzunehmen, wenn man sich selbst in ihnen nicht wiederfindet. Ein respektvoller Umgang miteinander kann nur über Empathie funktionieren. Doch die sogenannten Islamkritiker und ihre Förderer machen sich offensichtlich keinerlei Gedanken darüber, welche Verantwortung sie tragen und was ihr Handeln bei den vielen muslimischen Mitbürgern anrichten kann, die unauffällig ihrem Alltag mit Arbeit, Familie und Freizeit nachgehen, dabei kein Aufheben um ihre Religion machen, aber im Stillen dennoch Halt im Glauben suchen. Um mit Bundeskanzlerin Merkel zu sprechen: Sie fühlen sich “äußerst verletzt”.

Der Sarrazin-Overkill motiviert einerseits Menschen, “endlich Klartext” zu reden. Er lässt aber auch viele Menschen hilflos zurück. Pubertierende muslimische Schüler werden in ihrem Frust bestärkt. Akademiker sind vom Entgegenkommen für die Islamkritiker angewidert und sprachlos. Wurden ihre Eltern und deren Eltern nicht geholt, um die deutsche Wirtschaftskraft mitzutragen? Waren es nicht ihre Väter und Großväter, die mit einer Staublunge aus der Kohlengrube kamen, weil sich eingeborene Deutschen zu gut dafür waren? Mittlerweile verzeichnet Deutschland jährlich mehr Auswanderer als Einwanderer - und das gilt auch für Türken: 2009 kamen 30000. Und es gingen: 40000.

Mahatma Gandhi hat einmal gesagt: “Genugtuung liegt im Einsatz, nicht im Erreichen.” Man könnte zu Recht an dieser Stelle einwenden, die Muslime sollten sich mehr bemühen, statt so viel zu lamentieren. Doch wenn Muslime sich für Fortschritt und Veränderung in den eigenen Reihen einsetzen, bekommen sie es nicht nur mit den Fundamentalisten zu tun, die um ihren Einfluss fürchten.

In bemerkenswerter geistiger Brüderlichkeit erhalten sie Unterstützung durch die sogenannten Islamkritiker, denen daran gelegen ist, dass der Islam fundamentalistisch und reaktionär daherkommt. Progressive Muslime werden dann als Heuchler abgestempelt, die nicht ehrlich mit der islamischen Überlieferung umgehen, oder als hilflose Rufer in der Wüste. Am Dogma, dass der Islam prinzipiell nicht zu integrieren ist, darf nicht gerüttelt werden.

Aber was wollt ihr dann von uns?

 

 

***ältere Kommentare***

    auguste sagt:
    1. September 2010 um 08:00

    Warum diese Zugeständnisse, Frau Kaddor?
    Sind Probleme mit Ausländern/Türken/Muslimen automatisch auch von Ausländern verursacht? Ich unterrichte in Klassen, in denen teilweise bis zu 80% dieser Kinder sitzen. Und habe trotzdem kein Ausländerproblem.
    Dafür habe ich ein Rassistenproblem, ein Problem mit Leuten, die denken wie Sarrazin und, obwohl 50% der Kinder sehr damit geholfen wäre, wenn sie ihre muttersprachliche Kompetenz in der Schule einbringen könnten, lieber Chinesisch als dritte Fremdsprache anbieten als Türkisch.
    Ich habe auch mit dem Schulsystem ein Problem, das in Sachen Chancengleichheit international den zweifelhaften Ruf genießt, dass hier der Erfolg der Kinder mehr als anderswo von der Unterstützung durch die Eltern abhängt. Wenn hier schon vorwiegend Akademikerkinder Abi machen, weil die Eltern auch das Abi hatten, und nichtmal Arbeiterkinder ausreichend gefördert werden, ist es doch logisch, dass Kinder ungebildeter Eltern aus anderen Kulturen erst Recht benachteiligt sind.
    Ich habe auch kein Problem mit der Andersartigkeit des Islam. Im Ethikunterricht ist es ziemlich bereichernd, dass nicht alle das Gleiche denken, und in einer Demokratie ist nicht mentale Gleichschaltung das Ziel, sondern Zusammenarbeit.
    Auch mir geht gelegentlich die Art auf den Keks, mit der muslimische Jungs mich als Frau behandeln. Aber mir geht auch die Art auf den Keks, wie mich manche deutsche Jungs als Lehrerin behandeln, Unverschämtheit ist wahrlich kein türkisches Phänomen. Doch nachdem ich bisher in jeder Klasse auch meine “Beschützer” hatte, haben die das unter sich ausgehandelt - bisher immer zu meinen Gunsten. Man muss sie halt aushandeln lassen. Es reicht zu fragen: “Wie findet ihr das?” Vielleicht muss man manchmal noch fragen: “Warum ist das so?”, spätestens dann löst sich das Problem.
    Was Rassisten nie für möglich halten, was aber glücklicher Weise immer so ist: Auch die mit dem anderen Glauben oder der anderen Kultur oder der anderen Hautfarbe sind fühlende und denkende Wesen…
    Claus sagt:
    2. September 2010 um 21:25

    Jenseits der Trampeltierpfade wird überlegt, ob man die Thesen Sarrazins nicht besser ignorieren solle. So sympathisch mir der Gedanke ist, so laut meldet mein kleinbürgerliches Gen Protest an. Denn der Mob ist los. Nicht nur auf PI, wo jeder Beitrag den Kommentatoren die circenses eröffnet. Gladiator sind sie, wie Glotzer zugleich, verwachsen zur digitalen Horde. Schon strömt man hinaus, die Foren stürmend, bis sie geschlossen werden. Heimgekehrt wird von Heldentaten berichtet, feiert man Triumphe. Selbst den Blog von Jörg Lau haben sie überschwemmt, der doch über eine Schar tapferer User verfügt, die sich den Schädelvermessern in den Weg stellen. “Eine Gesellschaft, in der jeder dahergelaufene Meinungsträger sich berechtigt fühlt, über intimste und, ja, heiligste Dinge ganzer Gruppen zu urteilen und zu schwadronieren, die schafft sich selber ab.” (blog.zeit.de/joerglau - In eigener Sache) Man darf wohl davon ausgehen, dass Georg Christoph Lichtenberg mit “Über Physiognomik wider die Physiognomen” gegen Lavaters “Physiognomische Fragmente zur Beförderung der Menschenkenntnis und Menschenliebe” zur Zeit auf den Grabbeltischen keine Chance hätte.

    Als Roland Koch gegen die doppelte Staatsbürgerschaft und gegen Ausländer unterschreiben ließ, waren öffentliche, erregte Debatten die Folge. Als er im nächsten Wahlkampf (nicht-autochthone) Jugendgewalt thematisierte, regte sich kein Lüftchen. In den Köpfen vieler Gebildeter. Erst ein Kabarettist, Hagen Rether, verursachte mit einem gänzlich unwitzigen Vortrag zur besten Sendezeit ein Stirnkräuseln; erst ein Stephan Kramer vom Zentralrat der Juden, der die Kloake auch wider den Zeitgeist witterte, scheuchte den Biedermann auf, als er mit der Faust auf den Tisch knallte.

    Nach der Wahl war wieder Ruh’ über allen Gipfeln.

    In selbiger Ruhe konnte Thilo Sarrazin so Wandrers Nachtlied von Goethe zitieren, welcher wiederum, der Zufall will es, von den Thesen Johann Caspar Lavaters angetan war. Wie Lavater die Charaktere an Gesichtszügen und Körperform festzumachen wusste, so weiß Sarrazin das Schrumpfkopfgen in der Unterschicht vorzuweisen (aufgemerkt liebe PI-User: Sarrazin meint damit auch die Gene der Aborigines). Lichtenberg, um ihn nicht aus dem Sinn zu verlieren, war es hingegen vorbehalten, in seinen Sudelbüchern anhand eines Ringelschwanzes auf den Charakter einer Sau rückzuschließen. Im heutigen Zusammenhang könnte selbst ein Muslim versucht sein, Schweine mit anderen Augen zu sehen. So einfach kann Völkerverständigung sein! (Man verzeihe mir, ich konnt’ nicht widerstehen.)

    90 Prozent der Mails, so Sarrazin, hätten ihm Zustimmung zu seinen Analysen signalisiert. Die restlichen 10 sind der Verschwörung der Gutmenschen geschuldet, gegen deren Dominanz sich die schweigende Minderheit selbstaufopfernd zur Wehr setzt. Und der Pöbel hat nicht die Mitte erreicht - die Mitte ist beim Pöbel angekommen. Denn das Bürgertum, in Teilen, wehrt sich fleißig mit. Die fehlende staatliche Integrationspolitik war nicht erfolgreich, also muss mit erhöhtem Druck eine Lösung erzielt werden. Schnell wird man sich einig, lässt sich vom Mob nasführen.

    L’état, cest moi! Zu einem Bruchteil eines Bruchteils - wie jedermann. Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Gewalt. Frieden heißt auch, dass man sich jenseits des Familien- und Freundeskreises willkommen wähnen darf. Beginnen Sie doch mal ein Gespräch mit einem Türken, einem Araber, dem *Gast*arbeiter. Reichen Sie ihm die Hand, damit er sich wohl fühle. Wer sich wohl fühlt, führt selbst Gespräche. Wer Gespräche führt, lernt sehr viel schneller eine ihm fremde Sprache. Und schon handeln Sie, setzten Sie sich bitte - nur vorsichtshalber, schon handeln Sie staatstragend. Und wer weiß. Möglich, Sie gewinnen einen neuen Freund. Muss ja nicht schaden.

    Ansonsten keine Probleme? Gewiss gibt es die. Ernstzunehmende, ohne Frage. Und Thilo Sarrazin spricht sie sogar an. Aber sie sind lang nicht Elefanten, vor denen wir unser Porzellan in Sicherheit bringen müssten. Probleme sind unvermeidlich, deshalb werden wir erwachsen. Die Welt ist nicht einfach, sie war es nie, sie wird es nie sein. Wir werden erwachsen, um Probleme für Kinder zu lösen. Für alle, wenn ich bitten darf.

    Viele Grüße

    Claus

    ps: Zur Ehrenrettung Goethes muss ich anfügen, dass ich ihn jederzeit empfehlen würde.

    Auch Thilo Sarrazin halte ich für einen Menschen, der eine Menge auf dem Kasten hat. Es hätte seinem Ansehen bei meiner Wenigkeit nicht geschadet, wäre er bei seinen Leisten geblieben.
    Lydia sagt:
    13. September 2010 um 15:30

    Sarrazin: “Deutschland lacht sich schlapp”

    So viele geistreiche Kommentare hat Thilo Sarrazin gar nicht verdient. Der Medienrummel hätte unterbunden werden sollen, und insbesondere wir KritikerInnen tun gut daran, die Diskussion um diesen müden Zweitaufguß des alten Eugenik-Schwachsinns kleinzuhalten.

    Gerade heute meldete der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHKT), daß UnternehmerInnen mit Migrationshintergrund rund 18 % aller Neugründungen in Deutschland zustandebringen, etwa 150.000 Arbeitsplätze anbieten und deshalb wichtig für die Wirtschaft seien. Fakten genug, um Sarazzins satirereife Darbietungen zu widerlegen.

    Wo wir übrigens gerade beim Thema Wirtschaft sind: Wirtschaftliche Sorgen sind es, die die Deutschen am meisten umtreiben. Die Migrationsdebatte ist da natürlich ein - nicht nur willkommenes, sondern gezielt ins Werk gesetztes - Ablenk-Manöver. Außerdem dient sie, wie so oft in solchen Situationen, dazu, die Menschen gegeneinander auszuspielen. Ziehen wir also die Konsequenzen: Solidarität zwischen MuslimInnen und JüdInnen, zwischen Minderheiten und Mehrheits-Gesellschaft, zwischen Ärmeren und Reicheren muß gerade jetzt das oberste Gebot sein, um solchen Berufs-Dünnbrettbohrern wie Broder, Kelek, Sarazzin & Co. das Wasser abzugraben.
    Eckhard Peter sagt:
    17. September 2010 um 10:36

    Sehr geehrte Frau Kaddor,

    meines Erachtens werden die Argumente immer noch auf der falschen Ebene
    ausgetauscht.

    Ich bin weder durch krude Thesen noch fremdenfeindliche Grundeinstellung zu
    meiner Überzeugung gekommen, sondern durch die aufmerksame Verfolgung
    der Entwicklungen in den vergangenen 15 Jahren, durch das Studium seriöser
    Zeitungen - wie beispielsweise der SZ - durch Quellenstudium, also das Lesen
    im Koran, aber auch durch persönliche Erlebnisse.

    Ich empfinde mich nicht als Experte, aber als ein deutscher Bürger, der
    versucht, gewissenhaft hinter diese Kampfzone zu blicken, die natürlich
    von beiden Seiten zu heftigster Polemik genutzt wird.

    Zugegeben, mich als Bürger eines freiheitlich, demokratischen Staates, der mit
    politischem Diskurs und dem Hinterfragen von Autoritäten aufgewachsen ist,
    beschleichen bei dem Studium des Korans und angesichts der Aussagen so manches muslimischen Geistlichen, der sicherlich nicht der Hardcorefraktion der Islamisten zuzurechnen ist, sehr ungute Gefühle.

    Meines Erachtens liegt das grundlegende Problem in dem unreflektiert
    genutzten Begriff der Religionsfreiheit. Wie die eindrucksvolle Rosa
    Luxemburg schon vor hundert Jahren wusste, kann Freiheit immer nur
    die Freiheit des Andersdenkenden bedeuten.

    Leider wird diese grundlegende Definition von “Freiheit” nicht angelegt.
    Einerseits sind wir uns einig darüber, dass kein Wiedergänger eines
    aztekischen Priesters in 18. Generation eine Jungfrau opfern darf, obwohl
    das ganz sicher seine Religionsfreiheit einschränkt und sein Gott - per
    definitionem - natürlich mehr zu sagen hat, als alle Menschen. Andererseits
    sind wir uns keineswegs einig darüber, an welchem Punkt denn der individuelle Gottesglaube eine ganze Gesellschaft in Sippenhaft nehmen darf und als “Ungläubige” im Namen eines sehr eigenwilligen Verständnis von Religionsfreiheit diskriminieren und diffamieren darf.

    Genau an diesem Beispiel offenbart sich die ganze Krux eines Gottesglaubens:
    Ist es ein guter Gott, an den ich glaube, oder ein grausamer, eifersüchtiger,
    schöpfender, strafender und richtender Gott.

    Und da erlebt man mit dem Gott der Muslime eher einen charakterschwierigen.
    Wenn die SZ im März 2009 darüber berichtet, dass sich in dem Rechtsstaat Österreich bei einer Umfrage 18 Prozent der Islamlehrenden für die Todesstrafe bei Apostasie aussprechen, ist das nicht nur erschreckend, es ist alarmierend.

    Eine Steigerung ist es allerdings, wenn der Chef der islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Anas Schakfeh, in dem gleichen Artikel dazu erklärt, dass diese Haltung durchaus vertretbar sei, solange sie nur privat geäußert wird.

    Erwartet hätte ich einen Aufschrei, gehört habe ich - nichts - keine Reaktion von islamischen Vertretern, kein Artikel in der SZ, die, da bin ich mir sicher, nichts lieber getan hätte, als von solch einem Protest freiheitlich-demokratisch sozialisierter Muslime zu berichten. Genauso erschreckend ist allerdings: ich habe auch keine Reaktion von unseren politischen Vertretern vernommen.

    Und da beginnt für mich die ungute Gemengelage von pseudo-politischer Korrektheit, Angst vor Auseinandersetzung, Angst vor gesellschaftlichen Unruhen und der Unterstellung extremer Positionen.

    Für mich gilt, was der griechische Philosoph, Perikles, bereits vor 2.500 Jahren verstanden hat: “Wisset, dass das Geheimnis des Glücks die Freiheit ist, das Geheimnis der Freiheit aber ist der Mut”

    Ich entdecke in dieser Auseinandersetzung auf beiden Seiten jede Menge blanken Populismus, Feindseligkeit, Polemik und vermisse Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit, Mut und hier insbesondere den Mut zur Selbstkritik und -reflexion.

    MIt freundlichen Grüßen
    Vita sagt:
    17. September 2010 um 14:34

    Heissa,
    eigentlich hätte ich schon längst auf Abeid gehen sollen, als mich Frau Kaddors ‘Außenansicht’ in der SZ vom 28/29.8 fesselte (ja ja, ich komm manchmal nicht früher zum Zeitungslesen).
    Zum Schluss wird gefragt: ‘Aber was wollt ihr dann von uns?’
    Darauf möchte ich antworten, persönlich …

    Gestern war ich bei einem türkischen Friseur, alles wunderbar, nur fiel mir auf daß ich mit dem aus dem Irak stammenden Angestellten nur via Grinsen und Zeichensprache kommunizieren konnte. Deutsch war nicht möglich.

    Im Supermarkt switchen die türkisch-stämmigen Kids, sobald man anscheinend eine gewisse Distanz unterschreitet, flugs von Deutsch auf Türkisch um.

    Bisserl schwer zu beschreiben was ich damit ausdrücken will, aber eigentlich will ich im eigenen Land nicht ausgegrenzt werden durch Kommunikationslosigkeit.

    Mach ich in USA Urlaub mit der Freundin, unterhalten wir uns im supermarkt auch auf Deutsch. Aber nicht um die Amis auszugrenzen dort, sondern weil wir Touristen sind.

    Keine Ahnung ob das, was zu beschreiben ich versucht habe, Parallelgesellschaft genannt wird. Was ich von ‘Euch’ will, ist das Gefuehl haben zu können Ihr WOLLT überhaupt in Mitteleuropa ankommen.
    Mir nützt da nix wenn ein paar Intellektuelle mit wohlfeilem Deutsch und Migrationshintergrund im TV und sonstwo ihre Reden & Appelle halten, wenn der breiten Masse mit Migrationsgrund das anscheinend sonstwo vorbeigeht.

    Vita

    p.s. sarazzin, steinbach … alles dieselben Dumpfbacken. Gab’s und wird es immer wieder geben. Einfach nicht beeindrucken lassen
    Otto Z. sagt:
    18. September 2010 um 14:13

    Thilo Sarrazin sagt nur die Wahrheit.
    T. Franke sagt:
    19. September 2010 um 18:54

    Sehr geehrte Frau Kaddor,

    ich habe jetzt Sarrazins Buch gelesen, und finde Ihre Kritik aus der Süddeutschen sehr unpassend - Ihr Artikel aus der Süddeutschen passt gut auf den Blog Politically Incorrect, aber Herrn Sarrazin und sein Buch verfehlen Sie damit völlig. Ich hielte es für klug, diesen Unterschied zur Kenntnis zu nehmen, und rate Ihnen dazu, das auch öffentlich zu tun.

    Mit freundlichen Grüßen
    Bayerhammer sagt:
    1. Oktober 2010 um 13:45

    @T.Franke
    Das tut mir sehr leid für Sie, dass Sie dem Medien-Hype verfallen sind und das Buch gelesen haben. Aber es hat ja nunmal nicht jeder die Power sich dagegen zu wehren. Ich hoffe nur, dass das Buch keine bleibenen Schäden hinterlassen hat.
    Bayerhammer sagt:
    1. Oktober 2010 um 13:50

    @Vits
    Sie gehen im falschen Supermarkt einkaufen. Wenn Sie ein ausländerfreie Zone suchen, in der Sie nicht ausgegrenzt werden, dann sollten Sie es vielleicht mal im Osten - rund um Berlin - probieren.
    Bayerhammer sagt:
    1. Oktober 2010 um 13:50

    @Vita
    Sie gehen im falschen Supermarkt einkaufen. Wenn Sie ein ausländerfreie Zone suchen, in der Sie nicht ausgegrenzt werden, dann sollten Sie es vielleicht mal im Osten - rund um Berlin - probieren.
    Bayerhammer sagt:
    1. Oktober 2010 um 14:00

    @Eckhardt Peter
    Wenn mehr als 50 Prozent der “Deutschen” ein Problem mit dem Islam haben, dann ist das ebenfalls nicht nur erschreckend, sondern alarmierend. Aber das scheint ihnen natürlich weniger interessant zu sein, da Sie ein Sympathisant der Thesen von Herrn Sarrazin sind. Frau Kaddor ist es offensichtlich nicht. Also Sie stehen auf der einen Seite, sie auf der anderen. Von daher sollten Sie nicht so tun, als ob Sie der aufgeklärte Zeitgenosse wären, dem es nur um eine sachliche Debatte geht. Das sie

    Wenn Sie den Aufrschei nach der Österreich-Studie nicht gehört haben, dann zeigt das noch deutlicher, dass Sie von der ganzen Thematik keine Ahnung haben - bei aller fleißigen bürgerlichen Lektüre qualifizierter Zeitungen. Sie können ja mal die betreffende Person, den Urheber dieser Studie, Prof. Mouhannad Khorchide von der Uni Münster anrufen, und ihn Fragen, wie die Medien auf seine Studie reagiert haben…

    Es ist immerzu köstlich, Menschen, die sich bloß intellektuelle gerieren, fallen stets selber in die Grube, die sie anderen graben wollen. Bei wahren Intellektuellen geht das nicht. Diese zeichnen sich übrigens dadurch aus, dass sie keine Ideologie verfolgen, sondern lediglich nüchtern eine Lage analysieren und sich primitiven Antworten enthalten. Den primitive Antworten auf gesellschaftliche Fragen kann es per se nicht geben.
    T. Franke sagt:
    2. Oktober 2010 um 17:31

    @Bayerhammer:
    Tipp für Sie: Verteufeln Sie bitte Hans-Werner Sinn gleich mit! Der Wirtschaftsweise Hans-Werner Sinn hat einige Zeit vor Sarrazin auch ein Buch geschrieben: “Ist Deutschland noch zu retten?” - Darin gibt es auch ein Kapitel “Wir brauchen eine aktive Bevölkerungspolitik” (sieh an) und ein Kapitel mit dem Tenor, das Migration die demographische Lücke niemals schließen kann (sieh an). Sogar die Frage nach der Erblichkeit von Intelligenz wird angeschnitten … vielleicht eine sinnvolle Ergänzung zu Sarrazins Buch?
    Bayerhammer sagt:
    2. Oktober 2010 um 23:45

    @T.Franke
    Sie beweisen immer wieder aufs Neue, dass Sie ein blinder Anhänger Sarrazins sind. Ihnen geht es nicht um Inhalte, sondern um das Bashing von - sprechen wir es deutlich aus - Muslimen oder Menschen, die Sie dafür halten - und Sarrazin ist Ihr Führer.
    Es ist schon tausend Mal in der Diskussion gesagt worden, dass das, was Sarrazin schreibt, eben gerade nichts Neues ist. Richtig, Hans-Werner Sinn und hunderte andere haben bereits vorher auf dieses oder jenes Problem der Integration hingewiesen. Niemand bestreitet das. Im Gegenteil. Zigtausende bemühen sich sogar schon, diese Probleme zu beheben…
    Eckhard Peter sagt:
    5. Oktober 2010 um 09:38

    @Bayerhammer
    Gibt es auch irgendetwas Substantielles, das Sie zur Diskussion beitragen können. Das Geschwafel von Gruben und wahren und unwahren Intellektuellen erschließt sich wohl nur dem Autor dieser wirren Zeilen.
    Kleiner Buchtipp: Paul Watzlawick: “Anleitung zum Unglücklichsein”
    Lydia sagt:
    5. Oktober 2010 um 13:30

    @ Bayerhammer

    Sie haben vollkommen recht. Es ist wohltuend zu lesen, daß es auch Menschen wie Frau Kaddor und Sie gibt, die ein bißchen differenzierter und mit Sachverstand an die ganze Sache herangehen. Einseitig zu polemisieren und Angst zu schüren, ist keine Kunst.
    Bayerhammer sagt:
    6. Oktober 2010 um 19:27

    @Eckhard Peter
    Meinen Sie, so substantiell wie Ihre Beiträge? Nein, tut mir leid, Ihren Anspruch an Substanz kann ich leider nicht erfüllen, denn ich werde Ihre Meinung leider nie voll und ganz teilen können. Und da Sie nur das - offenkundig - als substanziell ansehen, gebe ich Ihnen den Tipp: Lesen Sie lieber weiter Thilo Sarrazin, Necla Kelek und Henryk M. Broder - dort werden Sie auf Ihrer Suche nach “Substantiellem” garantiert fündig.
    T. Franke sagt:
    8. Oktober 2010 um 00:06

    @Bayerhammer:
    Und Jan Fleischhauer mit seinem neuen Bestseller “Unter Linken” nicht zu vergessen, der schreibt im Großen und Ganzen auch das, was Sarrazin schreibt.

    Man fragt sich ja, warum ein Verband des sich liberal nennenden Islam sich von Sarrazin so auf die Füße getreten fühlt, wo Sarrazin doch in seinem Buch eigens auf den liberalen Islam eingeht? In einer Replik auf Sarrazins Buch hätte man auf diese Passagen eingehen müssen, sei es positiv, sei es negativ. Dass man als Verband liberaler Muslime einfach so drüber weggeht, wie wenn das dort gar nicht geschrieben stünde, ist wenig glaubwürdig.
    Bayerhammer sagt:
    13. Oktober 2010 um 16:24

    @T.Franke
    Komisch, dass ausgerechnet Sie Herrn Fleischhauer auch noch toll finden? Es ist Ihnen überlassen, ob Sie “konservativ” sein wollen. Das gönnt Ihnen jeder. Nur dann haben Sie sich damit für eine politische Ecke entschieden und dann können Sie nicht mehr so tun, als ob Sie von der Position des Über-Ichs her, den ganzen Sachverhalt beurteilen könnten - bzw. Sie können es natürlich tun, nur dann machen Sie sich eben vor jedermann lächerlich. T.Franke, Sie sind befangen.

    Übrigens: Nur weil man eine liberale, sozialdemokratische, grüne oder sonstige Haltung hat, muss man sich nicht jeden Sch… durchlesen. Leute wie Lamya Kaddor werden für Sarrazin-Jünger wie Sie niemals “glaubwürdig” sein - solange sie sich nicht selbst abschaffen…
    T. Franke sagt:
    14. Oktober 2010 um 12:32

    @Bayerhammer:
    Woher nehmen Sie nur Ihre Erkenntnisse? Warum sollte ich liberale Muslime niemals anerkennen können? Gar ihre Abschaffung fordern? Nichts davon habe ich gesagt. Sie schauen auf Andersdenkende wie der Stier aufs rote Tuch. Warum sollte ich “konservativ” sein, nur weil Sarrazin meiner Meinung nach ein differenziertes Buch geschrieben hat, das auch liberale Muslime kennt? Der Mann ist immerhin Sozialdemokrat wie Buschkowsky auch. Und warum darf man keine Meinung mehr haben und muss in der Ecke stehen, wenn man “konservativ” (Ihre Wortwahl) ist? Fragen über Fragen.

    Ein Lösungsweg zur Beantwortung dieser Fragen: Sie sollten damit anfangen, sämtliche Vorurteile, die Sie haben, zu überprüfen. Sie verfehlen die Wirklichkeit total, sondern unterstellen mir tausend Dinge, die nur aus Ihrer Phantasie kommen können.

    Für alle Mitleser: Sarrazin spricht ab S. 268 über liberale Muslime. Das kann man auch schnell mal in der Buchhandlung lesen, ohne das Buch gleich zu kaufen.
    Claus sagt:
    15. Oktober 2010 um 23:10

    Wer wie T. Franke am 19.09. vor Ort den Blogeintrag von Lamya Kaddor den PiPis zuordnet, der wird, davon darf man wohl ausgehen, kaum zu überwindende Schwierigkeiten haben, Muslime anzuerkennen. Da wird nicht “anders” gedacht - sondern ein Null-Linien-EEG gespiegelt. Mehr ist dazu nicht zu sagen, denn Sie wissen schon: … nisi bene.

    Alles wird gut
    Claus
    Bayerhammer sagt:
    16. Oktober 2010 um 23:06

    @T.Franke
    Sorry, aber wenn Sie Sarrazins Buch für differenziert halten, ist das an Einfältigkeit nicht mehr zu überbieten. Nicht mal die Bild-Zeitung und Henryk Broder würden dieses Buch als “differenziert” bezeichenen. Nicht mal Sarrazin selbst würde das tun. Wie oft wollen Sie sich hier eigentlich noch outen?

    Sie treten auf, mit guten Ratschlägen für Frau Kaddor, für mich, für alle anderen. Zugleich echauffieren Sie sich darüber, wenn man Ihnen in der gleichen Art gegenüber tritt.

    Meine Erkenntnisse entnehme ich Ihren Äußerungen, woher auch sonst. Sie faseln etwas von rotem Tuch und Andersdenkende, aber Ihr erster Kommentar beschäftigt sich mit der andersdenkenden Kaddor. Wo ist also das Problem.

    Es ist wirklich amüsierend, wenn Sie und Ihresgleichen Kritik erfahren, immer die gleiche paranoide Angst zum Vorschein kommt, dass man Ihnen und Ihresgleichen den Mund verbieten wolle. Das man Ihre heilige “Meinungsfreiheit” beschränken würde. Niemand tut das. Im Gegenteil. Es ist gut so, dass Sie und alle anderen Sarrazin-Freunde reden dürfen, schließlich entlarven Sie sich dadurch selbst am besten.

    Der Hinweis, dass Sarrazin immerhin Sozialdemokrat sei, ist wirklich treffen. Als Sozialdemokrat kann man freilich qua definitionem kein Rassist sein, oder was wollen Sie damit sagen? Schon der Zentralrat der Juden hat ihm die Mitgliedschaft in der NPD angeraten. So weit würde ich nicht gehen.
    T. Franke sagt:
    19. Oktober 2010 um 23:54

    Liberal sein bedeutet u.a. großzügig zu sein, und so überlasse ich das Urteil darüber, wer sich hier durch seine Worte selbst entlarvt hat, großzügig den Mitlesern unserer kleinen Diskussion - und ziehe mich zurück.
    Claus sagt:
    22. Oktober 2010 um 00:46

    In nur fünf Kommentaren gelang es T. Franke unbelegte und/oder zusammenhanglose Behauptungen aufzustellen:

    Lamya Kaddor schrieb PI-tauglich.

    Hans-Werner Sinn und Jan Fleischhauer schrieben sinnvolle Ergänzungen bzw. im Großen und Ganzen das, was Sarrazin schrieb.

    “Liberal sein bedeutet u.a. großzügig zu sein” [weshalb Guido Westerwelle die spätrömische Dekadenz für alle ermöglichen möchte].

    Der Rest ein Rauschen. Und, ja, ich werde sie/ihn vermissen.

    cheerio
    Claus
    T. Franke sagt:
    28. Oktober 2010 um 00:45

    @Claus:

    Ich schrieb nicht, dass Frau Lamya Kaddor “PI-tauglich” schrieb, sondern dass die Sarrazin-Kritik von Frau Kaddor gut auf den Blog PI zutreffen würde, wenn sie denn auf diesen gemünzt gewesen wäre.

    Für Sie ist wohl jeder Andersdenkende gleich ein PI-Fan?

    Bitte ersparen Sie mir, hier mit Ihnen bis zum Sankt Nimmerleinstag Ihre üblen Nachreden korrigieren zu müssen, ich würde diesen Thread hier gerne beenden. Danke.

2 Kommentare

Mi

06

Jul

2011

Danke, Politik - Ein Rückblick auf die Sarrazin-Debatte

Es kommt nicht so oft vor, dass sich Menschen bei Vertretern dieser Berufsgattung bedanken: den Spitzenpolitikern. In den vergangenen Wochen aber ist mir als Muslimin dieser Gedanke ein ums andere Mal durch den Kopf gegangen. Während sich bis heute diverse Zeitgenossen bei der Suche abmühen, auch noch das letzte Körnchen Wahrheit in Thilo Sarrazins Äußerungen zu finden, um ihn als wichtigen Stichwortgeber dieser Tage feiern zu können, kamen von ihrer Seite recht zügig deutliche Zurückweisungen. Ob die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Merkel, ob der SPD-Chef Gabriel, die Grünen-Fraktionschefin Künast, der FDP-Vorsitzende Westerwelle oder der CSU-Politiker und Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Glück. Sie alle erhoben relativ spontan ihre Stimme, denn Ihnen war klar, dass Sarrazins Vorgehensweise zumindest kontraproduktiv ist.

Dafür bekamen sie später von allen Seiten Schelte. Einige wähnten Angriffe auf die Meinungsfreiheit, andere verorteten Politiker gleich in der Reichsschrifttumskammer. Auch von einer Hetzjagd auf Sarrazin war die Rede. Ich schätze, Sarrazin selbst hat sich derweil heimlich ins Fäustchen gelacht. Das alles klingt ja auch in der Tat absurd, wenn ein Autor größere mediale Aufmerksamkeit erhält als jeder bisherige Literaturnobelpreisträger. Für Sarrazin lief alles nach Plan. Man solle doch erst einmal das Buch lesen, hieß es. Was kann einem Autor, einem Verlag besseres geschehen als Prominente, als Titelschlagzeilen und Prime-Time-Fernsehshows, die allesamt erst mal zum Lesen ihres Buchs auffordern. Ein perfekter PR-Coup. Im Lehrbuch für Public Relation dürfte Sarrazin ein Platz sicher sein. Selbst im privaten Umfeld wurde man keck angestoßen: „Und, Sarrazin schon gelesen?“ Nein, und ich bekenne hiermit, ich werde dieses Buch auch niemals lesen.

Warum auch? Bringt es mich weiter – etwa mit neuen Informationen? Nein. Stehen darin konstruktive Lösungsvorschläge? Nein. Ist es ein Lesevergnügen? Nein. Ist der Autor eine Koryphäe auf dem Gebiet der Integration? Nein. Im Nachhinein distanzieren sich selbst Wissenschaftler, auf die sich Sarrazin beruft von dessen abenteuerlichen Schlussfolgerungen. Warum soll man sich also die verquaste Zahlenjonglage eines Bundesbankvorstands und ehemaligen Finanzsenators anschauen, der sich mit Genetik, Integration und islamischer Religion/Kultur befasst. Wenn ich etwas über Astrophysik lesen will, greife ich auch nicht zu einem Theologen, sondern zu einem Astrophysiker.

Man mag nun einwenden, dann sollte ich mir auch ein Urteil über das Buch ersparen. Ich darf kurz daran erinnern, wie das Buch eingeführt wurde. Bereits im Interview mit „Lettre International“ vor einem Jahr hatte Sarrazin erklärt, dass „eine große Zahl an Arabern und Türken keine produktive Funktion hat, außer für den Obst- und Gemüsehandel“ und: „Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate?“ Dann folgten in großen deutschen Medien ausführliche Auszüge aus dem Buch, die es in dieser Breite zuvor selten – wenn überhaupt – gegeben hat und die seine Grundannahme vom Grundübel der muslimischen Einwanderung untermauerten. Erst als die zentralen Botschaften des Buches bereits in aller Munde sind, stellt Thilo Sarrazin das Werk offiziell vor. Und plötzlich relativiert er Aussagen, zitiert nur noch Fakten und tut so, als ob es ihm tatsächlich nur um die Integrationsprobleme gehe. Er verallgemeinere gar nicht; das stehe so nicht in seinem Buch; das  habe er so nicht geschrieben. Dieses dürften die häufigsten Sätze gewesen sein, die er bei seiner Tour durch die Redaktionsstuben und Sendestudios von sich gegeben hat. Es scheint, als sei er inzwischen selbst ein Opfer seiner eigenen PR-Strategie geworden. Zuerst Pauschalurteile propagieren und sich dann auf Halbwahrheiten zurückziehen, ist eben ein gefährliches Spiel mit dem ideologischen Feuer.

Wer Sarrazins vorab veröffentlichte Kernthesen mit etwas Verstand und Hintergrundwissen betrachtet, ahnt bereits, dass sie nicht haltbar sind.  Wer sich darüber hinaus schon mal mit Statistiken zu dem Thema befasst hat, weiß, dass Sarrazin Daten aus dem Zusammenhang reißt, ihm nicht zuträgliche Informationen unterschlägt oder falsche bzw. nicht gedeckte Schlussfolgerungen aus dem von ihm benutzten Material zieht.  Das Buch zu lesen mag für diejenigen interessant sein, die sowieso die gleichen Ansichten vertreten wie er und die lediglich nach einer (vermeintlichen) Bestätigung suchen. In Fachkreisen wird sein Buch jedenfalls keinen Einfluss gewinnen.

Also: Danke nochmals an die Politiker und all jenen, die direkt zu Beginn der Debatte öffentlichkeitswirksam Stellung bezogen. Danke, dass sie die Grundprinzipien unserer Verfassung verteidigt und sich vor die Minderheit in Deutschland gestellt haben. Ihr Gewicht in der Debatte war wichtig, da sich die Mehrheit unserer Mitbürger, die Sarrazins Thesen für nicht tragbar hält, nur unzureichend zu Wort meldete.

Es heißt immer, dass so viele Sarrazin zustimmten. Ich wage dies zu bezweifeln. Gewiss erhält er Zuspruch. Der alte Blut-und-Boden-Gedanke ist nach wie vor verbreitet. Aber bei Stammtisch-Debatten melden sich natürlicherweise zuvorderst Menschen zu Wort, die auch an den Stammtischen dieser Republik Platz nehmen. Leute, die sich von einfachen Parolen angesprochen fühlen, lassen sich leichter mobilisieren. Ich kann verstehen, dass sich entspannte Zeitgenossen von solchen hyperventilierenden Diskursen lieber kopfschüttelnd fernhalten. Gleichzeitig wird dadurch den Schreihälsen jedoch die zentrale Position auf dem Spielfeld überlassen. Während sich die meisten denken, was für ein Unsinn und ihres Weges gehen, greifen diese zum Telefonhörer, zu Papier und Stift oder zur Tastatur und verleihen ihrer Empörung Ausdruck. Endlich kann man mal wieder Klartext reden – und es ist auch noch en vogue. Zugleich korreliert dieses Verhalten mit einem besonders unter so genannten Islamkritikern auftretenden Phänomen: sich gegenseitig dazu anzustacheln, einen oder gleich mehrere Lesebriefe, Emails oder Postings zu schreiben. Bei manchen Journalisten kommen auf diese Weise zahlreiche „Eingaben“ an, die fälschlicherweise suggerieren, da draußen gebe es eine breite Meinungsfront.

Dummerweise muss man sagen, hat sich die Strategie letztlich durchaus erfolgreich erwiesen. Die Schreihälse trieben fast alle und jeden vor sich her. So fanden sich im Laufe der Debatte auch zunehmend in Medien, die den Sarrazin-Hype zunächst nicht mitmachen wollten, Stimmen, die meinten: Ja, also der Sarrazin hat ja nicht in allen Punkten Unrecht und außerdem stimmen ihm ja auch noch so viele Menschen zu, die überhaupt nicht ausländerfeindlich seien. Auch unter Politikern führte die Strategie der so genannten Islamkritiker hier und da zu einer halben Rolle rückwärts. So bemühten sich einige auf einmal zu betonen, wie kompromisslos die Politik künftig mit „Integrationsverweigerern“ unter den Einwanderern umspringen müsse. Darüber, wie denn die Politik künftig mit „Intergrationsverhinderern“ in der Aufnahmegesellschaft umspringen müsse, hörte man hingegen nichts.  Bereits vier Wochen nach Sarrazin scheint sich also der Eindruck zu bestätigen, dass die ganze Aufregung mal wieder nichts Positives gebracht hat – selbst die von vielen freudig begrüßte Aufmerksamkeit für die Probleme der Integration kamen über ein kurzes Spotlight nicht hinaus; inzwischen stehen nämlich längst wieder andere Themen ganz oben auf der politischen Agenda.

(siehe hier zu auch migazin.de)

***ältere Kommentare***

    Gülsen Celebi sagt:
    30. September 2010 um 12:02

    Ein sehr guter Artikel. Danke.
    Wer entscheidet, ob jemand integriert ist oder nicht? Also, ich kenn da aber ganz viele Deutsche, die sich nicht integriert haben. Die mögen keine Pizza, keinen Döner und tragen meist eine Glatze… Das ist die Lebensrealität. Ich finde es toll, dass mich meine Freunde mit italienischer, griechischer, spanischer, polni…scher…. Migrationsgeschichte positiv inspirieren. Deutschland ist nicht mehr das Deutschland von vor 40 Jahren…und Deutschland selbst hat sich bereits an seine Migrationsgeschichte seit Generationen bzw. Jahrhunderten gewöhnt…nur einige wenige Deutsche noch nicht, die dann auch laut schreien, neeeeeeeeee Thilo, du Deutscher mit Migrationsgeschichte:)
    Clara Schwarze sagt:
    30. September 2010 um 20:06

    Sehr geehrte Frau Kaddor,
    mit diesem Blog-Eintrag habe ich schon Schwierigkeiten, und mit der Antwort von Gülsen Celebi ebenfalls.

    Es gibt deutsche Werte wie die Freiheit von Presse, Lehre und Wissenschaft. Diese Werte sind nicht verhandelbar, da sie wichtige Institutionen unserer Vorstellung von Demokratie sind und auf einer jahrhundertealten Entwicklung beruhen.
    Diese Freiheiten dürfen nur dann eingeschränkt werden, wenn es sich um verfassungsfeindliche Äußerungen handelt, aber selbst dann wird, wie im Fall beispielsweise der DVU oder auch einiger islamistischer Krachmacher die Einschränkung der Meinungsfreiheit sehr vorsichtig betrachtet.
    Dass Politik und Presse fast geschlossen gegen ein Buch vorgehen ist ein Bruch mit diesen Werten und aus meiner Sicht sollten Sie mit solchen Äußerungen etwas vorsichtiger sein, bzw. etwas genauer recherchieren, da sie es möglicherweise tatsächlich nicht wissen. Ich bezweifle nicht, dass Sie wissen, dass Presse- und Publikationsfreiheit wichtig ist. Aus Ihrem Blog geht aber hervor, dass Sie nicht wissen, warum er eine so fundamentale Säule unseres Demokratie-Verständnisses ist.

    Nun der zweite Punkt:
    Sie schreiben, dass Sarrazin viel Zuspruch erhalten würde, weil der deutsche Blut und Boden-Gedanke nach wie vor verbreitet sei. Dies ist keine glückliche Wortwahl und als Analyse ebenfalls problematisch: Wenn der “Blut-und-Boden”-Gedanke, der ja ein Nazi-Begriff ist, verbreitet wäre, dann würden Sie vermutlich eher nicht in Deutschland leben. In jedem Fall beleidigen Sie damit sehr viele Deutsche, wie mich, die ihren Blog eher wohlwollend und im Interesse an Ihrer Arbeit lesen.

    Die Äußerung von Gülsen Celebi ist ebenfalls nicht so ganz unproblematisch, denn die Bereitschaft der meisten Deutschen, ohne Migrationshintergrund, in ihrem Land zur Minderheit zu werden,
    ist nicht allzu groß ausgeprägt. Dass ist ja gerade der Grund, warum viele Deutsche Herrn Sarrazins Buch kaufen.

    Und Nazi-Gedankengut ist tabu. Das wissen wir alle. Das darf aber nicht dazu führen, dass alles Deutsche zur Nazi-Kultur erklärt wird, denn Deutschland ist mehr und die Geschichte ist länger. Möglicherweise sind Ihnen diese Gedankengebäude nicht gar nicht so bewusst, weil die 68er-Generation sich in einer Art absoluter Ablehnung aller deutschen Werte befand und Sie vermutlich in erster Linie solche Lehrer in der Schule haben, und auch in Presse und Wissenschaft heute solche Meinungen noch immer sehr dominieren.

    Hierauf beruht auch eine Hierarchie der Werte, in der die Freiheit von Presse, Lehre und Publizistik und auch die Gewaltenteilung eine entscheidende Rolle spielt. Diese Freiheiten dürfen nur dann eingeschränkt werden, wenn das, was publiziert werden soll, absolut verfassungsfeindlich ist.
    Das ist das Buch von Thilo Sarrazin aber nicht. Es gibt eine Meinung wieder und es steht jedem frei, dagegen zu argumentieren. Natürlich kann man anmerken, dass Herr Sarrazin als Ex-Bundesbankchef eine große Verantwortung trägt und möglicherweise in seinem Buch verallgemeinert hat und dies, in den Worten Merkels, nicht hilfreich, vielleicht auch beleidigend ist.
    Das ist aber kein Grund, es zu verbieten. Dass die Bundeskanzlerin sich einmischt, und die gesamte Politik versucht, ein Buch zu tabuisieren, ist ebenfalls problematisch.

    Diese Meinung haben viele Deutsche und viele Europäer. Ich weiß nicht, wie viele es sind, aber ich möchte Sie bitten, hier mit Respekt vor UNSEREN Werten und UNSERER Kultur zu zeigen.

    Ein unabdingbarer deutscher Wert ist beispielsweise auch die Presse-, Meinungs- und Publikationsfreiheit. Daher ist es aus meiner Sicht schon problematisch, wie die Politik auf Sarrazins Buch reagiert hat, ganz unabhängig davon, ob man nun seiner Meinung ist oder auch nicht.
    Claus sagt:
    1. Oktober 2010 um 19:23

    Das Problematischste an der Meinungsfreiheit ist meiner bescheidenen Erfahrung nach, dass hin und wieder mehrere Ansichten einander widersprechen. Das kann zu Verwirrung führen. Ein unhaltbarer Zustand, dem entgegenzuwirken ist. Schauen wir mal:

    Verwirrung 1: Es sei ein Bruch mit deutschen Werten (Pressefreiheit etc.), wenn Politik und Presse geschlossen gegen ein Buch vorgingen.

    Leider falsch, weil diese Freiheiten eben auch bedeuten können, dass alle derselben Meinung sind (und diese dann äußern). Übrigens waren gar nicht alle einer Meinung; aber da kommen wir in den Bereich des Faktischen, was zu normativ werden könnte, um sich mit der freiheitlichen Tieffliegerei Thilo Sarrazins vertragen zu können.

    Verwirrung 2: Der Hinweis, der “Blut-und-Boden-Gedanke” sei nach wie vor verbreitet, sei eine Beleidigung vieler Deutsche.

    Nun, Fakten können schmerzen, aber nicht beleidigen. Siehe NPD, DVU. Aus wissenschaftlicher Sicht s. Wilhelm Heitmeyer und viele weitere. Frau Kaddor sprach - wenn Sie, liebe Frau Schwarze, noch einmal nachlesen möchten – an der Stelle ausdrücklich nicht von der Mehrheit (die Mehrheit seien Bürger, die Sarrazins Thesen für nicht tragbar halten).

    Damit wäre auch gleich Verwirrung 3 entsorgt, die zu dem Irrglauben führt, alles Deutsche würde zur Nazi-Kultur erklärt. (Vielleicht darf ich zudem darauf hinweisen, dass Frau Kaddor Deutsche ist; und meiner Einschätzung nach keinerlei Interesse daran erkennen lässt, eine Nazi-Kultur zu befördern.)

    Verwirrung 4: Die Deutschen hätten kein ausgeprägtes Interesse, in ihrem Land zur Minderheit zu werden.

    Auch dem muss, immer diese Fakten!, widersprochen werden. Es ist gar schlimmer, und diesmal hat sogar Thilo Sarrazin recht: Bei einer (stabilen) Reproduktionsrate von 1,4 wird sich Deutschland in der Tat abschaffen. Ganz ohne Fremdeinwirkung.

    Verwirrung 5: Jedem stehe es frei, gegen die Meinung Thilo Sarrazins zu argumentieren. Wenn sich allerdings die Bundeskanzlerin einmischt, sei dies problematisch.

    Nun ja, Bundeskanzlerin Merkel ist Mitglied einer Partei, und wenn ich einen Blick ins Parteiengesetz werfe, dann steht da: “Parteien sind Vereinigungen von Bürgern, die dauernd oder für längere Zeit für den Bereich des Bundes oder eines Landes auf die politische Willensbildung Einfluss nehmen…”

    Halten wir also fest – da niemand das Buch Herrn Sarrazins verbieten möchte – dass Frau Merkel, Frau Kaddor und etliche weitere schlicht “Respekt vor unseren Werten und unserer Kultur” zeigten.

    Immer zu Diensten und viele Grüße

    Claus
    auguste sagt:
    1. Oktober 2010 um 20:02

    @ Frau Schwarze,
    ein kritisiertes ist weder ein tabuisiertes noch ein verbotenes Buch - und wenn “die” Politik Sarrazin widersprochen hat, so durfte sie das. Schauen Sie mal die Verkaufszahlen an, die dürften Sie darüber beruhigen, dass die “Tabuisierung” wenig Auswirkungen hatte.
    Die Presse-, Meinungs- und Publikationsfreiheit ist durch Kritik nicht angegriffen, auch durch die Kritik von Politikern nicht. Auch diese Leute dürfen sagen und publizieren, was sie denken.
    Bayerhammer sagt:
    2. Oktober 2010 um 12:57

    @august
    sehr gut auf den Punkt gebracht. Ich hoffe, dass sich die hehren Kämpfer für die Meinungsfreiheit, das mal hinter die Ohren schreiben…
    Otto Z. sagt:
    2. Oktober 2010 um 16:38

    Der Umgang der Sarrazinbefürworter mit dessen Buch erinnert mich an den Umgang der Muslime mit dem Koran:

    “Das ist falsch zitiert, das ist eine falsche Übersetzung, das ist aus dem Zusammenhang gerissen, das kann man so nicht sehen, sie haben es nicht gelesen, nicht ganz gelesen, nicht genau genug gelesen…”

    Irgendwie habe ich den Eindruck, daß es Menschen gibt, die das islamische Vorgehen für sich adaptiert haben und nun anwenden – nur halt andersherum, als die Muslime.
    Claus sagt:
    3. Oktober 2010 um 01:04

    @Otto Z.

    Einstein hat mal behauptet, der Kopf sei rund, damit die Gedanken leichter die Richtung ändern können. Bei manchem geht das so fix, dass einem schwindlig werden könnte:

    “Thilo Sarrazin sagt nur die Wahrheit.”
    http://lamya-kaddor.de/blog/?p=69&cpage=1#comment-212

    @auguste

    Kann mich Bayerhammer nur anschließen. Wenn ich gewusst hätte, dass Sie schon an der Tastatur sitzen, hätte ich mir mein Geschreibsel sparen können. :)

    Viele Grüße
    Claus
    N.N.Kater sagt:
    10. Oktober 2010 um 00:25

    @Otto Z.

    Ziemlich dummer Vergleich, Koran und Sarrazin!

    Der Koran ist Jahrhunderte alt und sehr schwer übersetzbar. Da kann es schon zu Schwierigkeiten bei der Interpretation kommen. Ist bei den anderen alten, religiösen Schriften nicht anders.

    Wie kann man das mit Opa Thilo vergleichen? Ist er inzwischen zum Propheten ernannt worden?
    Hatem sagt:
    10. Oktober 2010 um 08:06

    Sehr geehrte Frau Kaddor,
    wir alle sollten Thilo Sarrazin dankbar sein, dass er die Debatte angeschoben hat über Dinge, über die jahrelang gar nicht gesprochen werden durfte. Und bei dem Politiker aller Parteien sich im Totschweigen oder Schönreden gegenseitig überboten.

    @Gülsen Celebi
    Sie wollen offensichtlich nicht begreifen, was Integration bedeutet.
    Dabei geht es nicht darum, ob man lieber Bockwurst oder Pizza mag.
    Sondern, dass man die Sprache des Landes lernt, in das man kommt. Und sich an die Gesetze hält, statt die Scharia über das Grundgesetz zu stellen, wie es leider viele Muslime tun.

    MfG
    Hatem
    Lydia sagt:
    11. Oktober 2010 um 12:36

    @ Hatem

    1. Also, ich wüßte nicht, wer wann wem in der BRD konkret untersagt haben sollte, über bestimmte Themen zu reden. Das ist Blödsinn.

    Sie haben gewiß insofern recht, als jetzt - nach Sarrazin mehr als vorher - das unsägliche braune Gesocks wieder aus seinen Löchern hervorkommt. Aber daß ausgerechnet ein Araber das als Ausdruck von Mut und Fortschrittlichkeit feiern kann, ist sträflicher Leichtsinn.

    2. Zu dem, was Sie an G. Celebi geschrieben haben:
    Wer genau kann denn kein Deutsch? Wer genau stellt denn die Scharia über das GG? Kennen Sie diese Menschen persönlich? Können Sie belegen, was Sie da sagen?

    Tatsache ist: Die ersten EinwanderInnen wurden von den entsprechenden Büros vor Ort in ihren Ländern gezielt deswegen ausgesucht, weil sie AnalphabetInnen waren. Der Grund lag darin, daß sie die Arbeiten übernehmen sollten, die wir Deutschen nicht unbedingt machen wollten. Deren Kinder und Kindeskinder bevölkern inzwischen die Universitäten. Und manche versuchen wenigstens, trotz aller Hindernisse hier Karriere zu machen (ich kenne einige davon tatsächlich persönlich).

    Und ich denke, daß die ganze Sarrazin-Debatte letzten Endes auch eine Neid-Debatte ist. Das Problem ist nicht, daß die Integration gescheitert ist, denn das ist sie nicht. Das Problem für die NeiderInnen ist, daß sie geglückt ist. Wir haben in diesem Land etwa 16 Mio. Menschen im Osten, die arbeitslos, völlig verzweifelt und ganz und gar nicht integriert sind. Die fühlen sich um ihre Zukunft betrogen, und zwar zu recht. Und das sind diejenigen, die fatalerweise NPD wählen und sich mit Sarrazins Eugenik-Geschwafel abgeben.
    Aber das Problem sind nicht die “AusländerInnen” oder die “JüdInnen”. Das Problem ist die Wirtschaftslage. Die muß geändert werden.
    Claus sagt:
    12. Oktober 2010 um 14:22

    Der einzig neue Beitrag Thilo Sarrazins zur Debatte ist die Übertragung der Mendelschen Regeln auf den Menschen. In der Form, wie es bei ihm geschah, “durfte” man dies in der Tat jahrelang nicht tun. Hatte Gründe, wenn ich mich recht entsinne…
    Der Rest ist lauwarme Erbsensuppe.

    @Gülsen Celebi
    Wenn ich einen kleinen Tipp zur Abrundung der Integration geben darf: Ironische Elemente in einem Beitrag bitte deutlich kennzeichnen, damit sie von den Eingeborenen verstanden werden. So zum Beipsiel: ;)
    Bayerhammer sagt:
    13. Oktober 2010 um 16:11

    @Hatem
    Über das Thema wurde schon immer gesprochen. Niemand hat etwas totgeschwiegen. Niemand hat etwas schön geredet. Es gibt seit Jahren haufenweise Bücher über die Probleme von Ausländern in Deutschland.

    Wenn etwas nicht gesagt wurde, dann lag das höchstens daran, dass sich in den vergangenen Jahrzehnten kein “Deutscher” getraut hat, so zu reden wie heute. Wenn Sie Sarrazin dankbar sein wollen, dann können Sie ihm nur dafür danken, dass sich jetzt noch mehr Deutsch-Nationale endlich wieder lauthals zu Wort melden können - ohne gleich in die Nazi-Ecke gestellt zu werden - wie übrigens die heute veröffentlichte Studie der FES “Die Mitte in der Krise” untermauert.

    Das Problem lag - wenn man es zuspitzen will - nie an den “Ausländern”. Ob unter Schmidt, Brandt oder Kohl - Ausländer hatten in deren Augen in Deutschland nie etwas zu suchen. Völlig egal, welche Religion sie hatten. Die “Deutschen” wollten schon immer nur unter sich bleiben. Und wenn Sarrazin eines geschafft hat, dann dass diese Haltung wieder “in” ist. Genau das sieht man auch jüngst an Herrn Seehofer, an Frau Steinbach und all die anderen, die jedes Mal aufjohlen, wenn es gegen Türken, Araber oder Muslime geht. Glauben Sie bitte nicht, dass diese Menschen, nur etwas gegen den Islam hätten. Stellen Sie sich vor, es lebten 4,5 Millionen schwarzafrikanische Christen in Deutschland. Was glauben Sie wohl, wie würden diese Leute reagieren würden???????????????
    leisegang sagt:
    15. Oktober 2010 um 20:52

    Hallo Frau Kaddor,
    ich hingegen bin Ihnen für Ihren Beitrag zur Debatte in den Blättern für deutsche und internationale Politik 10'10 “Muslima in Sarrazinland” dankbar. Weil es sonst - um mit Enzensberger zu sprechen - “immer die Anderen sind, die da reden, und der, von dem da die Rede ist, schweigt.” Insofern war Ihr Text, den ich nebenbei für ausgesprochen gelungen halte, dringend nötig. Ich hoffe noch viel aus Ihrer Feder zu lesen. Viel Erfolg für ihre Arbeit und Ihren neugegründeten Verband.
    Hatem sagt:
    24. Oktober 2010 um 22:03

    @Lydia
    1. Wenn Sie in dem letzten zwanzig Jahren in der Bundesrepublik gelebt haben, dann kann Ihnen nicht entgangen sein, dass jeder, der auch nur die Feststellung wagte, dass es unter muslimischen Migranten Inetrgationsverweigerer gibt, sofort in die rechte bis rechtsextreme Ecke gestellt wurde. Der einzige Politiker, der sich traute, das anzusprechen, war HEINZ BUSCHKOWSKY.
    Und er wurde dafür in der SPD nicht geliebt.

    Dieses Totschweigen und Nicht-wahrhaben-wollen ist erst in diesem Jahr durch die beiden Bücher von KIRSTEN HEISIG und THILO SARRAZIN gebrochen worden. Und, weil es mutige Frauen aus muslimischen Familien gab, die ihre Stimme erhoben haben!
    Ich nenne stellvertretend NECLA KELEK, SEYRAN ATES und GÜNER BALCI.
    Ich habe große Hochachtung vor diesen Frauen und ihrem Mut!

    2. Ja, ich kenne Menschen, die schlecht Deutsch können. Es gibt einige wenige, das muss ich leider gestehen, sogar in meiner Familie.
    Menschen, die die Scharia über das Grundgesetz stellen, gibt es in Berlin genug. Es sind zum Beispiel all jene, die - zum Teil vor laufenden Kameras - den Mord an HATUN SÜRÜCÜ gerechtfertigt haben.

    Darauf zu verweisen, dass die ersten Gastarbeiter Analphabeten waren, ist nicht hilfreich. Das ist über vierzig Jahre her. Und seit dreißig Jahren gibt es einen Anwerbestopp.

    Die Araber in meiner Familie, die gute Karrieren gemacht haben, egal ob in der “alten Heimat” oder in Deutschland, sind die, die am wenigsten religiös sind. Sie sind nur noch pro forma Muslime. Oder haben sich sogar ganz losgesagt von den Fesseln dieser Religion.

    Die Sarrazin-Debatte soll eine “Neid-Debatte” sein?
    Soll man Neid empfinden, wenn in Berlin 40 % der Türken arbeitslos sind?
    Soll man Neid empfinden, wenn in Berlin 44 % der Intensivtäter Araber sind?

    Sie schreiben:
    “Wir haben in diesem Land etwa 16 Mio. Menschen im Osten, die arbeitslos, völlig verzweifelt und ganz und gar nicht integriert sind. ”

    Meinen Sie das ernst?
    Waren Sie überhaupt schon mal in den fünf neuen Bundesländern?
    Ich kann es mir nicht vorstellen.

    @Claus
    Sie haben das Buch von Sarrazin offenbar nicht gelesen. Sonst wüssten Sie, dass die Genetik-Thematik (der ich persönlich nicht zustimme) nur einen kleinen Teil des Buches einnimmt.
    Vielleicht sollten Sie ein Buch erst lesen, bevor Sie ein Urteil fällen.

    Im übrigen werfe ich Sarrazin etwas ganz Anderes vor: Dass er alle muslimischen Migranten in einen Topf wirft. Wer z.B. Alewiten persönlich kennt, weiß, dass diese sehr liberal und integrationswillig sind.

    @Bayerhammer
    Ich kann Ihnen nicht zustimmen.
    Sicher haben mein Vater und meine Geschwister auch dumme Rassisten getroffen. Ich denke, diese gibt es in jedem Land.
    Aber fast alle Deutschen haben uns (auch in einem sehr kleinen Ort) offen und freundlich und interessiert empfangen und behandelt.
    Ich glaube, dass die weitaus überwiegende Zahl der Deutschen aufgeschlossen und freundlich zu Ausländern ist. Umso mehr zu Ausländern, die die deutsche Sprache lernen und sich nicht abschotten, sondern SICH in Deutschland INTEGRIEREN.

    Umso mehr bin ich genervt von denen, die sich nicht integrieren wollen und ein schlechtes Licht auf alle Migranten werfen. Und davon gibt es, zumindest in Berlin, viel zu viel. Die Gründe dafür sind vielfältig. Aber der Hauptgrund liegt für mich ganz klar in einer Religion, die die Aufklärung erst noch vor sich hat.

    MfG
    Hatem
    Bayerhammer sagt:
    25. Oktober 2010 um 21:18

    @hatem
    Ihnen werden meine Worte blitzartig wieder einfallen, wenn Sie die nächste, übernächste und überübernächste Diskriminierung erfahren - obwohl Sie so schön integriert sind.

    Keine Frage, die meisten Deutschen sind aufgeschlossen und freundlich zu Ausländern - Gott sei dank, sonst hätten wir hier längst andere Zustände. Nur das bringt Ihnen wenig, wenn Sie mehrmals an den falschen geraten - etwa um eine Wohung zu mieten. Wie viele Wohnungen mussten Sie in Ihrem Leben schon anmieten? Und wie viele davon in einer fremden Stadt? Sie werden auch an meine Worte denken, wenn man Sie demnächst etwa bei der Bezahlung mit der EC-Karte nach einem Perso fragt, wo doch die blonde, blauäugige Frau kurz vor Ihnen ganz einfach so bezahlen durfte…

    Sie messen mit zweierlei Maß. Die Fälle von “Ausländern”, die sich nicht integrieren wollen, hängen sie hoch auf. Die Fälle von dummen Rassisten spielen sie als Einzelfälle runter. Tun Sie das nicht. Seien Sie einfach realistisch und erkennen Sie an, dass man sowohl etwas gegen Ausländer, die auf die deutsche Gesellschaft pfeiffen, tun muss, als auch gegen deutsche Rassisten, die nichts Fremdes um sich haben möchten. Auch wenn beides nur eine deutliche Minderheit unter den jeweiligen Gruppierungen betrifft. Alles andere ist - tut mir leid - naiv … und könnte am Ende zu bösen Enttäuschungen führen.
    Hatem sagt:
    25. Oktober 2010 um 21:45

    @Bayerhammer

    Sie unterstellen mir selektive Wahrnehmung. Aber vielleicht leiden Sie selber daran?

    Zu Ihrem Beitrag:
    Ich habe mehr als ein Dutzend Wohnungen oder Zimmer gemietet, sowohl in Berlin, als auch im Norden, in NRW und südlich des Mains. Ich bin dabei nie diskriminiert worden. Vielleicht liegt es daran, dass ich perfekt und akzentfrei deutsch spreche?

    Ich lebe jetzt in Berlin, und meinen Erfahrungen nach in der S-Bahn und U-Bahn zufolge, würde ich sagen: Es gibt weitaus mehr nicht integrierte Muslime als Nazis und Rassisten. Ich bin bisher einmal tätlich aufgrund meines undeutschen Aussehens von einem Nazi angegriffen worden. Aber ich habe schon mehrere gewalttätige Übergriffe von Türken und Arabern erlebt. Mein älterer Sohn, der mehr nach seiner Mutter kommt, ist von einem Türken mit einem Messer bedroht und ausgeraubt worden. Von Drogenhandel will ich nicht reden, das ist hier auf manchen U-Bahn-Linien schon Gewohnheit.

    Und eine Frage habe ich noch, aus Neugier:
    Ihr Nickname ist deutsch. Sind Sie Deutscher?
    Oder, wenn nein, warum haben dann einen solchen Nick gewählt?
    Claus sagt:
    26. Oktober 2010 um 00:02

    @Bayerhammer und Lydia

    Lassen Sie sich vom blondassimilierten Hatem nicht ins Boxhorn jagen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei ihm um einen “Urdeutschen” ohne muslimischen Hintergrund handelt, schätze ich auf über 90 Prozent. Online unter falscher Flagge zu segeln gehört bei PiPiFanten zum Standardrepertoire (und ist auch manchmal erfolgreich, wenn z.B. in Talkshows wie “hart aber fair” überkritische Mails von Menschen mit Migrationshintergrund verlesen werden. In den einschlägigen Foren feiern die Kleverles dann gelegentlich ihre Triumphe.

    Ich habe vor etlichen Jahren mal versucht, ins Gespräch mit solchen Figuren zu kommen, gab dem Affen ordentlich Zucker – und bin, nicht unerwartet, gescheitert. Derlei Menschen führen keine Gespräche, sind nicht an Argumenten interessiert, sondern an der Absonderung ihrer einfältigen Ansichten.

    Einige ihrer Grundregeln:

    Ignoriere Argumente, sobald sie unbequem werden (Hatem: Sarrazin hat gesagt, was man vorher in Deutschland nicht sagen durfte. Bayerhammer: Es gibt schon lange zahlreiche Bücher zum Thema. Hatem: Schweigt, da Bayerhammer natürlich nachweisbar recht hat.)

    Verallgemeinere, soweit es geht. (Es sind immer alle Muslime ganz böse; mindestens aber die Mehrheit. Die Aleviten werden bei Hatem erst ausgenommen, seit ich ihn auf sein zwanghaftes Bausch-und-Bogen-Muster aufmerksam gemacht habe.

    Opfermodus: Sarrazin, Kelek et al. sind bewundernswert, weil sie sich mutig der Übermacht der Gutmenschen entgegenwerfen. Der letzte Gutmensch wurde zwar vor zehn Jahren gesichtet, aber dass macht nix.

    Greife Aussagen des Anderen auf und versuche ihn in eine Rechtfertigungsposition zu zwingen. Möglichst ohne eigene Argumente jenseits des Verallgemeinerten zu bringen, weil man den Spieß ja umdrehen könnte. Ich tu Hatem mal den Gefallen:

    @Hatem, es ist nun mal leider so, Sarrazin, Sie müssen jetzt tapfer sein, hat nichts Neues, Weiterführendes geschrieben. Überprüfen Sie’s bitte, es schadet eher selten, wenn man in seinem Leben ein weiteres Buch zur Hand nimmt. Oder Zeitungen und Zeitschriften mit den kleineren Lettern. Von Sarrazins biologistischen Privatforschungen abgesehen, findet man: mehr Sprachförderung, mehr Krippen etc. Tut mir leid, habe nichts Erhellendes gefunden. Wohlan, überzeugen Sie mich doch einfach.

    Viele Grüße

    Claus
    Hatem sagt:
    26. Oktober 2010 um 22:14

    @Claus

    Über Ihren Post habe ich mich sehr amüsiert.

    Dass Ihnen nichts anderes einfällt, als mich zu diffamieren, finde ich armselig. Muss ich Ihnen eine Geburtsurkunde schicken?

    Ich glaube, dass Sie Schwierigkeiten haben zu akzeptieren, dass es Menschen “mit MH” gibt, die andere Migranten kritisieren. Dabei haben es doch Frauen wie Güner Balci oder Necla Kelek schon demonstriert.
    Und dass ich fehlerfreies Deutsch schreibe (zumindest hoffe ich das), macht mich in Ihren Augen offenbar auch verdächtig.
    Lächerlich.

    Trotzdem: ich will Ihnen ein paar Antworten nicht schuldig bleiben.

    Bitte nennen Sie mir ein Buch (und bitte keins aus irgendeinem rechtsradikalen Verlag), in dem deutlich ausgesprochen wurde, welche Probleme es mit muslimischen Migranten gibt.

    Die Alewiten sind bei mir schon immer sehr angesehen. Dazu brauche ich wirklich nicht jemanden wie Sie. Ich habe die Alewiten wahrgenommen über Hafez Al-Asad. (Einfach mal googeln. Dann bekommen Sie auch eine Idee, woher ich stamme…)
    Obwohl in der Minderheit, hat Al-Asad eine kluge Politik gemacht und Sunniten und Schiiten eingebunden. Allerdings war er auch, wenn es nötig schien, brutal. Aber das ist eine Geschichte für sich.

    Es gibt relativ viele Alewiten in Deutschland. Warum wohl? Weil viele es in ihren Heimatländern nicht leicht haben. Denn viele Sunniten und Schiiten halten die Alewiten für Ketzer und nicht für Muslime.

    Was Sarrazin betrifft: Wenn Sie da nichts Neues gefunden haben wollen, dann empfehle ich Ihnen eine zweite Lektüre. Obwohl ich ja leichte Zweifel habe, ob Sie das Buch überhaupt gelesen haben. (Ich gebe gerne zu: es ist doch recht trocken.)

    Und ich empfehle Ihnen gleich noch ein paar andere Bücher zur Problematik:

    Güner Balci: Arabboy

    Kirsten Heisig: Das Ende der Geduld

    Und, damit auch mal ein Mann zu Wort kommt:

    Hamed Abdel-Samad: Mein Abschied vom Himmel. Aus dem Leben eines Muslims in Deutschland

    MfG
    Hatem
    Lydia sagt:
    28. Oktober 2010 um 15:38

    @ Bayerhammer und Claus,

    vielen Dank für die Unterstützung, liebe Leute. Ich kann eure Kommentare nur als differenziert und sachlich bezeichnen und mich ihnen voll und ganz anschließen.

    @ Hatem,

    ich glaube, Sachargumente auszutauschen, ist hier (wie in vielen anderen ähnlichen Foren auch) tatsächlich nicht das Ding. Ich hab’ häufig die Erfahrung gemacht, daß sich ab einem gewissen Punkt die Argumentation nur noch im Kreis dreht, weil jeder bei seiner festgefahrenen Meinung bleibt, sich hartnäckig verteidigt und nicht in der Lage ist, auf den anderen einzugehen. Eine solche Argumentation fortzuführen, ist schlicht Zeitverschwendung, für beide Seiten.

    Das mit dem Osten hab ich übrigens ernstgemeint. Daß man diesen Menschen nach der “Wende” die Zukunft genommen hat, obwohl sie an sich sehr tüchtig sind, ist ja nichts Neues. Daß sich das irgendwann notwendigerweise mal rächen muß, auch nicht. Leider rächt es sich an den Falschen, statt daß man die gestaute Energie für sinnvolle wirtschaftliche Neuerungen verwenden würde.

    Eine Anmerkung vielleicht noch zu Hamed Abdel-Samad (Das Buch hab’ ich übrigens gelesen): Jemanden, der schwerst-traumatisiert ist, würde ich nicht als Parade-Muslim zitieren. Der kann für sich selbst sprechen, und selbstverständlich sollte man ihm mit dem gebotenen Einfühlungsvermögen begegnen. Aber er kann nicht als Sprecher für 1,2 Mrd. Menschen fungieren. Und Necla Kelek ist für meine Begriffe einfach eine unseriöse Geschäftemacherin, die auf der Islamwelle reitet, ihre eigene Religion diffamiert, sich bei der nicht-muslimischen Mehrheit anbiedert und ordentlich Kasse macht. Was daran mutig sein soll, kann ich nicht nachvollziehen.

    Was Sie zu Ihrer Meinung geführt hat, weiß ich nicht. Sarrazin ist für mich ein Rassist. Trotzdem kann ich Ihre Haltung so stehenlassen. Lassen Sie meine auch so stehen, kommentieren Sie sie nicht mehr. Denn, wie gesagt, dieser Diskurs ist Zeitverschwendung.

    MfG
    Lydia
    Claus sagt:
    28. Oktober 2010 um 19:24

    Da wollte Hatem Antworten nicht schuldig bleiben und beantwortet doch nicht die einzige Frage, die ich indirekt stellte: Was hat Sarrazin Neues mitzuteilen (jenseits seiner naturgegebenen Brave New World)?

    Stattdessen Nebelkerzen (Verweise auf Kelek, Heisig…) und die eigentümliche Bitte um Buchempfehlungen, wo er sich doch seit Wochen auf der Seite von Lamya Kaddor tummelt. Tst tst.

    Garniert wird das Ganze mit Wehklagen, sein Migrationshintergrund erschiene mir wegen seiner Deutschkenntnisse verdächtig. Habe ich meines Wissens nicht geschrieben. Hingegen von einer knapp zehn-prozentigen Wahrscheinlichkeit, dass sehr wohl ein sog. Migrationshintergrund bestehen könnte. (Z.B. aus der Schweiz, den Niederlanden, Liechtenstein…)
    Hatem sagt:
    31. Oktober 2010 um 20:32

    @lydia

    Ich fürchte, den Osten sehen Sie sehr einseitig. Natürlich ist die Arbeitslosigkeit dort höher als im Westen und es gibt Menschen, die Verlierer der Wende sind und verbittert sind. Aber es gibt auch viele Menschen im Osten, denen es besser geht und die sehr froh sind, dass sie nicht mehr in der DDR leben müssen.
    Ich habe viele Freunde und Verwandte in Berlin und Leipzig, die das so sehen.
    Schauen Sie sich auch einfach mal die einschlägigen Studien an, dann werden Sie feststellen, dass die Menschen im Osten keineswegs alle Wendeverlierer sind.

    Ich habe Hamed Abdel-Samad nicht als “Parade-Muslim” bezeichnet.
    Aber sein Blick auf den Islam und seine Beschränkungen sind sehr aufklärend.

    Für Sie ist Sarrazin ein Rassist, für mich nicht.
    We agree to disagree.
    Das können wir so stehen lassen.

    MfG
    Hatem
    Hatem sagt:
    31. Oktober 2010 um 21:33

    @Claus

    Was Sie schreiben, wird immer lustiger.

    Ich habe Ihnen ja nur einen deutlichen Hinweis gegeben, welches mein Vater-Land ist. Haben Sie das überlesen oder wollen Sie das nicht wahrnehmen oder war das immer noch nicht deutlich genug für Sie?

    Zum Thema Sarrazin, will ich Ihnen mal drei Zitate nennen:

    “Von den gut 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland stammen also 25 bis 45 Prozent aus muslimischen Ländern.
    Auf diese Gruppe sind aber 70 bis 80 Prozent aller Probleme von Migranten in den Bereichen Bildung, Arbeitsmarkt, Transferleistungen und Kriminalität zurückzuführen.”
    (S. 262)

    “Für die muslimischen Migranten in Deutschland lässt sich eine unterdurchschnittliche Erwerbsbeteiligung feststellen. Nur 33,9 Prozent von Ihnen beziehen ihren überwiegenden Lebensunterhalt aus Berufs- und Erwerbstätigkeit.”
    (S. 282)

    “Die Situation in Neukölln bringt die Frage der muslimischen Zuwanderung exemplarisch auf den Punkt. Es geht um die geballte Mischung aus Mangel an Bildung, fehlenden Sprachkenntnissen, aus Transferabhängigkeit, traditionellen Lebensformen, Jugendkriminalität, kultureller Distanz, und es geht um die Tendenz zur Verfestigung dieser Mischung. Die Schülerzahlen zeigen, dass der Anteil der muslimischen Migranten in Neukölln weiter wachsen wird. Und die Schulabbrecherquote bzw. Hauptschulquote von 60 Prozent bei den muslimischen Migranten lässt keinen Zweifel, dass sich die Probleme am Arbeitsmarkt auch in der nächsten Generation fortsetzen werden.”
    (S. 304)

    Und nun verraten Sie, @claus, mir mal:

    Wer hat das vor Sarrazin so klar benannt? Und mit Zahlen und Quellen belegt?
    Claus sagt:
    2. November 2010 um 19:44

    @Hatem, warum googlen Sie nicht einfach? Ich kenne Menschen mit Migrationshintergrund, die das drauf haben. Habe mir erlaubt, ältere Seiten rauszupicken, damit es am Ende nicht heißt, man hätte vons Thilo abgeschrieben. Und somit bleibe ich dabei: nix Neues.

    @Lydia, Sie haben völlig recht, diese Diskussion wird wohl nicht mehr sachlich werden. Hat mich gefreut, Sie hier getroffen zu haben.

    Nun denn, zu Bildung und Abhängigkeit von Transferleistungen:

    Obwohl die Mehrheit der ausländischen Schülerinnen und Schüler inzwischen in Deutschland geboren wurden, besuchen nur knapp 14 Prozent ein Gymnasium (Deutsche: 32 Prozent). Und nur ganz wenige schaffen es an die Universität. Lediglich 3,3 Prozent aller Studierenden sind Ausländer, die in Deutschland ihre Hochschulreife erlangten. Und selbst »bei gleichen Schulabschlüssen sind Migranten bei der Ausbildungsplatzsuche gegenüber deutschen Bewerbern benachteiligt«, heißt es im Bericht der Ausländerbeauftragen Beck. Ganz prekär: Fast 20 Prozent verlassen die Schule ohne Abschluss. Im Alter von 20 bis 29 Jahren sind 12 Prozent aller Deutschen ohne Berufsabschluss. Bei Ausländern sind es 41 Prozent.

    Umso wichtiger wird die Betreuung von Jugendlichen dort, wo sie leben, aber keine Arbeit finden: in den Kommunen und Wohnvierteln. »Integration ist in erster Linie eine Aufgabe, die regional angepackt werden muss«, sagte Gerd Landsberg, der Geschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes angesichts der Krawalle in Frankreich. Jeder Schul- oder Ausbildungsabbrecher sei ein Sozialhilfeempfänger von morgen. »Doch Bund und Länder lassen uns vor allem finanziell zu häufig alleine.« Landsberg fordert eine »Integrationsoffensive«. Und das aus Eigennutz, denn [Deustchland schafft sich ab; Claus]: »Wir können es uns angesichts des demografischen Wandels gar nicht erlauben, Jugendliche mit Migrationshintergrund schlecht auszubilden und links liegen zu lassen.«

    Transferleistungen II, selbe Quelle:

    Wenigstens mit einem Vorurteil konnte inzwischen aufgeräumt werden: Ausländer beuteten unsere Sozialsysteme aus, heißt es oft, weil sie so viele staatliche Transferleistungen in Anspruch nehmen. Stimmt nicht. Migranten zahlen insgesamt mehr Steuern und Sozialbeiträge, als sie umgekehrt in Anspruch nehmen. Im Durchschnitt übersteigen die Erträge die Kosten um fast 1800 Euro pro Kopf, ist im Bericht des Zuwanderungsrates zu lesen. Der wurde 2003 ins Leben gerufen.

    Die Zeit 01.12.2005
    http://www.zeit.de/2005/49/Integration

    Zum Thema Migration und Kriminalität:

    http://www.amazon.de/Migration-Kriminalit%C3%A4t-Christian-Pfeiffer/dp/3832911766

    Zum Thema Migration und Kriminalität II:

    Besorgniserregend sei vor allem der steigende Anteil junger ausländischer Straftäter, sagte Körting. „Während 2005 jeder achte männliche deutsche Jugendliche mit einer Straftat in Erscheinung trat, war dies bei männlichen nichtdeutschen Jugendlichen jeder Dritte“, heißt es im Bericht zur Kriminalstatistik. Die Besserung bei der Jugendkriminalität ist nur auf den Rückgang der Delikte deutscher Täter zurückzuführen. Besonders bei den Rohheitsdelikten stieg der Anteil ausländischer Jugendlicher deutlich um 10 Prozent. Bei Deutschen sank sie dagegen um 6,7 Prozent. Insgesamt – also in allen Altersklassen – stieg der Anteil der Ausländer unter den insgesamt ermittelten 135 000 Tatverdächtigen auf 31 Prozent, im Vorjahr waren es 28 Prozent.

    Die steigende Kriminalität unter ausländischen Jugendlichen „bereitet große Sorgen“, sagte Körting. Deshalb solle sich jetzt sowohl die Landeskommission gegen Gewalt als auch der Integrationsbeauftragte mit der Entwicklung stärker beschäftigen. Körting nannte als mögliche Gründe die hohe Jugendarbeitslosigkeit, geringere Bildung und schlechtere wirtschaftliche Lage. Türkische und arabische Jugendliche lösten sich zudem immer stärker aus der patriarchalischen Kontrolle ihrer Familien. „Die entscheidende Frage ist, ob es uns gelingt, die ausländischen Eltern und Verbände zu erreichen“, sagte Körting. So habe es beim vergangenen 1. Mai in Kreuzberg eine erfreulich gute Kooperation mit den türkischen Gemeinden gegeben.

    „Ausländische Familien müssen stärker bereit sein, Hilfen vom Staat anzunehmen“, forderte Körting – und sich Gedanken über andere Erziehungsmethoden machen. Der SPD-Politiker verteidigte die erst seit drei Jahren in der Statistik vorgenommene Differenzierung nach deutschen und nichtdeutschen Tatverdächtigen. „Das ist sinnvoll“, sagte Körting, „wir können kein Friede-Freude-Eierkuchen-Bild vermitteln.“

    Dem widersprach der grüne Abgeordnete Volker Ratzmann, der statt dieser Differenzierung die Aufnahme von Bildung und sozialer Lage in die Kriminalstatistik forderte. Nur mit solchen Kriterien könne man politisch gegensteuern und kontrollieren, ob eine Bildungsoffensive Kriminalität bekämpfen kann. Auch CDU und FDP sprachen sich für die Differenzierung aus. Die PDS-Abgeordnete Marion Seelig forderte, angesichts der Kriminalität junger Ausländer kein Geld mehr aus der Bildung abzuziehen.

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/kriminalitaet-geht-zurueck-aber-nicht-bei-migranten-kids/690750.html

    Erwerbstätigkeit:

    Bund gesamt rund 42,5 Prozent. Ein Unterschied von knapp 9 Prozent. Legen wir dann noch das durchschnittliche Bildungsniveau zugrunde, gleichen sich die Zahlen überraschend an. Wir haben an der Stelle kein Problem mit muslimischen Migranten, wir haben eines mit dem Arbeitsmarkt und der Bildungssituation. Aber das recherchieren Sie bitte selbst.

    http://www.gbe-bund.de/oowa921-install/servlet/oowa/aw92/dboowasys921.xwdevkit/xwd_init?gbe.isgbetol/xs_start_neu/&p_aid=i&p_aid=37658297&nummer=635&p_sprache=D&p_indsp=-&p_aid=83635989

    Viele Grüße
    Claus
    Hatem sagt:
    4. November 2010 um 18:06

    @claus
    Ihren arroganten Unterton gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund ignoriere ich mal.

    Sie haben sich ja viel Mühe gemacht. Leider am Ziel vorbei.
    Lesen Sie einfach noch mal meinen Beitrag vom 26. Oktober, weiter oben:

    “Bitte nennen Sie mir ein Buch (und bitte keins aus irgendeinem rechtsradikalen Verlag), in dem deutlich ausgesprochen wurde, welche Probleme es mit muslimischen Migranten gibt.”

    Ja, Buch. Nicht Zeitung.

    Dass es immer mal wieder Zeitungsartikel (u.a. über Kirsten Heisig gegeben hat) in denen Zahlen und Fakten genannt werden, habe ich nicht bestritten.

    Aber wo, vor Sarrazin, gab es das in klarer und konzentrierter Form in einem BUCH?

    (Und wie gesagt: bitte keine dubiosen Naziverlage)
    Hatem sagt:
    4. November 2010 um 18:12

    @claus

    Und was die Sozialsysteme betrifft, lesen Sie einfach mal folgendes:

    “Eine staunenswerte Zahl zur fehlgeschlagenen Integration in den Arbeitsmarkt hat vor einiger Zeit die Bundesausländerbeauftragte veröffentlicht: Von 1971 bis 2000 ist die Zahl der Ausländer in Deutschland von 3 Millionen auf etwa 7,5 Millionen gestiegen. Die Zahl der erwerbstätigen Ausländer hat sich jedoch nicht bewegt: Sie blieb bei rund 2 Millionen. 1973 (dem Jahr des Anwerbestopps) waren 65 Prozent der Einwanderer auf dem Arbeitsmarkt beschäftigt, ein Jahrzehnt später waren es nur noch 38 Prozent. Ein Großteil der Zuwanderung nach Deutschland, die seit dem Anwerbestopp hauptsächlich ungesteuert über Familienzusammenführung erfolgte, ging also nicht in den Arbeitsmarkt, sondern in die Sozialsysteme.”

    http://www.faz.net/s/RubB8DFB31915A443D98590B0D538FC0BEC/Doc~E77D544D81E4446CA91D0573BB14FF01E~ATpl~Ecommon~Scontent.html
    Claus sagt:
    8. November 2010 um 22:45

    Nichts Neues zum Neuen des Herrn S.? Dann nutze ich die Gelegenheit, ein paar abschließende Gedanken zum “Mythos Sarrazin” kundzutun.

    Thilo Sarrazin, so seine Apologeten, habe Dinge angesprochen, über die jahrelang nicht gesprochen werden durfte. Doch bisher habe ich weder in der Presse noch anderswo eine Bestätigung für diese Behauptung gefunden. Selbst zwei Wissenschaftler, von Sarrazin in einem Leserbrief in der Zeit Nr. 40 für einen Artikel in der FAZ hoch gelobt, unterstützten mit ihren Aussagen meine hier geäußerte Meinung ausdrücklich.

    Das Sensationelle, Tabubrechende, das waren seine biologistischen Thesen. So alt, dass es schon wieder neu wirkte. Da, wo es neu war, ging seine Kronzeugin, Frau Stern, umgehend auf Abstand.

    Was also, und dies scheint mir die entscheidende Frage zu sein, bringt Leute dazu, einen Messias zu küren, der korkigen Wein in neuen Schläuchen verkauft? Für immerhin 23 Euro.

    Ist es womöglich das Wohlfühl-Ressentiment für eine unübersichtliche Welt? Das produzierte Kopftuchmädchen? Der Türke, der Muslim – auf immer dumm, weil seine Gene nicht taugen? Dem sich der Leser, im Glanze der Aufklärung, überlegen fühlen darf? Dessen Kinder Deutschland abschaffen, weil man selbst keine produziert?

    Und was tun bei all den Problemen? Na, sprechen Sie ihn an, den Fremden. Lächeln Sie dabei. Der kann das nämlich auch (Experten behaupten, das Gen sei vererbbar). Am Wochenende einfach mal in die andere Richtung gucken: Sich das Fremde nach Haus holen, spart ‘ne Menge Urlaubsgeld. :)

    Und in guter abendländischer Tradition wünsche ich

    einen schönen Tag noch, Salam, Schalom!
    Hatem sagt:
    10. November 2010 um 18:00

    Moment, @claus, Ihre “abschließenden Worte” sind ja sehr hübsch.

    Aber wollten Sie mir nicht noch ein paar Bücher aus der Vor-Sarrazin-Zeit nennen?

    Bitte enttäuschen Sie mich nicht.
    Claus sagt:
    10. November 2010 um 21:12

    Kleiner Nachtrag zum vermeintlichem Anschlag von Migranten auf Sozialsysteme, da Hatem die Zeit (s.o) nicht seriös genug ist oder ihm nicht bekannt ist, dass in den letzten Jahren vor allem Arbeitsplätze für Geringqualifizierte verlorengegangen sind:

    Laut Capital (Ausgabe 21/2006, EVT 28. September) zahlte jeder Ausländer im Jahr 2004 durchschnittlich 7.390 Euro an den Staat und erhielt öffentliche Leistungen in Höhe von 5.550 Euro. “Das Stammtisch-Gerede, dass Ausländer auf Kosten der Bundesbürger die Sozialsysteme ausplündern, ist blanker Unsinn”, resümiert IZA-Forscher Holger Bonin gegenüber Capital.
    http://www.capital.de/div/100004880.html

    Prost Hatem und Salamchen euch allen
    Claus sagt:
    10. November 2010 um 23:59

    Nachtrag Nummer 2

    Also noch mal in aller Deutlichkeit:

    Ausgangspunkte der Diskussion waren Ihre Worte:
    “wir alle sollten Thilo Sarrazin dankbar sein, dass er die Debatte angeschoben hat über Dinge, über die jahrelang gar nicht gesprochen werden durfte.”

    Ich sagte: Nö

    Sie sagten: Doch

    Ich bewies meine Aussage (darunter auch mit einem Hinweis auf ein Buch)

    Sie plärrten

    Ich sage: Ich bin nicht Ihr Archivar. Es gibt nicht nur Suchmaschinen, sondern auch Buchhandlungen. Und Bibliotheken. Und sie sind voll mit der Thematik.
    Und Kinder sollten Laufen lernen bevor sie sich in der Öffentlichkeit blamieren.
    Hatem sagt:
    11. November 2010 um 11:21

    @claus

    Über das Buch von Pfeiffer haben Sie leider nichts sagen können, außer dem Titel. Was ist der Inhalt?
    Es gibt bei Amazon dazu weder eine Inhaltsangabe noch eine Rezension.

    Was die Zuwanderung betrifft:
    Sie müssen schon differenzieren zwischen verschiedenen Zuwanderergruppen. Polen oder Spanier dürfen sicher als integriert bezeichnet werden und weisen keine wesentlich höhere Arbeitslosigkeit aus als Deutsche.

    Ganz anders sieht es aus bei der größten Gruppe der Zuwanderer.
    In Berlin sind 40% der Türken arbeitslos.

    “Unter den Migranten gibt es wiederum große Unterschiede. Besonders häufig sind Migranten der zweiten oder dritten Generation arbeitslos und auf staatliche Leistungen angewiesen, vor allem, wenn sie einen türkischen Hintergrund haben. „Diese Gruppe kommt auf eine Erwerbslosenquote von über 40 Prozent“, heißt es. Dies wiege besonders schwer, weil ohnehin wenige Türkischstämmige überhaupt arbeiten wollten. „Mehr als die Hälfte dieser Gruppe im erwerbsfähigen Alter hat keine reguläre Beschäftigung – sei es, dass sie erwerbslos sind, oder sei es, dass sie keine Beteiligung am Arbeitsmarkt wollen“, befindet das DIW.

    Eine Rolle spielt auch das Bildungsniveau. So haben etwa drei von vier Türken keinen Schulabschluss und entsprechend schlechte Chancen auf dem Stellenmarkt. Finden sie einen Job, dann oft nur einen einfachen – wie bei 60 Prozent der arbeitenden Türken. Nur gut ein Drittel hat eine qualifizierte Tätigkeit, fünf Prozent arbeiten in einem hoch qualifizierten Job, zwölf Prozent sind selbstständig.”

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/jeder-zweite-tuerke-ist-arbeitslos/1310622.html

    Sie glauben nicht ernsthaft, dass diese Zahlen positive oder auch nur neutrale Auswirkungen auf die Sozialkassen haben?

    Natürlich gibt es Inschallah auch gebildete und gutverdienende türkischstämmige und arabischstämmige Bürger. Nur leider stellen sie eine viel zu kleine Minderheit dar.

    Und im übrigen:
    Ich plärre nicht.
    Merken Sie nicht, wie herabsetzend Ihr Ton ist?

    Hatem
    Claus sagt:
    12. November 2010 um 00:01

    Lieber Hatem,

    Sie plärrten: “Aber wollten Sie mir nicht noch ein paar Bücher aus der Vor-Sarrazin-Zeit nennen?
    Bitte enttäuschen Sie mich nicht.”

    Nein wollte ich nicht. Ich wollte Ihre zentrale Behauptung widerlegen. Das tat ich.

    Sie plärren erneut: “Über das Buch von Pfeiffer haben Sie leider nichts sagen können, außer dem Titel. Was ist der Inhalt?
    Es gibt bei Amazon dazu weder eine Inhaltsangabe noch eine Rezension.”

    Den Titel haben Sie gelesen. Jetzt müssen Sie ihn verstehen.

    Die Quelle Ihres letzten Beitrags widerlegt meine Quellen nicht.

    Grüße
    Claus
    Hatem sagt:
    12. November 2010 um 14:42

    @claus

    Wenn Sie meinen, andere Menschen durch Ihre Wortwahl herab würdigen zu müssen, so sagt das nur etwas über Sie selber aus.

    Was in dem Buch von Pfeiffer steht, wollen oder können Sie nicht sagen. Schade.

    Deutlich ist aber eines: Erst seit und dank der Bücher von Sarrazin und von Kirsten Heisig gibt es eine breite Debatte darüber, warum eine große Zahl muslimischer Migranten sich so schlecht in Deutschland integrieren wollen oder können.

    Vorher war in Zeitungen nur sehr vereinzelt und in Buchform kaum (Pfeiffer???) oder gar nichts darüber zu lesen.

    Die längst überfällige Debatte gibt es erst seit diesem Jahr.
    Und auch, wenn ich Sarrazins Buch zu pauschalisierend finde, war er doch derjenige, der fast im Alleingang dafür gesorgt hat, dass diese Debatte endlich begann.

    Das Buch von Kirsten Heisig ist durch Sarrazin leider etwas untergegangen. Sehr zu Unrecht, wie ich finde. Dem Heisig-Buch kann ich persönlich ohne Einschränkungen zustimmen.
    claus sagt:
    12. November 2010 um 22:58

    Stumpfes Wiederholen längst widerlegter Behauptungen, tieftraurige Opfertränen - das übliche Vorgehen der Rechtspopulisten bis zum braunen Rand. Wir vergessen das hier mal… (Denn es glaubt doch wohl niemand, Hatem und andere Zorngeplagte hätten, hätte ihnen das Thema wirklich unter den Nägel gebrannt, auf das Buch von Frau Heisig gewartet, wo sie sich Jahre zuvor bereits informieren konnten? Zum Beispiel bei Pfeiffer.)

    In dem Punkt, Sarrazins Buch habe was losgetreten, hat Hatem allerdings recht. Nicht, weil es was Neues zu sagen gehabt hätte, sondern weil es dank Genakrobatik den Kleinstherzigen dieses Landes ermöglichte, endlich, endlich wieder auf jemanden herabzublicken und zu spucken. Der Feind schafft Gemeinschaft, die man anders nicht hinbekommt. Das ist nicht nur erbärmlich, es ist auch

    beschämend

    Wer’s nicht glauben kann, möge sich den aktuellen Stern kaufen. Wes Geistes Kind die sensiblen Freunde Hatems sind, hat dort Hans-Ulrich Jörges in “Ihr Applaus, Herr Sarrazin!” zusammengetragen.
    Hatem sagt:
    13. November 2010 um 14:02

    @claus

    Als Araber und Berliner verfolge ich schon seit Jahren das Treiben der kriminellen Großfamilien Al-Zein, Omeirat, Abou-Chakour usw. Diese Großfamilien sorgen dafür, dass das Bild der Araber in der Öffentlichkeit sehr leidet.
    Daher ist das Buch von Frau Heisig ein wichtiges Buch, weil es in einem Teil des Buches eben auch um Intensivtäter geht. Und von denen sind in Berlin über 40 % arabischstämmig.

    Die letzte Schießerei gab es diese Woche:
    “In die Schießerei in der Emser Straße in Neukölln ist der bekannteste Intensivtäter Berlins verwickelt. Dem Vernehmen nach ist Nidal R., der als kriminelles Kind als “Mahmoud” bekannt geworden war, einer der beiden Verletzten. Der 28-Jährige ist erst vor vier Wochen nach mehreren Jahren aus der Haft entlassen worden. Wie kurz berichtet, hatte es am Donnerstagabend eine wilde Schießerei auf der Straße gegeben, insgesamt sollen 18 Schüsse gefallen sein.”

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/bekanntester-intensivtaeter-berlins-bei-schiesserei-verletzt/2140818.html

    Und wenn Sie sich einzig und allein über Sarrazins Kapitel über Gene auslassen, deutet das nur darauf, dass Sie das Buch nicht gelesen haben. Dieses Thema nimmt dort nur wenig Platz ein.
    Der Verkaufserfolg des Buches aber zeigt, wie wichtig für sehr viele Menschen das Thema Integration und Bildung ist und wie wenig offen darüber bisher diskutiert wurde.
    Claus sagt:
    13. November 2010 um 17:11

    Wie fing es an? Hatem behauptete: “wir alle sollten Thilo Sarrazin dankbar sein, dass er die Debatte angeschoben hat über Dinge, über die jahrelang gar nicht gesprochen werden durfte”

    Leider wurde er widerlegt. (Entschuldigung!)

    Seitdem wird geplärrt, geplärrt und geplärrt:
    “Und wenn Sie sich einzig und allein über Sarrazins Kapitel über Gene auslassen, deutet das nur darauf, dass Sie das Buch nicht gelesen haben.”

    Und es wird sich in Behauptung geübt, indem auf den Bund bezogene Steuereinnahmen mit der lokalen, zweifellos desaströsen, Wirtschaftssituation Berlins abgeglichen wird (obwohl ihn die Grafik seiner Quelle informiert haben müsste, dass die Situation nicht verallgemeinerbar ist).

    Und Hatem verweist auf Kriminelle. Die gibt es also, aha. Und ausgerechnet die Probleme, die sich nicht verallgemeinern lassen, die OK (organisierte Kriminalität) meinen Sie, Hatem, anführen zu müssen, aha. Und missbrauchen dazu Frau Heisig, die mitnichten die “Richterin Gnadenlos” war, als die sie die Rumpelpresse darstellte. Die Richterin, die auch eng mit Muslimen zusammenarbeitete, um der drohenden Ghettoisierung eines Stadtteils etwas entgegenzustellen.

    Die von “sozialen Brennpunkten” und nicht von schleichender Islamisierung sprach.

    Die über eine Verschärfung der Gesetze sagte: “Weder frühere noch höhere Strafen werden sich langfrisitg als hilfreich erweisen.”

    Und führte sie nicht Arbeistlosigkeit und Alkoholismus der Eltern als wichtige Indikatoren für spätere Krimininalität der Kinder an? Und eben nicht den Islam?

    Fordert sie nicht *Unterstützung* der Kinder und Familien?

    Weist sie nicht ausdrücklich auf Gefahren hin, die Ihrem geistigem Stückwerk widersprechen:

    “Ich möchte, dass die künftigen Generationen dieselben Chancen erhalten, die sich mir boten. Hier sehe ich momentan Gefahren, die sich nicht ausschließlich, aber auch im Bereich der der Kriminalitätsentwicklung zeigen. Die Gesellschaft befindet sich aus meiner Sicht an einem Scheideweg. Sie könnte sich spalten: in “reich” und “arm”, in “links” und “rechts”, in “muslimisch” und “nichtmuslimisch”.”

    Sie wollen Leichen fleddern? Widerlich.

    Ich habe mal ein Gespräch mit einem Kurden geführt. Nach einer Weile meinte er mir erklären zu müssen, wir seien beide Arier. Nun, zumindest seine Einstellungen waren ziemlich arisch. Er hat sich mir übrigens als Christ vorgestellt. Hatem, sind Sie auch Arier? Und haben Sie, sagen wir mal, eine Swastika an der Wand hängen?

    Lassen Sie mich zum Abschluss Hans-Ulrich Jörges zitieren:

    “Niemals seit der Judenverfolgung wurden Menschen in Deutschland so pauschal, so grobschlächtig und so verletzend ausschließlich nach ihrem Glauben beurteilt und herabgewürdigt.”

    Die sensiblen Freunde Hatems, des Arabers, waren schockiert. Ihre Not artikulierten sie in Leserbriefen:

    “Widerlicher Landesverräter. Die Moslems werden deinen Fladenbrotkopf auch absäbeln. Alle gläubigen Moslems, die nach dem Koran leben, sind potenzielle Mörder.”

    qed

    Weitere Statements der Sagendürfer finden sich unter
    http://dontyoubelievethehype.com/2010/11/ihr-applaus-herr-sarrazin/
    Hatem sagt:
    14. November 2010 um 12:34

    Oh, jetzt kommt die Nazikeule. Oder die Swastika-Keule. Wie subtil.
    Und wie falsch.
    Bisher bin ich noch bei jedem Besuch in der “alten Heimat” von Taxifahrern oder Cafégästen mit Hitlergruß begrüßt worden, wenn sie mitbekamen, dass ich in Deutschland lebe. Wenn ich mir das verbeten habe, stieß ich auf Unverständnis.

    Ob ich Arier bin?
    Sie sind ein Spaßvogel, @claus.

    Sie haben ein Buch von Christian Pfeiffer genannt, über dessen Inhalt Sie nichts sagen können. Und das soll der Beweis dafür sein, dass es eine gesamtgesellschaftliche Debatte über Integration muslimischer Zuwanderer gab?
    Lächerlich.

    Haben Sie nicht mitbekommen, dass erst Sarrazin mit seinem Buch diese Debatte angeschoben hat? Oder wollen Sie es nicht mitbekommen?
    Hatem sagt:
    14. November 2010 um 13:14

    Kirsten Heisig führte bei den arabisch- und türkischstämmigen Intensivtätern eben nicht “Alkohol und Arbeitslosigkeit der Eltern” als Ursache an, wie @claus behauptet.

    Sondern mangelnde Integrationsbereitschaft und fehlende Erziehung:

    “Schwerkriminelle, die häufig 30 und mehr erhebliche Taten aufweisen, haben zu etwa 90 Prozent einen Migrationshintergrund, 45 Prozent geben an, arabischer Herkunft zu sein, 34 Prozent haben türkische Wurzeln. Diese Tatsachen sind insofern von Bedeutung, als etwa 10 000 dieser Araber in Neukölln leben, aber mehr als viermal so viele türkischstämmige Menschen. Die Araber stellen also gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil die Mehrheit der Intensivtäter. Deutsche Vielfachtäter gibt es in Neukölln kaum.

    Die jugendlichen Intensivtäter entstammen meist vor vielen Jahren aus dem Libanon oder der Türkei zugewanderten Familien mit sechs Kindern und mehr. Viele Einwanderer haben inzwischen die deutsche Staatsangehörigkeit, die meisten leben von Kindergeld und staatlichen Transferleistungen. Die Mütter haben nie Deutsch gelernt. Sie überlassen speziell die Jungen schon früh sich selbst, wobei dies nicht auf mangelnde Fürsorge, sondern eher auf kulturelle Traditionen zurückzuführen ist. Söhne sind kleine Männer, und während die Töchter oft erfolgreich versuchen, eine Qualifikation für den ersten Arbeitsmarkt zu erlangen, und dabei hoffen müssen, nicht verheiratet zu werden, treiben sich die Brüder im Kiez herum. Es kommt zu ersten Straftaten, die überwiegend aus der Gruppe heraus begangen werden.

    So abstrakt hört sich das harmlos an. Aus der Opferperspektive sieht es jedoch anders aus, wenn man verprügelt wird, weil man einen Araber angeblich zu lange angeschaut hat. Oder wenn eine alte Dame zu später Abendstunde um etwas Ruhe bittet und dann von drei Arabern ins Gesicht geschlagen wird. Oder wenn der Polizeibeamte, der eine Anzeige aufnehmen muss, weil die Jugendlichen einen Zeitungsständer angezündet haben, zu hören bekommt: “Ich scheiß auf Deutschland. Du bist Dreck unter meinen Schuhen. Du bist tot.” Oder wenn ein Lehrer einen schulfremden Jugendlichen des Hofes verweist und dieser dem Lehrer mit den Fäusten in das Gesicht schlägt und mit den Füßen in den Unterleib tritt.

    (…)

    Woher rührt dieses Phänomen bei einigen sehr kinderreichen Zuwandererfamilien aus dem türkischen, aber noch stärker aus dem arabischen Raum? Üblicherweise werden soziale Ursachen angeführt. Auch ist die Rede von Flüchtlingstraumata. “Meine” Angeklagten sind allerdings überwiegend in Deutschland geboren und haben deshalb keine Traumatisierung erlebt.

    Das in diesem Zusammenhang nahezu reflexartig vorgebrachte weitere Argument von “vierzig Jahren verfehlter Integrationspolitik” verfängt allmählich nicht mehr. Natürlich gab es hier Versäumnisse. Eine vernünftige Strategie hätte neben Integrationskursen auch den verpflichtenden Erwerb der deutschen Sprache regeln sollen. Integration ist ein Vertrag auf Gegenseitigkeit. Wer hierfür plädierte, wurde jedoch schnell der “Zwangsgermanisierung” bezichtigt. Wer mahnte, dass es nicht förderlich sei, die Ballung von Zuwanderergruppen in bestimmten Bezirken zuzulassen, stand ebenfalls gleich in der “rechten Ecke”. So zauderten die Regierungen, egal welcher Couleur, von einer Legislaturperiode in die nächste.

    Es gibt zudem in Deutschland zugewanderte Menschen, die nie vorhatten, sich einzufügen, sondern schon immer in einer parallelen, in einigen Fällen rein kriminell ausgerichteten Struktur gelebt haben und aus meiner Sicht weitgehend beabsichtigen, damit fortzufahren.”

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-71892545.html
    Claus sagt:
    14. November 2010 um 23:21

    ?Hatem sagte: “Sie haben ein Buch von Christian Pfeiffer genannt, über dessen Inhalt Sie nichts sagen können. Und das soll der Beweis dafür sein, dass es eine gesamtgesellschaftliche Debatte über Integration muslimischer Zuwanderer gab?”

    In der Tat, das wäre eine lächerliche Behauptung gewesen. Deshalb habe ich sie nicht getätigt. Hingegen habe ich im Rahmen meines Von-Sarrazin-Nichts-Neues-Beweises behauptet, dass jeder, der sich für das Thema interessiert, sich schon zuvor hatte informieren können. Sie Schelm, der Sie das Gegenteil behauptet hatten.

    Hatem sagte: “Haben Sie nicht mitbekommen, dass erst Sarrazin mit seinem Buch diese Debatte angeschoben hat? Oder wollen Sie es nicht mitbekommen?”

    Wenn man davon absieht, dass die angebliche Debatte in weiten Teilen ein Kesseltreiben ist, dass ich mich längst dazu geäußert habe, warum das Kesseltreiben mit dem Buch von Sarrazin ausbrach, davon abgesehen, haben Sie recht. Sie Schelm, schon wieder.

    Hatem sagte: “Sie haben ein Buch von Christian Pfeiffer genannt, über dessen Inhalt Sie nichts sagen können.”

    Gucken wir mal, das Buch hat den Titel:

    Migration und Kriminalität, Untertitel: Ein Gutachten für den Zuwanderungsrat der Bundesregierung

    Können Sie lesen? Können Sie verstehen, was Sie lesen? Wissen Sie, dass man sich selbst informieren kann, wenn man etwas nicht verstanden hat? Oder sind Sie ein Schelm?

    Hatem sagte über die denkbare Dekoration seiner Wohnung: “Bisher bin ich noch bei jedem Besuch in der “alten Heimat” von Taxifahrern oder Cafégästen mit Hitlergruß begrüßt worden, wenn sie mitbekamen, dass ich in Deutschland lebe. Wenn ich mir das verbeten habe, stieß ich auf Unverständnis.”

    Sollte Ihnen zu denken geben. Ist Ihnen denn niemals der Gedanke gekommen, dass Sie auf Unverständnis stießen, weil Sie sich so charmant über die Menschen eines bestimmten Glaubens äußern?

    Wikipedia schreibt zum Beispiel über Rassismus:

    “Rassismus zielt dabei nicht auf subjektiv wahrgenommene Eigenschaften einer Gruppe, sondern stellt deren Gleichrangigkeit und im Extremfall die Existenz der anderen in Frage.”

    Und Sie äußern sich zum Beispiel so über Muslime und deren Religion:

    http://lamya-kaddor.de/blog/?p=78&cpage=1#comment-310

    Nein, natürlich hat Islamismus nichts mit dem Islam zu tun. So wie Alkoholismus ja auch nichts mit Alkohol zu tun hat.

    —

    http://lamya-kaddor.de/blog/?p=78&cpage=1#comment-320

    Ich sehe es in meiner Familie ganz klar: Wer religiös ist (in diesem Fall Muslim oder Muslima) hält sich selber in beschränktem Denken. Und stellt den Heiligen Qur’an über die allgemeinen Menschenrechte.

    Wer sich selber freimacht, von den Fesseln des Islam, lebt besser und als toleranterer Mensch als zuvor.

    —

    http://lamya-kaddor.de/blog/?p=60&cpage=1#comment-176

    Und ich weiß nicht, warum ich eine Religion verteidigen sollte, die Ungläubige verachtet, Konvertiten mit dem Tode bedroht und Homosexuelle für minderwertige Menschen hält.

    —

    http://lamya-kaddor.de/blog/?p=60&cpage=1#comment-182

    Aber ich denke, dass Sie genauso gut wie ich wissen, dass viele Muslime Ungläubige, Christen und Juden als verachtenswert ansehen.

    Ich bin Araber, ich weiß, wie verbreitet diese Sicht ist.

    Und ich kenne diese Verachtung nicht nur aus Berliner Problemkiezen, sondern auch aus Kairo oder Damaskus oder von Saudis. Und da hat es nun garantiert keinen sozialen Hintergrund.

    —

    http://lamya-kaddor.de/blog/?p=60&cpage=1#comment-202

    Für einen gläubigen Muslim wird es immer einen Konflikt geben zwischen weltlichen Gesetzen und dem was der Heilige Qur’an sagt.

    Und im Zweifelsfall muss er die Scharia immer über das Grundgesetz stellen.

    —

    http://lamya-kaddor.de/blog/?p=75&cpage=1#comment-238

    Sie wollen offensichtlich nicht begreifen, was Integration bedeutet. [... Es geht darum], dass man die Sprache des Landes lernt, in das man kommt. Und sich an die Gesetze hält, statt die Scharia über das Grundgesetz zu stellen, wie es leider viele Muslime tun.

    —

    http://lamya-kaddor.de/blog/?p=75&cpage=1#comment-257

    Menschen, die die Scharia über das Grundgesetz stellen, gibt es in Berlin genug. Es sind zum Beispiel all jene, die - zum Teil vor laufenden Kameras - den Mord an HATUN SÜRÜCÜ gerechtfertigt haben. [...]

    Die Araber in meiner Familie, die gute Karrieren gemacht haben, egal ob in der “alten Heimat” oder in Deutschland, sind die, die am wenigsten religiös sind. Sie sind nur noch pro forma Muslime. Oder haben sich sogar ganz losgesagt von den Fesseln dieser Religion. [...]

    Umso mehr bin ich genervt von denen, die sich nicht integrieren wollen und ein schlechtes Licht auf alle Migranten werfen. Und davon gibt es, zumindest in Berlin, viel zu viel. Die Gründe dafür sind vielfältig. Aber der Hauptgrund liegt für mich ganz klar in einer Religion, die die Aufklärung erst noch vor sich hat.

    —

    http://lamya-kaddor.de/blog/?p=75&cpage=1#comment-314

    Sie müssen schon differenzieren zwischen verschiedenen Zuwanderergruppen. Polen oder Spanier dürfen sicher als integriert bezeichnet werden und weisen keine wesentlich höhere Arbeitslosigkeit aus als Deutsche. Ganz anders sieht es aus bei der größten Gruppe der Zuwanderer. In Berlin sind 40% der Türken arbeitslos.

    —

    http://lamya-kaddor.de/blog/?p=78&cpage=1#comment-267

    Der religiöse Fanatismus vieler Konvertiten ist beängstigend.

    Gerade unter den Muslimen aus Deutschland, die Terroranschläge vorbereiten, sind viele Konvertiten (siehe Sauerland-Gruppe).

    —

    http://lamya-kaddor.de/blog/?p=78&cpage=1#comment-309

    [Die wenigen Terroristen, die Hatem unter 100.000 Konvertiten präsentieren konnte, werden durch gefühlte Dunkelziffern aufgefüllt, um ein Bedrohungsszenario aufrechtzuerhalten:]

    Ach Claus, es ist ja nun nicht so, dass sich Terroristen ordentlich und freiwillig zählen lassen.

    —

    Das Ende der Litanei ist erreicht. Von positiven Seiten des Islams wusste Hatem leider weniger zu berichten. Sollte ich nichts übersehen haben, war es genau:
    Nichts.
    Und Sie, lieber Hatem, wundern sich, dass ich mir eine Swastika an Ihrer Wand vorstellen kann?

    Handeln wir noch die Intensivtäter ab, da Sie offenbar die Finger von Frau Heisig nicht lassen können. Wie ich schon schrieb, ist Organisierte Kriminalität wenig geeignet, um allgemeine Integrationsprobleme zu erörtern. Ein paar Fakten sollten das schnell klarmachen. Laut Heisig haben wir es in Berlin mit ca. 550 Intensivtätern zu tun, die zu einem großen Teil libanesischen und türkischen Clans zuzurechnen sind, die offenbar als mafiöse Gebilde bezeichnet werden dürfen. Von diesen Clans gibt es bundesweit zehn bis zwölf mit insgesamt mehreren Tausend Mitgliedern. Die Clans setzen gezielt Minderjährige für ihre kriminellen Machenschaften ein. Dazu:

    a) Diese Tausende muss man, bei aller Besorgnis, in Relation zu den ca. vier Millionen Muslimen sehen, die zum allergrößten Teil gesetzeskonform leben. Und nicht mit einer kriminellen Motivation eingewandert sind (was Heisig von den Clans vermutet).

    b) Nochmals den Fokus speziell auf Intensivtäter: Wenn der Islam das Hauptproblem ist, was machen wir dann mit Jugendgangs, die sich in Neukölln auch aus Schwarzen oder Roma zusammensetzen? Oder aus sog. Russlanddeutschen, die auch nicht immer ohne sind?

    c) Wir haben es in sozialen Brennpunkten wie Neukölln mit 12-jährigen Jugendlichen zu tun, die in der Hauptschule hocken und wissen, dass die Gesellschaft für sie keine Chancen mehr bereithält. Was für Auswirkungen wird dies wohl auf die Psyche und die Einstellung zur Gesellschaft haben, Hatem?

    d) Nicht im Auszug des Spiegels, sondern im Buch verweist Heisig darauf, dass die vietnamesische Zigarettenmafia nach denselben Mustern handelt. Keine Muslime.

    e) Die italienische Mafia hat sich ebenfalls in Deutschland eingenistet. Muslime oder Katholiken?

    Wir haben es also zum einen mit OK zu tun, wo sich natürlich auch autochthone Deutsche finden. Und zum anderen, Ghetto ist kein Spaß, mit sozialen Problemen.
    Hatem sagt:
    16. November 2010 um 16:42

    Tolle Fleißarbeit, @claus.
    Aber dass ich vielen Dingen im Islam kritisch gegenüberstehe, müssten Sie doch schon längst mitbekommen haben?

    Und um Sie zu trösten: Alewiten (ich glaube, ich erwähnte es schon) sind mir sehr sympathisch und ich habe große Achtung vor der Liberalität der Alewiten.
    (Leider sehen das Sunniten und Schiiten nicht so. Von Wahabiten und Salafisten ganz zu schweigen.)

    Und dass Sie meinen, mich als Nazi diffamieren zu müssen, sagt nur etwas über Sie selber aus.
    Hatem sagt:
    16. November 2010 um 18:46

    Und @claus, dass ich in der “alten Heimat” auf Unverständnis stoße, wenn ich mir den Hitlergruß verbitte, hat seine Ursache in einer so einfachen wie falschen Überlegung derjenigen, die glauben, mir mit dem hochgereckten Arm eine Freude zu machen:
    Sie sehen in mir den Araber UND Deutschen, glauben also den perfekten Judenhasser und vielleicht auch Nazi-Verehrer vor sich zu haben.

    Das sollte einem intelligenten Menschen wie Ihnen eigentlich klar sein.

    Wenn Ihnen dieses Phänomen bisher nicht bekannt war, dann informieren Sie sich mal über Mohammed Amin al-Husseini, islamischer Geistlicher und palästinensischer arabischer Nationalist aus einer der einflussreichsten Familien Jerusalems.

    “Amin al-Husseini spielte eine entscheidende Rolle bei der Ausbreitung des modernen Antisemitismus im arabischen Raum und der Zusammenarbeit von islamistischen Antisemiten mit den Nationalsozialisten. Er war überzeugter Befürworter der Vernichtung der europäischen Juden im Deutschen Reich. Er knüpfte Kontakte zu den Nationalsozialisten, gewann die Unterstützung durch deutsche Führungskreise und lebte ab 1941 in Berlin. Al-Husseini war Mitglied der SS und betrieb Propaganda für Deutschland in arabischer Sprache. In der Spätphase des Zweiten Weltkrieges half al-Husseini auf dem Balkan bei der Mobilisierung von Moslems für die Waffen-SS. Der französische Innenminister erklärte im Mai 1945 rückblickend, al-Husseini sei die „Leitfigur deutscher Spionage in allen muslimischen Ländern“.

    Nach dem Krieg wurde al-Husseini in mehreren europäischen Staaten als Kriegsverbrecher gesucht. Er fand in Ägypten Asyl, von wo aus er seine Ideen weiterverfolgte.”

    Weiteres hier:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_Amin_al-Husseini

    Wenn man diese Dinge weiß, sind die Hitlergruß-Episoden nicht mehr sehr überraschend.
    Claus sagt:
    17. November 2010 um 16:43

    Mohammed Amin al-Husseini, lieber Hatem, ist also Schuld, dass Taxifahrer Sie mit ausgestreckter Rechten begrüßen? Na, ich denke, den Gruß kassieren Sie, weil Sie mit al-Husseini unterstellen, Taxifahrer seien Nazis.

    Werden Sie erwachsen. Und machen Sie sich keine Sorgen, es besteht noch Hoffnung. Auch für Sie.

    http://www.youtube.com/watch?v=bJW2KjB2T2Q
    Hatem sagt:
    17. November 2010 um 21:34

    Lieber Claus, es lässt sich nicht leugnen, Sie betrachten die Welt nach dem Motto: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

    Aber auch für Sie besteht noch Hoffnung, nehmen Sie einfach die ideologische Brille ab.

    Mütterlicherseits stamme ich übrigens aus einer VVN-Familie.
    Wenn Sie nicht wissen sollten, was das heißt: Google hilft.
    Claus sagt:
    19. November 2010 um 11:42

    Hihi, zu der Insidernummer gesellt sich das Naziopfer. Bin gespannt, was da noch alles kommt.
    Hatem sagt:
    21. November 2010 um 19:42

    Nee, Claus, wieder falsch verstanden.

    Nicht ich bin ein Nazi-Opfer. Sondern mütterlicherseits haben mutige Deutsche gegen den Nationalsozialismus gekämpft. Und dafür bitter bezahlt.
    Die paar Idioten, die mich mal auf der Straße oder in der U-Bahn wegen meines undeutschen Aussehens angegriffen haben, würde ich nicht unter Nazis, sondern höchstens unter dumpfe Rassisten verbuchen.

    Aber so leid es mir tut, Sie sollten endlich von Ihrem Automatismus “Islamkritiker müssen Nazis sein” runter kommen.

    Religionen - auch und gerade dem Islam - kritisch gegenüberzustehen, sollte für jeden Menschen, der humanistische Grundwerte vertritt, Pflicht sein. Denn dazu gehören eben die Gleichberechtigung der Frau genauso wie die Achtung von Homosexuellen.
    Claus sagt:
    22. November 2010 um 02:31

    Dann verhält es sich also so: Zur Insidernummer gesellen sich die familiären Naziopfer. *lol*
    Hatem sagt:
    22. November 2010 um 19:02

    Wer lesen kann, ist im Vorteil. Ich habe nicht behauptet, Nazi-Opfer zu sein.

    Das hat @claus nur gern so verstehen wollen.

    Also, Claus, bitte merken:
    Menschen, die Religionen (u.a. dem Islam) kritisch gegenüberstehen, sind nicht automatisch Nazis oder Rassisten.

    Wenn Sie dies endlich verstehen und akzeptieren, war unser Meinungsaustausch ja vielleicht doch zu etwas nützlich.

    Einen schönen Tag.
    leisegang sagt:
    21. Februar 2011 um 06:50

    Neuer Rückblick, gute Argumente: http://www.jungewelt.de/2011/02-15/019.php

1 Kommentare

Mi

06

Jul

2011

GASTBEITRAG: Wenn ich groß bin … will ich ein Muslim werden

Wie kann es eigentlich passieren, dass ein christlich programmierter Mensch sich mit einem anderen Glauben befasst? Also keine Modeerscheinungen irgendwelcher Sekten, sondern, um es mit dem Anfangssatz zu sagen, mit einem kompletten Programmwechsel? Ich schreibe hier mal den Ablauf, innerlich und äußerlich auf.

Ich wurde in ein streng christliches Elternhaus hineingeboren, mein Vater

hat uns mit Wort und Tat den Glauben gelehrt; die Taten eher als körperliche Maßnahme, das war damals so üblich. Damals wuchs man in unserer Kleinstadt noch schön „behütet“ auf. Der Fernseher wurde nur an Weihnachten aufgestellt und dann gab es ja auch nur drei Programme. Erst in der neunten Klasse lernten wir Ausländer kennen, Vietnamesen. Alles was man erzählt bekommen hat, wurde geglaubt. Und da die Erzähler selber nichts von der großen Welt, den Religionen und anderen Kulturen gelernt hatten, haben wir auch darüber nie etwas erfahren. In den neunziger Jahren sind wir dann in eine süddeutsche Großstadt gezogen. Das war ein Kulturschock. Ich kann sogar ein wenig das „fremdsein“ nachvollziehen. An das Essen hat man sich ja schnell gewöhnt, Spätzle sind ja auch lecker… Aber die Sprache und andere Gewohnheiten, das hat schon eine Weile gedauert. Durch aktive Mitarbeit in der dortigen Kirchengemeinde wurde es einem aber relativ leicht gemacht. Im Alter von 16 Jahren gab es dann den ersten Kontakt zu einem echten Moslem! Nun, es war mir damals zwar nicht bewusst, aber dieses Ereignis bewegt mich bis heute im Herzen und ist somit ein Puzzleteil auf dem Weg zum Islam.

In meiner Ausbildung beauftragte mich mein damaliger Chef, einen Hausbesuch durchzuführen. Ich weiß noch sehr genau den Wortlaut:

„Gehen Sie mal zu dem dummen Türken, bringen Sie ihm etwas vorbei!“

Dieser „dumme“ Türke hatte sich am Fuß verletzt und konnte nicht außer Haus. Ich war gespannt, mit 16 Jahren - mein erster Türke, dazu noch dumm. Viele Gedanken schossen mir durch den Kopf. Ihr müsst euch vorstellen, dass ich bisher Ausländer nur von weitem gesehen habe, und die Meinung über die Zugereisten nur von anderen übernommen habe. Ich kam in das Zimmer und war angenehm überrascht. Kennt Ihr das, wenn man ein Zimmer betritt? Manchmal spürt man, ob da vorher gestritten wurde. Man fühlt sich gleich wohl oder nicht. Der „dumme“ Türke hatte nur ein Zimmer. Es stand dort sein Bett, eine kleine Küche, ein Esstisch mit zwei Stühlen und ein kleiner Schreibtisch.

Dieser Raum war so mit Friede erfüllt, ich dachte bei mir: „Jetzt spinnst Du schon und machst hier einen auf esoterisch mit positiven Schwingungen und so…“ Aber es war wirklich eine schöne Stimmung. Der Esstisch war für zwei Personen gedeckt. Der Mann hatte mich erwartet und zum Essen eingeladen. Er war ein arm. Es gab Brotsuppe. Wie wir beide dann so unsere Suppe auslöffelten, die übrigens sehr köstlich war, erzählte er mir von seinem Glauben. In gebrochenem Deutsch erklärte er mir seine Bescheidenheit. In diesem Moment fühlte ich mich so wohl. Es war wunderbar. Und ich erkannte zum ersten Mal den Unterschied zwischen Intelligenz und Weisheit.

Und die „dummen“ Türken waren mit einem Mal ausgestorben

 

 

Jahrelang war ich weiterhin ein nicht viel nachdenkender Christ, Scheuklappen an den Augen. Allerdings hatte ich inzwischen eine andere Einstellung zu Türken und Brotsuppe.

Ein paar Jahre später befand ich mich auf einer Fortbildung in der Nähe von Hamburg. Während dieser Zeit lernte ich eine Kollegin kennen. Sie war Muslima. Es gibt doch so Spiele, bei denen man innerhalb von einer Minute alle Wörter sagen muss, die einem zu einem bestimmten Wort einfallen. Bei Islam und Moslem damals war das ungefähr so: Allah, Mustafa, Kopftuch, laut, dreckig, unhöflich, Döner, Oliven, Brotsuppe. Wobei Brotsuppe wohl nur mir eingefallen istJ

Schlimm, oder? Durch fehlende Wahrnehmung und fehlendes Interesse hat man sich alles vorkauen lassen. So wie die Amerikaner denken, immer und überall sei Oktoberfest und die Deutschen rennten alle mit Lederhosen rum.

Meine Kollegin, die ich hier Malak nenne, war mit mir über mehrere Wochen bei der Fortbildung zusammen. So habe ich etwas über ihr Heimatland, über die Sprache und sehr viel über den Islam erfahren. Ich lernte durch Malak zwischen Glaube und Kultur zu unterscheiden.

Der sanfte liberale Islam, so ein schöner Glaube! Darf man das als Christ sagen? Fliege ich jetzt hochkant aus der Kirche? Ich finde den Islam irgendwie logischer, kommt mir vor wie das das Original. Nun bin ich dabei, mehr zu erfahren, mich zu informieren. Noch heimlich. Es ist sehr schwierig, sich darüber zu informieren - sprachliche Barrieren. Interessant wird es bei meiner Arbeit in der Kirche. Wenn man predigt, vor vielen hundert Menschen steht und dabei an den Islam denkt… Unglaublich eigentlich. Ich bin sehr vorsichtig, wem ich davon erzähle, verteidige aber sehr gerne den Islam. Mir macht es Spaß, davon zu reden, den Menschen in meinem Umfeld mehr davon zu erzählen.

Wie geht es jetzt weiter? Ich warte ab, werde noch viele Gespräche führen. Oh lieber Leser, kannst Du meine Gefühle nachempfinden? Ich sage zu Malak immer: „Du weißt nicht, wie es ist, einen Glauben zu wechseln! Sie gibt mir dann immer Recht, was sie sonst nie tut ;-).“

Ich habe noch viele Fragen, kann auch vieles noch nicht glauben, verstehe einiges noch nicht. Aber der Islam macht mir keine Sorge, sondern Freude und Freunde. Ok, ich habe den Ramadan mitgemacht. Auch teils heimlich. Interessant, wie viele Freunde die Freundschaft am Alkoholkonsum definieren und wie man fünf Wochen lang Ausreden sucht, warum man nicht isst. Bin jetzt wohl ein Moslem auf Probe, habe ich dann gesagt.

Die öffentlichen Diskussionen scheinen es dem Islam schwer zu machen. Für mich ist es eine Chance. Viele Muslime müssen sich mit Argumenten verteidigen, aber dabei wollen sie doch Freude am Islam haben.

Allah ist mit den Geduldigen, und er ist mit allen Moslems. Er wird den Islam nicht untergehen lassen. Ich bin selber gespannt wie es weitergeht…

 

***ältere Kommentare***

 

 

    Khadija sagt:
    25. Oktober 2010 um 14:07

    Oh wow! Eine bewegende Geschichte! Ich finde darin sehr viele Parallelen zu meinem eigenen Werdegang. Besonders das mit der Heimlichtuerei und Muslimsein auf Probe :-D So ging es mir auch. Als ich an dem Punkt war, mich zu entscheiden, konvertieren oder nicht, habe ich Allah um Antwort gebeten und ich habe sie bekommen! Seitdem gab es für mich keine Zweifel mehr, auch wenn mir vieles noch unklar war oder gar komisch vorkam. Das Lernen hört niemals auf, schon gar nicht in Sachen Islam! Würde gern wissen, wie es weiter geht :-) Herzliche Grüße
    sarah sagt:
    25. Oktober 2010 um 14:33

    ich kenne dies sehr gut. Bin vor einem halben Jahr zum Islam konvertiert, vorher atheistische Christin oder so ähnlich. Mein Vater ist katholischer Theologe gewesen, aber zum Zeitpunkt meiner Geburt an Schizophrenie erkrankt. Deshalb habe ich mich schon früh im Leben mit “Wahrheiten” auseinander gesetzt, auch weil ich verstehen wollte, weshalb man “durchdrehen” kann.. wenn man diese nicht findet;) dann habe ich nach dem abitur angefangen kunst zu studieren, vielleicht auch hier wegen dieser Wahrheitssuche. Malerei war da für mich ein Mittel, doch ungefähr ab der Hälfte des Studiums habe ich gemerkt, auch Kunst kann wenn überhaupt nur ein schlechter Religionsersatz sein. Zu diesem Zeitpunkt habe ich einen tunesischen Mann kennen gelernt und mich verliebt. auch, wegen seiner seelischen Stärke, die ich so nicht von Deutschen kannte.
    Ich habe bereits nach ein paar Tagen gemerkt, dass seine Stärke aus diesem islamischen glauben herrührt. Das hat mich sehr verwirrt, zumal ich damals sehr atheistisch war- habe mich hauptsächlich an zeitgenössischer Philosophie und eben Theorien über Kunst etc.. orientiert und am Erfolgsglauben unserer Tage. Ab dann war es so ähnlich wie bei Ihnen, gerade dieses Gefühl, intellektuell gesehen sei der Islam doch logischer und mehr an diesem “original”-Glauben, den auch Jesus gelehrt hatte. Nun, ich habe dennoch ca. 2 jahre gebraucht, Moslem zu werden. Auch aus Angst vor Familie, Freunden etc..aber das ist nun vorüber. Alle haben es akzeptiert und nun habe ich fast das Gefühl, sie haben irgendwie Respekt, den sie selber nicht ganz verstehen..
    kira sagt:
    25. Oktober 2010 um 14:36

    ein schöner beitrag. ich als konvertierte kann es auch nachvollziehen, wie man sich fühlt, wobei es mir sicherlich einfacher fiel zu komvertieren, da ich keiner religionsgemeinschaft angehörte.

    “Ich finde den Islam irgendwie logischer, kommt mir vor wie das das Original.”

    genau das habe ich auch empfunden. ich war viel bei gottesdiensten, habe mich mit dem christentum und der bibel auseinandergesetzt, aber ich bekam keinen zugang. beim islam war das ganz anders … man merkt durch den Quran und die Überlieferungen, dass Gott sich an die menschen richtet, die er erschaffen hat und somit weiß, wie sie “ticken”.

    ich bin gespannt auf eine fortsetzung ;)
    Katrin sagt:
    25. Oktober 2010 um 14:41

    Eine nette Geschichte. Was mir nicht ganz klar geworden ist: Ist der Autor Pfarrer? Er schreibt, dass er vor der Gemeinde predigt.

    Es ist eine dieser typischen Konversionsgeschichten, die einen ganz wichtigen Teil der Konversion darstellen.

    Am Anfang des Textes wird ja die Frage aufgeworfen, warum Menschen konvertieren, bzw. warum sie sich mit einem anderen Glauben beschäftigen. Dazu habe ich vor einer Weile einen Artikel geschrieben, der bei kandil.de erschienen ist:

    http://www.kandil.de/kandil/comments.php?id=-glaubenswechsel-konversion_0_8_0_C

    Viele Grüße
    sarah sagt:
    25. Oktober 2010 um 16:16

    an katrin: Aber sehr trocken, Dein Text… so würde ich nie verstehen, weshalb jemand konvertiert ;)
    Diaa sagt:
    25. Oktober 2010 um 16:37

    Salam,
    sehr interessante Geschichte. Ich bin Muslem, seit meinem Geburt. Aber ich bin ein echter Moslem geworden, nachdem ichh groß geworden bin. Ja, du hast vollig recht, sanfte leberale Islam macht in mir einen neuen Mensch!
    Alles was ich in meiner Heimat oder z.Z hier in Deutschland macht mir sehr sicher, dass ich Gott immer danken, dass ich moslem bin. Ich liebe Islam, Moslime, aber auch habe ich immer Respekt für jede Glaube, und für die freie Entscheidung. Die Liebe, die Islam mir gegeben hat, reicht die ganze Welt und mehr!
    Ich möge Gott, und alle den rechtigen Weg zeigen und uns in seiner Barmherzigkeit annimmt. Amin! Salam
    Hatem sagt:
    25. Oktober 2010 um 21:32

    Der religiöse Fanatismus vieler Konvertiten ist beängstigend.
    Gerade unter den Muslimen aus Deutschland, die Terroranschläge vorbereiten, sind viele Konvertiten (siehe Sauerland-Gruppe).
    Auch unter den Männern, die aus Deutschland nach Pakistan gegangen sind, um zu kämpfen, sind Konvertiten.

    Kann mir mal jemand erklären, warum das so ist?
    Claus sagt:
    26. Oktober 2010 um 00:08

    Da ist er ja schon wieder, der Hatem. Mal gefragt: Wieviel ist viel? Wetten, die Zahl ist ziemlich winzig (und ja, jeder Extremist kann erheblichen Schaden anrichten; müssen wir nicht diskutieren)? Angaben bitte mit Quelle. Nur ausnahmsweise, bitte.

    Kann mir mal jemand erklären, warum manche Menschen andere nicht in Frieden lassen können?
    Katrin sagt:
    26. Oktober 2010 um 11:24

    @sarah: Nun ja, es ist ein Sachtext. Ich denke, man kann sich auch mit einem Thema auseinandersetzen, indem man die emotionale Ebene weglässt.

    Mein Text ist eher eine Analyse, dieser hier ein Erfahrungsbericht. Eins ist Außensicht, eins Innensicht.

    Aber danke, dass du dir die Mühe gemacht hast, eine trockene Analyse zu lesen ;-)

    Aber meine Frage wurde noch nicht beantwortet: Ist bzw. war der Autor Pfarrer?
    Hatem sagt:
    26. Oktober 2010 um 22:19

    @Claus

    Die Sauerland-Gruppe bestand aus vier Personen.
    Zwei davon waren Konvertiten.
    50 Prozent.
    Ziemlich viel, oder?
    auguste sagt:
    27. Oktober 2010 um 07:48

    Man muss nicht konvertieren, um Mulsim zu sein. Man kann als Muslim auch einfach ein besserer Christ sein. Zumindest, wenn man sich auf den Koran stützt. Der Prophet hat nie gesagt, ich gründe jetzt eine neue Religion. Jesus hat das auch nicht gesagt. Jesus hat gesagt: Seid nicht so spießig und macht es euch nicht so schwer. Und Mohammed hat gesagt: Spinnt nicht rum und betet nicht mehr als einen Gott an.
    Dilara sagt:
    27. Oktober 2010 um 10:44

    “Allah ist mit den Geduldigen, und er ist mit allen Moslems”
    Ich bin selber Muslima, aber der Satz stößt mir ehrlich gesagt auf. Wieso ist Allah nur mit den Moslems? Allah heißt auf arabisch Gott, die arabischen Christen nennen “ihren” Gott auch Allah.
    leisegang sagt:
    28. Oktober 2010 um 02:53

    Hallo Hatem, warum sind einige wenige Konvertiten gewaltbereite Fanatiker?Vielleicht weil sie bereits vor ihrer Konversion das Potential dazu hatten und dann in einem isolierten Zirkel unter Zuhilfenahme einer entstellenden Interpretation des Islam indoktriniert wurden? Siehe Katrins Link.
    Wahrscheinlich hatte die Sauerlandgruppe mit dem Islam noch weniger zu tun als die IRA mit dem Christentum. Ihrer Theorie zufolge müsste der Gastautor und mehrere Kommentatoren hier demnächst zu Terroristen mutieren. Das ist doch absurd.
    Claus sagt:
    28. Oktober 2010 um 19:31

    Hatem sagte: “Gerade unter den Muslimen aus Deutschland, die Terroranschläge vorbereiten, sind viele Konvertiten (siehe Sauerland-Gruppe).”

    Frag nicht die Maus, sondern einen herkunftsgenetischen Konvertiten, dachte ich mir. So einer kennt sich aus: “Wie viel ist viel?”

    Antwort: “Zwei”.

    Laut Hatem sind also zwei von geschätzten 100.000 Konvertiten (s. Wikipedia) an der Vorbereitung von Terroranschlägen beteiligt. Und das aus dem Knast heraus. Da wird einem schon mulmig.

    Genau genommen sind es aber 50 Prozent, denn laut Hatem scheint ja nur die Sauerland-Gruppe Anschläge vorzubereiten. In Deutschland wären das folglich vier von Millionen Muslimen, wobei die Kovertiten prozentual überrepräsentiert wären.

    Das ist in der Tat ein Bedrohungsszenario, mit dem ich nicht gerechnet habe. Deshalb, liebe Konvertiten, seid mir bitte nicht bös, aber ich muss euch leider unter Generalverdacht stellen.

    Viele Grüße und nur ausnahmsweise: :))

    Claus
    Hatem sagt:
    31. Oktober 2010 um 20:20

    Oh, @Claus, da haben Sie mich aber sehr gewaltsam nicht verstehen wollen, nicht wahr?

    @leisegang
    Ihre Erklärung, dass diese Menschen schon fanatisch waren, bevor sie konvertierten, ist für mich nachvollziehbar. Aber wahrscheinlich trifft das nur für einen Teil der Konvertiten zu.
    Und natürlich habe ich nirgends behauptet, dass Konvertiten automatisch Terroristen werden.

    Ich habe selber im Netz noch mal gesucht und finde folgende Erklärung ebenfalls nachvollziehbar:

    “Frisch bekehrt und stark im Glauben: Wer als Deutscher zum Islam konvertiert, stürzt sich oft mit besonderer Leidenschaft ins spirituelle Leben. „Die meisten Konvertiten wollen den geborenen Muslimen zeigen, dass sie ganz besonders religiös sind“, sagt Gerhard Isa Moldenhauer, der vor mehr als 25 Jahren zum Islam übertrat und heute Vorstandsmitglied des Zentralinstituts Islam-Archiv-Deutschland ist.
    (…)
    Natürlich hätten nicht alle Konvertiten eine Tendenz zur Radikalisierung, sagt die Islamwissenschaftlerin und Leiterin des evangelischen Instituts für Islamfragen, Christine Schirrmacher. Während einige nach der Heirat mit einem muslimischen Partner konvertierten, fänden andere in persönlichen Krisensituationen wie Scheidungen oder Pleiten zum islamischen Glauben.

    „In manchen Fällen sind es aber Leute, die mit der Haltlosigkeit der modernen Gesellschaft nicht zurecht kommen“, erklärt Schirrmacher. Die Fülle von Regeln, die der Islam den Gläubigen bereitstelle und die es im Christentum so nicht gebe, sei für diese Persönlichkeiten besonders attraktiv. Weil viele von ihnen außerdem auf der Suche nach Sinn seien, wollten sie nach ihrer Bekehrung ganz konkret etwas zur Förderung des Islams tun - und driften dabei leicht ab in den Fanatismus. ”

    Quelle:
    http://www.islaminstitut.de/Artikelanzeige.41+M537c1b5b252.0.html
    auguste sagt:
    2. November 2010 um 13:38

    @Dilara:
    “Allah” ist einfach das arabische Wort für Gott, deswegen benutzen es auch die Christen. Sie wissen das ja, Sie schreiben davon. Und “Muslim” ist ähnlich einfach ein arabisches Wort für denjenigen, der den Islam ausübt - und “Islam” ist Gottergebenheit (so ungefähr, ich weiß nicht, ob eine 1:1-Übersetzung es ganz genau trifft), die Grundlage dafür ist die Geduld.
    “Muslime” und “die Geduldigen” meint im Sinne des Korans ALLE Menschen, die sich dem einen Gott ergeben haben. Der Satz, den Sie zitieren, verspricht ihnen, dass Gott bei ihnen ist und keinen im Stich lässt.
    Claus sagt:
    2. November 2010 um 19:57

    Lieber Hatem, ich habe mich redlich bemüht - aber Sie waren auch mit Gewalt nicht misszuverstehen. Zwei von Hunderttausend waren noch mal wie viel Prozent?

    @leisegang, wenn Sie mögen, recherchieren Sie mal nach christlichen Theologen und ihren Aussagen zu Kovertiten zum Christentum. Sie werden da sehr ähnliche Stellungnahmen finden.
    Wo Hatem offenbar keine Zahlen findet, versucht er halt einen Fanatismus herbeizufühlen.

    Viele Grüße ;)
    Claus
    leisegang sagt:
    4. November 2010 um 21:53

    Hatem,
    es wäre in Sachen Fanatismus noch zu unterscheiden zwischen denen, die sich aus (zeitweilig?) übertriebenem Eifer selbst das Leben schwer machen und potentiellen Gesinnungstätern. Einverstanden?

    @ Claus, ich glaube es ungeprüft. Viel mehr interessiert mich die unzweifelhaft vorhandene antiwestliche Strömung als Reaktion auf den Kolonialismus. Können Sie etwas empfehlen? MfG
    Hatem sagt:
    4. November 2010 um 22:55

    Lieber Claus,
    jetzt noch mal zu Mitschreiben:
    Sauerland-Gruppe= 4 Terroristen.
    2 davon = Konvertiten = 50 Prozent der Sauerland-Gruppe.
    Auffällige Häufung, nicht wahr.

    Und was die anderen Konvertiten betrifft:
    Nochmal: Natürlich sind nicht aller Terroristen.
    (Schrieb ich schon.)
    Auch nicht die Mehrheit.
    (Schrieb ich schon.)
    Aber vergleichsweise viele.
    Auch, wenn Sie das nicht wahrhaben wollen.

    Extra für Sie noch ein paar Belege:

    “Sie gelten den Sicherheitsbehörden im Anti-Terror-Kampf als die größte Schwachstelle: radikalisierte Konvertiten in Deutschland. Seit dem Anschlag von Djerba stehen viele von ihnen unter besonderer Beobachtung. Sie sind die gefürchtete Keimzelle des “Home Grown Terrorism” und fungieren als Kanonenfutter für al-Qaida.

    Für die deutschen Sicherheitsbehörden ist Christian Ganczarski ein Präzedenzfall. Im Ruhrgebiet aufgewachsen, 1986 zum Islam übergetreten, 1992 zu religiösen Studien nach Saudi-Arabien und 1999 in ein Ausbildungslager der al-Qaida in Pakistan gereist, so liest sich sein Lebenslauf in den Akten der Geheimdienste. 2002 soll er schließlich am Attentat von Djerba mitgewirkt haben – und ging damit als erster Konvertit aus Deutschland in die Kriminalgeschichte ein, der an einem Anschlag von Osama Bin Ladens Terrornetzwerk beteiligt war.”

    http://www.welt.de/politik/sauerlandgruppe/article3154821/Die-deutschen-Gotteskrieger-der-radikalen-al-Qaida.html

    “In Deutschland ist eines der Zentren, aus denen Männer wie er stammen, die Nachbarstädte Ulm und Neu-Ulm. In letzterem gab es bis 2005 das Multikulturhaus, einen Verein, der dann wegen seiner radikalen Bestrebungen von der bayerischen Regierung verboten wurde. Gegenüber in Ulm, auf der anderen Seite der Donau, befindet sich das Islamische Informationszentrum (IIZ). Einer seiner Gründer, der Konvertit Thomas Hamza Fischer, starb bei Kämpfen in Tschetschenien, in den Reihen islamischer Rebellen.”

    http://www.zeit.de/online/2007/37/Konvertiten?page=1
    leisegang sagt:
    10. November 2010 um 18:49

    Diese Fälle zwingen mich nicht, ein Vorurteil gegenüber Konvertiten in Deutschland aufzubauen. Ich sehe darin eher ein Argument, den Islam den anderen anerkannten Religionsgemeinschaften gleichzustellen, um das Vakuum zu füllen, in dem die oben angeführte Radikalisierung stattfinden kann. Stichworte universitäre Imamausbildung, regulärer Schulunterricht.
    Hatem, wenn Sie “den Islam” oder “die Muslime” für solche Erscheinungen verantwortlich machen wollen scheitert das schlichtweg an meiner Alltagserfahrung. MfG
    Claus sagt:
    10. November 2010 um 21:22

    Ach Hatem,

    geben Sie’s doch einfach zu. Sie können keine Zahlen bieten, die Ihr Gerede vom beängstigenden Fanatismus der Konvertiten (s.o.) untermauern würden. Außerdem, leisegang verwies bereits darauf, muss man zwischen religiös motivierten Menschen und potentiellen Gesinnungstätern unterscheiden.

    Wenn Sie sich die jüngst veröffentlichten Zahlen des BKAs zu gewaltbereiten Tätern in Erinnerung rufen mögen, werden Sie schnell feststellen, dass über den Daumen gepeilt jeder 4000. Mensch zu Gewalttaten bereit zu sein scheint. Gilt für Islamisten, Links- und Rechtsradikale (letztere von mir in diesem Zusammenhang addiert). Es finden sich halt überall grobe Exemplare unserer Gattung.

    @leisegang, ich möchte nur Bücher empfehlen, in die ich selbst die Nase hineingesteckt habe, und darunter ist keines, welches das Thema speziell abhandelt. Aber wenn ich den Fokus weiter aufziehen darf, möchte ich auf diese beiden verweisen:

    Werner Ende, Udo Steinbach
    Der Islam in der Gegenwart
    http://www.chbeck.de/productview.aspx?product=11939&PTBUCH=BUCH

    Entgegen der Erwartungen, die der Titel (zu recht) weckt, enthält es auch einen nicht kleinen historischen Abriss. 1000 großformatige Seiten mit viel Inhalt auch zu Ihrer Fragestellung.

    Eine Nummer kleiner, ebenfalls von den Anfängen bis zur Neuzeit, und mal nicht aus der gängigen eurozentrischen Perspektive (und mit Einsprengseln respektvoller Ironie fein gewürzt):

    Tamim Ansary
    Die unbekannte Mitte der Welt
    Globalgeschichte aus islamischer Sicht
    http://www.campus.de/sachbuch/geschichte/Die+unbekannte+Mitte+der+Welt.94280.html

    Viele Grüße
    Claus
    Hatem sagt:
    10. November 2010 um 22:30

    Ach Claus, es ist ja nun nicht so, dass sich Terroristen ordentlich und freiwillig zählen lassen. Aber die Beispiele, die ich genannt habe, sollten ihnen doch nun wirklich zu denken geben.

    In Deutschland gab es meines Wissens zwei große, geplante Terroranschläge, die Dutzende Opfer gefordert hätten: Die Kölner Kofferbomber und die Sauerland-Gruppe. Waren zwei der vier Terroristen der Sauerland-Gruppe nun Konvertiten oder nicht?

    Haben Konvertiten in Afghanistan gekämpft oder nicht?

    Ist Christian Ganczarski, der am Attentat von Djerba (21 Tote) beteiligt war, Konvertit oder nicht?

    Ist das nicht eine beunruhigende Schnittmenge von Konvertiten und Terroristen?

    Jüngstes Beispiel:

    “Die Polizei hat in Neunkirchen im Saarland einen mutmaßlichen Islamisten festgenommen, der offenbar mit Drohvideos einen Terroristen der Sauerland-Gruppe aus dem Gefängnis freipressen wollte. Das Landeskriminalamt in Saarbrücken bestätigte am Freitag zunächst nur die Festnahme des Verdächtigen. Laut “Tagesspiegel” soll es sich um einen 18-jährigen Konvertiten Kevin S. handeln, der aus Kamerun stammt.”

    http://www.stern.de/politik/deutschland/mutmasslicher-terrorist-im-saarland-hoch-emotionaler-sehr-gefaehrlicher-einzelgaenger-1621037.html

    Aber glauben Sie, verehrter @claus, nur weiter, dass Konvertiten nicht überproportional zu Gewalt und Terror neigen. Die Wirklichkeit widerlegt Sie.

    MfG
    Hatem
    Hatem sagt:
    10. November 2010 um 22:33

    @leisegang

    Nein, natürlich hat Islamismus nichts mit dem Islam zu tun.

    So wie Alkoholismus ja auch nichts mit Alkohol zu tun hat.

    Und wenn Sie meinen, dass man Islamismus und Terror mit Bildung entgegenwirken kann, darf ich Sie darauf hinweisen, dass ein Großteil der Islamisten und der Terroristen weder “bildungsfern” noch aus der Unterschicht kommen. Die meisten von ihnen stammen aus dem Mittelstand und/oder haben Hochschulabschlüsse bzw. studierten.
    leisegang sagt:
    11. November 2010 um 07:48

    Was schlagen Sie vor, Hatem? Mit paranoiden Feindbildern, Generalverdacht und Sippenhaft gegen den Terror?

    @Claus, herzlichen Dank, ich nehme erst mal den Wälzer von Ende/Steinbach. Man liest ja so viel Unsinn seit Scholl-Latour, da brauche ich jetzt ein starkes Gegengift in hoher Dosis
    Claus sagt:
    11. November 2010 um 16:10

    Lieber Hatem, wir sind uns doch einig. Denn ich schrieb bereits am 26.10.: “und ja, jeder Extremist kann erheblichen Schaden anrichten; müssen wir nicht diskutieren”. Und nur, weil Sie endlich kapiert haben, dass neben den zwei von der Sauerland-Gruppe noch ein paar mehr Menschen mit extremistischen Neigungen existieren, müssen Sie doch nicht so rumschreiben.

    Entscheidend ist eher, dass Sie keine Anhaltspunkte liefern können, dass ein relevanter Anteil der Konvertiten (100.000) zum Extremismus neigt. Sie fabulieren ein Phantom herbei. In einem Thread, in dem Menschen sich über ihre spirituelle Welt austauschen. Aber über Kinderstube wollen wir nicht reden.

    leisegang hatte Ihnen temporär gar zu Erkenntnis verhelfen können, als Sie feststellten: “Ihre Erklärung, dass diese Menschen schon fanatisch waren, bevor sie konvertierten, ist für mich nachvollziehbar.” Mit anderen Worten: Nicht der Islam schafft den Fanatiker. Über Ihren Rückfall, Alkohol kreiere Islamismus (oder ähnlich), verlieren wir besser kein Wort.

    Aber Ihr Gedanke, dass “ein Großteil der Islamisten und der Terroristen weder “bildungsfern” [ist] noch aus der Unterschicht kommen” und die “meisten von ihnen [...] aus dem Mittelstand [stammen]“, dieser Gedanke ist ausbaufähig.

    Denn da laut Sarrazin die meisten der hier lebenden Muslime strunzdumm sind (und wegen der Gene bleiben), sind sie wenig gefährdet, dem Extremismus zu verfallen. Muss man wohl sagen dürfen.

    Im Gegensatz zur Mehrheitsgesellschaft! Allerorten Mittelstand und Bildung – die wahren Gefahren für das Abendland.

    Dies erfordert sofortige Maßnahmen: Alle sicherheitsrelevanten Stellen in Staat und Gesellschaft müssen umgehend ab dem mittleren Dienst (oder vergleichbaren Positionen) von Schulabbrechern besetzt werden. Mittelstand und Universitäten sind rund um die Uhr zu observieren.

    Danke, Hatem! Für Ihren Einsatz. Und überhaupt.

    ps: Vielleicht sind wir uns ja auch darin einig, dass die gefährlichsten Menschen die Rekonvertiten sind. Wie wirr sie reden … schrecklich!

    http://www.youtube.com/watch?v=uyrCCqkMkQE
    Hatem sagt:
    11. November 2010 um 23:39

    Sie @claus, ziehen die falschen Schlüsse.

    Wer ungebildet aber religiös ist, neigt eher zu einfacher Gewalt wie Körperverletzung.

    “Jugendliche aus muslimischen Zuwanderer-Familien sind deutlich gewaltbereiter als Migranten anderer Konfessionen. Dies besagt eine neue Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen. Bei der Befragung von 45.000 Schülern fielen insbesondere gläubige Muslime durch jugendtypische Delikte wie Körperverletzung oder Raub auf. Die Studie führt dies vor allem auf unterschiedliche Männlichkeits-Vorstellungen zurück.
    “Die muslimische Religiosität fördert die Akzeptanz der Machokultur”, sagte Instituts-Direktor Christian Pfeiffer der “Süddeutschen Zeitung”.”

    http://www.n-tv.de/politik/Machokultur-unter-Muslimen-article907123.html

    Wer gebildet und religiös ist, neigt - im Extremfall - eher zu straff organisiertem Terrorismus.

    “Seit dem Herbst 2001 wird die TUHH mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in Verbindung gebracht, da Mitglieder der sogenannten Hamburger Zelle an der TUHH studierten und dort eine Islam-Arbeitsgemeinschaft unterhielten. Bekanntester Vertreter jener Gruppe war Mohammed Atta, vermutlicher Anführer der Attentäter, der von 1993–1999 Stadtplanung studierte.”

    http://de.wikipedia.org/wiki/Technische_Universit%C3%A4t_Hamburg-Harburg

    Und was Ulfkotte betrifft: Wenn Sie Kenntnisse haben, dass er Terroranschläge plant, sollten Sie zur Polizei gehen. Ansonsten gilt auch für ihn die Meinungsfreiheit.
    Claus sagt:
    12. November 2010 um 16:35

    Lieber Hatem,

    besser mal ‘nen falschen Schluss ziehen, als permanent Schlangenlinien fahren: In eine Gesprächsrunde über spirituelles Leben tragen Sie Ihre Paranoia von Mord- und Totschlag. Fragt man, wie viele der 100.000 Konvertiten brandgefährlich seien, kommt ein Tröpfeln. Und jetzt ein Schweigen, indem sie erneut umschwenken. Drum merke, lieber migrationshintergründiger Konvertit zum Assimilationismus:

    Allohol kann den Geist verwirren!

    Aber halt, habe ich denn falsch gezogen? Waren die Damen und Herren der RAF denn religiös? Gar Konvertiten zum Islam? Herkünftlich doch sicher in christlich-jüdischer Tradition wurzelnd!

    Und genau dort, bei der Wurzel, sollten wir das Problem packen. Lasse ich mich von Ihnen inspirieren, stehen uns drei Wege offen:

    - Verbot der monotheistischen Religionen
    - Verbot des Mittelstandes
    - Verbot der Bildung (ist ja wohl besser, man verkloppt seine Kinder, als dass Bomben explodieren!)

    Nieder mit dem Terror! Hatem, Sie als Experte - was raten Sie uns?

    In Erwartung einer hoffnungsfrohen Botschaft verbleibt
    Claus

    ps: @leisegang, als Gegengift ist Ende/Steinbach bestens geeignet. Danach sieht man so einige medienpräsente Experten mit anderen Augen.

    ps II: @Hatem, schon fällt mir Ulfkotte ein, hätt’ ihn fast vergessen: Der Mann plant, nehme ich an, keinen Terroranschlag. Der ist einer. Haben Sie sich das Video (s.o.) angeschaut? Der redet immer so. Auch inhaltlich. Ich sag nur: Rekonvertit - einmal im Kreis, da wird manchem ganz wuschig.
    Hatem sagt:
    12. November 2010 um 22:17

    @claus

    Ganz einfach: Der Islam braucht das, was das Christentum vor hunderten Jahren schon hatte: Reformation und Aufklärung. Manche nennen das Euro-Islam oder reformierten Islam. Wie auch immer.

    Ich sehe es in meiner Familie ganz klar: Wer religiös ist (in diesem Fall Muslim oder Muslima) hält sich selber in beschränktem Denken. Und stellt den Heiligen Qur’an über die allgemeinen Menschenrechte.
    Wer sich selber freimacht, von den Fesseln des Islam, lebt besser und als toleranterer Mensch als zuvor.
    claus sagt:
    13. November 2010 um 02:40

    Aus meiner Sicht als Außenstehender ist gegen einen reformierten Islam ja nichts einzuwenden. Aber Ihnen, Hatem, ging doch um anderes, nämlich um Terrorismus.
    http://lamya-kaddor.de/blog/?p=78&cpage=1#comment-267

    Bald, nachdem Sie erkannt hatten, dass der Islam bei Konvertiten nicht die Ursache für Fanatismus ist: “Ihre Erklärung, dass diese Menschen schon fanatisch waren, bevor sie konvertierten, ist für mich nachvollziehbar.”, …
    http://lamya-kaddor.de/blog/?p=78&cpage=1#comment-282

    … stellten Sie fest, dass die Hauptursache für Terrorismus Bildung und Mittelstand sind: “Und wenn Sie meinen, dass man Islamismus und Terror mit Bildung entgegenwirken kann, darf ich Sie darauf hinweisen, dass ein Großteil der Islamisten und der Terroristen weder “bildungsfern” noch aus der Unterschicht kommen. Die meisten von ihnen stammen aus dem Mittelstand und/oder haben Hochschulabschlüsse bzw. studierten.” Hat mich überzeugt, weil ja auch die Terroristen der RAF weder Konvertiten waren, noch einer islamischen Glaubensgemeinschaft angehörten.
    http://lamya-kaddor.de/blog/?p=78&cpage=1#comment-310

    Ich möchte Ihnen nun wirklich nicht im Wege stehen, den Islam zu reformieren und aufzuklären. Aber das drängendere Problem scheint mir doch der Terrorismus zu sein. Wie also können wir Mittelstand und Bildung so einhegen, dass sie keine Gefahr mehr die Allgemeinheit darstellen?

    ps: Und wäre die Re-Re-Konversion Herrn Ulfkottes zu einem reformierten Islam noch eine, seine letzte Chance? (Entschuldigen Sie, wenn ich wieder auf ihn zurückkomme - aber ich mache mir wirklich Sorgen wegen seines Zustands.)
    auguste sagt:
    13. November 2010 um 13:35

    @ Hatem: “die Fesseln des Islam” sind wohl eher die Fesseln einer kollektiven Zwangsneurose. Freud hat die zwanghaften Seiten der Religionsausübung so deutlich gesehen, dass er dachte, Religion ganz allgemein sei Symptom einer solchen Neurose. Ein “aufgeklärter Islam” nützt da auch nichts, weil man auch die Aufklärung, wie man heutzutage ja bestens sieht, zu einem Zwangsmuster verformen kann, das sich selber verabsolutiert.
    Echte Spiritualität IST aufgeklärt, auch die, die aus dem Islam kommt. Schon allein dadurch, dass sie offen ist, also geistig und eigenständig und nicht auf vorgefertigte Muster fixiert.
    auguste sagt:
    13. November 2010 um 13:58

    @ Hatem:
    die “allgemeinen Menschenrechte” sind keine Ersatzreligion und auch kein neues Zwangskonstrukt. Sie sind historisch die Befreiung aus einer autoritären Unterdrückungsgeschichte. Doch Befreiung ist ein Prozess und kein Status. Erbärmlich also, wenn die allgemeinen Menschenrechte nicht überdacht und ergänzt werden dürften. Zum Beispiel nach Maßgabe der Werte des Islam, der die Gemeinschaft über alles stellt.
    Die WHO hat inzwischen bemerkt, dass “Gesundheit” mit dem Fehlen von Krankheit allein nicht gegeben ist, und definiert sie als Zustand des vollständigen, körperlichen, geistigen und SOZIALEN Wohlbefindens. Auch Freiheit ist mit dem Fehlen von Unterdrückung allein nicht gegeben. Die allgemeinen Menschenrechte werden jedoch im öffentlichen Diskurs heute noch nur als Individualrechte gegenüber der Gemeinschaft verhandelt , ohne dass ihnen ebenso verbindliche Pflichten gegenüber gestellt wären, die die Gemeinschaft tragen und erhalten, die diese Rechte gewähren soll. Pflichten verbindlich machen, das tun bisher nur die Religionen.
    “Freie Fahrt für freie Bürger” reicht eben nicht, sonst ist letzten Endes jeder eines jeden Tyrann.
    Hatem sagt:
    13. November 2010 um 15:09

    @claus

    Ich kann bei der Reformierung des Islams nicht hilfreich sein, schließlich bin ich kein Muslim (mehr).

    Und Sie wollen mich mal wieder falsch verstehen: Nicht alle Konvertiten waren schon vor ihrem Übertritt zum Islam fanatisiert, aber bei manchen mag das zutreffen.

    Und nein, ich habe nicht festgestellt, dass, wie Sie behaupten:”die Hauptursache für Terrorismus Bildung und Mittelstand sind”.
    Nein.
    Ich habe darauf hingewiesen, dass Bildung leider kein Allheilmittel gegen Terrorismus ist:
    “Und wenn Sie meinen, dass man Islamismus und Terror mit Bildung entgegenwirken kann, darf ich Sie darauf hinweisen, dass ein Großteil der Islamisten und der Terroristen weder “bildungsfern” noch aus der Unterschicht kommen. Die meisten von ihnen stammen aus dem Mittelstand und/oder haben Hochschulabschlüsse bzw. studierten.”

    Ob etwas Ursache oder aber kein Gegenmittel ist, ist ein riesiger Unterschied.

    Verdrehen Sie mir das Wort mit Absicht im Mund oder merken Sie das gar nicht?

    Und der Herr Ulfkotte ist mir egal.
    Aber wenn Sie sich solche schweren Sorgen um ihn machen, bieten Sie ihm doch persönlich Ihre qualifizierte Hilfe an, beim Konvertieren, Re-Konvertieren oder wobei auch immer. Ich finde es rührend, wie Sie sich um ihn sorgen.
    Hatem sagt:
    13. November 2010 um 15:15

    @auguste

    Religion ist eine kollektive Zwangsneurose?
    Das finde ich eine etwas zugespitzt formuliert.
    Aber wenn man sich anschaut, wozu religiös motivierte und fanatisierte Gruppen in der Lage sind, ist das schon nachvollziehbar.

    Individuell aber hilft Religion ja manchen Menschen , schwere Lebenskrisen zu bewältigen. Insofern kann Religion für den Einzelnen sicher auch hilfreich sein.
    leisegang sagt:
    14. November 2010 um 12:11

    Hatem, falls wir noch miteinander reden: ich respektiere Ihren biografischen Hinweis. Die Abwendung von der Religion ist demnach bei Ihnen ein Aspekt Ihrer persönlichen Emanzipation. Wahrscheinlich haben Sie dafür einen hohen Preis gezahlt. Korrigieren Sie mich, wenn ich mich hier verspekuliere.
    Als Lernender möchte ich Sie in aller Bescheidenheit fragen, ob Sie nicht selbst den Eindruck haben, dass Sie Ihre subjektive Erfahrung ein wenig zu stark verallgemeinern? Mir erscheint bei diesem Stand der Diskussion nichts dringlicher als sorgfältige Differenzierung, und sitze dabei im Glashaus. Wünsche einen schönen Tag.
    Hatem sagt:
    14. November 2010 um 14:44

    @leisegang

    Nicht ich habe mich vom Islam abgewendet, sondern mein Vater hat diesen Schritt schon vollzogen, der natürlich ein Prozess war. Meine Bemerkung, ich sein kein Muslim mehr, bezog sich nur darauf, dass der Sohn eines Muslims automatisch ein Muslim ist.

    Einen hohen Preis habe ich nicht zahlen müssen, darüber bin ich sehr froh. Denn ich denke, dass die Abwendung von einer Religion immer ein schwieriger Prozess ist. Im Islam kommt dazu, dass Apostasie ein schweres Verbrechen ist und manche Muslime meinen, man müsste denjenigen oder diejenige töten.

    Der “Preis”, den ich dafür zahle, kein Muslim zu sein, sind lediglich Meinungsverschiedenheiten innerhalb meiner sehr großen Verwandtschaft. Diese hatte mein Vater jedoch in viel härterem Maße auszutragen. Aber zum Glück sind die meisten Onkels und Cousins in meiner Familie sehr moderate Muslime. Bei einigen würde ich sagen: Sie sind Muslime nur noch pro Forma. Insofern siegt letztlich, bis auf zwei drei Ausnahmen, immer der Familiensinn über die Meinungsverschiedenheiten.

    Es mag sein, dass ich meine Erfahrungen zu stark verallgemeinere. Ich habe, dank meiner großen Familie ein sehr weites Spektrum von Erfahrungen, von stark religiös in der “alten Heimat” über moderat bis hin zu völlig integriert in Deutschland oder England. Subjektiv ist meine Sicht natürlich trotzdem.
    Aber es tut mir sehr leid, wenn ich z.B. erleben muss, wie meine Lieblingstante plötzlich Kopftuch tragen muss und bei Besuchen kaum noch zu sehen ist, weil ihr Mann auf seine alten Tage plötzlich seine Religiosität wieder entdeckt hat und auslebt.

    Auch Ihnen einen schönen Tag.
    Hatem sagt:
    14. November 2010 um 15:05

    @leisegang
    Oh, ich sehe gerade, dass ein Kommentar von mir, auf den ich mich bezog, noch gar nicht freigeschaltet ist.
    Aber ich denke, Sie werden mich auch so verstehen.
    Claus sagt:
    14. November 2010 um 23:24

    Hatem fragte: “Verdrehen Sie mir das Wort mit Absicht im Mund oder merken Sie das gar nicht?”

    Ich handelte nach demselben Muster wie Sie: Man nehme ein paar Fakten, kumuliere Sie nach Möglichkeit, ignoriere Fakten die nicht ins Konzept passen - und schon hat man bei Bedarf ein Bosch-Gemälde beisammen.
    leisegang sagt:
    18. November 2010 um 21:34

    Hatem sagte, dass Religiosität das Denken beschränke. Aber kann man sich nicht von den Beschränkungen befreien und dabei religiös bleiben?
    Auguste entgegnete, dass zwanghafte Religiosität, ob aufgeklärt oder naiv, die Eigenständigkeit und Offenheit echter Spiritualität vermissen lasse.
    Kann man wissenschaftlichen Rationalismus und ein gläubiges Herz ohne faule Kompromisse miteinander versöhnen?
    @ auguste, ich vermisse keinen Katalog von Pflichten, deren Einhaltung mich erst in den theoretischen Genuss der Menschenrechte bringt. Pflichten werden durch eine Ethik postuliert und, soweit verbindlich, mit staatlicher Gewalt durchgesetzt. Ein Religionsbezug ist dabei nicht zwingend erforderlich.
    Claus sagt:
    19. November 2010 um 12:23

    @leisegang, ja, man kann Rationalismus und Glauben unter einen Hut bekommen. Einen schönen Gedanken hierzu verdanken wir Jean-Jacques Rousseau:

    “Die geistige Welt ist, ohne die Geometrie auszunehmen, voll von unbegreiflichen und doch unbestreitbaren Wahrheiten, denn die Vernunft, die sie als existierend beweist, kann über die Grenzen hinweg, welche sie einschränken, diese Wahrheiten sozusagen nicht berühren, sondern nur wahrnehmen.”

    Entscheidend ist für mich weniger, ob die Vernunft besagte Wahrheiten als existent beweist, sondern, dass sie, begrenzt wie sie ist, manches nur wahrnehmen - und “nicht berühren” - kann.
    Bilal sagt:
    19. November 2010 um 19:43

    Alles passiert so wie Allah es will.
    Schade dass die Kommentare hier zu ner Diskussion ausgeartet sind.
    Hab sie mir gar nicht erst angetan.

    Ich kann deine Gefühle sehr gut nachvollziehen! :)
    Bin erst 18 und vor einer Weile zum Islam konvertiert.
    Ich kann dir nur empfehlen: Lies Lamyas Buch. Dort findest du viele Grundansichten ihres liberalen Islams. Sie spricht mir in vielen Dingen aus dem Herzen.

    Ich hoffe dass du deinem Herzen folgst und dass es dir den Weg in den Islam zeigt, er ist leicht. :)

    Alles passiert so, wie Allah es will
    leisegang sagt:
    6. Dezember 2010 um 06:44

    Ich bin dem Einen ergeben, Bilal. Sollte ich zwei ZeugInnen begegnen, die an die Erschaffenheit des Korans und die offenen Tore der Rechtsfindung glauben, würde ich ein Bekenntnis ablegen. Möge er Dich wohl erhalten!

2 Kommentare

Mi

06

Jul

2011

Warum der Islam die Weltherrschaft anstrebt

In letzter Zeit hört man immer wieder schlagende Argumente für die Gefährlichkeit des Islam. Eines davon lautet, dass der Islam die Unterwerfung der Welt anstrebe. „Er will den autoritären Gottesstaat, also das Gegenteil von Demokratie, und verfolgt das Ziel der Weltherrschaft“, hieß es kürzlich passend in einem Zeitungskommentar.

 

Zunächst ist es naiv, im Islam ein einzelnes, handelndes Subjekt zu sehen; das trifft vermutlich noch nicht einmal auf die Römisch-Katholische Kirche mit ihrer vatikanischen Organisation zu. Mit dem Wegfall des Kalifats verfügen die Muslime nicht einmal über eine annähernd einflussreiche Instanz, die verbindliche Glaubensinhalte festlegen könnte. Und selbst der Kalif hatte in der Geschichte des Islam seine Bedeutung bereits kurz nach dem Tod des Propheten Muhammad eingebüßt – frei nach dem Motto: „Ohne Kalifat, kein Gegenkalifat!“. In den Köpfen mancher Fanatiker mag das Stichwort „Weltherrschaft“ Fantasien anregen, für alle anderen Muslime spielt es keine Rolle, ob die Antarktis dermal einst islamisch geprägt ist oder nicht.

 

Von wenig Kenntnis zeugt ferner der zur Untermauerung der Ausgangsthese immer wieder vorgenommene Bezug auf klassisch theologische Positionen im Islam, die angeblich Toleranz und friedliche Koexistenz mit Nicht-Muslimen unmöglich machten. Mitunter hört man in solchen Zusammenhängen die Behauptung, die Fundamentalisten gingen am ehrlichsten mit der islamischen Überlieferung um.

 

Solche Aussagen zeugen von wenig Realitätssinn. Sie klammern den Faktor Zeit aus. Sie tun so, als könne die Welt stehen bleiben, als könne man das Leben von früher heute noch immer leben. Gibt es denn keinen gesellschaftlichen Wandel? Hat der stetige Fortschritt über Jahrhunderte hinweg keine Auswirkungen auf Denken, Fühlen und Handeln? Welche Jahrtausende alte gesellschaftliche Lehre besteht fort, ohne dass sie dem Zeitgeist Rechnung getragen hätte? Die Vergangenheit ist vergangen. Was war, ist nicht mehr. Das Gestern lässt nicht mehr reproduzieren. Höchstens Elemente davon lassen sich in die Zukunft retten. Und selbst diese Elemente unterliegen dem stetigen Wandel. Was heißt also: …am ehrlichsten mit den islamischen Überlieferungen umgehen? Ehrlichkeit ist in diesem Kontext ein Konstrukt. Es kann sie gar nicht geben.

 

 

Haus des Krieges, Haus des Islam

 

Es ist richtig, dass nach einigen Auslegungen der Jihad im Sinne eines aktiven Kampfes zur Verbreitung des Glaubens als im islamischen Recht so genannte „fard kifaya“ Aufgabe der Umma ist. Das heißt, irgendwelche Muslime müssen demnach irgendwo auf der Welt zu jeder Zeit einen Jihad führen, um den Glauben zu verbreiten. Ansonsten verfällt die gesamte Umma in Sünde. So weit, so gut oder besser gesagt, so schlecht. Alle Religionen haben nun das Dilemma, dass die Lehre das eine, und die Realität das andere ist. Selten ist die gelebte Religion völlig deckungsgleich.

 

In der Realität des Islam nun hat jener Jihad zur Verbreitung des Glaubens durch die Jahrhunderte hinweg bis heute nur eine marginale Bedeutung gehabt. Schon bei den islamischen Eroberungen des 7. Jahrhunderts ging es nicht primär um missionarische Ziele, sondern um politisches Herrschaftsstreben wie es zur damaligen Zeit gang und gäbe war. Der Islam diente dabei vor allen Dingen als Kitt, um die Truppen zusammenzuhalten.

 

Auch als der theoretische Überbau jenes Jihads in späteren Jahren ausdefiniert wurde – u.a. entstanden die Konzepte vom dar al-harb und dar al-islam – führte dies nicht zu so etwas, was im Westen als „Missionskriege“ bekannt wurde; in das heute größte muslimische Land Indonesien bspw. wurde der Islam allmählich und überwiegend friedlich vor allem durch Kaufleute gebracht, nach Indien, Zentralasien oder China gelangte er insbesondere durch Mystiker, die die Leute mit ihren Worten überzeugten.

 

 

Das Zweite Vatikanische Konzil

 

Generell kommt im Hinblick auf theologische Positionen erschwerend hinzu, dass es in jeder Religionsgemeinschaft Meinungsverschiedenheiten und in deren Folge inhaltliche Verschiebungen gibt. Sogar im so straff durchorganisierten Katholizismus ändern sich im Laufe der Zeit die Dogmen – man denke nur an das Zweite Vatikanische Konzil und was die Pius-Brüder davon halten. Warum sollten sich dann ausgerechnet in einer dezentralen Religion wie dem Islam die Ansichten nicht ändern können?

 

Also, auch wenn es theologische Abhandlungen über den Jihad zur Verbreitung des Glaubens gibt, so sind sie dennoch nicht mehr als die Meinung einzelner aus 1.500 Jahren islamischer Geschichte überlieferten Autoren. Und im Fall des Jihad zur Verbreitung des Glaubens folgt ihnen höchstens eine winzige Zahl von extremistischen Einzelkämpfern weltweit, jedenfalls nicht „der Islam“ als Block, als eine homogene Kraft, die andere bedroht.

 

Da die Extremisten allerdings die Nachrichtenlage zum Islam bei uns bestimmen, entsteht schnell der verzerrte Eindruck von der Wirklichkeit. Wer ernsthaft an einer friedlichen Koexistenz interessiert ist, muss dieses Bild durchdringen. Dann öffnet sich der Blick für das Wesentliche: den gemeinsamen Kampf gegen die Extremisten, nicht gegen die Religion!

 

***ältere Kommentare***

 

 

 

    Kehrhelm Kröger sagt:
    30. Dezember 2010 um 22:14

    Komisch. Der Überschrift nach soll dieses Posting erklären, warum der Islam die Weltherrschaft anstrebt. Aber anstatt dass der nachfolgende Text auf die Frage eingeht, ist er ein einziges Lamento. Wie nun? Strebt der Islam die Weltherrschaft quasi als Kompensation an, weil er sich so gedemütigt, falsch verstanden und diskriminiert fühlt?

    Was auch immer die Antwort sein soll, einiges an dem Posting ist bemerkenswert. Zum Beispiel das:

    Solche Aussagen[...]klammern den Faktor Zeit aus. Sie tun so, als könne die Welt stehen bleiben, als könne man das Leben von früher heute noch immer leben. Gibt es denn keinen gesellschaftlichen Wandel?

    Faszinierend! Wer verharrt denn in der Steinzeit, so als gäbe es kein Morgen? Wer tut denn so, als sei die Zeit im 7. Jh stehen geblieben, die aufgeklärten Europäer oder die Taliban? Wer genau klammert denn den Faktor Zeit aus, die islamischen Fundis oder die Islamkritiker? Warum wird diese Frage nicht an Osama Bin Laden und Mullah Omar gerichtet, sondern an wieder an jene, die genau diese Faktor-Zeit-Ausklammerer kritisieren?

    Oder das:
    Da die Extremisten allerdings die Nachrichtenlage zum Islam bei uns bestimmen, entsteht schnell der verzerrte Eindruck von der Wirklichkeit.

    Sind die 50+ Toten, die von jähzornigen Moslems im mittleren Osten als Reaktion auf die Mohammed-Karikaturen im fernen Dänemark dahingemetzelt worden sind, etwa keine Wirklichkeit? Sind die unschuldigen Opfer wilder Moslemhorden in aller Welt als Reaktion auf Westergaards Zeichnungen etwa keine blutige Realität? Gehören solche Meldungen etwa nicht nach ganz oben? Sollen die Medien den Vorfall des irren Somaliers, der sich mit seiner Axt in Kurt Westergaards Haus verirrt hat, etwa unter ’sensibler’ unkritischer Islamlobhudelei verbergen, nur damit der Islam im positiven Licht erscheint usw. usw??
    Nein, solange die Realität grausam ist, sind’s leider auch die Nachrichten.
    Ahmed aus dem Internet sagt:
    30. Dezember 2010 um 23:31

    @Kehrhelm, abgesehen davon, dass “Islamkritiker” und muslimische Fundamentalisten ungefähr von den gleichen Prämissen ausgehen und sich daher wunderbar ergänzen (Beispiel Barino), so sei doch angemerkt, dass die allermeisten Toten im Folge der “Mohammedkrise” aufgebrachte Demonstranten waren, die von der Polizei zusammen geschossen wurden. Aber vermutlich lastet man das auch noch “den Muslimen” an, dass sie militante Islamisten blutig unterdrücken in den arabischen Staaten.
    Ahmed aus dem Internet sagt:
    30. Dezember 2010 um 23:47

    Zur Welteroberung: Es gibt durchaus Muslime, die davon ausgehen, dass irgendwann die gesamte Menscheit muslimisch sein wird. Aber bisher kannte ich diesen Gedanken in der Form, dass der Islam eine derart fantastische intellektuelle und spirituelle Strahlkraft hat, dass die Menschen nur aufgeklärt werden müssen, damit sie sich von alleine Gott zuwenden, und zwar nach islamischem Ritus.

    Das würde ich als jugendliche Schwärmerei abbuchen. Es ist der Glaube, dass am Ende die Wahrheit und Gerechtigkeit, das Reich Gottes, siegen werden. Aber ich denke, dieses “Ende” wird keiner von uns je erleben, denn das wäre der Jüngste Tag. Ob Gott dann alle Menschen zu Muslimen machen wird, oder wer in der Ewigen Verdammnis landen wird, …. darüber sollte man sich ehrlich gesagt nicht streiten. Man sollte, wenn man an Gott glaubt, so leben, dass man nach den Maßgaben der eigenen Religion ein guter Mensch ist, mit der Hoffnung, im Jenseits belohnt zu werden.

    Wenn man nicht an Gott glaubt, glaubt man eh nicht ans Paradies, aber man kann ja dennoch ein guter Mensch sein. Das gilt umso mehr für Anhänger anderer Religionen, die noch nicht einmal “gottlos” dem eigenen Verständnis nach sind :-)

    Und ich denke, ohne diese Erkenntnis können wir keine der großen Menschheitsprobleme lösen. Hunger, Krieg, Ungerechtigkeit, Unterdrückung, Umweltzerstörung. Das alles sind Dinge, die können wir nur religionsübergreifend lösen. Die Lösung dieser Probleme sehe ich als Gottes Auftrag an die Menschheit.

    Dazu muss sicher nicht “der Islam herrschen”, sondern “die Muslime” können nur ihren Teil dazu leisten.
    levbay sagt:
    31. Dezember 2010 um 00:15

    @Kehrhelm Kröger Sie polarisieren und polemieren doch nur… Haben wir das nötig?

    Es dürfte doch nicht so schwierig sein, zu merken, dass die Überschrift ironisch gemeint ist.

    Und die 2 Zitate sollten Sie als “Selbstkritik” sehen und eher für bemerkenswert mutig halten, anstatt agressiv und polemisch zu argumentieren.

    Gewalt gegen unschuldige und ausserhalb des Krieges ist im Islam nicht erlaubt - basta!!

    Wenn es sie dennoch gibt, hat es nicht mit dem Glauben zu tun, sondern eher mit politischem oder persönlichem Machtgehabe.

    Und wenn es um Menschenleben geht, um die Sie sich sorgen machen, und wenn sie es ehrlich meinen, möchte von Ihnen ich wissen, warum “tausende” und nicht “50+” Menschen im von “Neo-Konservativen Christen” besetzten Afghanistan und dem Irak sterben mussten.

    Womit wollen Sie das bitte argumentieren.

    Wenn wir gemeinsam Leben und gestalten wollen, sollten wir besonnener sein.

    Es gibt keine einzige Zeile in diesem Text, der Ihren jähzornigen Ausbruch rechtfertigen würde.

    Freundliche Grüsse und guten Rutsch!
    Bayerhammer sagt:
    31. Dezember 2010 um 01:49

    @Kehrhelm Kröger,
    schon klar, dass Sie bereits an der Überschrift scheitern.
    T.A.R. sagt:
    31. Dezember 2010 um 08:45

    Na wenigstens eskaliert die “Diskussion” hier nicht so wie bei Herrn Polenz (shame on you all!).
    Hatem sagt:
    31. Dezember 2010 um 19:27

    “Dann öffnet sich der Blick für das Wesentliche: den gemeinsamen Kampf gegen die Extremisten, nicht gegen die Religion!”

    Richtig.

    Um so mehr ist zu bedauern, dass viele Muslime nicht nur nicht gegen die Extremisten kämpfen, sondern eine heimliche Zustimmung und Schadenfreude gegen den Westen/Amerika/”die Juden” äußern, wenn die Extremisten verbal oder terroristisch zuschlagen.
    Claus sagt:
    1. Januar 2011 um 14:45

    “Dann öffnet sich der Blick für das Wesentliche: den gemeinsamen Kampf gegen die Extremisten, nicht gegen die Religion!”

    Richtig.

    Um so mehr ist zu bedauern, dass viele Christen, Atheisten, Agnostiker und Menschen anderen Glaubens / anderer Einstellungen nicht nur nicht gegen die Extremisten kämpfen, sondern eine heimliche Zustimmung und Schadenfreude gegen alles mögliche (z.B. Muslime) äußern, wenn die Extremisten verbal oder terroristisch zuschlagen.
    Kehrhelm Kröger sagt:
    1. Januar 2011 um 17:06

    Wenn ich jemand mit dem “Ton” verletzt habe, bitte ich das zu verzeihen.

    Doch die Frage Gibt es denn keinen gesellschaftlichen Wandel? ausgerechnet an die Europäer zu richten, statt beispielsweise an die Saudi-Arabische, ist schon etwas schräg. ‘Gesellschaftlicher Wandel’ soll dann wohl heißen, dass die Europäer den Import von Kulturen aus dem 7. Jh. in ihre Gesellschaft gefälligst anerkennen und als fortschrittlichen Zugewinn verbuchen sollen , nach der Devise “Vorwärts in die Vergangenheit”.

    Oder sollte man den mangelnden gesellschaftlichen Wandel und die ‘Versiegelung der Zeit’ (es gibt ein Buch mit dem Titel, und das handelt NICHT vom Stillstand der westlichen Welt) nicht doch mal denen vorhalten, die ihre Kultur unter Naturschutz gestellt haben wollen?

    Übrigens: In der Nacht zum neuen Jahr sind in Ägypten schon wieder 21 Christen von moslemischen Terroristen umgebracht worden. Sollen die Medien etwa nicht über jede solcher Schandtaten berichten, nur weil man damit den Islam in ein schlechtes Licht rücken könnte? Soll man Verbrechen verschleiern nur um Moslems nicht zu kränken?
    Claus sagt:
    2. Januar 2011 um 00:13

    @Kehrhelm Kröger
    Nun scheitern Sie bereits das zweite Mal am Text. Ist Ihre Lesekompetenz so sehr wie der Turm von Pisa im Lot oder hoffen Sie, mit Ihren absurden Verzerrungen ernst genommen zu werden?

    Nebenbei: Dass Sie die Terroropfer in Ägypten instrumentalisieren, überschreitet die Grenzen auch des schlechten Geschmacks.
    Bayerhammer sagt:
    2. Januar 2011 um 00:19

    @kehrhelm Kröger
    Können Sie lesen oder sind Sie der Grund für die deutschen Ergebnisse beim PISA-Test im Berech Leseverständnis. Der Wandel bezog sich auf die Fundamentalisten, Sie Bltizmerker. Entweder sind Sie wirklich nicht in der Lage, einen einfachen Text zu verstehen, oder es geht Ihnen gar nicht um eine inhaltliche Auseinandersetzung, sondern nur ums Stänkern und der Verbreitung Ihrer Antipathien. Vermutlich trifft beides zu, also warum gehen Sie nicht einfach zu PI. Da finden Sie ganz viel Zustimmung.
    Claus sagt:
    2. Januar 2011 um 03:23

    @ Bayerhammer
    Grins & Gruß
    Kehrhelm Kröger sagt:
    2. Januar 2011 um 17:55

    Dann hab ich den Text etwas falsch verstanden. Das kann sein.

    Klar muss der gesellschaftliche Wandel sich in der fundamentalistischen islamischen Gemeinschaft vollziehen, was sonst? Da habe ich vorschnell “hineingelesen” die Europäer sollten die islamische Rückständigkeit halt akzeptieren, was da natürlich nicht steht.

    Also: Der Text argumentiert doch gegen die Angst, dass der Islam die Unterwerfung der Welt anstrebe und warum das kompletter Unfug ist.

    Fragt sich aber, ob die Sorgen der Kritiker wirklich so lächerlich sind, oder ob die berechtigte Gründe haben. Und speziell die Frage, ob es “von wenig Realitätssinn” zeugt, wenn man befürchtet, die fundamentalistische islamische Theologie werde/könne sich nicht weiterentwickeln, wird in dem Artikel ja behandelt, oder?

    Also schauen wir uns die Realität mal an. Gibt es Anzeichen für Modernisierungstendenzen in erzkonservativen islamischen Gesellschaften? Gibt es dort Entwicklungen, oder sieht es eher so aus, als ob dort “die Zeit stehen bleibt”? Gibt es den gesellschaftlichen Wandel dort tatsächlich oder nur in der Wunschvorstellung der westlich-sozialisierten Muslime und deren Publikum, das ebenfalls im Westen sitzt ?

    Die Antwort kennt jeder selbst. Der mögliche, theroetisch vorstellbare gesellschaftliche Wandel in der islamischen Welt ist ein reines Wolkenkuckucksszenario. Es ist wie mit einem jungen Kettenraucher, der schon vestanden hat, dass das Rauchen schädlich ist und Lungenkrebs erzeugen kann. Aber er sagt sich, dass es schon früh genug ein Heilmittel gegen Lungekrebs geben wird, irgendwie, irgendwann, früh genug jedenfalls, dass er getrost weiterrauchen kann. Schließlich hat es nämlich schon für diverse andere Krankheiten Lösungen gegeben. Logisch, dass das Problem mit dem Raucherkrebs auch irgendwann gewuppt ist….ist halt nur eine Frage der Zeit und das WIE ist auch noch offen….Wenn der Kettenraucher in ferner Zukunft selbst von negativen Folgen des Rauchens betroffen sein sollte, wird das Problem eh verschwunden sein. Also kein Grund zur Panik und Weitermachen.

    Das Problem ist, dass man sich mit solchen Beschwichtigungen auf ein Luftschloss stützt, von dem man nicht weiß, wie es realisiert werden soll. Es gibt derzeit keine Anzeichen dafür, dass Lungenkrebs in absehbarer Zeit besiegt werden wird. Und genauso gibt es derzeit keine Anzeichen dafür, dass der Islam in absehbarer Zeit reformiert werden wird.

    Stattdessen werden wir ständig mit neuen Realitäten konfrontiert…..

    Und die Realität beweist die Resistenz der islamischen Fundamentalisten gegenüber wohlmeinender, eurozentrischer Belehrung. Deswegen ist es viel einfacher, westliche Mitbürger zu belehren (wie dieser Artikel) als die, die es angeht. Wie die “Auswirkungen auf Denken, Fühlen und Handeln”, bei de Betroffenen bewirkt werden sollen, bleibt der Verdrängung der Islamapologeten überlassen.

    Der Kettenraucher täte gut daran, die Erfahrungswerte der Realität als Entscheidungsgrundlage zu nehmen, anstatt alles auf ein diffuses “Es-Muss-Doch-Möglich-Sein” zu stützen. Solches Ausweichverhalten entwickelt der Süchtige, um sich nicht der Realität zu stellen–genau wie die Islamapologeten, die den Islamkritikern mangelnden Realitätssinn attestieren. Am Ende stirbt der Raucher trotzdem an Krebs, obwohl doch eine Pille dagegen hätte entwickelt werden müssen/sollen/können.

    Und so lange man in der islamischen Welt tatsächlich so tut, “als könne man das Leben von früher heute noch immer leben.” und nichts geschieht, kann man den Islamkritikern nicht Realitätsverlust vorwerfen!

    Ich glaub auch nicht, dass die Fundis den Rest der Welt dem Haus des Islam einverleiben können, aber dass sie genug Schaden anrichten können, sehr wohl.
    auguste sagt:
    4. Januar 2011 um 22:09

    Und worin besteht der Kampf gegen Extremisten für Muslime? Im Lamentieren? Nein, in der Verbreitung des Islam durch den Jihad natürlich!!!!
    Worin denn auch sonst.
    Was ist “Jihad”? Selbstdisziplin.
    Was ist “Verbreitung des Islam”? Vorbild sein. Vorbild an Tugend.
    auguste sagt:
    4. Januar 2011 um 22:22

    @Kehrhelm Kröger und Gleichgesinnte:

    Gerechtigkeit wäre, KEIN Verbrechen zu verschleiern, auch z.B. amerikanische nicht. Oder russische. Oder … usw. Gerechtigkeit wäre, auch die Stellungnahme der Muslime nicht zu verschleiern, zuvorderst derer in Ägypten selbst.
    Sehen Sie, und schon verbreite ich den Islam, indem ich Gerechtigkeit verlange. Oder das Judentum, in diesem Punkt sind sie ähnlich. ich verbreite das Christentum, indem ich Selbstkritik verlange (Sie wissen schon, Balken im eigenen, Splitter im anderen Auge…) Oder ich verbreite den Buddhismus, indem ich verlange, ALLES Leben zu achten.
    Religion, wohin man auch schaut.
    leisegang sagt:
    4. Januar 2011 um 22:56

    Ich lese hier gerade in Kaddor; Mulimisch, weiblich, deutsch, S.106, dass die Unterscheidung zwischen dem “größeren Jihad” (Kampf gegen das eigene Ego / Erlangung inneren Friedens) und dem “kleineren Jihad” (militärischer Kampf) auf eine Überlieferung des Propheten Muhammad zurückgeht.
    Kann mir jemand sagen, um welchen Hadith es sich handelt, ihn zitieren oder verlinken?
    Gibt es darüberhinaus eine Auslegung, sei sie nun traditionell oder zeitgenössisch-liberal, die es uns gestattet, den “kleinen” zugunsten des “großen Jihads” zu ersetzen, wenn nicht gar zu verwerfen? Worauf kann man sich hierbei berufen? MfG
    Claus sagt:
    5. Januar 2011 um 20:48

    “Die Weltverschwörung existiert!”, sagen die Protokolle des Weisen Kerhelm Kröger. Weil die Zeit versiegelt ist und der halbe(?) Erdball zum Kettenrauchen neigt. Toleranz ist krebserregend.

    Na, schauen wir mal. Das BKA geht in seinem jüngst veröffentlichten Bericht von 1000 gewaltbereiten Islamisten in Deutschland aus. Bei rund 4 Millionen hier lebenden Muslimen wäre das jeder 4000ste.

    Werfen wir noch einen Blick auf die gewaltbereiten Links- und Rechtsradikalen, so kommen wir, sowas, auf den gleichen prozentualen Wert.

    Ergo: Eine Weltverschwörung im Maßstab der “German Angst”.

    Und deshalb sagt, im Kontext Islam, die Muslima Lamya Kaddor:
    “Und im Fall des Jihad zur Verbreitung des Glaubens folgt ihnen höchstens eine winzige Zahl von extremistischen Einzelkämpfern weltweit, jedenfalls nicht „der Islam“ als Block, als eine homogene Kraft, die andere bedroht.”

    Aber sind Extremisten nicht auch als Einzelne gefährlich? Klar sind sie das. Einzeltäter liefen in Schulen Amok, ein durchgeknallter Jugendlicher stach bei der Eröffnung des Hauptbahnhofs in Berlin 33 Löcher in menschliche Leiber, eine Bombe kann jeder bauen, der Chemie-Unterricht genossen hat. Lustig geht anders.

    Und so fordert Frau Kaddor zum Zwecke eines friedlichen Zusammenlebens:
    “Dann öffnet sich der Blick für das Wesentliche: den gemeinsamen Kampf gegen die Extremisten, nicht gegen die Religion!”

    Koexistenz, lieber Herr Kröger, schon mal daran gedacht? Wenden Sie sich einfach mal dem Leben zu. Hat nie eine TÜV-Plakette erhalten, weil das Leben immer zum Tode führt, gefährlicher als Rauchen ist. Kann dafür um einiges erfüllender sein. Ist den Versuch wert, darf ich Ihnen guten Gewissens versichern.

    ps: Einen satirischen Kommentar zum Thema Weltverschwörung der Muslime findet sich hier (von Sabine Schiffer):
    http://www.migazin.de/2011/01/03/ahmet-in-wunderland/
    Hatem sagt:
    7. Januar 2011 um 00:43

    Sabine Schiffer gibt es wirklich?
    leisegang sagt:
    7. Januar 2011 um 01:13

    Entschuldigung, wenn ich weiter insistiere, aber der gemeinsame Kampf gegen die Extremisten schließt doch eine argumentative Auseinandersetzung ein.
    Laut Text verlangt die Lehre einen aktiven (militärischen?) Kampf zur Verbreitung des Glaubens, der aber in der Realität des Islam von Beginn an nur marginale Bedeutung hatte. Wikipedia behauptet aktuell, dass diese Forderung von allen 4 sunnitischen Rechtsschulen erhoben wird, richtig?
    Nach meinen Quellen geht es dabei um die Verbreitung des Islam als dominierendes Gesellschaftsmodell. Es mag dem
    modernen Jihadisten überlassen bleiben, das aus dem historischen Kontext zu reißen - erst wenn man den Extremisten das rationale Motiv zugesteht, einen anti-imperialistischen Kampf führen zu wollen, machen ihre Aktivitäten überhaupt einen Sinn. Die Berufung auf das, was der Westen den “heiligen Krieg” nennt, ist die strategische Rückbindung an eine erfundene Tradition, eine willkürlich errichtete Projektionsfläche der Mobilisierung und Eskalation. Und leider ist sie als Quelle des vorherrschenden Deutungsmusters einer verzerrten öffentlichen Wahrnehmung im Westen überaus erfolgreich.
    Wäre es denn nicht geboten, sich der ideologischen Geiselnahme zu entziehen, indem man den militärischen Kampf zur Verbreitung des Glaubens endgültig und radikal historisiert? Oder anders formuliert: wie kann ich mich zu einer Rechtsschule bekennen, die solche Forderungen weiterhin aufrecht erhält, ohne mich bis zum Überdruss bei jeder Gelegenheit von neuem distanzieren zu müssen? Meine ausdrückliche Hochachtung gegenüber denen, die sich dem unterziehen.
    Bayerhammer sagt:
    9. Januar 2011 um 22:33

    Hier ein sehr schöner Beleg für den Unsinn, der im Namen der Wissenschaft in dem Fall von einem Althistoriker (!) verbreitet wird: “Der Islam will die Welteroberung”:

    http://www.faz.net/s/RubCC21B04EE95145B3AC877C874FB1B611/Doc~E2671621C1A9B4E51A70E106F774BB376~ATpl~Ecommon~Scontent.html
    leisegang sagt:
    11. Januar 2011 um 07:47

    “Ein Glück, dass Europa sich im ganzen des Islam erwehrte” - alles klar!
    fatimaoezoguz sagt:
    26. Januar 2011 um 20:04

    Naja, Egon Flaig , was will man denn anderes erwarten.
    Ja, Sabine Schiffer gibt es wirklich.
    sachsenamboss sagt:
    9. Februar 2011 um 01:50

    Schade dass hier nicht auf die berechtigten Fragen von leisegang eingegangen wurde.

    Das Problem sehe eigentlich darin dass man sich als Moslem zu einer Rechtsschule bekennen muss (oder ist dem nicht so?) was unweigerlich zu Konflikten mit den europäischen Rechtssystemen, die auf römischen, Kirchen und germanischem Gewohnheitsrecht basieren, führen muss.

7 Kommentare

Mi

06

Jul

2011

GASTBEITRAG Wie ich PI und Co. den Rücken kehrte…


Viele die mich noch von früher kennen, wissen, dass ich extrem starke vorbehalte gegenüber dem Islam hatte. Doch möchte ich mit diesem Blogbeitrag hier erklären, wie ich dazu kam und was mich dazu bewegte, der Islamfeindlichkeit den Rücken zu kehren. Ich bin in einem gemischtreligiösen Elternhaus aufgewachsen, meine Mutter war katholisch mein Vater evangelisch, aber sein Denken war stark sowohl von evangelikalen als auch orthodoxen und anderen Strömungen des Christentums geprägt. Was letztendlich auch einen gewissen Einfluss auf mein Denken hatte. Ich kann und möchte natürlich nicht alle Details erwähnen die mein Denken geprägt haben. Es lässt sich auch nicht verhindern, dass sicher viele Fragen offen bleiben. Aber ich hoffe, dass einige zumindest ein bisschen verstehen, wie manche, die dem Islam ablehnend gegenüber stehen, denken.

Wir hatten ja früher öfter mal Flyer der Christlichen Mitte im Briefkasten und auch mein Vater hat öfter mal negative Berichte über den Islam gelesen. Allerdings waren weder mein Vater noch ich jemals Ausländerfeinde, da mein Vater als Deutscher eine Inderin geheiratet hat. Wir hatten auch bei uns türkische Mieter, die es aber mit dem Glauben nicht ganz so genau nahmen. Mein Vater erzählte mir immer wieder, was Viele von denen, die den Islam verlassen haben, alles erleben mussten. Später in der Schule habe ich auch schlechte Erfahrungen mit muslimischen Mitschülern gemacht, von denen ich gerade wegen der Tatsache, dass ich einen deutschen Vater hatte, angepöbelt wurde. Ein Umstand, der meine Abneigung gegen den Islam immer mehr verstärkt hat. Im Alter von 12 Jahren fing ich immer mehr an, mich für politische Themen auch zu interessieren und las den Kurier der Christlichen Mitte (eine Zeitung, die dieser Partei nahe steht) wo Koranzitate und sogenannte “Aussteigerberichte” drinnen standen. Ich hatte auch Kontakt zu Jugendlichen aus verschiedenen Freikirchen, mit denen ich zusammen die Flyer verteilten. Man kann ja mehrere Exemplare bei denen anfordern, wobei wir alle uns an der Dämonisierung von Charismatikern stießen. Was letztendlich für mich ein Hinderungsgrund war, dort Mitglied zu werden. 2003 fing ich, nachdem mein Vater an Herzversagen starb, mich auch mit einigen anderen religiösen Gruppen zu beschäftigen.

Ich kam mit Zeugen Jehovas in Kontakt, wenn gleich ich nie Mitglied wurde, habe ich Veranstaltungen von denen besucht und kam auch mit einigen Türken in Kontakt. Von denen erfuhr ich, dass die Muslime waren und hörte mir an, wie die dazu kamen Zeugen Jehovas zu werden. Da es zulange her ist, kann ich mich leider nicht mehr an alles erinnern, was die gesagt haben. Aber was mir noch haften blieb, ist die Tatsache, dass sie nicht jene Probleme hatten die, tatsächliche oder vermeintliche Aussteiger aus dem Islam vermeintlich oder tatsächlich haben. Ich will nicht leugnen, dass es im Islam extremistische Strömungen gibt, die Austrittswilligen Probleme machen, die bis zum Mord gehen, jedoch trifft das nicht auf alle zu. In den Medien gibt es ja Leute wie ein gewisser Barino, die behaupten, dass man wenn man den Islam verlässt, Todesangst haben müsse. Das war bei denen nicht der Fall, sie ernteten zwar scharfe Kritik für ihren Glaubenswechsel, aber als Menschen verachtet, wurde keiner von ihnen. Bei einer Person haben die Eltern anfangs den Kontakt abgebrochen, aber nachdem sie merkten das der Betreffende viel respektvoller mit seinen Mitmenschen umgeht und er sich auch sonst positiv veränderte, umso mehr hat sich das Verhältnis entspannt. Bei keinem der Fälle aber musste auch nur einer in Todesangst leben. Was angesichts der Tatsache, dass die zu einem Glauben übertraten, für den sie von Tür zu Tür gehen und wo die sogar mit dem Wachtturm an der Straße stehen bemerkenswert ist. Das brachte mich zum Nachdenken, wenngleich ich mir große Mühe gab, jeden Zweifel zu verdrängen. So unangenehm war der Gedanke für mich, mich vielleicht doch so brutal geirrt zu haben. Vor allem wollte ich mich vor (wobei nicht alle Freunde von mir meine Antiislam-Meinung kannten) denjenigen von meinen Freunden die meine Antiislamhaltung kannten ,nicht blamieren. Später bekam ich Internet und hatte da einige Texte von Bassam Tibi gelesen, die gefielen mir ganz gut, wobei ich mir immer gedacht habe, dass das niemals mehrheitsfähig sein würde. Irgendwann registrierte ich mich in einem Forum, das sich die Grüne Pest und ihre Steigbügelhalter nannte. Dieses Forum hat sich inzwischen in zwei miteinander konkurrierende Foren gespalten. Dort lernte ich ebenfalls gleichgesinnte kennen und lernte den Blog Politically Incorrect kennen. Von dort habe ich mir auch Flyer ausgedruckt und verteilt.

Später kam ich mit Anhängern der Ahmadiyya in Kontakt, die ich natürlich auch erheblich provoziert habe, jedoch irritierte mich das die Betreffende Person so ruhig blieb. Ich googelte ein bisschen und erfuhr, dass die Ahmadiyya von der breiten Masse der Muslime kritisch bewertet wird wegen einiger abweichender Lehrmeinungen. Durch den Ahmadi bekam ich die Telefonnummer von Hadayatullah Hübsch, mit dem ich einige Unterhaltungen führte. Der hat mir dann auch einige Bücher zugesendet wie “Fanatische Krieger im Namen Allahs”. Später las ich auch “Allah ist ganz anders” von Sigrid Hunke und “Verheißung Islam” von Roger Garaudy. Bei Garaudy möchte ich allerdings in aller Deutlichkeit darauf hinweisen, dass ich seine Holocaustleugnenden Aussagen aus die Gründungsmythen der Israelischen Politik aufs Schärfste verdamme. Aber in dem Buch “Verheißung Islam” geht es ja nur darum, dem westlichen Leser auch einen Zugang zum Islam zu geben. Was ich las, fand ich interessant und als ich mit Hadayatullah Hübsch über die Apostasiefrage sprach, erinnerte ich mich wieder an die Zeugen Jehovas die mal Muslime waren. Dort konnte das Taqiyya Argument nicht greifen. Durch den Kontakt mit verschiedenen christlichen Gruppen und Gemeinschaften wusste ich, dass es verschiedene Lesarten der Bibel gibt. Sowohl progressive als auch weniger progressive. Später nahm ich über das Internet Kontakt zu verschiedenen Muslimen auf und kam auch mit einigen Gemeinden in Kontakt. Dadurch merkte ich, dass es auch unter Muslimen verschiedene Arten gibt, Koran und Sunnah zu deuten und manche sogar nur den Koran als Grundlage sehen und die Sunnah ganz verwerfen. Auch sah ich dann die Arte Doku der “Aufgeklärte Islam hat das Wort” über Mohamed Sifaoui, da dachte ich mir, wenn ein sich als liberal verstehender Moslem sich so stark gegen Islamisten positioniert und von denen angegriffen wird, kann es mit dem Verstellungsvorwurf nicht so weit her sein. Mit der Zeit habe ich mich so radikalisiert, dass ich mich mit einem Großteil der Leute die meine Meinung zum Islam nicht teilten überworfen habe. So das ich mich erstmal innerlich von der islamophobie verabschiedet, aber es nie nach außen getragen habe. Allerdings bedeutete es nicht, dass ich meine Vorurteile über das Kopftuch überwunden habe, da Bassam Tibi einmal in einem Buch schrieb, dass das Kopftuch ein islamistisches Symbol sei. Meine Meinung darüber habe ich erst angefangen zu relativieren, nachdem ich auf einer der Ahmadiyya nahe stehenden Seite einige Texte darüber gelesen habe, danach habe ich das Buch “Und meine Welt steht Kopf” gelesen. Dieses Buch und einige Youtube Videos haben mir die Augen dahingehend geöffnet, dass klar wurde, dass nicht alle Frauen, die das Tuch tragen, unterdrückt sind und eine extremistische Gesinnung in sich tragen. So fing ich immer mehr an, meine Meinung innerlich über Bord zu werfen. 2006 habe ich dann ein Forum mit dem Namen “diskussionmitmuslimen” ins Netz gestellt, das sich ursprünglich zum Ziel setzte, hohle Phrasen der Islamgegner etwas gerade zu rücken. Dieses Forum wurde dann von demokratisch rechten Islamgegnern und Neonazis zugespammt, nachdem ich vor denen Ruhe hatte, kamen immer mehr Islamisten, die dann nur ärger machten dass ich mich gezwungen sah, es vom Netz zu nehmen. Zumal es auch ohnehin wenig Besucherzahlen hatte. 2007 habe ich dann immer mehr meine Meinung bei einigen offener geäußert, was mir scharfe Kritik einbrachte und zur Löschung von meinem Account führte. Einige Bekannte fingen an, mich als Verräter zu beschimpfen, Andere behaupteten, ich sei erpresst worden. Man fing an mit Koranzitaten, es half nichts, aufzuzeigen, dass es verschiedene Lesarten sowohl des Korans als auch der Bibel gibt. Die Deutungsmuster der Islamisten und ihre eigene Starrköpfigkeit, die ich selbst einmal hatte, führten zu der Erkenntnis, dass jede Diskussion mit denen nutzlos ist. Allerdings wusste von meinem Umfeld nicht jeder von meinem Sinneswandel. Auf der Arbeit kannte keiner meine Vergangenheit und meinen Sinneswandel.

2009 kam der Mord an Marwa el Sherbini und ich unterhielt mich mit einigen alten Freunden. Mit großem Erschrecken stellte ich fest, dass die Tat entweder verharmlost oder ganz verherrlicht wurde. Als ich sie mit den Aussagen des Tagesspiegels konfrontierte, nach denen der Mörder NPD Anhänger war, da erntete ich nur die Aussage, dass die Betreffenden eben jemand aufklären sollte. Die NPD wird nämlich (genau wie in der Grünen Pest und bei PI) als ein Haufen verkappter Muselfreunde gesehen, auch bei meinen Internetkontakten merkte ich durch die Diskussionen immer mehr, dass bei einigen der Islamhass eine Spielwiese ist, mit der man politisch korrekt seine rassistischen Fieberfantasien ausleben konnte. Je mehr die dann merkten, wie stark sich mein Denke gewandelt hat um so mehr war ich dann inakzeptabel für die. Da wurde mir klar, dass ich für die nur ein Schutzschild war, um sich gegen Rassismusvorwürfe von außen zu immunisieren. Aber und das möchte ich klar betonen, war es nicht bei allen so, manche waren tatsächlich nur gegen den Islam und bedauerten meinen Sinneswandel. Bei wieder anderen gab es sogar Spekulationen, dass ich konvertiert sei was nicht der Fall ist. Später kam hinzu, nachdem ich mich einigermaßen mit einigen Muslimischen Frauen, die ich wegen dem Kopftuch in der Vergangenheit vor den Kopf stieß, versöhnt hatte, dass ich dann erfuhr, wie stark sie Benachteiligungen erfahren mussten. Der Mord an Marwa S. und die Erzählungen führten (was ich aber aus privaten Gründen erst 2010 realisieren konnte) dazu, dass ich die Seite http://www.kopftuch.jimdo.com  ins Netz stellte. Um mit meinen bescheidenen Mitteln wenigstens ein kleines Gegengewicht zu bringen, diese Seite hat in der Hauptsache das Thema Diskriminierung von Kopftuchträgerinnen zum Thema. Manchmal aber auch andere Sachen. Bei manchen Details kann es sogar sein, dass ich bestimmte Dinge durcheinander geworfen habe aufgrund der Zeitlichen Abstände, aber so hat sich mein Denken gewandelt. Ich glaube nicht daran, dass jene die sich Islamkritiker nennen, davon überzeugen lassen. Aber all jenen, die im Umfeld von PI, Pro Bewegung REP und ähnlicher Gruppen agieren, kann ich nur eins raten: Informiert Euch aus erster Hand, Ihr regt Euch zu Recht, auf wenn die Linken Euch pauschal als Nazis betiteln, aber im Grunde macht Ihr mit praktizierenden Muslimen nichts anderes, indem Ihr sie mit Islamisten auf eine Stufe stellt. Der Islam ist kein einheitlich monolithischer Block. Lest von Joseph Croitoru das Buch “Der Märtyrer als Waffe” und die anderen von mir erwähnten Bücher und geht offen auf die Muslime zu. Dann werdet ihr merken, dass nicht alle gleich sind.

Zum Abschluss noch ein Zitat von Nietzsche an jene, die mir Rückratlosigkeit vorwerfen. Warum bewundert man den, welcher seiner Überzeugung treu bleibt, und verachtet den, welcher sie wechselt? Ich fürchte, die Antwort muß sein: Weil jedermann voraussetzt, daß nur Motive gemeineren Vorteils oder persönlicher Angst einen solchen Wechsel veranlassen. Das heißt: Man glaubt im Grunde, daß niemand seine Meinungen verändert, solange sie ihm vorteilhaft sind oder wenigstens solange sie ihm keinen Schaden bringen. Steht es aber so, so liegt darin ein schlimmes Zeugnis über die intellektuelle Bedeutung aller Überzeugungen.

Prüfen wir einmal, wie Überzeugungen entstehen, und sehen wir zu, ob sie nicht bei Weitem überschätzt werden: Dabei wird sich ergeben, daß auch der Wechsel von Überzeugungen unter allen Umständen nach falschem Maße bemessen wird und daß wir bisher zuviel an diesem Wechsel zu leiden pflegten.

 
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21 Responses to “GASTBEITRAG: Wie ich PI und Co. den Rücken kehrte…”

    Ahmed aus dem Internet sagt:
    16. Januar 2011 um 15:48

    >>Aber all jenen, die im Umfeld von PI, Pro Bewegung REP und ähnlicher Gruppen agieren, kann ich nur eins raten: Informiert Euch aus erster Hand, Ihr regt Euch zu Recht, auf wenn die Linken Euch pauschal als Nazis betiteln,<<

    Soweit ich weiß, hat sich PI inzwischen von Pro-Köln distanziert, weil man sie für Nazis hält. Udo Ulfkotte hat sich aus dem gleichen Grund von Pax Europa distanziert, deren Berliner Landesvorsitzender Stadtkewitz wiederum alle Hände voll damit zu tun hat, seinen eigenen Laden “Die Freiheit” nicht als Nazi-Partei ausehen zu lassen. So trennte man sich von der autonomen Nationalsozialistin “Dee Ex” und pilgerte nach Israel. Dann ist man ja kein Nazi mehr…

    Das geht also auch ganz ohne Linke. Dieses Spektrum haut sich gegenseitig die Nazikeule um die Ohren :-)
    Boyra sagt:
    16. Januar 2011 um 17:22

    Das stimmt teilweise, was die untereinander machen interessiert erstmal nicht. Mir ging es nur darum, dass die das was die den Linken vorwerfen im Umgang mit ihnen selbst mit den Moslems selber machen. Darum ging es mir.
    fatimaoezoguz sagt:
    16. Januar 2011 um 18:03

    Salam Ahmad

    Dee Ex hat von sich aus die Freiheit verlassen, soweit ich weiß, und das kann man ihr nicht hoch genug anrechnen. Auch wenn ich sonst recht wenige Gemeinsamkeiten mit ihr habe, aber ich nehme ihr doch ab, dass sie einfach nur Deutschland bzw. erst mal Berlin menschlicher gestalten will. Ich vermute, dass sie von der früheren Islamophobie ein wenig abgekommen ist, vermutlich dank der Kontakte zu Jürgen Elsässer, der da auch eine etwas vernünftigere Linie vertritt , trotz des bedauerlichen Sarrazin-Gehypes auf seinem blog.

    ws
    Ahmet aus dem Internet sagt:
    16. Januar 2011 um 20:27

    Salam Fatima,

    der Abgang von Dee Ex aus der “Freiheit” hat IMHO nur taktische Gründe. Stadtkewitz und Co. wollen jeden Verdacht vermeiden, Antisemiten zu sein. Dee Ex hat ihre Schuldigkeit getan, als es darum ging, Aaron König aus dem Gründungsvorstand zu mobben. Und natürlich ist Dee Ex enttäuscht, dass sich die Stadtkewitz-Partei der proisraelischen Linie der antimuslimischen Eurofaschisten um Wilders unterworfen hat.

    Dee Ex gehört halt zur alten Schule, wo man sowohl “gegen Davidstern und Halbmond” ist. Siehe NPD-Positionen zum Thema, oder - you name it - Elsässer.
    Boyra sagt:
    16. Januar 2011 um 20:33

    Ich nehme der Dee Ex die Abgrenzung zum NS nicht ab. Die hat mal in einem Interview gesagt, dass die keine Probleme hätte mit Lunikoff Musik zu machen. Ich habe die bei Facebook angeschrieben und die mit einigen Lieder von dem konfrontiert. Insbesondere den Alten Landser Texten. Da kam dann aber keine Antwort.
    Was ich sehr bezeichnend.
    Boyra sagt:
    16. Januar 2011 um 20:55

    Stadtkewitz will nicht jeden Verdacht vermeiden, er ist kein Antisemit.
    Wer was anderes behauptet soll einen Gegenbeweis bringen oder ruhig sein. Zwischen Elsässer und der NPD liegen im übrigen Welten.
    Auch wenn die NPD meint ihn hochjubeln zu müssen.
    Es fängt ja schon damit an, dass er Menschen mit Türkischen Wurzeln wenn sie einen Deutschen Pass haben auch als solche anerkennt.
    Sowas wäre für die NPD undekbar.
    Bayerhammer sagt:
    17. Januar 2011 um 00:04

    @Boyra, was soll das: Stadtkewitz ist kein Antisemit? Dann ist er halt ein Antimuslim. Und, macht es das besser? Außerdem, was soll die Verteidigung von Stadtkewitz? Ist er akzeptabel, wenn er nicht in der NPD ist? Ist der Typ dann kein Hetzer?
    fatimaoezoguz sagt:
    17. Januar 2011 um 13:47

    “Es fängt ja schon damit an, dass er Menschen mit Türkischen Wurzeln wenn sie einen Deutschen Pass haben auch als solche anerkennt.
    Sowas wäre für die NPD undekbar.”

    Eben. Wo doch auch auf PI und sonstigen Seiten zunehmend von “Pass”- oder “Hybriddeutschen” die Rede ist.
    Boyra sagt:
    17. Januar 2011 um 22:35

    @Bayerhammer
    Wo habe ich gesagt, dass ich die Standpunkte von Stadtkewitz befürworte? Nirgentwo, nur weil er gegen den Islam hetzt macht ihn das noch lange nicht zum Nazi. Auch nicht zum Antisemiten, da er ja nicht gegen Juden ist.
    @fatimaoezoguz
    Was die PI Deppen angeht so muss ich sagen sind die da sehr widersprüchlich. Wer wie Joseph Intsiful http://www.pi-news.net/2009/02/joseph-intsiful-zu-deutsch-und-zu-katholisch/ gegen den Islam wettert der hat sich aus deren Sicht um Deutschland verdient gemacht. Der wird dann anerkannt, auf Altermedia hingegen gab es Kommentare die in die Richtung gehen das er doch mal in den Busch zurück müsste. Es bedeutet noch lange nicht, dass ich das was Stadtkewitz betreibt billige nur weil ich mich dagegen positioniere ihn als Nazi zu betiteln. Denn Hetze gegen den Islam geht nicht nur von Rechten aus wie man hier sehr schön sieht. http://antiislam.wordpress.com/2008/11/09/islam-verbande-ohne-dialogbereitschaft-runder-tisch-gescheitert-von-jorg-fischer-aharon/
    Ich bin gegen islamfeindliche Hetze und Antisemitismus und positioniere mich auch klar dagegen wo das passiert. Meine Kopftuchseite steht ja nicht aus purer langeweile im Netz. Ebenso wenig wie der von mir verfasste Gastbeitrag.
    Boyra sagt:
    17. Januar 2011 um 22:49

    Übrigens ist die Überschrift (Dich nicht selbst gewählt habe) irre führend, ich habe nie bei PI mit gewirkt. Von daher kann ich denen nicht den Rücken kehren. Ich war nur in der Grünen Pest.
    Aber der Rest stimmt, dass ist 1 zu 1 so abgedruckt wie ich es geschrieben habe.
    fatimaoezoguz sagt:
    18. Januar 2011 um 14:10

    Man sollte sich als vernünftiger Staatsbürger gegen JEDE Hetze stellen, egal gegen wen. Jeden, der anderer Meinung ist, als “Nazi” zu betiteln, oder umgekehrt als “linke Zecke”, ist genauso billig und zeigt nur, dass man keine anderen Argumente hat. Man sollte auch vorsichtig sein mit irgendwelchen Kausalketten “Wenn die Texte von dem und dem dort und dort verlinkt werden, dann ist er auch so.” Die Texte des Muslim-Markt landen manchmal bei Altermedia. Das bedeutet weder, dass die plötzlich pro-islamisch geworden sind, noch dass der Muslim-Markt sich mit völkischem Gedankengut anfreunden kann.

    Bei dem ganzen Gerede von Rechts und Links vergisst man aber, dass die Fronten in Wirklichkeit zwischen Oben und Unten verlaufen, also zwischen Arm und Reich. Und damit das Volk nicht merkt, wie es immer weiter ausgeplündert und vera….(sorry) wird, werden Nebenkriegsschauplätze eröffnet. Teile und herrsche! Funktioniert immer, egal für wie “aufgeklärt” sich die Menschen halten mögen.
    Boyra sagt:
    19. Januar 2011 um 03:21

    Das mit den Kausalketten lehne ich auch ab, aber auf dem Niveau argumentieren so Seiten wie PI.
    Wenn jemand zu unrecht in die Naziecke geschoben wird positioniere ich mich dagegen selbst dann wenn ich sein Gedankengut verachte.
    Was bei der Freiheit ganz klar der Fall ist. Was mich allerdings verwundert ist die Tatsache, dass jene die sich Islamkritiker nennen hier so schweigsam sind. Die geben doch sonst zu allem ihren Senf dazu.
    fatimaoezoguz sagt:
    19. Januar 2011 um 21:55

    “Was mich allerdings verwundert ist die Tatsache, dass jene die sich Islamkritiker nennen hier so schweigsam sind. Die geben doch sonst zu allem ihren Senf dazu.”

    Vielleicht weil Frau Kaddor ein bisschen aufpasst? ;-)
    Bayerhammer sagt:
    21. Januar 2011 um 23:39

    @Boyra, Ihre Logik ist faszinierend. Was haben Sie davon, wenn Stadtkewitz kein Antisemit ist? Macht es ihn dann zu einem besseren Menschen? Was bringt Ihnen die Unterscheidung, dass er kein Nazi ist? Können nur Nazis schlecht sein? Was soll Sie eigentlich erreichen, wenn nicht eine Verteidigung dieses Typs?
    Boyra sagt:
    22. Januar 2011 um 02:46

    @Bayerhammer
    Wenn dann ist ihre Logik wirr, ich stelle die Dinge so da wie sie sind. Nicht mehr und nicht weniger, was ich davon habe ist irrelevant. Anscheinend ist jeder der nicht in ihre Weltsicht passt ein böser böser Nazi.
    @fatimaoezoguz
    Nein, ich habe schon nach gefragt.
    Es hat sich tatsächlich keiner zu Wort gemeldet, in anderen Blogbeiträgen kommen solche Leute ja auch zu Wort.
    Hatem sagt:
    23. Januar 2011 um 00:27

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article12295279/Wie-radikale-Islamisten-Pinneberg-in-Atem-halten.html
    Boyra sagt:
    23. Januar 2011 um 17:59

    @ Hatem
    Toll was soll dieser Bericht schon groß sagen?
    Das es religiöse Extremisten unter Muslimen gibt ist mir auch klar, dass aber auf alle zu schieben ist falsch.
    Bevor jetzt wieder kommt die Muslime sollen sich distanzieren (Was man oft genug gemacht hat) nehme ich mal ein paar andere Beispiele.
    Nehmen wir die Lords Resistance Army.
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22510/1.html
    Da kann ich nur sagen, liebe Christen wo seid ihr?
    Pressemitteilungen in denen Muslime sich von Extremisten abgegrent haben wurden kaum gewürdigt. Jetzt machen wir mal das Umgekehrte Spiel, manche Medien stützen sich ja wenn es um Christenverfolgung geht auf Open Doors. Auch wenn man den Artikel mit vorsicht genießen sollte und ich nicht allen Aussagen zustimme sollte man sich mal den Artikel im atheistischen HPD zu gemüte führen. http://hpd.de/node/2210
    Aber da Open Doors eine gern zitierte Quelle in Sachen Islam ist wollen wir doch mal sehen was Open Doors über die Lage der Christen in nicht islamischen Staaten sagt.
    Da haben wir zunächst einmal das buddhistisch geprägte Myanmar http://www.opendoors-de.org/verfolgung/laenderprofile/myanmar/ dort sieht es auch nicht gerade rosig aus.
    Niemand verlangt von den Buddhisten, dass die sich da distanzieren.
    Oder hier in Bangladesch da gibt es auch entsprechende Attacken.
    http://www.free2believe.ch/index.php/de/bangladesh_mai_2010_vertreibung.html
    Niemand käme aber auf die Idee das den Buddhisten in die Schuhe zu schieben. Oder nehmen wir die Lage in Bhutan.
    https://www.zenit.org/article-19847?l=german
    Auch ein buddhistisches Land wo man aber sehr schweigsam ist und von den Medien so gut wie nichts hört. Es gibt in jeder Religion hardliner die in ihrem Namen misst bauen, aber dafür kann man nicht die Religion als ganzes verantwortlich machen. Man kann im Koran und in der Bibel immer Verse finden und sie in eine Richtung interpretieren die einem genehm ist. Gräueltaten im Namen der Religion hat es im Christentum gegeben und das hat es im Islam und auch in anderen Religionen gegeben. Und leider gibt es das auch heute noch. Nehmen wir doch mal die Vishva Hindu Parishad.
    http://www.gfbv.de/inhaltsDok.php?id=309&stayInsideTree=1&backlink=land.php?id=14
    http://diepresse.com/home/panorama/religion/415106/HinduExtremisten-greifen-christliche-Kirchen-in-Indien-an
    Und jetzt sehen wir uns mal an wen wir denn so im Frankfurter Rat der Religionen sitzen haben. http://www.rat-der-religionen.de/mitglieder.html
    Diesen Bericht finde ich im übrigen auch interessant.
    http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-469/_nr-1286/i.html
    Und dann werfen wir einen Blick auf die Seite der Stadt Frankfurt.
    http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=3747&_ffmpar%5B_id_inhalt%5D=1514629
    Angesichts dieser Tatsache fragt man sich doch wo hier der Aufschrei ist.
    Hier meckert keiner dagegen das eine VHP in Frankfurt eine Gemeinde haben darf. Nur wenn man etwas braucht womit man Herrn Stoodt mit Dreck bewerfen kann dann wird seine Nähe zur VHP plötzlich interessant. Aber sonst interessieren die Herrschaften sich nicht für die VHP. bpeinfo.wordpress.com/2010/05/05/ein-katharer-auf-abwegen/
    Womit wieder bewiesen wäre wie verlogen die Herren Islamkritker sind und wie verlogen ich war als ich mich mit meiner Meinung in diesem Spektrum bewegte.
    Mutlu sagt:
    10. Februar 2011 um 13:06

    Wen interessiert es ob sie gegen oder für Juden sind, ob sie in der einen Organisation oder in der anderen sind. Wer ein Ungläubiger ist und gegen den Islam kämpft ist unser Feind.
    Boyra sagt:
    11. Februar 2011 um 16:05

    Wer andere als Ungläubige betitelt ist mein Feind.
    Hass auf andere Religionen ist egal gegen welche sie sich richtet
    zu verurteilen. Extremisten gibt es in jeder Religion und gegenüber denen darf es keine toleranz geben.
    Hatem sagt:
    15. Februar 2011 um 20:34

    Danke, @Mutlu, für die klaren Worte.
    chadidscha sagt:
    20. Mai 2011 um 22:01

    Auch ich versuche in meinem Blog, (der ursprünglich lediglich dazu da war, meinen verständnislosen Verwandten und Freunden ein Minimum an Respekt und Akzeptanz für meine 180º-Wende vom Agnostizismus zum Islam abzulocken) inzwischen auch anderen Nicht-Muslimen auf meine Weise ein wenig von dem zu vermitteln, was diese Religion für den Gläubigen ausmacht. Wie ein freiheitlich denkender Mensch dazu kommt, Gebetszeiten einzuhalten, gewisse liebgewordene Gewohnheiten ohne Zögern aufzugeben etc. etc. (http://chadidscha.blogspot.com/)

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Mi

06

Jul

2011

“Es sollte lieber auf die Realschule gehen. Das Gymnasium ist für das Kind zu schwer”


Erschienen in meiner Kolumne bei migazin.de

Diesen Satz mussten meine Eltern vor über 22 Jahren hören, als ich in der vierten Klasse war. Die Grundschullehrerin traute mir den ganz großen Schritt nicht zu. Bei ihrer Empfehlung ging es aber nur bedingt um meine Leistung, sondern vielmehr um ihren subjektiven Eindruck: „Wenn das Kind wirklich etwas will, arbeitet es hervorragend mit. Wenn es aber weniger Interesse zeigt, verliert es schnell Lust am Unterricht. Also schicken Sie es besser nicht aufs Gymnasium.“ (So erinnern sich jedenfalls meine Eltern.)

Die Begründung hätte im Prinzip zunächst einmal auf jeden Schüler zugetroffen, denn jeder arbeitet in Bereichen hervorragend mit, die ihm Spaß machen. Nach wie vor hören Eltern mit nicht-deutscher Herkunft häufig ähnliche Ausführungen, wenn der Wechsel ihres Kinds in die weiterführende Schule ansteht. Beinahe alle aus meinem Bekannten- und Freundeskreis mit Migrationshintergrund, die das Abitur gemacht haben, haben nach der Grundschulzeit keine Gymnasialempfehlung bekommen. Bezeichnend oder einfach nur Zufall?

Seit mehr als sieben Jahren bin ich nun selbst im Schuldienst tätig und befinde mich mitten im alltäglichen Kampf mit den Schülern um Noten und Benehmen.

Ich arbeite an einer Hauptschule im niederrheinischen Dinslaken und unterrichte ausschließlich „Islamkunde in deutscher Sprache als eigenständiges Fach“. Der Unterricht behandelt je nach Jahrgangsstufe unterschiedliche Facetten, natürlich den Koran, den Propheten Muhammad, die fünf Säulen, die Familie, die Schöpfung, die anderen Religionen, aber es geht auch um Terrorismus, um Sexualität, um Liebe, Ängste und Aggressionen.

Diese Aggressionen bekommen auch wir Lehrer gelegentlich ab. Gott sei Dank passiert es nur selten, dass (meist) ein junger Mann ziemlich gereizt reagiert, wenn er sein Nichtstun oder sein Stören entsprechend bescheinigt bekommt. Bei mir entlud sich der Zorn unter anderem in der Art, dass mich Schüler mit ihren Etuis attackierten, Radiergummis und geknülltes Papier nach mir warfen oder mit geballter Faust plötzlich vor meinem Gesicht rumfuchtelten – die allerdings von ihren Mitschülern gestoppt wurden. Nicht selten kam es auch zu Beschimpfungen meiner eigenen Familienmitglieder. Allerdings gehören solche Ausraster zur absoluten Ausnahme, auf die man gefasst sein sollte, wenn man mit Jugendlichen aus sozial schwachen Milieus arbeitet und Leistung von ihnen abverlangen muss.

Wenn die betroffenen Schüler sich aber erst einmal abreagiert haben, wird meist offensichtlich, was das eigentliche Problem ist – ihr eigenes Leid: zuhause kaum wahrgenommen, in der Freizeit kaum gefordert, in der Schule diskriminiert, im Alltag gewaltbereit und immer wieder mal im Konflikt mit dem Gesetz.

In der Schule diskriminiert? Moment mal! Ich denke, wir Lehrer sind immer die Opfer? Das sieht man doch immer wieder im Fernsehen.

Nun, neulich traf ich einen ehemaligen Schüler, den ich an meiner ersten, mittlerweile geschlossenen Schule unterrichtet hatte. Wir kamen ins Gespräch und plauderten über alte Zeiten. Irgendwann fielen Namen von diesem und jenem Lehrer. Und plötzlich meinte er, Frau X sei eine …. Ich hackte nach und er sagte, Frau X habe ihn als eine „Beleidigung für die Menschheit“ bezeichnet oder mehrfach als „dummen Türken“ und „kriminelle Penner“ beschimpft. Eine Mitschülerin habe sie „Türkenschlampe“ genannt. Das alles sei mitten in der Schule und vor Mitschülern passiert. Was er mir erzählte, schockte mich – allerdings nur bedingt. Denn ähnliche Schilderungen wurden mir früher schon aus anderen Schulen im Bundesgebiet zugetragen – aus Grundschulen ebenso wie aus weiterführenden Schulen. Dezidierte Studien zu diesem Phänomen sind mir zwar nicht bekannt, aber hin und wieder liest man auch in einzelnen Berichten davon. Seitdem bin ich für das Thema sensibilisiert. Offenbar klagen Schüler nicht selten darüber, aufgrund ihrer ethnischen Herkunft oder ihrer religiösen Zugehörigkeit ausgerechnet vom Lehrpersonal offen angefeindet zu werden. Die Attacken richten sich demnach wohl vor allem gegen männliche Schüler mit Migrationshintergrund. Wenn bereits solche Schimpfworte fallen, dann will ich von alltäglichen, subtilen Diskriminierungen etwa durch Verwendung von Begriffen wie „Ausländer“, „Migranten“, „Türken“, „Moslems“ gar nicht erst sprechen.

Natürlich kann man jetzt einwenden, dass diese Jugendlichen ihrerseits eben auch ein starkes dissoziales Verhalten an den Tag legen. Ihr Auftreten ist in der Tat manchmal nicht ohne und kann eine Lehrkraft durchaus überfordern. Trotzdem sind solche verbalen Ausfälle ein ernstes Problem, denn sie ziehen einen Rattenschwanz an Folgen nach sich. Aus der Überforderung der Lehrer wiederum resultiert nicht selten eben die Frustration über die eigene Hilflosigkeit und Unfähigkeit. In einigen Fällen können diese Emotionen in Hass oder Rassismus ausarten, sodass es sogar dazu kommen kann, dass Schüler wegen Terrorismusverdacht bei der Polizei angezeigt werden, wie dies kürzlich bei dem Schüler Yasin C. aus Garbsen passiert ist.

Die Folgen müssen natürlich nicht immer so drastisch sein. Aber es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich vorzustellen, dass Lehrer, die zu solchen Ausfällen neigen, bei anderen Lehrerkollegen negativ über bestimmte Schüler reden und damit Stimmungen erzeugen können. Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich vorzustellen, dass die aktuellen Debatten solche Haltungen katalysieren können (siehe dazu auch die Arbeiten von Prof. Yasemin Karakasoglu). Und es gehört auch nicht viel Fantasie dazu, sich vorzustellen, dass dies unter Umständen Auswirkungen auf Noten und Schulempfehlungen haben könnte.

Und damit sind wir wieder am Anfang dieser Kolumne. Früher ging es vielleicht noch nicht so schlimm an unseren Schulen zu. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass ich selbst oder einer meiner Mitschüler jemals einen Lehrer meiner Grundschule mit Gegenständen beworfen oder beschimpft hätte. Aber auch damals gab es ähnliche Diskurse über Ausländer- bzw. Gastarbeiterkinder und manchmal bedarf es nicht unbedingt eines Exzesses als Auslöser, um eine ungerecht oder auf Vorurteilen beruhende Behandlung in der Schule zu erfahren.

Wenn wir von der Institution Schule ernsthaft eine Integrationsleistung erwarten wollen, muss es zu allererst darum gehen, die jeweilige Überforderung (soziales Verhalten der Schüler vs. professionelles pädagogisches Verhalten des Lehrers) abzubauen. Dies könnte unter anderem dadurch geschehen, dass Klassen nicht mehr als 20 Schüler umfassen, dass in den Schulen mehr Sozialpädagogen sowie Psychologen anwesend sind und dass mehr Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Lehrer angeboten werden bzw. dass angehende Pädagogen in ihrem Studium generell intensiver und konsequenter auf die Realität vorbereitet werden. Sicher kostet das alles viel Geld. Aber wenn wir es nicht in unsere Kinder investieren wollen, worin denn dann? Wir vergessen nur allzu oft, wie prägend die Schulzeit für unsere Identität sein kann.

***ältere Kommentare***

 

    leisegang sagt:
    31. Januar 2011 um 07:56

    Als Angehöriger der Unterschicht möchte ich mir die Bemerkung erlauben, dass ich mich nicht so gern als “sozial schwach” bezeichnen lasse…
    leisegang sagt:
    1. Februar 2011 um 07:13

    on topic: http://www.uni-due.de/imperia/md/content/nestvogel/04bourdieu.pdf
    auguste sagt:
    2. Februar 2011 um 09:33

    Warum nehmen Sie den Schwarzen Peter auf sich? In einer Ellenbogen-Gesellschaft ist jeder “sozial schwach”, der keine Ellenbogen hat. Liegt das an der Gesellschaft oder liegt das an ihm?
    isguterjunge sagt:
    3. Februar 2011 um 15:20

    Hallo Frau Kaddor,

    ich hab heute das Interview mit Ihnen im Deutschlandfunk gehört und fand ihre Meinung zum Thema “Burkaverbot” ganz schlüssig. Auch diesen Artikel finde ich interessant. Bei einer Stelle wurde ich allerdings etwas stutzig:

    “(…) Diskriminierungen etwa durch Verwendung von Begriffen wie „Ausländer“, „Migranten“, „Türken“, „Moslems“ gar nicht erst sprechen.”

    Das klingt ein bisschen so als würde man sobald man sich einem dieser Begriffe bedient, die jeweilige Person diskriminieren. Wie aber sonst soll man jemand bezeichnen, der:

    * aus dem Ausland kommt?
    * in ein Land Eingewandert ist?
    * aus der Türkei kommt?
    * oder eben ein Muslim ist?
    auguste sagt:
    7. Februar 2011 um 22:13

    @isguterjunge
    Es kommt auf den Kontext an, in dem diese Begriffe fallen und hier ging es um Schule. Wenn jemand kein Deutsch kann, ist der Begriff “Ausländer” oder “Migrant” eine Angabe des Grundes dafür, wenn jemand ständig alle Artikel weglässt, ist der Begriff “Türke” sehr oft die Erklärung, wenn jemand kein Schweinefleisch isst, macht die Feststellung Sinn, dass er ein Moslem ist. - Aber wenn jemand in Mathe eine 5 hat oder häufig den Unterricht stört, sind diese Begriffe als Erklärungsversuche diskriminierend.
    leisegang sagt:
    9. Februar 2011 um 07:26

    guterjunge, wie wäre es denn mit dem individuellen Namen? Und was, wenn Özgül in Deutschland geboren und sozialisiert ist und sich altersgemäß eher über ihre Begeisterung für Ponies definiert als über eine Religionszugehörigkeit in die sie gerade erst hineinwächst? Wäre es nicht sachlich falsch und subtil diskriminierend, sie als Ausländerin, Migrantin, Türkin, Muslima zu bezeichnen?
    Mutlu sagt:
    10. Februar 2011 um 12:58

    Wenn ein Schüler in Deutschland dunkle Haare und dunkle Augen hat bekommt er gleich schon mal ein Note schlechter. Also wenn er mündlich 2 steht dann hätte er wahrscheinlich mit hellen Haaren ein 1 bekommen. Auch werden Schüler mit dunklen Haaren voreilig in Sonderschulen geschickt. Das ist in Deutschland so. Ein Muslim muss sich meist doppelt und dreifach anstrengen um die selbe Note wie ein Ungläubiger in der Schule zu bekommen.
    Mutlu sagt:
    10. Februar 2011 um 12:59

    Wenn ein Schüler in Deutschland dunkle Haare und dunkle Augen hat bekommt er gleich schon mal ein Note schlechter. Also wenn er mündlich 2 steht dann hätte er wahrscheinlich mit hellen Haaren eine 1 bekommen. Auch werden Schüler mit dunklen Haaren voreilig in Sonderschulen geschickt. Das ist in Deutschland so. Ein Muslim muss sich meist doppelt und dreifach anstrengen um die selbe Note wie ein Ungläubiger in der Schule zu bekommen.
    Boyra sagt:
    11. Februar 2011 um 17:31

    Was für ein blödsinn, ich habe auch schwarze Haare und eine dunkele Haut und bei mir war es nicht so.
    Auch bei vielen anderen die ich kenne war es nicht so wenn sie die entsprechende Leistung gemacht haben. Davon mal abgesehen frage ich mich schon warum jemand dann überhaupt in Deutschland leben will wenn die bösen bösen Ungläubigen so rassistisch sind. Es mag Fälle geben wo Lehrer egal ob aus Islamfeindlichen oder aus rassistischen Einstellungen herraus Schüler benachteiligen das ist durchaus möglich aber es trifft nicht auf alle zu. Umgekehrt gibt es auch Fälle wo deutsche Schüler benachteiligt werden und sei es, dass der Lehrer den Schüler aus irgentwelchen Gründen nicht leiden kann. Rassismus da wo es vorkommt ist natürlich verwerflich, aber man kann es nicht pauschal allen Lehrern vorwerfen. Es muss keine rassistische Motivation hinter stecken wenn ein Lehrer einem Migranten eine schlechte Note gibt.
    leisegang sagt:
    13. Februar 2011 um 15:12

    Geht es dir so, Mutlu? Ich frage mich auch, welche Typologie die Lehrkräfte offiziell und ganz privat in den Köpfen haben, und wie sich das mischt. Ich glaube das mit den Haaren und Augen ist erst der Anfang: wie du aussiehst, wie du schaust, redest, die Klamotten, das Verhalten, welchen Eindruck die Eltern in der Sprechstunde machen usw. Es ist ein Mosaik: du kannst genauso als semmelblonder “Russe” diskriminiert werden.
    Wenn man sich über die Ungerechtigkeit aufregt und dagegen rebelliert, ist man auf einmal dissozial: ob du den Normen nicht entsprichst, weil du nicht kannst oder begründet nicht willst, ist dann schon egal. Ganz schnell, und ganz offiziell. Und wenn Du erst eine pädagogische Diagnose hast, ist der Rest der Welt in Ordnung.
    Hatem sagt:
    15. Februar 2011 um 20:40

    @mutlu
    Sie haben völlig Recht! Wir brauchen so etwas wie eine Quote in der Schule. Also dass Muslime automatisch eine Note besser bekommen, damit die Ungerechtigkeit ausgeglichen wird. Nur durch die Diskriminierung von den Muslimen gibt es weniger Abiturienten und mehr Schulabbrecher!
    Und wir brauchen viel mehr muslimische Lehrer!
    leisegang sagt:
    21. Februar 2011 um 17:10

    Ihre xenophilen Lehrer drehen sich im Grab um, Hatem.
    Mutlu sagt:
    16. März 2011 um 09:58

    Lehrer werden sehr stark durch Medien manipuliert. In Medien werden gegen Muslime gehetzt und oft als dumme Menschen hingestellt. Das färbt auf Lehrer oft ab und macht sich in der Bewertung der Leistungen von Muslimen in der Schule bemerkbar.
    Festzuhalten ist Muslime mit dunklen Haaren und dunklen Augen werden schlechter bewertet als Menschen mit blonden Haaren.
    Ähnliches gilt für Bewerbungen, es reicht schon ein Name für eine Abweisung. Das haben Wissenschaftler bestätigt.

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Mi

06

Jul

2011

Bitte belegen Sie Ihre Islam-These, Herr Friedrich!


Hans-Peter Friedrich schaffte das, was vor einiger Zeit auch der niedersächsischen Sozialministerin Aygül Özkan und dem Bundespräsidenten Christian Wulff gelang: Er sorgte gleich nach Amtsantritt für Aufregung, weil er „Islamisches“ ansprach. Friedrich dürfte allerdings einen Zeitrekord aufgestellt haben, denn er verkündet noch am gleichen Tag: „Aber dass der Islam zu Deutschland gehört, ist eine Tatsache, die sich auch aus der Historie nirgends belegen lässt.“ Wie schon in den anderen beiden Fällen nimmt der Rückgriff auf das Stichwort „Islam“ auch diesmal wieder Dimensionen an, die unser Land der Dichter und Denker im Grunde ad absurdum führen.

Aus den inzwischen bekannten Richtungen gibt es viel Lob für Friedrich, aus den anderen viel Schelte. Das Pingpong-Spiel geht in eine neue Runde. Politiker aller Parteien tadelten den Bundesinnenminister. Islamische Interessensverbände kritisierten ihn scharf, darunter auch der Liberal-Islamische Bund (LIB). Binnen kurzer Zeit erreichten mich und den LIB daher zahlreiche Emails, alle mit ein und derselben Stoßrichtung – hier eine kleine Auswahl:

“Sehr geehrte Frau Kaddor, solange sich Muslime mit Sprengstoff bepackt inmitten unschuldiger Frauen und Kinder im Irak/Afghanistan feige in die Luft sprengen, wird der Islam nicht zu Deutschland gehoeren. Deutschland ist von seiner Kultur und Geschichte her das Land der Dichter und Denker, aber nicht das Land der Kopftuch-und Burkafetischisten.“

“guten abend. schön wärs, wenn der der islam da bliebe – wo er hingehört…in seinem ursprungsland. man hat hier einfach keine zeit für solche hirngespinnste und unfug derengleichen !!!!!”

“da kann der lib noch so viel kreide fressen. das gesindel kommt nach deutschland, setzt sich in das von deutschen gemachte nest und plündert die sozialsysteme. muslime- denkt an zenta.”

“Hey Moslems, wenn es euch in Deutschland nicht gefällt haut doch einfach wieder ab. Verschwindet dahin wo ihr oder eure Eltern hergekommen seid.“

Die Einseitigkeit und Ähnlichkeit des „Denkens“ ist verblüffend. Geht es um diese Leute, Herr Friedrich? Will man diese bedienen? Will man wirklich deren Wählerstimmen einfangen? Man darf übrigens davon ausgehen, dass alle anderen Kritiker des Friedrich’schen Diktums ähnliche Reaktionen erreicht haben – vor allem wenn sie bekennende Muslime sind.

Ein Grund für die Irrgänge der Islamdebatte liegt darin, dass ständig etwas vergessen wird: Derjenige, der eine These in den Raum wirft, sollte diese zunächst belegen. Erst so wird die Basis für eine sachliche Diskussion geschaffen, und demokratische Politiker mit Verantwortungsgefühl dürften nur daran Interesse haben. Wenn also jemand die These aufstellt, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, aber nicht erklärt, warum (der bloße Verweis auf eine christliche „Leitkultur“ reicht nicht aus, unser christliches Erbe in Deutschland ist zwar eine Tatsache, schließt aber die Zugehörigkeit des Islam nicht aus!), bleibt diese These als reine Behauptung im Raum stehen. Behauptungen sind unbelegte Aussagen – nicht mehr. Verkauft werden sie der Bevölkerung aber als Grundwahrheit – man konstruiert sozusagen eine Realität. Es bleibt somit selbstverständlich, die Unwissenheit jenes selbst erfundenen Berufszweigs der sogenannten Islamkritiker und ihrer politischen Profiteure nicht nur zunächst weiter festzustellen, sondern sie herauszufordern. Ich würde mir wünschen, dass sie zunächst einmal belegen, wieso der Islam nicht zu Deutschland gehört und wie mit den Allseits bekannten historischen Einflüssen des (islamischen) Orients in Wissenschaft, Musik, Literatur, Philosophie, Religion oder Politik zu verfahren ist?

Damit scheint es vorerst allerdings nichts zu werden. Man greift lieber weiter in die Mottenkiste der Rhetorik – jüngstes Beispiel der Journalist und Intellektuelle Matthias Matussek. Auch Matussek ist nur in der Lage, eine Behauptung aufzustellen. Die Mühe, seinen Lesern zu erklären, warum der Islam nicht zu Deutschland gehört, macht er sich nicht. Was ihn aber nicht davon abhält, genau das ausgerechnet von den Kritikern Friedrichs zu verlangen – selbst wenn es sich wie in meinem Fall nur um ein kurzes Statement handelt:

„Die Vorsitzende des liberal-islamischen Bundes wird schon orientalisch-bunter. Sie verteidigt die Ehre. Sie nennt die Ministeraussage eine “Ohrfeige ins Gesicht der Muslime” und hält sie für “politisch wie historisch falsch”. Und wie wäre es, historisch, richtig? Fehlanzeige.“

Und statt des für Matussek so wichtigen ultimativen Beweises, fällt dem ehemaligen Chef des Kulturressorts beim Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL nichts weiter ein, als Folgendes:

„Sagen wir es so: Ich habe einige muslimische Freunde. Trotzdem gehört der Islam nicht zu Deutschland, geschichtlich, er gehört nicht in unsere historisch-religiöse DNA, denn die ist, allen Unkenrufen zum Trotz, immer noch christlich.“

(Der Artikel ist auch unter meiner Kolummne bei migazin.de abrufbar!)

 

***ältere Kommentare***

 

6 Responses to “Bitte belegen Sie Ihre Islam-These, Herr Friedrich!”

    leisegang sagt:
    10. März 2011 um 06:41

    Matussek zitiert falsch. Er unterschlägt das bedeutungsvolle Wörtchen “auch”.
    Im übrigen scheint mir die Frage nach der Zugehörigkeit des Islam zur nationalen Identität den bestehenden Pluralismus zu vernachlässigen. Vielleicht sollte man erst die Frage klären, welche Rolle der Islam bis auf den heutigen Tag in Deutschland gespielt hat. Deskriptiv, nicht deklarativ.
    auguste sagt:
    11. März 2011 um 19:58

    “Trotzdem gehört der Islam nicht zu Deutschland, geschichtlich, er gehört nicht in unsere historisch-religiöse DNA.”

    Heiliger Strohsack!

    Ich hab’s ja schon öfter gefragt: Warum ist Ihnen manches nicht einfach zu dämlich, um darauf zu reagieren? Warum springen Sie jedes Mal auf solche Umtriebe an? Ich weiß, es nervt. Ich weiß, es bedroht unter Umständen auch, wenn einer so redet. Aber egal ob es nervt oder bedroht, es ist INDISKUTABEL.
    leisegang sagt:
    14. März 2011 um 06:22

    Aber sehen Sie doch, auguste, solche Zitate belegen sehr schön, dass es ganz im Gegenteil einige Vertreter des “christlich imprägnierten Säkularusmus” (Dan Diner) sind, die fundamentale Schwierigkeiten damit haben, sich einem universellen Wertekanon anzuschließen, wie er beispielsweise im Koran für Kinder und Erwachsene oder Saphir 5/6 umrissen ist.
    Ihre Empörung in Ehren, ich finde das lächerliche Gequatsche von “christlichen Genen” entlarvend.
    Lars sagt:
    31. März 2011 um 18:17

    Wie Herr Friedrich tickt, hat man auch schon in der Vergangenheit hören können. Leider. Er sprach vom “Kampf der Systeme”. http://bit.ly/hwF5is
    Hatem sagt:
    13. April 2011 um 05:55

    @leisegang
    “universeller Wertekanon im Koran”

    Ja, vor allem die Anweisungen, wie mit “Ungläubigen” und ungehorsamen Frauen zu verfahren ist, sollte sich jeder genau anschauen….
    Claus sagt:
    1. Mai 2011 um 02:11

    Dass Sie ein Doppelleben führen, Hatem, hatte ich ja schon vermutet. Aber nun graust es mich, wenn ich Sie im Dienste der Aufklärung das Leben von Frauen vor meinem geistigen Auge erleiden sehe. Halten Sie durch!

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Mi

06

Jul

2011

Verantwortliche Erziehung


Mein erster Beitrag für das Islamische Wort des SWR:

Kinder in Deutschland zu mündigen muslimischen Gläubigen zu erziehen, ist nicht ganz einfach, aber es ist möglich. Patentrezepte gibt es natürlich nicht. Doch die Grundvoraussetzung ist, das Kind als eigene, kleine Persönlichkeit zu behandeln. Ein Kind gilt im Islam als Segen Gottes, mit dem man sorgsam und liebevoll umgehen soll. Das islamische Recht sieht es als schutzbedürftig an. Vor dem Eintritt in die Pubertät gelten Kinder nicht als religionsmündige Personen. Für sündhafte Handlungen werden sie deshalb von Gott nicht bestraft.
Der Koran selbst nimmt sich der Kinder, insbesondere der Waisenkinder an. An mehreren Stellen wird betont, dass Waisen zu schützen und zu umsorgen sind. Auch der Prophet Muhammad spricht von der besonderen Verpflichtung gegenüber Waisenkindern. Einer Überlieferung zufolge sagte er: „Derjenige, der sich einer Waise annimmt, und ich sind im Paradies so.“ Darauf spreizte er seinen Zeigefinger und seinen Mittelfinger.

In Mekka war es in vorislamischer Zeit gängiges Verhalten, Kinder von Verstorbenen weitgehend ihrem Schicksal zu überlassen. Sie wurden von ihrer Sippe nur mit dem Nötigsten versorgt. Rechte wurden ihnen kaum zugestanden. Bekanntlich wuchs auch
Muhammad als Waise auf. Was nun aber für Waisen gilt, kann ja für Kinder, deren Eltern noch leben, kaum anders bewertet werden. Und so behandelte Muhammad auch sonst Kinder sehr liebevoll. Einer der zentralen Hadithe in Sachen Kinderrechte lautet:
„Anas – einer der Gefährten Muhammads – kam an einigen Kindern vorüber. Er grüßte sie, indem er ‚as-salamu alaykum‘ sagte und fügte hinzu: ‚Dies pflegte der Prophet auch zu tun.‘“

Die Grußformel as-salamu alaykum ist im Islam ein Zeichen großer Ehrerbietung. Wenn der Prophet diese Ehre Kindern gewährte, muss er sie nicht nur ernst genommen, sondern ihnen auch eine besondere Wertschätzung entgegengebracht haben. Eine Einstellung, die zur damaligen Zeit ungewöhnlich war. Kinder traten damals im Grund erst ins öffentliche Bewusstsein, wenn sie zum vollwertigen Mitglied der Gesellschaft mit allen Rechten und Pflichten geworden waren. Umso erstaunlicher ist daher auch folgende Begebenheit, die über den Propheten überliefert wird:

„Abu Qatada – ein weiterer seiner Gefährten - berichtete, dass der Gesandte Gottes ein kleines Mädchen namens Umama auf dem Arm hielt, während er betete. Sobald er sich niederwarf, legte er das Kind vorsichtig hin, und wenn er wieder aufstand, nahm er sie wieder auf.“

Es gibt wohl kaum eine größere Geste: Der Prophet durchbricht zugunsten der guten Behandlung eines Kindes den Ablauf eines der wichtigsten Gebote im Islam – das rituelle Gebet. Normalerweise sollen sich Muslime hier durch nichts stören lassen.
Für die islamische Erziehung lassen sich aus dem bislang Gesagten vier Prinzipien ableiten, die man beachten soll. Sie zeigen sich zugleich in Forderungen an die Eltern und als Rechte von Kindern:

Eltern müssen in ihrem Handeln und Denken Vorbilder sein! Kinder haben das Recht auf vorbildliche Eltern!
Eltern müssen ihren Nachwuchs kindgerecht fördern! Kinder haben das Recht auf eine echte Kindheit!
Eltern sind für das moralische Verhalten der Kinder zuständig! Kinder haben das Recht auf religiöse Erziehung.
Eltern müssen ehrlich sein und dürfen nicht unüberlegt handeln! Kinder haben ein Recht auf vernünftige Behandlung!
Viele Eltern interpretieren heute leider den an sie gerichteten Schutzauftrag als elterliche Willkür. Sie erachten ihr Kind als Eigentum. Sie verlangen von ihm Dinge, die in erster Linie ihnen selbst, aber nicht dem Kind nutzen. In Sachen Kinderrechte haben uns Koran und Sunna wichtige und wertvolle Ratschläge an die Hand gegeben.

Wir sollten uns im Alltag öfter daran erinnern.

 

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6 Responses to “Verantwortliche Erziehung”

    Frieda sagt:
    18. April 2011 um 23:40

    Wer bezweifelt schon, daß Mohammed Kinder geliebt hat - er hat schließlich eins geheiratet, so lieb hatte er die kleinen Wesen… Großes Vorbild, dieser Mohammed…
    Claus sagt:
    1. Mai 2011 um 02:11

    Liebe Frau Kaddor, haben Sie vielen Dank für den Artikel. Ich hatte mit einem Freund gewettet, dass unter den ersten drei Kommentaren mindestens ein Schwachmat diesen Müll absondert. Mir hat es ein leckeres Essen beschert.

    Liebe Frieda, da Sie offensichtlich Ihre antimuslimischen Affekte nicht im Griff haben, empfehle ich Ihnen, einfach nur die letzten beiden Absätze zu lesen, zu denen Sie vermutlich nicht vorgestoßen sind. Die sind auch für Nicht-Muslime relevant.
    auguste sagt:
    6. Mai 2011 um 13:27

    Sagen Sie mal, Frau Kaddor, schalten Sie jeden Kommentar frei, egal wie dämlich er ist???????
    Der Beitrag von Friede trägt zum Thema nichts, aber auch gar nichts bei. Und dass es Leute gibt, die stolz darauf sind, keine Ahnung zu haben, und besonders viel Vergnügen an Gehässigkeiten empfinden, das wissen wir ja nun auch so. Ist es so unmöglich, einen geschützten Raum für eine sachliche Diskussion zu etablieren?
    Hatem sagt:
    10. Mai 2011 um 20:11

    Gute Erziehung sollte vor allem heißen, seinen Kindern nicht eine Religion aufzudrängen! Dabei ist egal, ob sie Islam, Christentum, Judentum oder sonstwie heißt.

    Wobei ich persönlich allerdings Religionen, die Apostasie mit Verstoßung aus der Familie und gar dem Tod sanktionieren, besonders kritisch sehe.
    leisegang sagt:
    11. Mai 2011 um 05:10

    Frieda, können Sie mir erklären, warum Shirin Ebadi nicht vom Glauben abfällt oder warum Mehrangiz Kar einen Preis vom AIC annimmt? Ach, die kennen Sie gar nicht? Schade!
    auguste sagt:
    17. Mai 2011 um 16:30

    @ claus: danke, das mache ich nächstes Mal auch.

4 Kommentare

 

 

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